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Gebt dem Kerl einen Schnuller

23.11.2017

Jakob Augstein würde für eine Falschbeschuldigung nur zu gerne in den Knast gehen.

Von diesem Schnösel Augstein – ein verwöhnter Millionenerbe ohne besondere Talente – habe ich noch nicht einen Artikel gelesen, der auch nur ansatzweise über linksorientierte Plattitüden oder ein pseudorevolutionär ausgeschmücktes Wortgeklingel hinaus kam. Für einen, der Germanistik studiert hat, muten die Oneliner in seiner Spülgel-Kolumne »Im Zweifel links« ziemlich profan und provinziell an. Sein Schreibstil wie auch seine inhaltliche Substanz sind schlichtweg jämmerlich – was er allerdings mit den meisten anderen Kolumnenautoren dort gemein hat. Seine Kollegen bewegen sich nämlich in etwa auf demselben sinnfreien, sensationistischen Niveau. Na ja, Spiegel halt. Im Wesentlichen betreibt er also mit seinen diversen publizistischen Ergüssen links angestrichenen Gesinnungsjournalismus, meistens mit dem abgestandenen Pathos eines typischen, wohlstandsverwöhnten Salonrevoluzzers.

Latürnich ist er dennoch restlos von seiner linken Großartigkeit und seiner historischen Aufgabe als medialer Freiheitskämpfer überzeugt. In fast allen Pamphleten berauscht er sich an seinem »revolutionären« Gedankenporno und hört sich vor allem selber gerne wichtich schwadronieren. Detailarbeit und Faktenverliebtheit sind glasklar nicht seine Stärke. Er beschäftigt sich stets und ohne besondere Recherche nur mit dem Großen und Ganzen und passt insofern perfekt zur üblichen Politschickeria und der nervtötenden Matriarchatsesoterik der Massenmedien.

Erwartungsgemäß nimmt er denn auch die jüngste Sexismusdebatte zum Anlass, nicht weniger als die feministische Revolution auszurufen. Augstein findet insbesondere gut, dass willkürliche Anschuldigungen durch frauenbewegte Sensibelchen auch mal hie und da zu Falschbeschuldigungen führen. Zwar schreibt er im Zusammenhang mit der aktuellen Sexismushysterie auch von Jörg Kachelmann und Horst Arnoldt – ihm ist das Phänomen der frauenbewegten Lügen also durchaus bekannt. Aber Reue, Unrechtsbewusstsein oder gar die universalen Auswirkungen auf unsere Rechtssysteme sind ihm völlig wurscht. Hauptsache, er redet den Feminilistinnen nach dem Mund, denn der Feminilismus ist für ihn selbstverständlich die ultimative Staatsräson und das kritikfreie Credo jeder Geschlechterdiskussion.

Ein gut dressierter lila Pudel halt, einer, der sich devot jedem frauenbewegten Mantra unterordnet. Über seine Motive kann man nur spekulieren. Falls er damit erotische Aufmerksamkeit beabsichtigt i.S.v. »Ich bin einer der wenigen guten und verständnisvollen Männer«, so hat er mit ziemlicher Sicherheit noch nie Leidenschaft und Extase erfahren. Das geht nämlich nicht zusammen mit einer allumfassenden sexistischen Verbots- und Drangsalierungskultur. Wer Erotik und Sex nach der Judith-Butler-Fibel anstrebt, kennt den Blues einer heterosexuellen Romanze nur vom Hörensagen.

Was hat einer, der sich der juristischen Willkür, der Sippenhaft (aller Männer) und anderen bornierten Gaga-Wünschen der frauenbewegten Front verschrieben hat, überhaupt in einem öffentlichen Medium zu suchen? Die Dinge, die dieser Galan zusammenschreibt und herbei sehnt, hatten wir in abgewandelter Form schon einmal in unserem Land – na ja, eigentlich sogar zweimal, wenn man die Gesinnungsdiktatur unter den ganzen Erichs im Osten dazu zählt. Aber gut, lasst uns diesen sozialdarwinistischen Unfug ruhig auf die Spitze treiben – ich habe keine Angst vor solchen »overeducated shitheads«. Zumal die Kommentatoren zu seinem platten Artikelchen deutlich dagegen halten, was bedeutet, dass die feminilistische Propaganda längst nicht den Totalitarismus durchhalten kann, den sie mit ihren vielen »Shock and Awe«-Buzzwords suggeriert. Wahrscheinlich braucht es sogar solche sinnlosen Ergüsse wie diesen Augstein-Artikel, damit auch der letzte frauenbewegte Depp begreift, welch Geistes Kind die Femifront ist. Für den Alltag des gewöhnlichen Bürgerleins sind solche elitären Verbalschlachten allerdings völlig unbedeutend.

