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Was ist Männlichkeit?

05.07.2017

So was fragen sich... vor allem die Frauen.

Natürlich tun sie das nie, ohne gleich Antworten im Zehnerpack zu liefern, was sie (also die Frauen) so von Männern erwarten.

Da gab es neulich mal wieder einen lahmen Artikel auf »Firstlife.de« darüber, wie angeblich verunsichert die Männer sind. Dazu das übliche Potpourri an schalen Eindrücken und trüben Analysen: Weil (sinngemäß) die Muskeln der Männer nicht mehr gebraucht werden, muss sich der moderne Mann angeblich »Nischen suchen«, in denen er seine angeblich reduzierte Rolle ausleben soll:

Die Rolle des Mannes und folglich die Definition von Männlichkeit befindet sich gerade also ganz offensichtlich in der Selbstfindungsphase. Männer müssen sich neu finden, erfinden und wieder ihre Nische in der heutigen Gesellschaft finden.


Ja, das hätte sie wohl gerne. Schon die Grundannahme über die Rolle der Männer ist voll von üblen Klischees, die alles mögliche an potenziellen männlichen Eigenschaften aufzählen (gute wie schlechte), aber niemals über den Punkt hinaus kommen, dass Männer überhaupt keine Grundsatzverpflichtung haben, sich ständig frauenkonform aufzuführen oder sich dafür rechtfertigen zu müssen, wenn es nicht nach den Wünschen der holden Weiblichkeit geht. Die Autorin kommt über ihren halluzinierten Muskelmann an keiner Stelle hinaus und so, wie sie über die Männer schreibt, könnte sie auch mit einer ähnlichen Empathie über Parkuhren oder über den schlechten Service bei H&M schreiben. Für einen Mann, der sich als eigenständig denkendes Wesen begreift, hat das alles keine wirkliche Relevanz – eine erotische oder romantische gleich gar nicht. »Männer müssen dies und Männer sollen jenes« – das will kein Mann hören, genauso wie Frauen nicht hören wollen, dass sie als Frau nicht gut genug funktionieren. Anmaßung? Anmaßung!

Auch dass die Männer nicht mehr gebraucht würden, ist so ein hochglanzpoliertes Märchen aus der lustfreien Welt der Feministinnen. Denn wir wissen ja durch die gleichgeschalteten Gazetten: Frauen haben schon längst den Großteil der Männer aus den systemisch relevanten Produktionsbereichen gekickt, z.B. bei der Energieversorgung, der Infrastruktur oder beim Militär; also dort, wo die beruflichen Todesraten weitaus höher sind als bei den quotenregulierten Vorstandsposten. Okay, das war Ironie – nur für den Fall, dass eine dieser »emanzipierten« Frauen hier mal aus Versehen rumliest.

Frauen von der Bauart der Autorin finden es also durchaus in Ordnung, wenn sie problemlos ihre Föns einstöpseln oder dieses ominöse Internet mit ihrem Männerbild zutexten können. Doch woher die schiere Funktionalität all dieser modernen, emanzipierten Möglichkeiten kommt oder welchen Aufwand es kostet, einen solchen Erste-Welt-Luxus in Gang zu halten, interessiert die emanzipierte Frau nicht besonders. Schließlich ist doch alles immer und überall da! Die moderne Frau kratzt es doch nicht, wie die Kosmetikprodukte zu dm oder Rossmann kommen! Spannend ist für sie nur, wie sich jemand erdreisten kann, ihre besonderen Bedürfnisse, auf die sie ja »gerade als Frau ein Recht hat«, nicht permanent bedienen zu können, z.B. wegen Lieferengpässen. Es kann ja wohl nicht so schwer sein, ordnungsgemäß genau den Lippenstift parat zu haben, den Madame gerade braucht. So ein blödes, unsensibles Patriarchat aber auch!

