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Berufsempörte

28.08.2018

Die Politik ist ganz doll betroffen von der Randale in Chemnitz. Ach was.

Es ist immer die gleiche Scheiße. Als hätte es nie Warnungen gegeben, macht die Systempresse plötzlich auf Empörung, wenn der sog. »rechte Mob« wie derzeit in Chemnitz den Stadtfrieden aufmischt. Für die Medien ist das der eigentliche Skandal. Der Grund für diese Auswüchse, nämlich der bestialische Mord durch zwei Zugewanderte, spielt in diesem Zusammenhang in den Medien überhaupt keine Rolle.

Möglicherweise war man überrascht davon, wie schnell, wie massiv, wie extremistisch sich auf einmal Bürger zusammenrotten können. Dabei gibt es eine lange und unrühmliche Geschichte solcher Entwicklungen. Spontane Protestaktionen wie gestern haben die Tendenz, enorme Eigendynamiken zu entwickeln, bei denen in der Summe solche nützlichen Kulturerrungenschaften wie Fairness, Ausgewogenheit oder Rücksichtnahme am Ende völlig irrelvant sind.

Mir liegen Wiederholungen nicht. Aber dass eine Politik aus dem Elfenbeinturm ohne Anerkennung der (existenziellen) Sorgen der »einfachen« Bürger per willfähriger Hofberichterstattung in den üblichen Medien zu einem Gesellschaftswunder gequasselt werden kann, funktioniert so nicht. Nicht nur ich habe das mehrfach angesprochen. Wer über Jahre und Jahrzehnte Faktoren wie die Prekarisierung großer Bevölkerungsschichten, die »Umverteilung von fleißig nach reich« sowie eine harte Migrationsdiktatur favorisiert und alle relevanten Bedenkenträger rundweg als »rechts« abkanzelt, muss einen Preis für seine Ignoranz einkalkulieren.

Eigentlich ist das eine einfache Rechenaufgabe, mehr nicht. Wenn ich als Staat Konzernkriminellen wie VW/Audi, diversen Bankstern oder anderen klandestinen Lobbyverbänden jede Sauerei gewähre und ihnen Betrug an den gesellschaftlichen Ressourcen zubillige, dann muss ich zusehen, dass ich entweder die schlimmsten Folgen dieser Gier abmildere oder aber ich setze auf die blutige Zerschlagung der zu erwartenden Proteste. Letzteres hat übrigens (historisch gesehen) meist eine extrem kurze Halbwertzeit. Wie man es auch dreht: Letztendlich kostet das Ausbalancieren der diversen gesellschaftlichen Kräfte Geld. Man kann – wie alle Regierungen seit Schröder/Fischer – natürlich auf ökonomische Konfrontation setzen, doch dann sollte man mindestens die eigenen Schergen fürstlich entlohnen. Eine Garantie für ihre dauerhafte Loyalität ist das natürlich trotzdem nicht, denn auch die subalternen Profiteure einer allgemein um sich greifenden Gier möchten ihr Stück vom Kuchen bekommen.

Bis zum heutigen Tag haben die Eliten nicht verstanden, dass man der inneren Zerrissenheit unseres Landes nicht mit einer hohlen Phraseologie wie »alternativlos«, »Wir schaffen das« oder »ein Land, in dem wir gut und gerne leben« beikommen kann. Denn natürlich ist das Gerangel um die richtige Migrationspolitik nur ein Teil eines viel größeren Bildes. Ob die Nomenklatura allerdings begreift, dass ein randalierender Mob genau dieselbe »systemische Relevanz« hat wie die staatlicherseits so behüteten maroden Banken oder die steuerliche Sonderbehandlung großer Konzerne, ist nicht abzusehen. Momentan sieht es eher nicht danach aus – erstaunlich ist nur, wieviel Eloquenz dafür nötig ist, um den Chemnitzern eine allgemein rechte Gesinnung anzudichten. Da müssen aber alle »Sturmgeschütze der Demokratie« aufgeboten werden, um den Anschein von Integrität zu simulieren. Im Grunde ist es eine intellektuelle Bankrotterklärung.

Ursachenforschung ist offensichtlich völlig aus der Mode gekommen. Um es noch einmal deutlich zu sagen: Ich habe viele Jahre im europäischen Ausland gelebt, war mit vielen Kollegen aus der gesamten Welt beruflich unterwegs und meine, mir ein Urteil über den hiesigen »Rechtspopulismus« bzw. über die speziell deutsche Anfälligkeit in diesem Zusammenhang erlauben zu können. Mein persönliches Fazit ist, dass rechte Prädispositionen, wie sie seit Ewigkeiten »den Deutschen« nachgesagt werden, nicht häufiger als in jedem anderen Land auch auftreten (eher weniger, relativ gesehen). Die Propaganda, die diesbezüglich von Spiegel, Zeit, Süddeutsche, TAZ und vielen anderen betrieben wird, ist nicht nur in der dort zu lesenden Einseitigkeit völlig unzutreffend, sie ist auch noch selbstzerstörerisch. Als würden die Auflagenzahlen dieser Gazetten es nicht schon zur Genüge belegen: Die fortgesetzte Ignoranz und die impertinente Selbstgerechtigkeit der Herrschenden und ihrer Hofberichterstatter gegenüber den »abgehängten« Untertanen führt natürlich langfristig zu einer Art Gegen-Ignoranz, bei der die Etikettierung »rechts« nicht nur bedeutungslos wird, sondern am Ende sogar zur Auszeichnung mutieren kann.