 

Möse als Politikum

In den Medien gibt es seit Jahren und Jahrzehnten eine riesige Ansammlung sexuell ahnungsloser Dampfplauderer, die ähnlich sendungsbesoffen wie Augstein matriachalischen Allmachtsfantasien hinterher schreiben. Zum Beispiel ein gewisser Daniel Gerhardt vom Tendenzblatt »Zeit«. Der bespricht in seinem Artikel nämlich das neueste Werk »Utopia« der isländischen Musikerin Björk. Die wiederum präsentiert sich dort mit einer Art Silikonvagnia, die sie sich aufs Gesicht gepappt hat. Schließlich muss Kunst bzw. Musik ja eine Message haben, newahr. In Ihrem Fall ist das laut Gerhardt ebenfalls nichts weniger als die Ausrufung eines ominösen Matriarchats.

Mit ihrer dämlichen Maskerade macht sie allerdings eher den Eindruck, das Ergebnis einer flüchtigen Begegnung zwischen einem Ork und einer Klingonin zu sein. Ich habe selten so eine unerotische Nachbildung des weiblichen Geschlechtsorgans gesehen.

Man kann nur froh sein, dass andere gestandene Mannsbilder aus dem Musikbusiness nicht auf ähnliche bekloppte Ideen kommen. Nicht mal Slipknot klebten sich seinerzeit Dildos ins Gesicht – und die sparten wahrhaftig nicht mit überzogenen, schrillen Maskeraden bei ihren Bühnenshows.

Was also ist so besonders an Sängerinnen mit Möse im Gesicht oder mit anderen Künstlerinnen, die bei Vernisagen splitternackt Ostereier aus ihrem Reproduktionstrakt verschießen? Hat Picasso seine Bilder etwa mit Sperma und seinem Penis gemalt? Ist die Hauptaussage »ich hab Möse« überhaupt relevant für das Kulturgut Kunst? Hätte nicht ein Taschenspiegel oder ein Besuch bei Pornhub gereicht, um sich der Existenz dieses lebensspendenden Organs zu vergewissern?

Ach ja, ich vergaß: Die Muschi ist die ultimative Lebensquelle der Menschheit und die Künstlerinnen wollten sicherlich nur noch einmal verdeutlichen, welche universale Bedeutung ihr Geschlecht für die Menschheit hat. Gut, wissen wir das jezz auch. Scheinbar fällt es diesen Damen unendlich schwer, sich ohne sexuelle Konnotation künstlerisch auszudrücken. Nein, ich meine nicht, dass sie ausschließlich Landschaftsbilder mit röhrenden Hirschen malen sollten. Aber wer in diesen inflationär und reißerisch präsentierten »Vaginas right into your face« eine kulturstiftende Relevanz sieht, ist irgendwie so 20. Jahrhundert.

»Harry, Harry, they pissed on us! Look at my fox!«
»You're right, Ronda. They pissed on me too. But don't worry, it's probably theatre piss!«
(Excerpt from »Thing Fish« by Frank Zappa)

 


Kategorie: Male, Female, Kultur, Musik

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08.12.2017

Der Hashtag #metoo als »Bullshit Of The Year«.

Kat: Male, Female
29.11.2017

...und nicht die Lösung.

Kat: Politik, Gesellschaft
28.11.2017

Das meint zumindest Frauenministerin Katarina Barley in der TAZ.

Kat: Male, Female
23.11.2017

Jakob Augstein würde für eine Falschbeschuldigung nur zu gerne in den Knast gehen.

Kat: Male, Female, Kultur, Musik
17.11.2017

Laut Deutschlandfunk darf man dessen Musik nicht mehr hören.

Kat: Diverses, Politik, Gesellschaft