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Zu den Waffen?

02.03.2017

Trump und Merkel im Ballerfieber

Fangen wir mal so an: Da gab es neulich ein paar aufgewärmte Worte von St. Martin Chulz, dass es bei der Umverteilung von fleißig nach reich mittels der »Agenda 2010« in den letzten Jahren zu einigen sozialen Härten gekommen sein könnte. Sofort sprangen die üblichen Querulanten wie die Pawlowschen Hunde auf, um vor den angeblich desaströsen Folgen für »die Wirtschaft« zu warnen, falls der Staat sich – und sei es nur in Form von nebulösen Wortblasen wegen einer bevorstehenden Wahl – mal mit den Sorgen und Nöten des gewöhnlichen Pöbels befasst. So gesehen, bekommt man durchaus ein gehöriges Kopfkratzen, wenn die werte Politik ohne jede Not plötzlich den Waffenbauern exorbitante Zuwächse aus Steuergeldern verspricht.

Die »soziale Frage« ist wie so oft in der Geschichte der Dreh- und Angelpunkt, an dem man das kulturelle Niveau einer Gesellschaft ablesen kann. Und das sieht seit Jahren speziell in Deutschland nicht besonders vorbildlich aus. Die Horrorszenarien, nach denen die Ökonomie in sich zusammenbricht, nur weil man einen (unanständig niedrigen) Mindestlohn eingeführt hat, haben sich zum Beispiel als dumme Propaganda entlarvt. Nach wie vor versuchen die Kleingeister à la Merkel mit den Rezepten von vorvorgestern, den bundesdeutschen Laden am Laufen zu halten.

In der letzten c't gab es z.B. einen Bericht über neue Verschärfungen für freiberufliche IT-Experten. Denn der liebe Staat meint, dass solche Freiberufler in Wahrheit Scheinselbständige sind, obwohl sie doch komplett auf eigene Rechnung – also auch mit eigener Sozialabsicherung – arbeiten und doch zumindest theoretisch voll und ganz dem überstrapazierten »Gründer- und Unternehmergeist« entsprechen. Weil die Kriterien für solche Pioniere und Einzelkämpfer also nun unter den Generalverdacht der »Scheinselbständigkeit« gestellt werden, geraten sie zwangsläufig in die gierigen Mühlen der Bürokratie. Und die sind unerbittlich: Für Unternehmen, die solche IT-Leute mit Aufträgen versorgen, bedeutet das vor allem erhebliche Strafandrohungen, wenn so ein Arbeitsverhältnis von den staatlichen Institutionen als scheinselbständig eingestuft wird. Wenn man mal all die Pseudoformalismen einer aufgeblasenen Bürokratie und die starrköpfige Paragrafenreiterei beseite lässt, hören sich solche gesetzlichen Maßnahmen einmal mehr danach an, hart arbeitenden Menschen durch einen gesetzlichen Popanz die Einkünfte zu stehlen.

In dem Stil geht das seit Jahrzehnten, besonders seit Gerhard Schröder breite Bevölkerungsschichten zur schieren Dispositionsmasse erklärt hat; die berüchtigte »Deutschland AG«. Wie man z.B. neulich lesen konnte, bedienen sich die Jobcenter z.B. für ihre Verwaltungskosten aus den Fördertöpfen für Langzeitarbeitslose – und das nicht zu knapp. Es ist ein offenes Geheimnis, dass von der Schröderschen Formel »Fordern und Fördern« ausschließlich das Fordern übrig blieb. Der Staat meint, dass all diese Abgehängten mit Flaschensammeln und mit den »Tafeln« doch schon ausreichend bedient werden. Deutschland und seinen Flaschensammlern geht es gut wie nie zuvor – meint auch Merkel!

