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Vorsicht Kultur • Heute: Die dunkelste Stunde

16.02.2018

Gary Oldman ist für mich einer der besten seines Fachs.

Jaja, ich weiß: Da tobt in den Gazetten momentan (und seit Wochen) das Ding mit diesem #metoo-Gedöns in einer Dauerschleife. Dann gibt es noch diese lernresistenten Grazien à la Merkel, v.d. Laien und Nahles als abschreckende Beispiele für frauenbesoffene Inkompetenz (inkl. ihrer devoten männlichen Wasserträger). Genug Stoff also, um sich über Wochen und Monate zuverlässig ein Loch in den Bauch zu ärgern.

Aber leider ist so ein Ärger bei mir nicht nachhaltig. Ich ertappe mich immer wieder bei kolossalen Gähnanfällen, wenn diese nervtötenden feminilistischen Latrinenparolen durch die Postillen wabern. Ich könnte z.B. auch nicht lange in einer TV-Quasselrunde mitdiskutieren, denn gegen selbst verschuldete Dummheit kommt man mit Argumenten oder etwa Logik nicht in hundert Jahren an. Nein, diesen Feminilismus sollen die Weiber mal hübsch unter sich ausfechten. Es ist doch sowieso immer dasselbe: Sagt mal ein Typ was zu dem Themenkomplex, gibt es stets ein »Ja, aber...«-Echo von irgendwelchen verstrahlten Prinzessinnen; selten mit Fakten belastbar, überaus bauchgesteuert und in argumentativer Hinsicht launisch wie Aprilwetter.

Oft sind es die kleinen Dinge, an denen man die wahre Natur eines Sachverhalts erkennt. So zum Beispiel eine Anmoderation neulich auf Phoenix zu irgendeiner TV-Quasselrunde bezüglich des würdelosen Koalitions-Hickhacks:

»Basta und Testosteron hat es in letzter Zeit genügend gegeben«, so zitierte eine Phoenix-Ansagetante neulich ihre Schwester im Geiste namens Andrea Nahles. Das war eine von diesen dummen Nahles-Phrasen in der Nach-Schröder-Phase gewesen, als Nahles u.a. den neoliberalen Unsympathen Müntefering aus dem SPD-Schweinerennen kickte; manche werden sich noch erinnern. Männerrechtler wissen, dass so eine Anmoderation bei umgekehrten Vorzeichen – also wenn jemand z.B. die dicke Nahles über ein öffentlich-rechtliches Medium als »östrogen-gesteuert« deklarieren würde – sofort zu ganz vielen neuen Hashtags führen würde, samt entsprechenden Karriereeinbrüchen des betreffenden Ansagers und allerlei hektischen Hate-Crime-Gesetzesvorschlägen.

Aber einer Frau verzeiht man das natürlich, wenn sie sich derart abfällig über die Tüpen räuspert. Ist doch lustich! Stellt euch nicht so an, Männer! Was ham wir gelacht! Testosteron hahaha! Wer braucht das schon?

Der gute Georg Schramm meinte einmal auf eine ähnlich »lustiche« Testosteron-Frotzelei aus dem Publikum: »Meine Dame! Ohne Testosteron säßen Sie heute Abend nicht hier und könnten keine unqualifizierten Verlautbarungen durch die Gegend brüllen!«. Hehe.

Dummerweise kann man solchen empathischen Schieflagen nicht mit Logik oder Argumenten kommen. Der weibliche Hang zum Spott über Männer ist sozusagen fest verdrahtet und für Frauen extrem reizvoll, insbesondere, wenn es um die männliche Sexualität geht. Denn, so die feminine Überzeugung, Frauen wissen einfach alles über Männer, gerade bei Schmuddelthemen.

Selbst wenn sie mit ihren überlegenen Meinungen zu »den Tüpen an und für sich« regelmäßig gegen die Wand fahren, verfallen sie doch zu gerne immer in gleiche Verhaltensmuster. Und das ist gut so!

Denn je blöder bzw. eindimensionaler der weibliche Blick auf die Männergedankenwelt, umso eher sind sie beschäftigt, desto berechenbarer sind sie. Das ist auch bitter nötig, denn bekanntermaßen müssen Männer fast im Alleingang die technische Komplexität einer modernen, bis in die gefönten Haarspitzen verwöhnten Gesellschaft wuppen. Sie können das natürlich auch versaubeuteln, aber das liegt zum Teil in der Natur der Sache und passiert den Damens ja auch. Niemand möchte wirklich wissen, welche Hölle auf Erden Frauen in ähnlich dominanten und zahlreich besetzten Positionen produzieren würden, gelle. Hat sich bisher ja auch auf wundersame Weise nicht so durchgesetzt, wenn man ehrlich ist.

Ein paar wenige Vertreterinnen dieser Gattung menschlicher Gottesanbeterinnen reichen bereits als abschreckende Beispiele: Thatcher (schmort bereits in der Hölle), H. Clinton, Merkel oder auch v.d. Laien sind z.B. ausgesprochene östrogen-getriebene Kriegsbefürworterinnen (ausdrücklich ohne Binnen-I diesmal). Unsere geliebte Bundesregierung liebäugelt sogar neuerdings angeblich mit der Aufstockung bzw. der »Modernisierung« der US-Atombomben in Deutschland. Außerdem meint Frau v.d.L., dass deutsche Soldaten ganz dringend im Irak stationiert werden müssen, denn die Irakis haben uns den Krieg erklärt, newahr? Doch nicht? Trotzdem! Schuld sind sowieso die Russen.

