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Some Men Just Want to Watch the World Burn

18.02.2017

Der »Deep State« in den USA schaltet auf Konfrontation, weil Trump nicht in sein Konzept passt.

Es ist kein Geheimnis, dass es in den USA (teils miteinander konkurrierende) Institutionen und Interessengruppen gibt, die wesentlichen Einfluss auf die Politik haben, ohne selber allzu prominent in Erscheinung zu treten. Dass es solche klandestinen Zirkel mit enormem Einluss gibt, davon wusste bekanntlich schon Dwight D. Eisenhower ein Lied zu singen: Der militärisch-industrielle Komplex. Es handelt sich also nicht um irgendeine wilde, relativ frische Verschwörungstheorie aus dem Internet, die sich irgendwelche »progressiven« oder sonstigen Weltverbesserer als imaginäres bzw. ideologisches Feindbild ausgedacht haben, sondern um ein belegbares Faktum mit einer Jahrzehnte langen Tradition.

Eine besondere Rolle kommt diesen Zirkeln immer wieder bei der Besetzung der offiziellen US-Administrationen, insbesondere des Präsidentenpostens, zu. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass nur mit dem Einverständnis bestimmter verschwörerischer bis krimineller Vereinigungen in den USA jemand an die Macht bzw. zu Einfluss kommt. Das ist ein fest etablierter und über viele Präsidentschaften erprobter Mechanismus. Auch aus der jüngsten Vergangenheit wissen wir, dass bisher noch jedes Versprechen eines Präsidentschaftskandidaten vor seiner Wahl, den Einfluss solcher Zirkel einzudämmen, später während seiner Amtszeit zur Makulatur wurde.

Der letzte prominente und in diesem Sinne gescheiterte Präsident war Obama. Auch er hatte den »Change« versprochen, insbesondere mit der Betonung darauf, etwas Substanzielles für den Durchschnitts-Amerikaner erreichen zu wollen. Davon ist am Ende seiner Amtszeit auffallend wenig übrig geblieben. Nicht mal »Obamacare« (also die flächendeckende Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung für die Amerikaner) fällt hier besonders ins Gewicht. Denn die enorme Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse insgesamt und die immer weiter auseinander klaffende Einkommensschere lassen in der Summe »Obamacare« eher wie eine typisch sozialdemokratische Beruhigungspille aussehen und nicht wie eine echte soziale Errungenschaft. Nimmt man noch die übersteigerte Kriegsbereitschaft dieses völlig unverdienten »Friedensnobelpreisträgers« Obama hinzu, dann hat er seine Aufgabe als Büttel des militärisch-industriellen Komplexes mehr als erfüllt.

Das hätte auch so weitergehen können, wenn nicht Hillary Clinton dummerweise mit ihrer Kandidatur gescheitert und stattdessen Donald Trump zum Präsidenten gewählt worden wäre. Denn anders als Clinton war Trump nie Teil der elitären Machtzirkel, die bereits seit Ewigkeiten in Washington die Fäden in der Hand haben, im Gegenteil. Ein großer Teil seines persönlichen Ehrgeizes resultiert aus der tiefen Abneigung, die ihm diese Eliten in der Vergangenheit entgegen gebracht haben. Er galt vielen (nicht zu Unrecht) als schnöseliger Emporkömmling ohne besondere Qualitäten. Wie tief diese gegenseitige Abneigung ist, kann man beispielhaft an einer Rede Obamas in 2011 beim jährlichen »White House Correspondent Dinner« erkennen. Die Art und Weise, wie Obama Trump auf einer sehr persönlichen Ebene dort bloßstellte, war extrem demütigend für Trump – wobei Trump selbst natürlich durch sein oftmals pöbelhaftes Auftreten davor auch noch jeden Anlass dazu geliefert hatte. So ist sein Naturell – und das ist alles andere als fehlerfrei.

