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Lange vermisst

18.07.2017

Die 24 % Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen sind wieder da!

Eine gewisse Maria Furtwängler beklagt, dass es zu wenige Frauen in der medialen Wahrnehmung gibt – und die außerdem auch noch schlechter bezahlt werden als die Tüpen.

Wir haben ja bereits eine lange Achterbahnfahrt bezüglich der »gerechten« Bezahlung von Frauen hinter uns. Die Gehaltsamplitude zwischen Männern und Frauen schwankte für mindestens zwei Jahrzehnte mal zwischen einem Drittel, dann waren's 21 %, und neuerdings liegt sie wieder bei 24 % – zumindest auf die Zunft der modernen Gaukler bezogen. Dieses Klagelied der FachleutInnen von der Femifront wurde stets gutgläubig und ungeprüft von der Journaille übernommen: »Frauen bekommen nicht nur ein Viertel weniger Gehalt, sondern sogar ein Fünftel!«. So ging das jahraus-jahrein, bis das hochamtliche Amt für Statistik (aka Sadistisches Bundesamt) den realen »Gender Pay Gap« auf etwa 8 % eindampfte – wenn man nämlich bestimmte Kriterien wie die Berufswahl der Frauen, ihr weniger forsches Verhandlungsgeschick bei Gehaltsforderungen oder bestimmte Unterbrechungen wegen ihrer Familienpläne mit einrechnet. Da man seitens der feministischen Propaganda leider kein Gesetz finden konnte, das Frauen zum regelmäßigen Kinderkriegen zwingt, blieb von der »strukturellen Unterdrückung der Frauen« bei Gehaltsfragen am Schluss nur ein Popanz übrig.

Aber wie wir bereits ahnen konnten, geben sich die Femis sehr sportlich bei allem, was dazu dient, ihren Opferstatus bis zum St-Nimmerleinstag festzuschreiben, wie Spülgel Online aufgekratzt berichtet. Grundlage ist mal wieder eine Studie:

Laut einer Studie des Kulturrates verdienen Frauen in Kultur- und Medienberufen durchschnittlich 24 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Sie sind zudem seltener in Führungspositionen von Kulturbetrieben, sitzen seltener in Jurys und bekommen seltener Preise.


Was da nicht steht: »...durchschnittlich 24 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen bei gleicher Tätigkeit«. Denn das wäre mal ein belastbares Vergleichskriterium gewesen. So weiß man eigentlich nicht, was dieser ominöse Kulturrat (mutmaßlich überwiegend heterosexuelle, weiße, männliche Auslaufmodelle) denn da verglichen hat. Aus der Vergangenheit wissen wir allerdings, dass bei »normalen« Berufen auch schon mal das Gehalt eines Vorstandsvorsitzenden mit dem einer Angestellten aus dem mittleren Management verglichen wurde, was dann sehr schnell zum üblichen feministischen Alarmismus geführt hat: Seht her, dieses abgrundtief böse Patriarchat unterdrückt einfach so seine Frauen, nur weil sie Frauen sind! Besonders borniert klang das beispielsweise, als Alice Schwarzgeld in einer Festrede die Situation der heutigen Frauen mit der Situation der Juden im Dritten Reich gleichsetzte. Diese Alte müsste man allein schon wegen »vorsätzlicher Dämlichkeit aus niederen Motiven« wegsperren.

Furtwänglers Forderung, noch mehr Expertinnen in den Medien zu Wort kommen zu lassen, klingt indes wie eine handfeste Drohung. Denn tatsächlich haben wir von diesen »Expertinnen« jetzt schon viel zu viele! Die Grazien, die beispielsweise an der »Pissrinne der öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten« (Georg Schramm) ihr diskursives Regiment in irgendwelchen ermüdenden Talkshows abfeiern, kann man allesamt in der Pfeife rauchen. Genauso wie die penetranten Kommissarinnen in diversen, neumodischen Tatort-Machwerken, die ihre grandiose weibliche Überlegenheit hauptsächlich aus dem Umstand beziehen, dass sie ständig auf vertrottelte, männliche Kripo-Untergebene Obacht geben müssen. Mein Berliner Redaktionsleiter Narrowitsch meint ja, gerade in den »Tatorten« könne man so einiges über den Zeitgeist und diverse politisch motivierte Denkvorgaben lernen. Damit hat er leider meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt!

Spülgel Online hält zu diesem Artikel einmal mehr – wie bei allen Themen dieser Machart – seine Forumspforten fest verschlossen. Es könnten sich sonst womöglich peinliche Fragen nach den Fakten ergeben und dann könnten sich die schöne Kaffeesatzleserei einer bestellten Studie und die kongenialen Schlüsse daraus wie »Weil es 2017 ist« als die übliche Femi-Phrasendrecherei herausstellen. Wer mag, kann aber bei der unvermeidlichen Margarine Koslowski Kommentare bei SpOn schreiben/lesen, denn die hat sich erwartungsgemäß natürlich ihrerseits sofort auf diesen neuesten patriarchalischen Skandal gestürzt. Aus hygienschen Gründen wird dieser Kolumnen-Dreck allerdings hier nicht verlinkt. Stresspusteln und so.

