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Deutschland verschläft #metoo

28.11.2017

Das meint zumindest Frauenministerin Katarina Barley in der TAZ.

Angeblich dreht das Ausland grad am Rad wegen #metoo, während die hohe Politik hierzulande bisher kaum auf die halbamtliche Twitta-Kampagne reagiert. So beklagt Barley, dass in Kleinbritannien immerhin der Verteidigungsminister aufgrund einer sexistischen Beschuldigung zurückgetreten sei. Dass ein anderer Minister sich wegen (bis zu seinem Ableben unbewiesenen) sexuellen Vorwürfen umgebracht hat, verschweigt sie großzügig.

Dummerweise haben wir in Deutschland ausgerechnet eine Frau als Verteidigungsministerin – soll die jezz auch aus Prinzip bezichtigt werden? Oder sind solche Vorwürfe wie »der hat mal vor 15 Jahren sexistisch geguckt« Ressort-unabhängig? Täte es eventuell auch Glyphosat-Minister Schmidt (CSU), um die Rachegelüste der Frauenministerin wegen der bekannten 21 % Milliarden Jahre alten patriarchalischen Unterdrückung zu stillen? Den Minister Schmidt könnte man immerhin zweifach belasten, einmal mit nebulösen Sexismusvorwürfen, andererseits mit seiner höchst merkwürdigen Einzelentscheidung zur Verlängerung des Glyphosat-Einsatzes in der EU. Falls Schmidt also schon mal aus Versehen auf eine Klobrille gepinkelt hat oder ähnliches, ist er geliefert! Memo an mich selbst: Mal die Putzfrau vom Reichstag anrufen; die müsste das wissen.

Ja, es ist schon traurig, dass ausgerechnet im besten Land der Erde den Frauen nicht sofort geglaubt wird, wenn sie sich von den immer geilen Tüpen belästigt fühlen. Ich meine das ernst: Deutschland hat in Sachen Geschlechterklima offensichtlich eine herausragende Stellung, seien es die o.g. ministerialen Vorwürfe bezüglich der tranigen Reaktionen auf #metoo, die besondere und überwiegend verhaltenstechnisch geprägte Nicht-Erotik deutscher Frauen in Relation zu Frauen im Ausland oder auch die von Barley erhobenen Forderungen nach konsequenter Aufteilung der Macht auf allen Ebenen zwischen Männern und Frauen. Auf allen!

Zum Beispiel möchte Barley gerne alle Politikerpöstchen 50:50 zwischen Männern und Frauen aufteilen. Wahnsinnsidee! Die Grünen in BaWü hatten so was ähnliches auch schon mal in der Schublade. Und das war nicht der einzige Feldversuch. Meistens scheitern die Vorhaben, weil sich nur sehr wenige Frauen aktiv um solche leistungslosen Karriereschübe bemühen – dabei müssten sie doch nur ihre Unterwäsche vorzeigen, um als befähigt zu gelten. Das ist natürlich schlecht für Feminilistinnen, denn wenn frau ihre BHs aus Protest schon in den 1970ern verbrannt hatte, bleibt als Einstellungskriterium nur die Unterhose übrig. So was muss dann natürlich von fachkundigen Bürgern akribisch überprüft werden, ob es sich überhaupt um eine »Frau an und für sich« handelt. Ein Formular muss her! Oder wenigstens ein Arbeitskreis!

So ähnlich wie Barley wollte das ja seinerzeit die Frauencombo Kraft/Löhrmann bei den NRW-Beamten durchsetzen, als NRW noch unter ihrer Fuchtel stand. In Beförderungsangelegenheiten sollten nicht Berufserfahrung oder Befähigung den Ausschlag geben, sondern überwiegend das Geschlecht. Die ollen Patriarchen auf den Richterstühlen in NRW haben darauf allerdings erwartbar frauenfeindlich reagiert und das Gesetzesvorhaben kaltblütig kassiert. Sauerei, äh Eberei natürlich!

Übrigens: Nicht mal Barleys »eigener wunderbarer Sohn« hatte geglaubt, dass Frauen Chefinnen werden können. Dieser unverbesserliche Macho! Hat der eigentlich keine Eltern, die ihn feminilistisch erziehen können? Das kommt dabei raus, wenn man den Eltern die Aufzucht der eigenen Kinder selbst überlässt, statt sie von Anfang an in die Obhut staatlicher Kindertagesstätten zu übergeben. Hoffentlich hat sie ihrem missratenen Sprössling wenigstens die Telefonnummer von Jakob Augstein gegeben, damit er weiß, wie er sich feminilistisch korrekt verhalten muss, falls ihn mal der Falschbeschuldigungs-Blitz beim Scheißen trifft.

