Header

Artikel Detailansicht

< Zu den Waffen?
   

Welt doch nicht untergegangen

09.03.2017

Trotz Frauentach und Frauenstreik

Uff, nochmal Glück gehabt: Aus bisher nicht geklärten Gründen führte der internationale Frauentach, dieses Jahr in Verbindung mit weltweiten Frauenstreiks, zu keinen bedrohlichen Ausfällen bei der Energieversorgung, der Infrastruktur (z.B. Bauwesen oder Müllabfuhr) oder zu Lieferengpässen bei den Gütern des täglichen Bedarfs. Offensichtlich haben kluge Frauen diesen femininen Generalstreik so gut vorbereitet, dass die wesentlichen, lebenserhaltenden Funktionen unseres geliebten Staates trotzdem aufrechterhalten werden konnten. Nicht einmal unsere geliebte Kanzlerdarstellerin Frau Merkel streikte einfach so wild drauf los an diesem histerisch einmaligen Tag. Vielmehr stellte sie die nackten Erfordernisse, die ein Gemeinwesen wie das unsere der einzigen KanzlerIn dieser Welt tagtäglich abverlangt, über die (überaus berechtigten) Nörgeleien der Frauen. Das muss man anerkennen!

Gemecker gab es natürlich trotzdem. Die unverbesserliche Birgit Kelle zum Beispiel: Sie behauptet sinngemäß, dass das Wetteifern der Feministinnen um die exakte Angleichung der Geschlechter meistens dahin führt, dass Weiblichkeit verloren geht und außerdem das Männliche immer noch als ultimativer Maßstab gilt. So kritisiert sie, dass z.B. in England Soldatinnen künftig keine Röcke mehr anziehen dürfen, also nicht nur nicht im Kampfeinsatz, sondern auch bei zivileren Anlässen. Ach ja, ganz wichtich: Damit sich Transgender-Soldatinnen nicht diskriminiert fühlen, darf dort überhaupt niemand mehr einen Rock tragen. Die spinnen, die Briten, aber echt jezz. Und dabei geht es mir nicht um den Rock an und für sich, sondern um den ideologischen, bornierten Drall, der solche Überlegungen antreibt. Was viele Genderistas möglicherweise nicht mehr wissen: Es soll tatsächlich noch Leute geben, die an das Obst denken, wenn sie von einer Banane träumen.

Insgesamt betrachtet bleibt also dieses Jahr die aufklärerische Bandbreite des internationalistischen Frauentages in den üblichen luxuriösen Grenzen. Es geht einmal mehr um das, was Frauen anziehen dürfen oder um die Frage, ob sich Frauen schön machen bzw. gegenüber den nutzlosen Männern mit einem betont weiblichen Aussehen kokettieren dürfen. Bei diesem sowieso schon fragilen Thema sind die Frauen allerdings mehr oder weniger unter sich, denn Männer haben es bekanntlich nicht so mit den manieristischen Feinheiten der weiblichen Darstellungskunst. Diese Kommunikationsebene wird leider permanent und massiv von den Frauen überschätzt. Ich glaube, ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass bei Männern das Ausziehen in der Beliebtheitsskala weit vor dem Anziehen steht. Und ob die Reizwäsche nun rot, blau oder schwarz war, darauf weiß ein Mannsbild in der Regel auch keine schlüssige Antwort, wenn man ihn danach fragt.

Frau Kelle findet dann auf der Suche nach weiblichen Alleinstellungsmerkmalen natürlich irgendwann das Kinderkriegen:

Kernkompetenz weiblich ist übrigens „Leben schenken“. Was für ein Machtpotenzial! Selbst die untalentierteste Frau kann immer noch schöpferisch sein, indem sie in ihrem Körper neues Leben schafft. Damit ist sie näher dran am Geheimnis des Lebens als jeder Mann. Der kann zwar die Wachstumskurven unserer Kinder in unseren Bäuchen vermessen und definieren, damit aber niemals dies Geheimnis ergründen, das Frauen einfach fühlen dürfen, wenn sie sich darauf einlassen.