Überhaupt: »Weil es 2017 ist« ist das Zitat von Sunnyboy und Musterschwiegersohn Justin Trudeau, seines Zeichens geleckter Führer Kanadas und das heiß begehrte »Love Interest« aller Feministinnen. Den würde so manche frauenzentrierte Pullertrude gerne mal am Schlips ziehen, newahr. Dasselbe galt und gilt für den inzwischen arbeitslosen Dandy Obama, dem unsere geliebte Kanzlerin so manisch verfallen ist. Oh, ich kenne diesen glasigen Blick und diese großen Pupillen nur zu gut, Angie! Dass Frauen in dieser Hinsicht wie ein offenes Buch sind, verrate ich hier lieber nicht. Ups! Spoiler Alert!

Der Slogan »Weil es 2017 ist« klingt zwar wunderbar knackig (wie wahrscheinlich der Hintern von Trudeau) und passt perfekt in eine Blöd-Zeitungs-Titelzeile, sagt aber natürlich nichts über die Verlässlichkeit solcher melodramatischen Analysen oder Studien aus. Es ist ein dummes Null-Argument, eine Killerphrase. Und obwohl »es 2017 ist«, hören wir immer nur von den existenziellen Nöten der Prominenten und Großkopferten, nie aber etwas zur prekären Situation von Millionen Bäckereiverkäuferinnen, Altenpflegerinnen, Reinigungskräfte usw. Merke: Skandale sind in der veröffentlichten Meinung erst dann Skandale, wenn sie gewisse Gehaltsklassen tangieren – also ein astreines Luxusproblem. Es sollte sich auch niemand wundern, wenn aus solchen imaginierten Benachteiligungen heraus demnächst »Gehaltsangleichungen« gefordert werden. Denn es ist vollkommen klar, wohin die Reise geht: Nicht das durchschnittliche Einkommen der Frauen wird steigen, sondern die durchschnittlichen Einkommen der Männer werden aus Gründen einer zweifelhaften »Geschlechtergerechtigkeit« zurückgefahren. Das ist nämlich der Sinn dieser separatistischen Übung.

Wir haben also hier ein paar überhitzte Hühner, die sich von Benachteiligungen bedrängt fühlen und die eigentlich wissen müssten, dass ihre Rundumschläge gegen das böse Patriarchat wie schon beim ominösen »Gender Pay Gap« auf allerlei sinistren Mutmaßungen und unhaltbaren Unterstellungen beruhen. Haben die denn nichts gelernt? Und worin besteht eigentlich der Reiz, sich permanent in dieser Opferrolle zu suhlen und nach dem starken Staat samt drakonischer Sanktionen zu rufen? Haben sie sich schon mal gefragt, ob ihre Leistungen evtl. einfach nicht gut genug sind, um eine höhere Bezahlung von wem auch immer zu fordern? Haben sie vielleicht die Ahnung einer Idee davon, dass je mehr sie sich den vermeintlich glorreichen Sphären der Männlichkeit angleichen, sie umso mehr von ihrer originären Weiblichkeit einbüßen? Bisher kommt der Feminismus ja nicht über seine lahmarschige »Me too«-Attitüde hinaus. Und so werden sie dann auch wahrgenommen, als Trittbrettfahrerinnen und Konkurrentinnen ohne eigenen Esprit; gemeinhin auch als »Quote« bekannt.

 

Lifestyle-Feminismus

Dass das Arbeitsleben, das in den feministischen Evangelien lange Zeit als Synonym für die Männerherrschaft (über Frauen) galt, nach nun einigen Jahrzehnten intensiver Frauenförderung doch nicht so easy going ist, dämmert den Femis inzwischen. So beklagt sich bei Telepolis eine gewisse Marina Ahne darüber, dass der Feminismus von den Frauen neben ihrem angestaubten Rollenbild als Ehefrau und Mutter nun auch noch die vielen Erwartungen und Anforderungen einer fragilen Arbeitswelt abverlangt. Offensichtlich ist das Leben als »Fisch ohne Fahrrad«, also unabhängig von männlichen Existenzabsicherern, doch um einiges anstrengender, als das die emanzipierten Frauen erwartet hatten. Sie dachten ja immer, die Tüpen gehen aus lauter Spaß an der Freud zur Arbeit. Das Firmenleben stellten sie sich wie eine erwachsene Jungs-Clique vor, die den ganzen Tag nichts anderes im Sinn hat, als sich gegenseitig versaute Witze zu erzählen. Tja, falsch gedacht.

 


Kategorie: Male, Female

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