Das ist der Hintergrund, auf dem sich die derzeitigen Machtkämpfe in Washington zwischen Trump und den traditionellen Eliten abspielen. Hierbei sind (mindestens) zwei Dinge stilprägend. Zum einen ist es das epische Ausmaß an Energie, das momentan aufgewendet wird, um Trump in seiner Funktion als US-Präsident handlungsunfähig zu machen. Wenn man sich mal vom dilettantischen Sensationismus, den Trump selbst mit seiner autokratischen Art und Weise der Amtsführung produziert, frei macht, dann geschehen derzeit in den USA Dinge, die bisher eigentlich undenkbar waren. Denn selbst die Geheimdienste scheinen sich in die kalte Entmachtung dieses strittigen Präsidenten einzureihen, indem sie u.a. ihm bestimmte Informationen vorenthalten und stattdessen die Mainstream-Presse dazu benutzen, um ihr Narrativ durchzusetzen. Es kommt nicht von ungefähr, dass insbesondere die antirussische Propaganda momentan dazu benutzt wird, Trumps Autorität als Präsident zu sabotieren. Von institutioneller Loyalität gegenüber einem gewählten Präsidenten ist jedenfalls weit und breit nichts zu sehen, und das hat es in dieser Form noch nie gegeben.

Für die direkte Beeinflussung der US-Wahlen seitens der Russen gibt es allerdings bislang keine belastbaren Beweise, sondern nur vage Behauptungen. Im übrigen sollten sich die Amerikaner bei diesem Thema »Beeinflussung von Wahlen« nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Dass Trump mit seiner eher laxen Haltung zu Russland und zu Putin das Geschäftsmodell des militärisch-industriellen Komplexes in Gefahr bringt, mag außerdem ein Artikel in der FAZ von gestern verdeutlichen. Dort beklagt sich ein gewisser Jan Techau langatmig darüber, dass sich insbesondere Deutschland in der Vergangenheit einer direkten – auch militärischen – Führungsrolle in der NATO und in Europa verweigert hat. Er erkennt zwar an, dass sich (historisch bedingt) Deutschland eine weitgehende Zurückhaltung bei internationalen Konflikten seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges auferlegt hat. Doch seine Forderung ist, dass unser Land diese Position endlich aufgibt. Für diesen offensichtlich reinrassigen Transatlantiker sind bestimmte Kriege der Vergangenheit auch nicht kritikwürdig, sondern die Haltung Deutschlands dazu ist es für ihn. Er bemängelt z.B. die deutsche Ablehnung einer Kriegsbeteiligung im Irak und in Libyen oder dass es seinerzeit der imaginären und martialischen Drohung eines gewissen Außenministers Fischer bedurft hatte, um die Deutschen zu ihrem ersten völkerrechtswidrigen Krieg seit 1945 (gegen Jugoslawien) anzustacheln: »Auschwitz darf sich nicht wiederholen«. Ja, an diesen strunzdummen Spruch des Kriegstreibers Fischer kann ich mich auch noch gut erinnern. Auch wenn sich der FAZ-Artikel vordergründig mit einer angeblich falschen moralischen Haltung Deutschlands zu internationalen Krisen beschäftigt, so hat er als Sub-Botschaft eindeutig die fortgesetzte Kriegstreiberei und damit das Geschäft eben der Eliten im Sinn, von denen weiter oben die Rede war.

Der andere Aspekt, der in diesem Zusammenhang besonders auffällt, ist die Weigerung der üblichen elitären Zirkel, den eigentlichen Grund für Trumps Wahl anzuerkennen. Denn bisher beschränken sich die Wahlanalysen darauf, dass Trump ausschließlich mit seinem unverwechselbaren Gepolter und mit dem für ihn typischen Aufmerksamkeits-Sensationismus das Präsidentenamt gewonnen hat. Das ist jedoch nur oberflächlich betrachtet so. Sie verkennen, dass der Wunsch vieler Durchschnittsamerikaner nach tatsächlicher Beendigung der bisherigen Elitenpolitik (die man in weiten Teilen getrost als mafiös bezeichnen kann) sehr real ist und nicht mit der vermeintlichen »Dummheit bestimmter Wählerschichten« einfach wegerklärt werden kann. Sie verkennen weiterhin, wieviel Konfliktpotenzial sich daraus für die kommenden Jahre ergeben wird.

