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Die schlechteste Wahl ist, keine zu haben

30.08.2017

Befristete Arbeitsverträge für den gesamten Bundestag und die Regierung!

Eigentlich keine schlechte Idee und angesichts der großen Freude unserer Politiker über den »größten Niedriglohnsektor in Europa« wäre das nur konsequent: Alle Abgeordneten sowie die Regierungsmitglieder bekommen maximal für eine Legislaturperiode einen Arbeitsauftrag durch den Wähler. Danach müssen sie sich eine richtige Arbeit suchen. Laut ihrer eigenen Darstellung sollte das doch wohl kein Problem sein in Deutschland, diesem Schlaraffenland der Vollbeschäftigung.

Ja, warum denn nicht? Wer über Jahre und Jahrzehnte stolz wie Bolle ist, dass die Themen Niedriglohnsektor, Leiharbeit, Werkverträge oder HartzIV so massiv durch die Decke gegangen sind, wer all das wahnsinnig fortschrittlich und sinnstiftend findet, der wird ja wohl kein Problem damit haben, wenn er sich gerade als Politiker für diesen ganzen Arbeitsmarkt-Hokuspokus wie Flexibilisierung, Aufstockung und Minijobs persönlich ins Zeug schmeißt, indem er als Politiker mit gutem Beispiel vorangeht und die eigenen Gesetze gleich mal an sich selber ausprobiert. Niedriglöhne für Minister – auch das wäre nur fair. Wollen wir doch mal sehen, wer sich in so einem Fall dann immer noch für die Arbeit am Gemeinwohl entscheidet – und nicht nur für die persönliche, steuerfinanzierte Hängematte und das anschließende üppige Rentnerleben mit allerlei staatlich zugesicherten, leistungsfreien Boni. Es dürften von all den momentan Tonangebenden wahrscheinlich sehr wenige übrig bleiben, die Politik aus Überzeugung und aus einer prinzipiellen Einstellung heraus machen.

Auf den Nachdenkseiten gab es eine kurze Zusammenfassung der letzten Anne-Will-Plapperrunde. Es muss wohl eine der seltenen Folgen gewesen sein, von der ich mir gewünscht hätte, sie selber gesehen zu haben. Normalerweise gugge ich ja so eine Propaganda nicht, außer ich kann mal wieder nicht einschlafen. Auch mit dem Ersten schläft man besser!

Quälgeist Sarah Wagenknecht wurde dort von SPD-Nichtsblicker Olaf »Locke« Scholz als »Verschwörungstheoretikerin« diffamiert, weil sie einmal mehr die arbeitsmarktpolitischen Grausamkeiten der letzten Jahrzehnte runter betete. Moment mal: Wir haben auf der einen Seite eine SPD, die laut ihrem Anführer St. Martin Chulz das Thema »soziale Gerechtigkeit« in den Vordergrund rücken will, das sich, wenn man es auf den Punkt bringen will, natürlich mit all den lästigen Begleiterscheinungen beschäftigen muss. Wie denn sonst? Beten und Kumbaya singen? Aber was macht dann so ein ignoranter Schaumschläger wie Scholz noch in der SPD, wenn ihm das eigene SPD-Wahlkampfmotto derart am Allerwertesten vorbei geht? Und was macht Hungerleider Gabriel in dieser Partei, der die Abgehängten der Republik doch am liebsten als »Pack« tituliert? Sofort zurücktreten und zwar ohne jede Gewinnmitnahme! Gehe nicht über »Los«!

Die Ignoranz der Spezialdemokraten wird nur noch übertroffen von der Bräsigkeit der Kanzlerdarstellerin. Die betreibt ein buntes Wahlkampf-Hopping mit steuerfinanzierten Vehikeln (u.a. Bundes-Hubschrauber) und versucht, so wenig wie möglich politisch aufzufallen. Konzepte? Welche Konzepte? Sie hat keine. Sie hatte noch nie welche. Wirklich harte Aussagen überlässt sie lieber ihren Kettenhunden die Misere, Altermaier und der schwarzen Null – ansonsten hält sie sich vornehm zurück und betreibt einen heimeligen Wohlfühlsprech, der direkt aus dem Drehbuch einer Rosamunde-Pilcher-Folge stammen könnte.

Man kann Putin, Erdowahn oder Trump vorwerfen, was man will, aber eines haben sie Merkel voraus: Sie machen und gestalten Politik – wenn auch leider oft eine zweifelhafte. Merkel macht irgendwas, aber keine Politik. Sie reagiert irgendwie, ja. Aber selbst darin ist sie unerträglich tranfunzelig. In einer langen Ahnenreihe von teils schillernden Vorgängern sticht sie als die blasseste, ignoranteste und rückgratloseste Arbeitsverweigerin hervor. Man könnte sagen, dass sie sich ihren Kündigungsgrund wirklich hart erfaulenzt hat.

