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Auch du, van Morrison?

17.11.2017

Laut Deutschlandfunk darf man dessen Musik nicht mehr hören.

Da stand ich heute Morgen verschlafen im Bad und zupfte mir die Nasenhaare, als zwei Kulturredakteusen einen Radiobeitrag im DLF über die neueste CD von van Morrison brachten. Angeblich sei dieser Schrammelbarde bisher immer so eine Art Tramp oder Outlaw gewesen, einer der wie Lucky Luke einsam und verlassen mit seiner singenden Wandergitarre durch die Prärie reitet, der abends am Lagerfeuer den Mond anheult und den Weltschmerz besingt. Im Prinzip passt das van-Morrison-Geplinker demnach wunderbar zu den vielen romantischen Sehnsüchten einer versingleten Großstadtbewohnerin vor der Menopause, zu Jasmintee, esoterischen Windorgeln und Tofuschnitzel.

Aber die neueste van-Morrsion-CD, so die Kritikerin, würde plötzlich über die bösen Medien schimpfen und klänge neuerdings wie das Gerede der AfD. Außerdem fielen noch die Worte »Verschwörungstheoretiker, Aluhüte, Rechtspopulisten«. Wenn man also den neuen van Morrison anhört, läuft man offensichtlich Gefahr, auf ganz falsche und undemokratische Gedanken zu kommen. Die Fachfrau für politisch korrekten Kuschelrock meinte, dass die Musik ja ganz passabel sei, aber eben die Texte, die Texte. Nein, das ginge in der heutigen Zeit gar nicht, dass man plötzlich die Medien anzweifelt oder zu rechtspopulistischen Inhalten tendiert. Nur ein einsames, langsameres Lied hätte es ihr dann doch sehr angetan und bei dem ging es auch ausschließlich um irgendwas mit Liebe (ich glaube auf der B-Seite der CD).

Mal abgesehen davon, dass ich van Morrison musikalisch ähnlich spannend wie eine Fahrradpumpe finde: Wer hört denn überhaupt auf die Texte bei so einem Kaufhausgedudel? So was hört man doch nebenbei, beim Kochen oder im Auto, aber doch nicht wie den Kommandofunk von Ché Guevara. Selbst meine Mutter, die sich in der Schlagerwelt am wohlsten fühlte, stand auf »Bobby Brown« von Frank Zappa. Ihr Englisch war (zum Glück) so bescheiden, dass sie sich eben hauptsächlich von der schönen Melodie einlullen ließ. Ich hab ihr jedenfalls nie erzählt, um wen es bei Bobby Brown ging und selbst wenn, dann hätte sie es trotzdem gerne gehört. Sie wollte eben Musik hören und keine Propaganda-Schmachtfetzen.

Aber bestimmt hat unser baldiger Herr Justizminister a.D. für dieses Problem noch ein schönes Gesetz für seinen Nachfolger in der Schublade. So ähnlich, wie es in Frankreich einen beachtlichen Teil der ausgestrahlten Musik in französischer Sprache geben muss, so könnte es bald nur noch PC-konforme, besser: marktkonforme Songs bei uns im Radio geben. An eine marktkonforme Demokratie sind wir ja schon gewöhnt. Brave neue Welt! Überwachen kann das dann die GEMA, denn die ist sowieso so überflüssig wie ein Loch im Kopf.

Dass ein öffentlich-rechtlicher Sender inzwischen derart plump mit einer regierungstreuen Gesinnung in künstlerischen Fragen hausieren geht, klingt in meinen Ohren um Längen dissonanter, als es ein sechsstündiges Zwangskonzert von van Morrison je erreichen könnte. Bei solchen Benimmregeln aus dem steuerverwöhnten Staatsfunk können einem durchaus komische Assoziationen mit verbrannten Büchern in den Sinn geraten. Oder der krächzende Honnecker mit seiner geballten Faust und dem albernen Hut. Wir lieben euch doch alle, alle Menschen! Wir sind die Guten, believe me!

Aber nochmal zurück zum Thema »Tofuschnitzel«. Paul Joseph Watson stellt sich die Frage, ob vielleicht der übermäßige Konsum von Soja aus Männern Pussys macht und sie möglicherweise verstärkt zu den kruden Ideologien der Social Justice Warriors treibt. Scheint so. Man hat festgestellt, dass diese sog. jungen »Soy Boys« einen Testosteronspiegel aufweisen, der noch niedriger ist als der von Männern zwischen 58-100 Jahren.