Ähnlich wie in Europa auch, ist die Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsschichten gegenüber ihrem Führungspersonal riesengroß – und zwar so groß, dass viele durchschnittliche Wähler lieber zu zweifelhaften Politikangeboten greifen, als die bisherigen Machteliten weiterhin zu dulden. Darin steckt nicht weniger als das latente Bekenntnis zur Revolution bzw. zum Bürgerkrieg. Doch weder haben die Eliten verstanden, auf welchem Pulverfass sie da sitzen, noch haben sie geeignete Methoden und Pläne in der Schublade, wie sie dieser zu erwartenden Eskalation begegnen sollen. Die Frage ist längst nicht mehr, ob es zu einer Eskalation kommt, sondern wann sie kommt.

Dennoch gibt es natürlich Versuche der Eliten, dem drohenden Machtverlust etwas entgegen zu setzen. Um ihre (vorwiegend monetären) Interessen zu schützen, schaffen sie mitunter illustre Allianzen. Schaut man sich z.B. die diversen, teils extrem aggressiven Proteste gegen die Trump-Administration der letzten Wochen an, so haben etliche ihrer prominenten Vertreter beileibe keine so moralisch einwandfreie Haltung, wie es laut Mainstream-Presse den Anschein hat. Ein hervorragender Artikel dazu findet sich u.a. auf der Seite »Ceiberweiber«. Insbesondere die feministische Fraktion samt ihrer vielfältigen männlichen Anhängsel aus dem »Social Justice Warrior«-Dunstkreis lassen sich per »Pussy Grabbing«-Gehirnwäsche nur zu gerne dazu benutzen, elitäre Machtinteressen (ganz im Sinne von Clinton/Wallstreet) zu schützen. Auf universale ethische Maßstäbe oder demokratische Spielregeln wird dabei keinerlei Rücksicht genommen. Das reicht vom prominenten Einsatz der üblen Männermörderin Donna Hylton über radikal-islamistische »Feministinnen« wie Linda Sarsour bis hin zur Witzfigur Sarah Silverman, die nicht weniger als die gewaltsame Entfernung Trumps aus dem Amt bzw. seine Tötung propagiert.

Wenn man insbesondere die feministische Bewegung auf diesem Hintergrund betrachtet, so wird es immer deutlicher, dass sie fast ausschließlich als Instrument für elitäre Machtinteressen fungiert. Denn faktisch hat sich an der Gesamtsituation der meisten Frauen in den letzten Jahrzehnten nur wenig geändert. Den größten Profit aus dieser angeblich emanzipatorischen Bewegung haben bisher nur einige wenige abgeschöpft, z.B. solche äußerst dubiosen Figuren wie Alice Schwarzgeld oder wie jüngst die sog. »Ethikbeauftragte« bei VW namens Christine Hohmann-Dennhardt (SPD). Preisfrage: Welche Ethik wird hier eigentlich vertreten, hm?

Für die gewöhnliche Bäckereiangestellte oder die Kassiererin in einem Supermarkt haben sich explizite feministische Bekenntnisse demgegenüber überhaupt nicht ausgezahlt. Vielmehr hat sich ihre Lebensqualität in Relation zum männlichen Teil der Bevölkerung z.T. drastisch verschlechtert, indem z.B. zwischengeschlechtliche Solidarität durch ein völlig übersteigertes Konkurrenzdenken ersetzt wurde. Diese Indoktrination ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass ein Bekenntnis bzw. eine Einsicht wie »den meisten Männern geht es genauso beschissen wie den meisten Frauen« kaum noch vorstellbar oder diskutabel ist.

So, das war eine Menge Stoff für heute. Aber leider lassen sich manche Dinge nicht immer mit Satire und Hahaha erschlagen.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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08.12.2017

Der Hashtag #metoo als »Bullshit Of The Year«.

Kat: Male, Female
29.11.2017

...und nicht die Lösung.

Kat: Politik, Gesellschaft
28.11.2017

Das meint zumindest Frauenministerin Katarina Barley in der TAZ.

Kat: Male, Female
23.11.2017

Jakob Augstein würde für eine Falschbeschuldigung nur zu gerne in den Knast gehen.

Kat: Male, Female, Kultur, Musik
17.11.2017

Laut Deutschlandfunk darf man dessen Musik nicht mehr hören.

Kat: Diverses, Politik, Gesellschaft