Die »Verunsicherung der Männer«, die so viele dieser feministischen Dampfplauderinnen diagnostizieren, gibt es natürlich, jedoch in einem völlig anderen Zusammenhang, als diese Flintenweiber es sich in ihren Allmachtsfantasien ausmalen. Die Verunsicherung der Männer ist dem Wesen nach vielmehr Pragmatismus als Versunsicherung. So blöd sind die Typen nämlich nicht. Männer sind nicht deswegen verunsichert, weil die Frauen plötzlich so viel selbstsicherer geworden wären. Das sind sie nämlich gar nicht (also die Frauen). Männer ziehen nur ihre persönlichen Schlüsse aus dem verkorksten Hetero-Schlamassel.

Womit wir auch gleich beim Kern des Problems wären, denn die überhitzten Forderungen angeblich moderner, emanzipierter Frauen an die angeblich immer noch rückständigen Männer sind lediglich eine besonders Ekel erregende Steigerung von traditionellen femininen Signalen an das neuerdings schwächelnde Geschlecht. Wo sich dem Wort nach die Frauen »gefühlvollere Männer mit Verständnis der Hausarbeit« wünschen, werden Hausmänner-Ehen am häufigsten und am schnellsten durch die Frauen entsorgt (nein, Erfahrungswerte mit der dollen Homo-Ehe sind technisch bedingt noch nicht eingepreist). Wo Männer »auch mal weinen können« sollen, verlangen die Frauen aber fristgerecht die »starke Schulter, an die sie sich auch mal anlehnen können«. Die Liste an solchen nebulösen Dissonanzen ist jedenfalls lang und schmutzig. Es war ja noch nie leicht für Männer, sich möglichst unfallfrei in dem Gefühlswirrwarr weiblicher Prägung zurechtzufinden. Dass das mitunter extrem anstrengend und sinnfrei sein kann, haben mir sogar etliche Frauen schon mehrfach bestätigt. Es drückt sich u.a. in ihrer stillen Bewunderung für die typisch männliche Attitüde aus, sich vollkommen wortfrei mit dem besten Kumpel verständigen und im Team an einem Strang ziehen zu können. Ein Mann, ein Wort – eine Frau, ein Wörterbuch! Das kriegen die Weiber nicht auf die Kette, wieso das bei den Typen meistens funktioniert – aber nicht sehr gut zwischen Männern und Frauen und fast gar nicht zwischen den Frauen selber (tendenziell jedenfalls).

Also: Wenn man mal all diese ihrem Wesen nach infantilen Ferndiagnosen über »verunsicherte Männer« einmal vom Femi-Voodoo und femininen Allmachtsträumen befreit, dann bleibt exakt das übrig, was inzwischen sogar die Frauen registrieren, die mit Feminismus eigentlich gar nichts am Hut haben: Ihre schleichende Vereinsamung und das im freien Fall befindliche Interesse der Männer an ihrer unmittelbaren Gesellschaft. Offensichtlich reicht das zwischenmenschliche Angebot der Frauen nicht, um die Nachteile, die Männer sich mit Frauen einhandeln (können), zu kompensieren. Es ist scheinbar einfacher und angenehmer für viele Männer, sich mit diversen Sex-Surrogaten zu beschäftigen als mit »realen« Frauen. Natürlich ist das nicht natürlich! Aber die gehirngewaschenen Superweiber, die einem ständig mit ihrem emanzipierten Bullshit auf die Eier gehen, mögen vielleicht körperlich real, jedoch ansonsten höchst surreal mit ihren kruden Forderungen an »die Männlichkeit« sein – falls denn das »Reale« solcher Frauen überhaupt im schnöden Beziehungsalltag über die gewöhnliche Duldungsstarre hinausgeht. Sie halten ihre sexuelle Performance ja meistens für einen Selbstläufer – was sie aber beileibe nicht ist. Ein Orgasmus ist eine Sache – Befriedigung eine mitunter völlig andere.

