Header

Artikel Detailansicht

< Some Men Just Want to Watch the World Burn
   

Das Ende ist nah

27.02.2017

Jezz wollen die Weiber auch noch streiken. Damn it.

Sibülle Berg von Spülgel-Online ist gegen Trump, aber das war ja sowieso erwartbar. Stattdessen ist sie aber für alle Pussy-Hat-Strickfabriken dieser Welt – vor allem die von George Soros unterstützten. In ihrer typisch langweiligen Spülgel-Online-Kolumne ruft sie nach dem hysterischen »Wimmin's March« gegen Donald Trump nun dazu auf, dass Frauen die Arbeit niederlegen und – auweia – sogar die Vermehrung verweigern sollen. Diese ganz besondere, sexlose Zeit soll sogar eine ganze Woche andauern, also eine Woche keinen Sex mehr und keine Fortpflanzung! Das ist bitter, denn wie wir wissen, gibt es für Männer nichts Lebensnotwendigeres, als ständig ihre Frauen zu besteigen und pausenlos für Nachwuchs zu sorgen.

Immerhin erhebt Frau Sibülle den Maskulismus zur heimlichen Staatsform, indem sie schreibt:

Rückwärts gewandte Politik ist immer eine Maßnahme zur Beschränkung der Frauenrechte: eine Mischung aus selbstverständlichem Frauenhass von maskulistischen Führern und dem Wunsch nach der guten alten Zeit, in der Frauen noch keine Bedrohung waren.

 

Es ist immer wieder faszinierend, mit welchen einfachen Weltbildern bzw. geschlechterpolitischen Klischees die gewöhnliche Wald- und Wiesen-Feministin ihre freudlosen Tage verbringt. Nach ihrer so oft strapazierten Definition haben die meisten Männer nämlich nichts anderes im Sinn, als ihre Frauen an den berüchtigten Herd anzuketten, so wie das angeblich in grauer Vorzeit – damit sind meistens pauschal die 1950er gemeint – ständig der Fall war. Ob das damals tatsächlich und in dieser absoluten Form so war, wie sie sagen, ist dabei vollkommen belanglos. Hauptsache, es passt in das arg simplifizierte und von jeder historischen Sachkenntnis befreite feministische Weltbild. Schon der kriegsbedingte Frauenüberschuss in den 1950ern erklärt nicht, wieso alle Männer ihre angetrauten Frauen dauernd an irgendwelche Küchenherde ketten wollten. Bei dem Überangebot an sexuellen Gelegenheiten im Wirtschaftswunder wäre die Plackerei, die man sich mit dem permanenten Unterdrücken seines angetrauten gesetzlichen Glücks einhandelt, kaum sinnstiftend. Nicht, dass ich meine, die Femis könnten noch was aus der Geschichte lernen, doch ich sag's trotzdem: Es gibt zwischen Männern und Frauen tatsächlich noch etwas mehr als nur Sex. Aber ich verstehe schon: Wenn man bzw. frau den ganzen Tag nichts anderes im gefönten Schädel hat als die eigene erotische Bedeutung, kann man bzw. frau schon mal schnell den universalen Überblick über das facettenreiche menschliche Miteinander verlieren.

Wie wichtig sich in erotischer und sexueller Hinsicht die Feministinnen gegenüber dem gewöhnlichen Mann nehmen, ist geradezu spektakulär. Nach der feministischen Definition haben Männer den lieben langen Tag nichts anderes als die permanente sexuelle Verfügbarkeit der Frauen im Sinn, selbst dann, wenn es sich um keifende, unsympathische und insgesamt mäßig attraktive Sibülle-Ausgaben handelt und selbst dann, wenn die diversen Ausweichmöglichkeiten wie Prostitution oder Pornografie für Männer so umfangreich und so leicht verfügbar sind wie heutzutage. Wie weit muss man eigentlich von der (männlichen) Realität entfernt sein, um zu glauben, dass sich alle Welt nur um die heilige Mumu dreht? Dieser überhitzte Impetus der ständigen sexuellen Fixierung, dieses permanente, kindische Gerede von der Sexbessenheit (angeblich vor allem der Männer) lässt so gut wie jedes feministische Anliegen in einem merkwürdig halbseidenen Licht erscheinen und beschert der Geschlechterdiskussion eine unheilvolle Dynamik, die in den meisten Fällen den Blick für ein gedeihliches Auskommen völlig vernebelt. Sex als Ausdrucks gegenseitigen Respekts oder als schlichte Entspannungsmöglichkeit ist unter der Knute, unter der ihn die feministische Fraktion diskutieren will, überhaupt nicht möglich. Manchmal in solchen Diskussionen kommen die Weiber dann mit ihrer ominösen »Liebe« um die Ecke, von der sie glauben, allein wissend zu sein. Aber ganz ehrlich, Menschen, die anderen Menschen regelmäßig mit vorgetäuschten Orgasmen, Belohnungserwartungen für ihre sexuelle Offenheit und sonstigen zwischenmenschlichen Abfallprodukten (wie emotionaler Terror) begegnen, sollten, was ihre Ansichten über »Liebe« angeht, lieber die Klappe halten. Denn von Empathie haben sie ganz offensichtlich keine Ahnung.