Staatliche Förderungen gibt es also nur für Banken, Waffenhersteller, Migrationsprofiteure, Steuerflüchtlinge oder Unternehmen, die ohne HartzIV schlichtweg nicht überlebensfähig wären (Aufstockerjobs). Speziell bei den neuerlichen Rüstungsvorhaben, die übrigens lautstark vom angeblich friedlichen Geschlecht wie Merkel und von der Laien vorgetragen werden, fühlt man sich durch US-Vorgaben geradezu sklavisch dazu verpflichtet, vor den üblichen Oligarchen des militärisch-industriellen Komplexes den Bückling zu machen. Falls der besorgte Bürger in solchen Momenten mal nach der Sinnhaftigkeit oder der Notwendigkeit solcher angestaubten Konzepte fragt, wird ihm stante pede die »russische Aggression« präsentiert – ebenfalls ein Konstrukt der Denkschablonen aus der Vergangenheit, das insbesondere von den Hauptmedien vollkommen kritikfrei und auffallend undifferenziert einfach an den Bürger durchgereicht wird.

Es ist weit und breit nicht erkennbar, dass unsere Großkopferten auch nur in die Nähe nachhaltiger Lösungen bei der sozialen Frage kommen. Doch die wird entscheidend werden für die kommenden Jahre. Einen kleinen Vorgeschmack darauf, was passieren wird, wenn man sich dieser Frage verweigert, gab es bereits 2011 bei den »London Riots« und es gibt sie (schon wieder) ganz aktuell in Frankreich. Auch das Phänomen des gesellschaftlichen Rechtsrucks ist längst nicht mehr nur ein Sujet fürs Feuilleton, das man als lockeres Kamingespräch über mögliche gesellschaftliche Entwicklungen abhandeln könnte, sondern eine drohende Katastrophe mit langer Ansage. Dabei sind Themen wie Digitalisierung, extreme Rationalisierung und die damit zu erwartende »industrielle Revolution 4.0« noch überhaupt nicht in die Diskussion eingepreist. In der Politik gibt es vielmehr eine allgemeine Wahrnehmungsverweigerung und eine auffallend dümmlich geheuchelte Ahnungslosigkeit angesichts dieser Entwicklungen. Für professionelle Politiker ist das nicht nur ein Armutszeugnis, sondern es ist ein handfester Kündigungsgrund. Das übliche Geweine darüber, dass die Politiker und ihre Lakaien in der Einheitspresse inzwischen auf dem Ramschniveau von Hütchenspielern wahrgenommen werden, ist also nicht einfach so vom Himmel gefallen. Das haben sich die Damen und Herren da oben sauer verdient.

Die Merkel-Formel lautet also: »Rüstungsausgaben erhöhen – kein Problem, aber eine nachhaltige Sozial- und Arbeitspolitik ist der Untergang!« Das ist so ziemlich die dümmste Variante, die man sich als Staatenlenker ausdenken kann. Denn auch wenn so einige Ökonomen Kriege und Bürgerkriege als wirtschaftliches Regulativ betrachten, ist es mit der Nachhaltigkeit einer solchen Politik nicht weit her. Selbst die beliebte und überaus billige Propaganda, dass erst durch das Militär wichtige Erfindungen und technische Entwicklungen in Gang gesetzt wurden, ist in der Summe betrachtet leider nur ein Märchen. Der geschätzte Fernsehprofessor Lesch machte es mal in einer TV-Folge an dem Beispiel deutlich, dass schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts ernsthaft über elektrisch angetriebene Autos nachgedacht wurde. Dummerweise kamen dann die Weltkriege dazwischen. Jedes Kind weiß, dass solche desaströsen Eskapaden wie Kriege und Bürgerkriege weitaus mehr Werte vernichten, als sie jemals in Gang setzen können. Und wir sprechen hier nur von dem wirtschaftlichen Aspekt solcher Tragödien.

Ich weiß auch nicht, wie man Leuten wie Merkel und Co. die Tragweite ihrer eigenen Ignoranz klarmachen kann. Es liegt leider in der Natur der Arroganz, dass sie sich selber nicht erkennt. Aber etwas ist inwischen anders als sonst. Denn die Masche, mittels simplifizierter Feindbilder die Bürger zu einem großflächigen Waffengang zu bewegen bzw. die entsprechenden Ressourcen dafür aufzubauen, könnte sich am Ende als unkalkulierbar erweisen. Nicht nur kosten Rüstungsausgaben einen Haufen Kohle, auch die Propaganda zum nachhaltigen Aufbau diverser Feindbilder verschlingt enorme Summen. Auch gibt es dieses Meinungsmonopol, das staatlicherseits für Kriegsvorbereitungen notwendig ist, nicht mehr in der althergebrachten Form. Natürlich ist es nur eine kleine Chance, die z.B. Blogger und unabhängige Nachrichtenportale nutzen können, um diesem Wahnsinn entgegen zu treten, aber sie muss unbedingt genutzt werden. Machen wir es dieser Idiotie so schwer, wie es nur geht.