Immerhin erkennt Barley aber, dass Quotierungen, die z.B. in Frankreich eingeführt wurden, nicht automatisch alles super-cozy für die armen Frauen machen. Die naheliegende Frage, weshalb Frauen eigentlich nicht selber Firmen und Konzerne auf die Beine stellen, wird in solchen Zusammenhängen meistens lautstark beschwiegen; genauso wie die Frage, warum die doofen Unternehmer nicht ausschließlich Frauen einstellen, wenn die doch 21 % billiger zu haben sind (Gender Pay Gap). Damit könnte Deutschland noch schneller die Weltherrschaft übernehmen – und wäre auch noch Vorreiter im feminilistischen Häuserkampf!

Solche schwesterlich-romantischen Kampagnen wie #metoo sind laut Barley also im Ausland wesentlich lebhafter als bei uns. Ergo kann sie nicht mal Internet. Die eloquente Ministerin meint, über das Thema würde hierzulande kaum diskutiert und ein männliches Fehlverhalten – natürlich ausschließlich durch weibliche Vorwürfe »verifiziert« – hätte keinerlei Konsequenzen für die virtuell Beschuldigten. Folglich liest sie noch nicht einmal Zeitungen. Schließlich hätten diese triebgesteuerten Schufte keine »charakterliche Eignung« für herausgehobene Machtpositionen in Staat und Gesellschaft. Nach der charakterlichen Eignung einer pauschal männerfeindlichen Ministerin, die ähnlich wie ihre mäßig intelligente Vorgängerin Schwesig das Thema Sexismus nur mit gefühlten Gerüchten behandelt, darf man natürlich nicht fragen. Pussys sind sakrosant!

Immerhin darf sich die deutsche Manosphere von Frau Barley geadelt fühlen, wenn sie folgendes sagt:

Ich dachte lange, dass die Frage der Gleichstellung nur eine Richtung hat: vorwärts. Mal schneller, mal langsamer, aber stetig voran. Das denke ich jetzt nicht mehr. Wir erleben einen gesellschaftlichen Rollback. Was da etwa von Rechtsaußen kommt, ist mehr als finster und zeigt: Es gibt viele alte Männer, die sich mit den bestehenden Ungerechtigkeiten wohlfühlen und die glauben, dass wir es mit der Gleichberechtigung schon viel zu weit getrieben haben. Es geht also nicht mehr nur um die Frage, wann wir ans Ziel kommen – sondern ob überhaupt. Und da müssen wir dranbleiben.


Wenn man zwischen den Zeilen liest, dann kann man ihren Frust über die vergeigte Twitta-Kampagne förmlich mit den Händen greifen. Die Deutungshoheit über die schmuddeligen Triggerthemen bzw. die widerspruchslose Hinnahme männerfeindlicher Aktionen funktioniert nicht mehr ohne mediale Blessuren. Dass sie den maskulinen Widerstand als »rechtsaußen« bezeichnet, ist üblicherweise in der heutigen Zeit ein Zeichen argumentativer Armut. Die Flintenweiber wollten ein Stück vom Kuchen in den Konzern- und Kartelletagen, nun haben sie mit ihren männerfeindlichen Plattitüden das halbe Land gegen sich aufgebracht. Saubere Leistung. Das darf dann auch ruhig als Vorbild fürs Ausland dienen, warum denn nicht.

 


Kategorie: Male, Female

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08.12.2017

Der Hashtag #metoo als »Bullshit Of The Year«.

Kat: Male, Female
29.11.2017

...und nicht die Lösung.

Kat: Politik, Gesellschaft
28.11.2017

Das meint zumindest Frauenministerin Katarina Barley in der TAZ.

Kat: Male, Female
23.11.2017

Jakob Augstein würde für eine Falschbeschuldigung nur zu gerne in den Knast gehen.

Kat: Male, Female, Kultur, Musik
17.11.2017

Laut Deutschlandfunk darf man dessen Musik nicht mehr hören.

Kat: Diverses, Politik, Gesellschaft