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Filmschau

19.04.2017

Lesertipps und anderes

Hier der ernstere Teil

Die Niederländer mal wieder: Ein treuer Leser schickte mir ein bemerkenswertes Video über einen provokanten niederländischen Satiriker namens Hans Teeuwen, der auf ziemlich vulgäre Art die Religionen durch den Kakao zieht – und zwar sowohl das Christentum als auch den Islam. Teeuwen wurde daraufhin in eine TV-Sendung eingeladen, die von drei Kopftuch-bewährten Frauen moderiert wird; eine Art »heißer Stuhl«, nur dass der »Stuhl« in diesem Fall eine Liege mit »Nägeln« aus Gummi ist – was man so gemeinhin als Fakir-Bett kennt. Teeuwen schlägt sich trotz der zeternden Weiber in diesem Kreuzverhör erstaunlich gut, denn natürlich reklamieren diese drei so offensiv »religiösen« TV-Sharia-Schnepfen gleich die komplette Beleidigtsein-Attitüde für sich. Dem hält Teeuwen entgegen, dass ein Verbot jeglicher Satire gegen Religionen (selbst wenn sie geschmacklos ist) mit ziemlicher Sicherheit wieder zu Zuständen führt, wie wir sie speziell in Europa eigentlich schon längst hinter uns gelassen hatten, insbesondere der teuflische Pakt (um mal im Bild zu bleiben) zwischen den politisch Herrschenden und dem nicht minder machthungrigen Klerus früherer Epochen, ganz nach dem Motto: »Halt du sie arm, ich halt sie dumm«.

An diesem Spot sind aber auch noch ein paar andere Dinge bemerkenswert. Dass es offensichtlich in den Niederlanden eine Art Sharia-Gericht als Unterhaltungssendung gibt, soll wahrscheinlich Ausdruck für die übliche Toleranz-Folklore sein, wie sie so gerne in den westlichen Medien zelebriert wird – die aber weder von der breiten Bevölkerung mitgetragen, noch von den so umworbenen Intensivgläubigen gewürdigt wird. Denn was uns da in den Medien als tiefe, respektable Frömmigkeit mit dem Exotik-Flair wie aus einer 1001-Nacht-Seifenoper angepriesen wird, gebiert sich im Ergebnis allzu oft in wirren, vollkommen anachronistischen Allmachtsfantasien. Aus der Geschichte weiß man nur zu gut, dass eine okkulte Staatsführung, also jene ohne strikte Trennung von Glaube und Politik, fast zwangsläufig in Despotie und Krieg ausartet, wie es meistens bei Fundamentalisten der Fall ist. Übrigens mit den bekannten Begleiterscheinungen: Die führende Kaste wird immer fetter und schickt ihre frömmelnden Schäfchen nur zu gerne auf die Schlachtfelder; alles unter dem nebulösen Duktus des »wahren Glaubens« und während die Herrschenden selber in Saus & Braus und Hurerei delirieren. Am Ende fressen sich die Turbo-Gläubigen auch noch gegenseitig auf, weil sie sich gegenseitig nicht über den Weg trauen. Der europäische Kontinent ist voll mit derlei Episoden; der Nahe Osten übrigens auch.

Diese nur allzu menschlichen Fehler machen vor allem zwei Dinge deutlich: Nicht jeder, der sich dem Diktat frömmelnder Vorbeter verweigert, ist zwangsläufig ein schlechter, asozialer Mensch. Und zweitens überzeugt der dogmatische religiöse Anspruch, insbesondere der, der mit der Androhung von Gewalt einher geht, nicht mal in streng religiöser Hinsicht. Falls »Gott« das Synonym für Unfehlbarkeit ist, wie können dann nur allzu fehlbare Menschen für sich in Anspruch nehmen, sich als die irdischen Vertreter von irgendwas aufzuspielen? Das konterkariert den Sinn von Gläubigkeit – nämlich dass der Mensch dem Menschen Gutes tun soll – viel mehr, als es jeder atheistische oder agnostische Ansatz bewerkstelligen könnte. Es gibt schlichtweg keine Atheisten oder Agnostiker, die Gläubige mit Verdammnis oder gar dem Tod bedrohen, nur weil die Gläubigen so denken, wie sie eben denken.

Was mir ebenfalls auffiel, war die Tatsache, dass die drei dauerbeleidigten Kopftuch-Schnepfen ein vollkommen akzentfreies Niederländisch sprachen. Diese Leute leben also mindestens seit einer Generation im toleranten Holland, einem Land mit relativer sozialer Sicherheit, ohne staatliche Willkür (weitgehend) und mit dem Vorzug der freien Rede (wie eben diese TV-Sendung). Diese Diskrepanz zwischen kulturellen Vorzügen und merkwürdigen religiösen Dogmen ist sinnbildlich für die (bekannte) Existenz von teils mafiösen Parallelgesellschaften, die zwar von den Vorzügen des westlichen Lebensstils profitieren, aber ansonsten (z.B. beim Thema Gerichtsbarkeit) sich dem gedeihlichen Zusammenleben strikt verweigern. Integrationspolitik ist eben doch keine Einbahnstraße.

