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Die Vereinbarkeit von Frauen und Frauen

10.01.2018

Überraschung: Auch 74-jährige wollen noch flirten.

Da schau her: Jezz gibt es schon Widerspruch von Frauen gegen diese bigotte #metoo-Kampagne, nämlich eine Gruppe französischer Frauen, die der Meinung ist, dass diese dämliche Twitta-Hysterie schwer aus dem Ruder gelaufen ist. Und es stimmt ja auch. Catherine Deneuve (74), die wohl prominenteste Unter­zeichnerin dieser flirtwilligen Frauen­truppe, wehrt sich vor allem gegen General­verdächtigungen und allgemeine, stigmatisierende Männer­feindlichkeit. Ja, das ist gut.

Nein, das ist schlecht. Insofern, weil es einmal mehr zeigt, dass zwar über Männer in dieser lebhaften Diskussion permanent debattiert wird, aber kaum mit ihnen. Die paar weichgekloppten Gockel von der Mangina-, Lila-Pudel- und Feminilisten-Front zähle ich nicht als genuin männlich. Das bedeutet, – ich muss das leider so sagen – dass uns triebgesteuerten Männern mal wieder nur die Beobachterposition zukommt. Vielleicht hätten wir ja auch das eine oder andere zur Geschlechter­diskussion beizutragen? Ich mach nur Spaß! Solange die Weiber sich sowieso nicht für die Gefühlsduseleien ihrer Männers interessieren, dürfen sie gerne weiter raten, was wir Tüpen denn so von diesem Geplärre halten. Ein Gentleman schweigt eben lieber, hehe. Wenn Mann sich frauentechnisch nie etwas zu Schulden hat kommen lassen, kann es sogar manchmal ganz schmeichelhaft sein, zu den (potenziellen) Bad Boys gezählt zu werden. Alle Jungs wollten mal Piraten sein, isso.

Prügeln tun sich letztendlich offenbar aber doch wieder nur Frauen mit Frauen. Denn latürnich bekam die Deneuve-Truppe prompten Gegenwind von gestandenen #metoo-Verfechterinnen: Das wäre ja gar alles nicht so gemeint, dass man jezz etwas gegen jede Anbaggerei hätte, dass #metoo sich nur gegen sexuellen Missbrauch aufgrund von Machtverhältnissen richte, dass anständiges (hamburgisch ausgesprochen) Flirten immer noch erwünscht sei usw. Ob allerdings die Männer heutzutage solche jovialen Zugeständnisse an ihre libidonösen Bedürfnisse immer noch so reizvoll finden, stand selbstverständlich nicht zur Debatte. So sind se halt, die Frauenzimmer. Wenigstens können solche Schlammschlachten zwischen Frauen, auch wenn sie bisher leider nur verbal veranstaltet werden, durchaus unterhaltsam sein. Jezz müsste sich nur noch Femen einmischen, dann wär's perfekt.

Wie Männer inzwischen auf den Twitta-Scheiß so reagieren, konnte man neulich sogar mal ausnahmsweise in einem Boulevardblatt lesen. Die schweizer Gazette »20 Minuten« brachte einen Kurzartikel zum Thema MGTOW (Men Going Their Own Way) – natürlich nicht ohne den üblichen Headline-Sensationismus: »Haben Sie als Mann den Frauen abgeschworen?«. Haben sie: Die nicht repräsentative Leserumfrage war jedenfalls ziemlich ernüchternd, denn offensichtlich steuern wir in Sachen Sex und Partnerschaft schnurstracks auf japanische Verhältnisse zu. Den Japanern ist das mit diesem ekligen Sex schon länger »viel zu anstrengend«, insbesondere den Männern. Mittlerweile geht also auch bei uns ein größerer Teil der Männer dazu über, die Frauen eher zu meiden als zu daten. Allein schon die völlig organisationsfreie Entstehung einer solchen »Bewegung« (die klassisch betrachtet ja gar keine ist) müsste jeden Kaffeesatzleser aus Politik und Wissenschaft elektrisieren. Die allgemeinen Folgen sind nämlich gar nicht so unerheblich und könnten die Tragweite von #metoo locker toppen. Aber wie gesagt, es interessiert halt keinen.