Man sollte und muss sich natürlich mit »rechten Tendenzen« befassen, richtig. Aber das ist nicht das, was diese merkwürdige Seilschaft von Politik und Medien tut. Der Vorwurf »rechts« wird – speziell in Deutschland historisch getriggert und angereichert – mittlerweile als Pauschalurteil über jeden verhängt, der eine unbequeme Meinung vertritt oder nur unliebsame Fragen stellt. Solange man bürgerlichen Unmut und Zorn nicht schärfstens abgrenzt von tatsächlichen nazistischen Tendenzen, bekämpft man keine »rechten Tendenzen«, sondern fördert sie geradezu.

Um es noch etwas plastischer darzustellen: Wer Millionen von Flüchtlingen unüberprüft ins Land einwandern lässt, wird ganz selbstverständlich Probleme mit den Sozialsystemen, mit dem verfügbaren Wohnraum, mit religiös-kulturellen Zuspitzungen, Terror und anderes mehr bekommen. Das kann man nicht aus der Welt quatschen, indem man alle Kritiker pauschal als dumm, rassistisch und als Pack bezeichnet. Wenn man dann noch die eigenen Verstrickungen in völkerrechtswidrige Angriffskriege hinzu nimmt, die USA über die Airbase Rammstein durch kein Gesetz gedeckte Drohnenmorde ausführen lässt, sieht es mit der moralischen Überlegenheit unserer grundguten palavermentarischen Demokratie sehr düster aus. Das merkelsche Bonmot von der »Bekämpfung der Fluchtursachen« ist in dieser typischen Schlichtheit, wie Frau Merkel sie zu denken gewohnt ist, ein historischer Treppenwitz.

 

Und dann auch noch die UNO

Bei Spülgel-Online war heute sinngemäß zu lesen, dass Flüchtlinge lediglich Schachfiguren auf dem Spielbrett der Globalisten sind. Denn der jüngste UN-Vertrag über die Regeln einer Flüchtlingspolitik, den inzwischen 190 Staaten unterzeichnet haben, geht davon aus, dass millionenstarke Migrationsbewegungen in Zukunft so alltäglich wie ein Arbeitsplatzwechsel werden. Ein gewisser Bochumer Professor namens Thomas Bauer findet u.a., dass »die Wahrnehmung von Migration realistischer und konstruktiver« gestaltet werden muss. Moment mal: Geht es demnach nur um einen bestimmten Wohlfühlfaktor beim Thema Migration? Um eine medial zu konstruierendes Protegieren von »richtigen« Einstellungen zum Thema Migration in den Aufnahmestaaten? Dass Massenmigration schon für sich betrachtet eine sehr extreme Form der Verzweiflung darstellt, scheint dem Herrn Bauer nicht präsent zu sein.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) sprach vom "Beginn eines neuen historischen Bemühens, die globale Agenda für Migration in den kommenden Jahrzehnten zu gestalten".


Das Zitat ist verräterisch, denn es unterstellt, dass die »globale Agenda«, also die gemeinhin als »Globalisierung« bezeichnete Welt der Wirtschaftskonglomerate, der outgesourcten Wertschöpfungsketten, der Steuerflucht und der ständigen Bereitstellung prekärer Arbeitsarmeen grundsätzlich nicht kritisierbar ist. Ähnlich wie unsere gesalbten Politiker (besonders die von der SPD) wird das Thema Globalisierung als unabwendbares Naturereignis stilisiert, gegen das die Politik völlig machtlos ist. Wer dabei vor die Hunde geht, hat sich halt nicht genügend angestrengt. Man kann solche Auffassungen des Kasino-Kapitalismus durchaus vertreten, aber dann möge man bitte auch deren Preis einkalkulieren (siehe oben). Es könnte also durchaus passieren, dass Chemnitzer o.a. nicht nur wegen eines singulären, schrecklichen Ereignisses demnächst auf die Straße gehen, sondern z.B. deshalb, weil irgendein seelenloser internationaler Hedgefond reihenweise Wohnungsgesellschaften im Osten zusammenkauft.

Wenn die olle Merkel also davon schwadroniert, dass »2015 sich nicht wiederholen darf«, dann meint sie nicht etwa, dass die von ihr initiierte Einwanderungspraxis rechtswidrig war, sondern sie sucht lediglich nach Möglichkeiten, ihrem persönlichen Wahnsinn ein legislatives Korsett zu verpassen. Zwar entsteht mit der Unterzeichnung des UN-Flüchtlingspapieres keine rechtliche Verbindlichkeit für die unterzeichnenden Staaten, aber ganz sicher findet Frau Merkel es schick, wenn sie ihre persönlichen Marotten mit einem UN-Papiertiger oder mit irgendwelchen »europäischen Gesamtlösungen« aufhübschen bzw. relativieren kann. Sie hat es sowieso ganz gerne, wenn sie ihr eigenes Versagen an die nächste Instanz delegieren kann.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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