Im Übrigen wünscht sich kein gestandener Mann solche nervensägenden Hyänen, wie sie in dieser Show zu bestaunen waren, als Ehefrau. Ist das das klassische häusliche Klima bei unseren »Mitbürgern mit Migrationshintergrund«? Man hört ja so manche Gerüchte über die Dominanz weiblicher Personen und über ihr psychoterroristisches Regiment im häuslichen Bereich, gegen das sich selbst gestandene Patriarchen nicht durchsetzen können. Nee bedankt, zou ik zeggen.

Ob atheistisch oder besonders religiös: Die elementaren Sinnfragen zu stellen, ist natürlich richtig und wichtig. Themen wie Gier, Neid usw., die ja auch in den Religionen diskutiert werden, haben auch in säkularen Gesellschaften eine große Bedeutung. Sofern z.B. die verlogene imperialistische westliche Politik, wie sie vor allem im Nahen Osten in den letzten Jahren gewütet hat, zu dieser aus dem Ruder laufenden, extremistischen Frömmigkeit ebendort geführt hat, so gehört dies unbedingt auf die moralische Agenda westlicher Publikationen. Davon sind wir im Moment noch kilometerweit entfernt. Stattdessen musste ich heute schon wieder dieses unerträgliche Gewäsch einer Claudia »Fatima« Roth lesen (Link absichtlich vergessen), dass die Lösung aller Einwanderungsprobleme »Noch mehr Dolleranz!« sei. Arrgh!

 

...und hier der traditionelle Stadtmensch-Schmuddelkram

Bleiben wir noch einen kleinen Moment in den Niederlanden und im selben Kontext. Denn auch in anderen TV-Shows treiben es die Niederländer gerne auf die Spitze. Oder habe ich etwa eine Markus-Lanz-Sendung verpasst, in der einmal die Vorzüge von konnektierten Sextoys (über Bluetooth glaube ich) live und in Farbe demonstriert wurden? So ist das nämlich hier geschehen. Wie immer darf man dieses Youtube-Video bei Google nur im Erwachsenen-Modus guggen. Ein ziemlich schräger Spaß – allerdings nicht für die ganze Familie! Keuschheitsfanatiker, überzuckerte RomantikerInnen oder eben Kopftuch-Fetischisten mögen sich also diskret zurückhalten und lieber »Das Goldene Blah«, »Bild der FrauIn« u.ä. lesen.

 

Male dolls

Von Sexpuppen hat ja jeder schon mal gehört. Auf dem Hipsterkanal Vice.com kann man eine längere Reportage über ein US-Unternehmen ansehen, das extrem realistische männliche Puppen herstellt. Die Anwendungszwecke sind vielfältig: Als Sexspielzeug, zum Kuscheln oder als Lebensgefährte. Und glaube niemand, dass Frauen hier nicht ebenso wuschig diesem seltsamen Hobby frönen, denn das Unternehmen floriert! Allerdings ist der Spaß nicht gerade billig, denn die Male Dolls werden nach individuellen Wünschen angefertigt und können schon mal die Haushaltskasse mit schlappen 13.000,- Dollar belasten; funktioniert also wahrscheinlich nur für eine SingleIn.

 

Boobs for peace

Auch das folgende Video ist nach Google-Einschätzung nur etwas für Erwachsene und das, obwohl nicht mal eine einzige Brustwarze zu sehen ist. Der Barde, der uns sein schönes Lied »Show Them To Me« vorträgt, hat mit seiner Einschätzung allerdings nicht so ganz Unrecht und hätte durchaus eine breite Aufmerksamkeit verdient: »Wann immer die Welt verrückt spielt, wann immer Gewalt herrscht, denke ich an die nackte Brust einer Frau – und alles ist halb so schlimm« (sinngemäß). Da ist was dran. Aber hey, Moment mal: Könnte das evtl. die langfristige Kriegsstrategie unserer Flintenuschi sein? Ach nee, so schlau ist die nicht. Aber einen Versuch wär's wert. Bei manchen käme sogar der etwas in Vergessenheit geratene »Abschreckungseffekt« zu einer neuen Bedeutung. Kriegsbefürworterinnen wie eben von den Laien, Göring-Eckhardt oder Merkel könnten hier doch endlich mal ihren Patriotismus unter Beweis stellen, statt immer nur die Männer loszuschicken. Memo an mich selber: Mal bei Femen nachfragen.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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08.12.2017

Der Hashtag #metoo als »Bullshit Of The Year«.

Kat: Male, Female
29.11.2017

...und nicht die Lösung.

Kat: Politik, Gesellschaft
28.11.2017

Das meint zumindest Frauenministerin Katarina Barley in der TAZ.

Kat: Male, Female
23.11.2017

Jakob Augstein würde für eine Falschbeschuldigung nur zu gerne in den Knast gehen.

Kat: Male, Female, Kultur, Musik
17.11.2017

Laut Deutschlandfunk darf man dessen Musik nicht mehr hören.

Kat: Diverses, Politik, Gesellschaft