Stattdessen schwadroniert man wichtich Schmalspur-Parolen wie »das Patriarchat ist schuld«. Mich langweilt so was meistens. Nur manchmal findet man in dieser hitzigen Weinstein-und-dem-Weinstein-seine-Folgen-Debatte ein paar Perlen der (wahrscheinlich unfreiwilligen) Differenzierung, wie z.B. ein BBC-Interview mit Zelda Perkins, einer ehemaligen Mitarbeiterin bei Miromax, also bei der Firma, in der Weinstein das Sagen hatte. Sie berichtet von der extrem dominanten Art und Weise, mit der Weinstein seine Mitmenschen permanent traktiert; nicht nur in sexueller Hinsicht. Perkins meint, dass sie selber zwar nie von ihm befummelt wurde, aber eine andere Kollegin sei nur knapp einer versuchten Vergewaltigung durch Weinstein entkommen. Perkins wollte dies eigentlich zur Anzeige bringen, doch ihre Anwälte rieten ihr davon ab. Die gute Frau einigte sich schließlich mit Anwälten darauf, dass sie die Anschuldigungen gegen Weinstein fallenlässt und dafür mit 125.000,- Dollar von ihm ruhiggestellt wird. Zwar hatte sie in diesem Vertrag auch verlangt, dass Weinstein sich einer Therapie unterzieht (gute Idee), doch dazu ist es offensichtlich nie gekommen. Ergo konnte Weinstein seinen ekligen Gewohnheiten wie gehabt noch lange Zeit nachgehen. Erst viele Jahre später, im Zuge des momentanen weltweiten Skandals um ihn, trug Perkins ihre Vorwürfe erneut vor. Mal ehrlich jezz: Was soll man denn davon halten?

Dazu kommen natürlich auch die vielen Möchtegern-Starlets, die sich auf den feuchten Karrieredeal mit Weinstein ohne zu zögern einließen. Der Umstand, dass so manche Frauen ihre erotischen und sexuellen Reize auch gerne mal zweckorientiert einsetzen, ist ein offenes Geheimnis und passt natürlich gar nicht in das Gut-Böse-Schema irgendwelcher sensationistischen Twitta-Kampagnen. Erfrischend sachlich schreibt Ruth Berger bei Telepolis, dass schlüpfrige Deals von bestimmten Frauen für einen Karrieresprung durchaus akzeptiert werden. Sie ordnet das unter Korruption ein und empfindet wenig Mitleid mit solchen Figuren.

Aber interessant, wenn sich Frauen über andere Frauen aussprechen. Da krieg ich immer spitze Ohren! Ich sach doch: Die Frauen müssen sich wahrscheinlich erstmal miteinander balgen, bis diese Landplage Feminilismus aus der Welt ist. Ich setze auf das Team »Die Blowjobberinnen«!

Wie lange wird es eigentlich noch dauern, bis die Feministas kapieren, dass auch die allermeisten Frauen an diesem obskuren, ach so frauenfeindlichen »Patriarchat« fleißig mitgewerkelt haben – sofern dieser Begriff überhaupt als eine zweifelsfreie Bezeichnung für unser menschliches Miteinander taugt. Diese Begrifflichkeit ist nämlich längst nicht so in Stein gemeißelt, wie es uns die lila Flintenweiber gerne weismachen wollen.

Aber um zu solchen differenzierteren Einsichten zu gelangen, müsste man ja kompliziert nachdenken und u.a. hinterfragen, weshalb Mütter anscheinend immer wieder kleine Machos erziehen, obwohl sie doch seit Äonen unter der Männerherrschaft leiden. Oder warum Massenmörder im Knast mit Liebesbriefen von notgeilen Frauen förmlich überschüttet werden (Charles Manson z.B). Oder warum sich so ein trivialer Krempel wie »50 Shades Of Grey« plötzlich millionenfach verkauft, wenn doch sowieso ALLE Männer ALLE Frauen permanent unterdrücken? #youtoo! #allwimmin!

Soviel konzentrierte Borniertheit ist eigentlich kaum zu fassen. Vor allem nimmt es mir als Freizeit-Satiriker alle Pointen weg: »Da hat wohl jemand jemand das Prinzip mit der Unschuldsvermutung vergessen, hahaha« – plötzlich ist das Gesetz! Meine schönen »Allgemeinen Geschlechtsbedingungen« – Gesetz! Was kommt als nächstes: Zwangsverheiratung bei über 35-Jährigen?

 


Kategorie: Male, Female

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