 

Den Part mit der »untalentiertesten Frau« überlesen wir mal großzügig, denn er klingt für »die Frau an und für sich« ziemlich unschmeichelhaft, wenn man es mal zu Ende denkt. Ich hätte aber dazu noch gerne eine Frage: Wie lange dauert nochmal das Rumgefühle während einer Schwangerschaft? Neun Monate? Und wie lange dauert die durchschnittliche Aufzucht so eines zuckersüßen Würmlings? Genau! Es sollte also sogar für einen Vater möglich sein, sich im Laufe der Jahre ebenfalls über dieses ominöse »Geheimnis des Lebens« bewusst zu werden, newahr. Ich würde zu Frau Kelles bahnbrechenden Erkenntnissen also eher sagen: Ein klarer Fall von Plapperprosa und Frauen-Voodoo. Am Schluss trägt die werte Frau Kelle dann endgültig zu dick auf:

Oh ja, wir Frauen könnten tatsächlich die Welt regieren. Wenn wir nur endlich zur weiblichen Stärke zurückfinden würden.

 

Geht es auch eine Nummer kleiner? Geschätzte 98,5 % der Männer werden nämlich von denselben Hütchenspielern regiert wie geschätzte 99 % der Frauen. Und die paar Frauen, die es bis oben geschafft haben, unterscheiden sich in keiner Weise von ihren männlichen Kollegen, was Machtgelüste und Gierverhalten betrifft. Ich sage nur Ehtik und VW. Die Arschgeigen sind gerecht verteilt!

Etwas verwirrend für einfache Männerhirne wie meins ist außerdem, wohin Frau Kelle denn eigentlich »endlich zurückfinden« will, wenn sie von den weiblichen Stärken spricht. Wann soll das gewesen sein? Und wo? Das Ding mit dem Paradies (wahlweise dem Märchenprinzen) ist leider schon lange passé. Man sollte sowieso keinem Heilsversprechen Gehör schenken, das einem irgendwelche ultimativen, glückhaften Dämmerzustände verspricht, ganz egal ob sie genderistisch, kommunistisch, kapitalistisch usw. sind.

Das Ding mit der weiblichen Omnipotenz in Sachen Heilige Reproduktion, die Frau Kelle da so pathetisch ausschmückt, hat sowieso ein paar Kratzer abbekommen in letzter Zeit. Die Youngster-Seite »Firstlife« hat sich z.B. an das Thema MGTOW gewagt – und ist zunächst in die bekannten Fallen der modernen Indoktrination getappt:

Wenn man sich die Videos der MGTOWler und auch ansonsten ihren sehr frauenfeindlichen Ton anschaut bzw. hört, dann merkt man, dass diese Videos vor Frust, verletzten Gefühlen und enttäuschten Hoffnungen nur so triefen. Die MGTOW-Community besteht zu einem erheblichen Teil aus Männern, die schlechte Erfahrungen mit einzelnen Frauen oder mit den feministischen Einflüssen in der Gesellschaft gemacht haben. Klar kann man sie als pseudowissenschaftliche, frustrierte Trotzkinder ansehen und ihr einseitiges Weltbild getrost in die Schublade der Verschwörungsspinner packen. MGTOW ist aber eine stark wachsende Bewegung. Immer mehr Männer scheinen sich mit deren Frauen- und Gesellschaftsbild identifizieren zu können.