 

Jezz aber: Die dunkelste Stunde

So, endlich hab ich jezz einigermaßen die Kurve zu meinem eigentlichen Thema für heute gekriegt, nämlich zum Film »Die dunkelste Stunde«. Darin geht es nämlich um den Krieg aller Kriege und um Winston Churchill im besonderen.

Die Situation: 1940 waren ca. 300.000 englische und französische Soldaten bei Dünkirchen eingekesselt und drohten unterzugehen. Nur durch den massiven Einsatz von privaten Booten gelang es seinerzeit, einen größeren Teil der britischen Soldaten heim ins englische Reich, äh auf die Insel zu holen. Daraus lässt sich natürlich ein grandioses Heldenepos nach Hollywood-Manier basteln.

Rein zeitlich betrachtet, fiel mir zunächst auf, dass die Engländer sich auf einmal wieder recht intensiv mit dem Thema Dünkirchen (1940) beschäftigen. Nach Christopher Nolans »Dunkirk« in 2017 ist »The Darkest Hour« mit Gary Oldman der zweite Kinofilm über das Beinahe-Desaster der britischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Immerhin hätte Nazi-Deutschland damals den Sack zumachen und die Briten gänzlich in die Defensive treiben können. Die USA waren seinerzeit noch kein Kriegsteilnehmer. Aufgrund eines Haltebefehles ist dies aber nicht geschehen, was unter Historikern z.T. als kriegsentscheidender militärischer Fehler der deutschen Wehrmacht bzw. als Hitlers persönlicher Fehler diskutiert wird. Dieser Aspekt findet aber weder in Nolans »Dunkirk« noch in »The Darkest Hour« eine Erwähnung; hier zählt nur das Epos über die Heldentat der Rettung.

Genau in dieser Phase in 1940 löste Winston Churchill den krebskranken und wenig beliebten Chamberlain als Kriegspremier ab. Aber Churchill war längst nicht bei allen Verantwortlichen in Partei und Regierung beliebt, im Gegenteil. Im Film »The Darkest Hour« muss sich Churchill (Gary Oldman) gegen eine ganze Armada von Appeasement-Politikern in den eigenen Reihen durchsetzen, die aufgrund der desaströsen militärischen Lage lieber mit »Herr Hitler« verhandeln wollen. Dieser Konflikt wird natürlich aus filmdramaturgischen Gründen bis zum Anschlag ausgereizt. Der Film ist auch in diesen Nebenrollen gut besetzt.

Man muss Gary Oldman hier allerhöchstes Lob aussprechen. Die sture, Whisky-beseelte Art und Weise, mit der Churchill seine Zeitgenossen mitunter anraunzte, hat er sich bis ins Detail für diese Rolle angeeignet. Selbst das typische Churchill-Genuschel in leiseren Passagen beherrscht er perfekt. Tonfall, Slang und Intonation seines filmischen Churchills wirken überaus gelungen. Letzteres macht sich allerdings nur in der Originalfassung bemerkbar, auf Deutsch funktioniert das nicht. Oldman trägt den gesamten Film mit einer Oscar-verdächtigen Präsenz – wenn man die historischen Ungenauigkeiten großzügig übersieht. Der Film ist eben keine Dokumentation, sondern soll hauptsächlich die Sachsenangeln unterhalten – und das tut er latürnich mit viel alliiertem Pathos.

Noch eine Schippe oben drauf legt allerdings die Maske. In einem Interview erzählt Oldman, dass er dafür einen gewissen Kazuhiro Tsuji (u.a. auch »Planet der Affen«) aus dessen Rentnerdasein reaktivieren musste. Jedes Mal, wenn Oldman ans Set kam, behandelte man ihn tatsächlich wie eine Respektsperson und nicht als »den lustigen Gary«. Und es ist wahr: Man sieht jede einzelne Hautpore in einer Großaufnahme, die Verwandlung ist erstaunlich, vor allem, wenn man das normale Aussehen Oldmans kennt.

Ansonsten lebt hier noch einmal eine Welt voller wichtiger Patriarchen, Zigarren- und Zigarettenrauch auf, und überall (so scheint es) steht was Hochprozentiges rum. Die Sekretärinnen geben sich artig und emsig und dürfen die Kartenräume auf keinen Fall betreten (»No women allowed«). Der Film wirkt ein bisschen klaustrophobisch, da auch tagsüber die Fenster überall abgedunkelt sind (wieso eigentlich?) und sich viele Szenen in abgeschirmten Geheimräumen abspielen.

In einer Sequenz entschwindet Churchill in die Londoner Tube und mischt sich unters Fußvolk. Nach ein paar patriotisch aufgeladenen Wortwechseln wird man sich einig, dass ein Aufgeben gegenüber »Herr Hitler« niemals in Frage kommt. Historisch ist das nicht, obwohl Churchill sich durchaus sporadisch die Meinung des Pöbels anhörte. Der Film endet schließlich mit Churchills berühmter »We will never surrender«-Rede im britischen Unterhaus.

Hatte ich eigentlich schon Spoiler-Alert gegeben? Egal, jezz isses sowieso zu spät. Ein Nahles-freies und geruhsames Wochenende wünsche ich!

 


Kategorie: Kultur, Politik, Gesellschaft

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