Doch das Bild wäre nicht vollständig, wenn man die gesellschaftliche Dimension des Geschlechter-Separatismus der feministischen Art nicht berücksichtigen würde. Die Vehemenz, mit der solche Ansprüche an die Männlichkeit in den Medien gefordert wird, ist bekanntlich episch. Es vergeht kein Tag, an dem nicht in irgendeinem Käseblatt darüber palavert wird, wie supi die Weiber und wie trottelig-rückständig die Tüpen sind. Wenn dann noch (wie im oben verlinkten Artikel) ahnungsfrei von »zuviel Testosteron« palavert wird, müffelt es sogar ziemlich faschistoid aus dem Gazettenwald. Wie war das noch gleich mit der Hetze aufgrund des Geschlechts? Überhaupt: Ohne Testosteron gäbe es all die technischen Vehikel gar nicht, mit denen die Feministinnen ihren Männerhass zelebrieren können. Ohne Testosteron gäbe es laut neuester Forschung sogar größere Tendenzen zu unfairem Verhalten (bitte mal selber googeln; es stimmt aber). Ob es ohne Testosteron auch keine Kriege mehr gäbe, darf allerdings mehr als bezweifelt werden. Die künstlich konstruierte größere Friedfertigkeit der Frauen beruht eher auf ihrer größeren Feigheit gegenüber der direkten physischen Auseinandersetzung (sie haben mehr zu verlieren) als auf einem geringeren Aggressionspotenzial der Frauen. Sie delegieren Gewalt lieber – an Männer, was sonst. Es soll Serienmörder geben, die säckeweise Fanpost von Frauen erhalten. Sogar Hitler... nein, davon fange ich jezz nicht auch noch an; auch wenn es tendenziell genauso ist.

Die Gefahr bei der Aufkündigung der Geschlechter-Solidarität, die sich wie oben inzwischen zum (beiderseitigen) Trend entwickelt hat, ist enorm. Eine Gesellschaft, in der überwiegend nur noch Egomanen und Soziopathen unterwegs sind – also Männer wie auch Frauen – hat ihre beste Zeit hinter sich – und nicht vor sich, so wie es die Feministinnen fiebrig erwarten. Aber auch die meisten (durchschnittlichen) Typen riechen instinktiv diese Gefahr und ergeben sich devot all den unstillbaren, feministischen Forderungen. Die komplette Politkaste ist beispielsweise voll von solchen Pudeln. Sie werden es niemals zulassen, dass sich Männer de facto und im gleichen Umfang als verletzbare Wesen mit Hilfsanspruch an die Gesellschaft darstellen dürfen, so wie Frauen es häufig einfordern.

Das bedeutet natürlich im Umkehrschluss, dass die gut gemeinten Versuche, männerspezifische Anliegen von der Selbstverantwortlichkeit auf die Zuschuss-Ebene des Staates zu verlagern, in der Summe eine Luftnummer bleiben werden. Es wird nicht funktionieren. Diese Gesellschaft, die einen großen Teil ihres Fortschritts darauf gründet, dass es immer einen Pool an männlichem Dispositionsmaterial gibt, der (nicht nur bei unmittelbarer Gefahr) zum Vorteil der Allgemeinheit verschlissen werden kann, kann sich keine zwei gleich große Gruppen von »strukturell Benachteiligten« leisten.

Wenn mal wieder irgendwelche Pullertruden davon anfangen, dass die Männer »keine Verantwortung mehr übernehmen wollen« (nämlich als Existenzabsicherung für ihre Kinder und sie selbst), kann man locker auf die weltweite Überbevölkerung verweisen. Nicht mal in Deutschland taugt die Kinderfrage als Lackmustest für die soziale Eignung der Männer. Die Rente ist z.B. nicht deshalb in Gefahr, weil zu wenige Kinder in Deutschland auf die Welt kommen, sondern weil die Politik die Rente an die privaten Versicherer regelrecht verramscht hat. Dazu kommen noch ein paar weitere Kardinalfehler wie die deutsche Einheit (wurde fast komplett den Lohnabhängigen aufgedrückt), fehlende Beitragszahler bei den Freiberuflern und Selbständigen und andere Dämlichkeiten mehr. Österreich ist uns in dem Punkt um Lichtjahre voraus. Österreich! Das klingt ja fast so wie »Holland!«. Schüttel.


Kategorie: Male, Female

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