 

So ein küchenpsychologisches Gepolter über »verunsicherte Männer« und ihre zahlreichen Frauenphobien liest man ja regelmäßig – zumindest sofern überhaupt mal eine Gazette die wachsende Zahl unwilliger Männer zur Kenntnis nimmt. Immerhin geht die Erklärung bei »Firstlife« auch etwas moderater, denn im nächsten Absatz liefern sie ein paar plausible Erklärungen für dieses Phänomen, etwa solche monströsen Beleidigungen wie »potenzielle Vergewaltiger«, was sich schnell zum genderistischen Axiom entwickelte. Der Begriff »potenzielle Huren« konnte sich in diesem geschlechtergerechten Hickhack übrigens nicht durchsetzen. Komisch eigentlich. Ich dachte, es ginge um Gleichbehandlung.

Leider verheddert sich Erklärbär Tobias Kolb von »Firstlife« am Schluss aber dann doch wieder in irgendwelchen »Rollenänderungen für Männer«. Außerdem meint er sinngemäß, dass man diese verlorenen männlichen MGTOW-Seelen vielleicht etwas ernster nehmen sollte, damit sie jezz aber endlich mal »mit dem Feminismus in Dialog treten« können. Oh, ich wüsste schon, wohin ich den Feminismus treten könnte, aber ganz sicher nicht in einen Dialog; höchstens: Mach das weg! Außerdem sind solche »Dialoge mit dem Feminismus« immer extrem ermüdend (weil langweilig); nicht zuletzt stellt das feministische Gequassel eine der Kernursachen für die Entstehung von MGTOW dar. Braucht kein Mensch.

Wie relevant das Thema MGTOW für das Geschlechterverhältnis insgesamt ist, bleibt vorerst ein Geheimnis. Das will erwartungsgemäß in der Öffentlichkeit sowieso niemand genau wissen. Es ist auch nicht klar, ob es sich bei diesem Phänomen um die »richtige« Strategie für Männer handelt; das kann einem aber auch egal sein letztendlich, da es sich bei dieser Strategie um eine Vielzahl höchst individueller Entscheidungen handelt; der Hauptgrund lautet wohl »Selbstschutz«. Aber: Im Unterschied zum Feminismus ist diese (uneinheitliche) Bewegung nur selten ideologisch motiviert. Sie lässt sich auch nicht kanalisieren zugunsten feministischer Begehrlichkeiten. Und die MGTOWs, die ich kenne, lassen sich auch nicht mehr mit Trivialitäten aus Groschenromanen wie z.B. dem Schlafzimmerblick oder durch irgendwelches Süßholzgeraspel umknipsen.

Noch ein hoch frequentiertes Frauenthema: Falschbeschuldigungen. Diana Davison – sie ist sozusagen eine der führenden weiblichen »evil minds« der kanadischen MGTOW-Verschwörung – zitiert aus einer niederländischen Studie die Gründe, weshalb Frauen in manchen Fällen ein Schäferstündchen zu einer Vergewaltigung umdeklarieren. Der Hauptgrund für Falschbeschuldigungen, so die Studie, war der Wunsch der Frau nach emotionaler Aufmerksamkeit. Dieses Motiv hat die Studie dann noch einmal in Unterkategorien aufgeteilt, wobei der Grund »Alibi« an erster Stelle steht, direkt gefolgt von »She doesn't know«. Ja, so ungefähr hatte ich das auch erwartet. Diese nebulöse Erklärung im Zusammenhang mit »Sex und Frauen« klingt jedenfalls auf eine sehr unangenehme Weise seltsam vertraut. 

 


Kategorie: Male, Female

<- Zurück zu: Beiträge

 

Nach oben

23.05.2017

Was Sexperten so erzählen

Kat: Politik, Gesellschaft, Male, Female
16.05.2017

Das ist ein neues Krankheitsbild, das eine Femen-Aktivistin erfunden hat.

Kat: Male, Female
11.05.2017

Ein paar subjektive Betrachtungen zum französischen Wahlergebnis

Kat: Politik, Gesellschaft
10.05.2017

Frauen mal wieder besonders besoffen, äh betroffen meine ich.

Kat: Male, Female
03.05.2017

So lang ist der Wahlzettel bei der Landtagswahl NRW.

Kat: Politik, Gesellschaft