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Ausnahmslos vermurkst

17.01.2016

Fanatiker erkennt man u.a. an den endlosen Wiederholungen ihrer kruden Thesen.

Diesmal floppt die neue Twitta-Kampagne gegen die »Rape Culture« namens #ausnahmslos eher, als dass sie fluppt. Und das, obwohl die aufgeladene Volksverhetzung gegen – ausdrücklich – alle Männer von Ihro Scheinheiligkeit FrauInnenministerin Schwitzig tatkräftig unterstützt wurde. Leider mag kaum jemand das Märchen von den vielen Oktoberfesten, wo alljährlich reihenweise echte Vergewaltigungen im mehrstelligen Dunkelzifferbereich stattfinden, prominent mittragen. Diese Nebelkerze war vielen Gazetten dann doch zu nebulös. Wer hätte das gedacht, dass 140 Zeichen bei Twitta nicht ausreichen, um staatstragende Politik in Gang zu setzen?

Stinkig über die Erfolglosigkeit ihres monotonen Singsangs gegen das dunkle Patriarchat ist auch meine derzeitige Lieblingsfeministin Stokowski beim Spiegel. Unter anderem beklagt sie, dass antifeministische Kritik, die hinterlistig unter dem Mäntelchen der Ironie oder der Satire daher kommt, »tötet«. Ach was? Wen oder was tötet sie denn? Geht es um Menschen – eventuell sogar um Frauen – dann hätten wir doch gerne mal einen ermittelnden Staatsanwalt in dieser Angelegenheit gesehen; das wäre nicht zuviel verlangt. Ist es allerdings mehr hydraulisch gemeint (oder wie das heißt), dann ist das bloße Vorhandensein antifeministischer Kritik (ironisch oder nicht) leider das Nebenprodukt dieser lästigen, so genannten »Meinungsfreiheit«. Mal gugeln!

Das generische Ziel einer solchen Hysterie ist nicht in erster Linie die Beseitigung von tatsächlichen Missständen, sondern die permanente Elektrisierung der öffentlichen Meinung mit zum Teil abenteuerlich konstruierten Erklärungs- und Deutungsmustern. »Alle Männer und zu jeder Zeit« – im Ernst? Wieso geben sich manche Leute so einem infantilen Affront hin? Eine plumpe Hetze wie diese springt einem doch förmlich ins Gesicht und jedes Kind kapiert, dass auf so einer Ebene keine Verständigung möglich ist. Derart kriminell aufgeladen, kann man nur einen großen Bogen um solche Skandalisierer(innen) machen. Ohne Verständigungswillen geraten wir allerdings in eine grandiose soziopathische Falle. Da verwundert es einen nicht, wenn immer mehr Männer die Boxhandschuhe anziehen und wild bis maßlos austeilen.

So ist das der Künast passiert. Angeblich hat man ihr sogar ein Enthauptungsvideo mit einem entsprechenden Kommentar geschickt. Muss man nicht tolerieren, natürlich. Es liegt in ihrem Ermessen, sich juristisch dagegen zu wehren und es ist überflüssig, nach langatmigen Entschuldigungen für solche unappetitlichen Ausreißer zu suchen. Die gibt es nicht. Aber ein bisschen Ursachenforschung muss schon sein, meine ich. Insbesondere dann, wenn Künast im selben Artikel feststellt, dass »von rund dreihundert Kommentaren [auf Facebook] vielleicht zwei, drei ernstgemeinte dabei [waren]. Der Rest waren Beleidigungen«. Nur mal so rein strategisch in die Runde gefragt: Könnte es vielleicht eine klitzekleine Bedeutung haben, dass euch inzwischen so viele Leute regelrecht hassen? Liegt es vielleicht an der schlechten Vermarktung feministischer Ideen? Oder an ihrer prinzipiellen Undurchführbarkeit? Oder habt ihr eure vermeintlichen Gegner schlicht unterschätzt? Außerdem hat der Feminimus ja schon sehr lange den Charme einer Kreissäge, wie man so hört. Also würde ich mir mal an eurer Stelle ein paar grunsätzliche Fragen stellen. Ich mein nur, so als Tipp.

Ach, noch was zum Thema Humor: Das traditionell gebrochene Verhältnis (und das ist noch freundlich formuliert) zu Humor, Satire und Ironie ist bei Feministinnen seit Anbeginn an auffällig – auch ein Zeichen für den immanenten Fundamentalismus, der sie antreibt (selbst gegen ihresgleichen). Passiert allen Radikalinskis. Humor können Femis am besten, wenn er gegen die minderwertigen Männer geht. Witzeleien über abgetrennte Geschlechtsteile oder ähnliche »lustige« Missgeschicke haben einen besonders hohen Giggelfaktor. Überhaupt ist eine ordentliche Portion Schwanzfixierung in der feministischen Folklore nicht zu übersehen. Aber da will ich mal nicht so kleinlich sein: Wenn ihr mir im Gegenzug die Frozzeleien gegen die Borniertheit mancher eurer Geschlechtsgenossinnen überlasst, dürft ihr in euren feministischen Kaffeerunden gerne derbe über Männer herziehen, no problemo. Ihr wisst ja, wie das geht.