Die Lethargie der Merkel-Regierung – und da ist die SPD ausdrücklich eingeschlossen – ist anscheinend ansteckend. Denn selbst den Medien fällt es schwer, Leben in diesem politischen Friedhof zu entdecken. Nur in einer Angelegenheit scheint sich die Presse einig zu sein: Merkel gewinnt die Wahl. Angeblich zeigen das lauter dolle Umfragen. Nun könnte der gewöhnliche Untertan im Angesicht dieser medialen Orakel allerdings durchaus leichte Zweifel bekommen, denn die Umfragen, die z.B. beim Brexit oder bei der Wahl Trumps so eindrucksvoll in die Zukunft geschaut hatten, entpuppten sich am Ende als lausige Wunschbilder. Die Meinungshoheit der Umfragen und Einseifungen aus der Systempresse hat also einiges an Verlässlichkeit eingebüßt. Immerhin – auch das zeigen angeblich einige Umfragen – weiß die Hälfte der Wähler noch immer nicht so genau, was sie denn wählen soll. Aber keine Angst: Das war's auch schon an Spannung (bisher zumindest).

 

Und die, dich nicht genannt werden dürfen?

Für die meisten AfD-Wähler steht nicht etwa das zugehörige Parteiprogramm im Zentrum, sondern fast ausschließlich der Umstand, dass sie mit der AfD die meiste Unruhe im Bundestag stiften können. Das ist sogar eine der originären Aufgaben der Opposition – wenn es sie denn gäbe in Berlin. Außer der bereits erwähnten Sarah Wagenknecht und ein paar wenigen anderen gibt es aber auch in dem traurigen Oppositionshäufchen im Berliner Reichstag niemanden, der eloquent und mit Sachverstand dem Wolkenkuckucksheim à la Merkel Paroli bieten kann. Nein, auch nicht bei den Linken – und von den dekadenten Grünen will ich gar nicht erst anfangen.

Interessant ist, wie dünnhäutig der geliebte Staat inzwischen auf Kritik an seinen Vortänzern und an seinem hochglanzpolierten Selbstbild reagiert. So haben z.B. die Minions – Quatsch die Dresdener Polizei – einigen Querulanten der Pegida neulich ein paar Flaggen mit Bananensymbolen abgenommen; von wegen »Bananenrepublik«. So weit ist es also schon wieder: Man soll nur das denken und äußern können, was sich innerhalb des politisch genehmigten Rahmens abspielt. Für weitere Details möge der geneigte Leser bitte die Systempresse zu Rate ziehen; denn da steht das alles drin, was heutzutage an Unterwürfigkeit und Kritiklosigkeit vom gemeinen Bürgerlein erwartet wird.

Von einer ganz ähnlichen Dumpfbackigkeit ist das Gepolter, das die Etablierten derzeit wegen der Äußerungen von Alexander Gauland (AfD) gegenüber der Desintegrationverantwortlichen Aydan Özoguz vom Stapel lassen. Sie hatte ja den Deutschen insgesamt abgesehen von der gemeinsamen Sprache eine Kulturlosigkeit unterstellt. Nun muss man die dumme Frau ja nicht gleich nach Anatolien ausweisen (wie von Gauland empfohlen), aber »integrieren« kann diese Person offensichtlich nicht mal sich selber in das von ihr verachtete Heimatland.

Die Dekadenz der Herrschenden ist parteienübergreifend, totalitär und unbelehrbar – wie das zuletzt in der DDR auch der Fall war. Überhaupt bestätigen mir viele ehemalige Zonenbewohner, dass es kaum noch einen Unterschied ausmacht, ob sie von Ihro Scheinheiligkeit »Erisch« oder von seiner ostdeutschen Nachfolgerin »das Merkel« durchregiert werden. Übrigens bin ich durchaus gespannt, wann endlich der Kabarettist Urban Priol verhaftet wird. Immerhin nannte er Merkel einmal eine »ostdeutsche Zonenwachtel«. Nach all diesen widerlichen Zensurmaßnahmen (Lex Fakebook z.B.), wie sie die aktuelle Regierung durchgepeitscht hat, sind wir von einer solchen totalitären Humorlosigkeit nicht mehr weit entfernt.

Von der kommenden Wahl ist also wenig Inspiration zu erwarten. Was allerdings passiert, wenn sich die Sonnenkönige von den Sorgen und Nöten der einfachen Untertanen meilenweit entfernen, kann man in den USA bestaunen: Es ist die Radikalisierung der Massen und die Verlagerung der politischen Auseinandersetzung auf die Straße. Es ist nicht so, dass niemand vor diesen Tendenzen gewarnt hat, zumal es genügend Beispiele in der Geschichte gibt, wie solche Entwicklungen ablaufen. Wenn die Politik so eine Schocktherapie braucht – bitte. Sie sollte sich allerdings nicht allzu sicher sein, dass ihnen diejenigen, die sie mit ihrer Klientelpolitik bisher übervorteilt haben, in Krisensituationen kameradschaftlich zur Seite stehen. In den dekadenten Kreisen der Privilegierten hat Solidarität bekanntermaßen eine extrem kurze Halbwertzeit. Und die üblichen Schergen, mit denen man seine Machtgelüste zu verteidigen sucht, kosten einen Arsch voll Kohle. Das muss man wissen, wenn man sich ins Blitzlichtgewitter stellt.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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