Aber zurück zum Ausgangsthema: Ist die Verweigerung zur Fortpflanzung für eine ganze Woche also tatsächlich das Angstszenario, mit dem Frau Berg und ihre Pussy-Hat-Kolleginnen die maskulistischen Monster oder sogar Donald Trump in die Knie zwingen können? Angesichts solcher epochalen Themen wie Überbevölkerung oder prekäre Jobs, die eine verlässliche Familienplanung überhaupt nicht zulassen, ist die reproduktive Verweigerung der Frauen doch eher eine Erleichterung. Wobei die Frauen eigentlich sowieso wissen müssten, dass längst nicht jeder positive Schwangerschaftstest ausgiebige Begeisterungsstürme auf männlicher Seite auslöst. Das war übrigens auch schon 1950 so. Denn eine drohende Familienerweiterung bedeutet für jeden Mann – und zwar durch so ziemliche alle historischen Epochen hindurch – stets auch eine lebenslange finanzielle Verpflichtung; selbst dann, wenn er womöglich vor der »freudigen« Mitteilung über den Nachwuchs gar nicht an derartigen Plänen interessiert gewesen ist. Es soll sogar Männer geben, die ihr Lebensglück und ihre mentale Befriedigung z.B. in Forschung und Technik, also vollkommen unabhängig von irgendwelchen Frauenröcken, finden.

Der endgültigen Befreiung der Frauen stehen also noch manche Hindernisse im Weg. Zum Beispiel eben die Kleinigkeit, dass auch Männer die Vorzüge der Emanzipation für sich entdeckt haben. Die Zeiten, in denen ihr Leben als Vater und Existenzbestreiter für ihre Familien vorgezeichnet war, verliert als Lebensziel immer mehr an Attraktivität. Auch die Tüpen wissen es zu schätzen, wenn sie finanziell unabhängig bleiben können. Sie müssen nicht mehr zwingend eine eigene Familie gründen, um dem vielleicht restriktiven eigenen Familienclan entfliehen zu können (so wie früher). Sex vor der Ehe ist auch kein Schandfleck mehr. Und selbst wenn sie bis ultimo noch bei ihren Eltern zu Hause wohnen bleiben, so ist das immer öfter von rein praktikablen Überlegungen angetrieben als von irgendwelchen angedichteten Sozialphobien.

Außerdem klingt auch im zitierten Artikel – wie bei so vielen anderen dieser Bauart – durch, dass die weibliche Solidarität trotz der Millionenmärsche keine verlässliche Größe ist:

Einander zu verachten ist ein luxuriöses Hobby, das wir uns später wieder leisten können. Jetzt ist es wichtig zusammenzuhalten. Sich zu organisieren.

 

Das klingt nicht gerade nach umfassenden weiblichen Interessen und einem unabdingbaren und überlebensnotwendigen Zusammenhalt aufgrund schlimmer unterdrückerischer Zwänge – wohlgemerkt auf westliche Verhältnisse im allgemeinen und auf die Trump-Ära im besonderen bezogen. Frauen im Westen leisten sich anscheinend lieber »luxuriöse« Zickenkriege untereinander, statt den düsteren Erklärmustern feministischer Prägung zu folgen. Aus typisch männlicher, weil logischer Sicht folgt daraus: Entweder gibt es diese allumfassende Unterdrückung von Frauen durch Männer in dieser Form in der westlichen Hemisphäre gar nicht oder aber die Frauen sind von ihrem Naturell her grundsätzlich nicht zur solidarischen Zusammenarbeit fähig – und zwar trotz der behaupteten lebens- und frauenfeindlichen Umstände, wie sie allgemein durch die Gazetten geistern. Beide Argumentationsmuster sind indes keine Zierde für die übliche feministische Narration. Und so wird für diese Frauen für immer ein Rätsel bleiben, wieso Männer mit dem gleichen Anzug trotzdem beste Freunde sein können.

 


Kategorie: Male, Female

<- Zurück zu: Beiträge

 

Nach oben

08.12.2017

Der Hashtag #metoo als »Bullshit Of The Year«.

Kat: Male, Female
29.11.2017

...und nicht die Lösung.

Kat: Politik, Gesellschaft
28.11.2017

Das meint zumindest Frauenministerin Katarina Barley in der TAZ.

Kat: Male, Female
23.11.2017

Jakob Augstein würde für eine Falschbeschuldigung nur zu gerne in den Knast gehen.

Kat: Male, Female, Kultur, Musik
17.11.2017

Laut Deutschlandfunk darf man dessen Musik nicht mehr hören.

Kat: Diverses, Politik, Gesellschaft