 

»Frauencafé: Ai, die drinken Kaffee un dann steht's in de Zeidung« – Rolf Miller.

 

Was war noch? Ach ja, der Doktor Ulfig mal wieder. Der schrieb bei Cuncti einen interessanten Artikel über das Thema Neid allgemein und den bei Frauen im besonderen. Ein Grund für seinen Beitrag war ein Reclamheftchen, das sich tränenreich um das Schicksal vergessener Künstlerinnen bemüht – mit dem Grundtenor, dass ohne eine Frau im Hintergrund kein Dichter oder Komponist jemals so bekannt geworden wäre und dass Künstlerinnen nur deshalb nicht wahrgenommen werden, weil sie massiv unterdrückt werden (verkürzt dargestellt). Die feministischen Deutungen der großen Kulturleistungen können den geringen weiblichen Anteil an Kunst, Musik oder Dichtung nur dadurch aufhübschen, indem weiblicher Kunst ein abnorm überhöhter historischer Stellenwert angedichtet wird (allerdings diesmal reimfrei). Das müssen sie auch, denn faktisch ist der kulturstiftende Output weiblicher Kunstschaffenden, Musikerinnen usw. absolut und relativ gesehen ziemlich überschaubar. Und das, so Ulfig, erzeugt eben Neid.

Ein anderer Aspekt ist natürlich, dass auch bei noch so wohlwollender Wertung der weiblichen Kulturleistungen als Fixpunkt stets die männlichen Leistungen gelten. Dieses Prinzip herrscht aber auch in allen anderen Debatten feministischer Prägung vor. Bezogen auf die obige Diskussion um das #ausnahmslose Twitta-Geplapper wird z.B. unterstellt, dass nur Frauen von sexuellen Belästigungen betroffen sind, Männer aber niemals (das wäre der imaginäre Idealzustand). Falls das stimmen würde, befänden wir uns als Menschheit allerdings auf einer ziemlich unkomfortablen Entwicklungsstufe, wenn man es zu Ende denkt. Blöd für die Femis: Menschen werden immer noch nicht hauptsächlich in Petrischalen gezeugt.

Wie wir seit ein paar Tagen einmal mehr wissen, ist die feministische Sehnsucht nach Deutungshoheit über alle irgendwie sexuell relevanten Fragen unersättlich. Wenn nun »Überrumpelung zum Sex« oder »Belästigung« als neue Elemente des Sexualstrafrechts eingeführt werden, dann bin ich eigentlich auch schon etliche Male vergewaltigt worden. Echt jezz. Sex aus Gefälligkeit oder um Ärger zu vermeiden, das ist ebenfalls nichts außergewöhnliches; vorangegangene Belästigungen in dem Zusammenhang also auch nicht. Aber wen interessiert das, wenn's Männer betrifft? Eben. Wenn »schlechter und langweiliger Sex« demnächst vielleicht auch noch unter die Knute juristischer Verrenkungen gestellt wird (das kommt sicherlich irgendwann), könnte ich mir evt. nachträglich ein sattes Polster an Schmerzensgeld einstreichen. Memo an mich selbst: Mal meinen Anwalt nach »postfeministischen Belastungsstörungen« fragen.

Wie ich gerade las, will die SPD in 2016 »das Jahr der Frau« ausrufen. Dazu soll u.a. »sexistische Werbung« verboten werden, einmal mehr Steueraufkommen von männlich nach weiblich umverteilt werden durch diverse Eingriffe in die Tariffreiheit bei Lohnabschlüssen und durch die Schaffung neuer Planstellen, um Frauenberatung jeder Art zu etablieren. Fehlen eigentlich nur noch Umerziehungslager für degenerierte männliche Feminismusverweigerer! Doch mal abgesehen davon, dass bisher noch fast jede spezielle Förderungsmaßnahme kilometerweit an der Endlösung der Frauenfrage vorbei geschlittert ist (z.B. bei den Quoten oder beim Girls Day): Ausbaden müssen so einen sexistischen Scheißdreck natürlich ALLE Frauen. Die Prognose ist in diesem Fall wirklich nicht besonders schwer.

Offensichtlich ist ein weniger hetzerischer und sexistischer Blick auf das allgemeine Geschlechterverhältnis bei Feministinnen und ihren männlichen Stiefelleckern nicht gewollt. Fein, dann lassen wir es doch einfach gegen die Wand fahren. MGTOW ist derzeit die eleganteste Art und Weise, sich der allgemeinen Hysterisierung weiblicher Befindlichkeiten zu entziehen (Nebeneffekt ist die generelle Leistungsverweigerung). Insofern funktioniert Emanzipation sehr geschlechtsneutral: Kein Mann ist auf pampige Prinzessinnen und die Rolle, die sie für ihn vorgesehen haben, angewiesen – im Gegenteil. Das nächste Sequel der »unglaublichen Begegnung mit der feministischen Art« wird vermutlich eine Phase sein, in der millionen rolliger, aber ungefickter Frauen und die Pullertruden von der feministischen Front sich gegenseitig die Haare ausreißen. Popcorn!

So gesehen muss man eigentlich nicht mehr viel schreiben. Die feministische Party ist vorbei und so langsam macht sich Katerstimmung breit; ich bin optimistisch. Blogseidank!


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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