Watson berichtet z.B. von einem Tweet zum jüngsten Attentat auf eine texanische Kirche. Darin machte sich ein gewisser Wil Wheaton, einer von diesen überambitionierten linksradikalen Schneeflocken, über die Gebete der getöteten Kirchenbesucher lustig – ein Soy Boy, wie sich aus weiteren Twitta-Beiträgen von ihm ergab. Nun sind natürlich einzelne verwirrte Meinungen auf einer Plapperplattform wie Twitta nichts Unübliches. Aber Watson ruft hier – sicherlich tendenziös, aber witzig – einen Soy Boy nach dem anderen auf, allesamt ähnlich unerträgliche Selbsthasser, Besserwisser, Verbotsjunkies, Nervensägen und Spaßbremsen.

Wer an akuten linksradikalen Stressanfällen leidet, sollte sich vielleicht dieses Gerät einmal ansehen bzw. anfühlen. Es handelt sich um eine Art Knetball namens »Nice Balls« aus Gummi in Form eines haarlosen Hodensacks, berichtet »Der Westen«. Sehr formschön und praktisch! Über eine behaarte Variante ist mir allerdings jezz nichts bekannt. Jedenfalls kann man das Teil unter den Schreibtisch pappen und bei Bedarf daran rumkneten, um sich zu entspannen. Ich habe mich allerdings gefragt, warum in dem verlinkten Produktvideo auf Youtube ausschließlich zarte nagellackierte Frauenhände bei der Vorführung zu sehen sind. Okay, Männer brauchen so ein Entspannungsgerät ja nicht wirklich, sie haben ja eins dabei, sogar mit Joystick. Aber es wäre schon mal interessant zu wissen, welche Zielgruppe der Hersteller ursprünglich angepeilt hatte.

Ebenfalls in »Der Westen«: Jusos wollen feministische Pornos staatlich fördern. Natürlich nicht ohne das übliche unqualifizierte Moralisten-Gequatsche:

In Pornos wird häufig ein traditionelles Rollenbild bedient. Meist ist es der Mann, der den Takt vorgibt – die Frau wird dagegen zum Objekt degradiert. Wenn gesprochen wird, dann artet das höchstens in einem munteren Gestöhne und Gequietsche aus.


Da haben die Jusos anscheinend die falschen Pornos geguckt, denn von den Männern, die darin ständig Objekte zu Frauen machen, ist oft noch nicht mal das Gesicht zu sehen, sondern die Frau steht im (Kamera-)Fokus. Vielleicht sollte man ihnen auch nochmal verdeutlichen, dass das Erwachsenen-Genre »Porno« (Betonung auf Erwachsene) natürlich aus Prinzip keine Realität abbildet; es ist ein Industrieprodukt, das nachgefragt wird – ob man das nun bäh findet oder nicht. Die meisten Erwachsenen unterscheiden zwischen Fiktion und Realität, nur die Jusos wieder mal nicht. In einem Tatort wird auch niemand in echt umgebracht und niemand bringt nach so einem Krimi einen anderen um! Das ist alles gespielt! Für Geld! Herrje. Überhaupt, was soll das heißen »...artet das in munteres Gestöhne aus«? Das kommt sogar in echt vor und wird von Medizinern ausdrücklich empfohlen.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf den Videoblog »Vsauce2«. »Kevin here« erklärt ein paar interessante Fakten zum Thema Freundschaften, also so wie bei Fakebook etwa. Wenn man etwas tiefer bohrt, so scheint die maximale Größe für gut funktionierende Menschengruppen bei ca. 150 Personen zu liegen. Der Psychologe Robin Dunbar hatte bei Primaten eine Relation zwischen der Größe des Neokortex und der Anzahl der Individuen, die ein einzelner in seiner sozialen Wahrnehmung »verwalten« kann, erforscht, und interpolierte diese Ergebnisse auf den Menschen. Daraus ergab sich die Zahl von maximal 150 Personen. Interessanter Beitrag, wie meistens.

 


Kategorie: Diverses, Politik, Gesellschaft

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08.12.2017

Der Hashtag #metoo als »Bullshit Of The Year«.

Kat: Male, Female
29.11.2017

...und nicht die Lösung.

Kat: Politik, Gesellschaft
28.11.2017

Das meint zumindest Frauenministerin Katarina Barley in der TAZ.

Kat: Male, Female
23.11.2017

Jakob Augstein würde für eine Falschbeschuldigung nur zu gerne in den Knast gehen.

Kat: Male, Female, Kultur, Musik
17.11.2017

Laut Deutschlandfunk darf man dessen Musik nicht mehr hören.

Kat: Diverses, Politik, Gesellschaft