Ich sehe schon, der Beitrag artet in seiner Länge schon wieder aus; sorry. Denn ich wollte auch noch ein paar harmlosere Links, die mir aufgefallen waren, einreichen.

Unsere Lieblingsfeinde von der links-feministischen Front haben sich nämlich ein neues Arbeitsmittel zugelegt, mit dem sie diesen unanständigen Herrn Trump nun endgültig aus seinem Amt befördern wollen. Es ist die Hexerei, wie Russia Today berichtet. Frei nach Harry Potter: Stupendo Maximo! Zum Glück habe ich immer eine frische Hasenpfote bei mir; man weiß ja nie.

Über Telepolis stieß ich neulich auf einen professionell orchestrierten Youtube-Clip der Linken Landjugend in Goslar. Ja, genau, das ist die Stadt, die seinerzeit die Gleichstellungsbeauftragte Ebeling (heißt inzwischen anders glaube ich) aus ihrem Beruf geekelt hat, nur weil sie sich in dieser Funktion auch für die Belange von Männern einsetzen wollte. Die linken Landjugendlichen rufen hier selbstbewusst zum »Frauenkampftag« am 8. März auf. Nun gut, nicht jeder ist für TV-taugliche Propaganda-Auftritte geeignet, aber die peinlichen Figuren, die hier die revolutionäre Botschaft verkünden, sind schon arg kontraproduktiv für die eigentliche Message und bedienen jedes Klischee, das man sich über solche fehlgeleiteten und bedauernswerten Menschen ausdenken kann.

Ebenfalls über Telepolis fand ich einen interessanten Artikel über das Thema Musik. Das Thema begleitet mich schon mein Leben lang und hat teilweise sogar handfeste Beziehungskrisen ausgelöst. Keine Frau versteht es nämlich, dass man manchmal lieber komponierend und musizierend am Computer sitzt (Computer sind schon lange ein gängiges Werkzeug in der Musikproduktion), als mit ihnen das kuschelige Bett zu teilen. Meistens verstanden sie es als Herabsetzung, aber das war es natürlich nie. Wahrscheinlich fürchteten sie sich, dass man heimlich Pornos guckte. Die Kontrollsucht in solchen Dingen ist episch, wie jeder erfahrene Mann weiß.

Für die Nihilisten und Existenzialisten unter meinen Lesern fand ich bei Vimeo einen Kurzfilm über den missglückten Überfall einer »Crack Whore«. Nein, der Film lässt einen nicht mit einer gutmenschelnden Botschaft wie »Bloß keine Drogen, Kinder!« zurück, aber er ist trotzdem eindrücklich gemacht und schauspielerisch gut umgesetzt, wie ich finde.

Zum Schluss noch ein nachdenkliches Video mit Sue Klebold im Rahmen der »Ted Talks«. Sie ist die Mutter von Dylan Klebold, der am 20. April 1999 zusammen seinem Freund Eric Harris an der Columbine High School ein bestialisches Massaker veranstaltete und sich anschließend umbrachte. Ein sehr bewegender Vortrag.


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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08.12.2017

Der Hashtag #metoo als »Bullshit Of The Year«.

Kat: Male, Female
29.11.2017

...und nicht die Lösung.

Kat: Politik, Gesellschaft
28.11.2017

Das meint zumindest Frauenministerin Katarina Barley in der TAZ.

Kat: Male, Female
23.11.2017

Jakob Augstein würde für eine Falschbeschuldigung nur zu gerne in den Knast gehen.

Kat: Male, Female, Kultur, Musik
17.11.2017

Laut Deutschlandfunk darf man dessen Musik nicht mehr hören.

Kat: Diverses, Politik, Gesellschaft