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< »Ich kann mit dieser Frau nicht mehr arbeiten«
   

Die Woche in #metoo

08.07.2018

Ist Kanadas Sunnyboy Justin Trudeau ein heimliches Sexmonster?

Gibt es eigentlich eine sog. ICS-Datei für wichtige #metoo-Kampagnen irgendwo zum Runterladen? Dann könnte man sich schon mal darauf vorbereiten, welches männliche Sexmonster es diese und nächste Woche bei #metoo treffen könnte. Das wäre sehr praktisch.

Diese Woche hat es den allseits verlachten Feminilisten Justin Trudeau, den kanadischen Premier und selbst erklärten Frauenversteher getroffen. Der Vorwurf an den schicken Schnösel lautet, dass er die Journalistin Rose Knight vor 18 Jahren bei einem Musikfestival in Creston im westkanadischen British Columbia begrapscht haben soll. Wo er genau gegrapscht hat, wird nicht weiter spezifiziert, aber es war wohl nicht nur ihre Handtasche, die er da befummelt hat.

Doch anders als viele seiner Geschlechtsgenossen, die in solche schmuddeligen Fälle verstrickt sind, hat der liebe Justin immerhin nicht versucht, sich mit irgendwelchen »plötzlichen Erinnerungslücken« (nach nur 18 Jahren!) herauszureden. Als vorbildlicher Staatsbürger und proaktiver Feminilist wusste er schon zur damaligen Tatzeit nur zu gut, dass sein Verhalten gegenüber der Journalistin höchst unangemessen und wahrscheinlich sogar frauenfeindlich war. Deshalb hatte sich Trudeau auch gleich am nächsten Tag bei Frau Knight lang und breit entschuldigt. Es ist ausschließlich der Güte und dem Großmut der Frau Knight zu verdanken, dass Justin weiter Kanadas oberster Feminist sein darf, denn sie will auf eine mediale oder gerichtliche Aufarbeitung der delikaten Angelegenheit verzichten.

Rein sexrechtlich betrachtet, steht Trudeau jezz auf einer Stufe mit seinen Lieblingsfeinden Donald Trump und Harvey Weinstein. Wer hätte das gedacht? Momentan dürften so einige Trudeau-Starposter aus feministischen FrauInnen-WGs fliegen, soviel ist mal klar. Auch die bisherigen Sympathiebekundungen wie »Justin, ich will ein feministisches Kind von dir!« oder feministische Schlüpfer und angekokelte BHs, die bei seinen öffentlichen Reden sonst regelmäßig auf die Bühne regnen, dürften von jezz an der Vergangenheit angehören. Denn bisher galt der geleckte Premier immer als »sexiest feminist alife« in feminilistischen Kreisen. Er war stets ein leuchtendes Vorbild für einen frauenzentrierten Schmusekurs – und jezz das! Dass er z.B. seine Regierung zur überwiegenden Hälfte mit Frauen bestückt hat, erscheint nun im Lichte dieser neuen, alten Vorwürfe wie eine einzige Heuchelei und eine gigantische Vertuschungsmaßnahme. Da hilft es auch nicht, dass Trudeau aus reiner Solidarität und aus Reue seine nächsten zehn Palavermentsreden nur mit einem »Pussy Hat« bekleidet halten will.

Dass Trudeau letztendlich doch nicht von seinen patriarchalischen Gewohnheiten lassen kann, erkennt man auch gut an seinen kläglichen Rechtfertigungsversuchen:

„Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich in irgendeiner Weise unangemessen verhalten habe, aber ich respektiere die Tatsache, dass jemand das anders aufgefasst haben mag“, sagte Trudeau.


Gefühle! Männer und Gefühle! Das kennt man ja. Und es war klar: Dass er damals bei seinen unappetitlichen Annäherungsversuchen angeblich nicht gewusst haben will, welches »posttraumatische Belästigungssyndrom« (oder wie das heißt) er bei seinem Sex-Opfer auslöst, ist genauso gelogen. Sonst hätte er sich doch nicht gleich am nächsten Tag für sein Verhalten entschudigt, gelle. Nein, die ganze Sachlage unterstützt hier einmal mehr die Erkenntnis, dass den #metoo-geschädigten Frauen auf jeden Fall vollumfänglich geglaubt werden muss, egal was so ein mutmaßlicher Täter behauptet.

Ein kleines wuschiges Update

Der angenehm ruhige und sachliche Youtuber »Asian Boss« hat wieder mal zugeschlagen. Nach seinem Interview mit einer ehemaligen Porno-Actrice unterhält er sich in diesem Gespräch mit einem ehemaligen männlichen Pornstar. Auch interessant! Leider erklärt der nette ältere Porno-Herr nicht, warum in älteren japanischen Schmuddelfilmchen die interessanten Körperteile so oft verpixelt sind. Bevor ihr Ferkelchen aber was Falsches denkt: Natürlich interessiert mich ausschließlich die technische Umsetzung, ist ja klar. Wenn ich mich nämlich recht entsinne, ist das Setzen von Blurr-Trackern in Filmen mitunter eine ziemlich lästige Angelegenheit, wenn nicht sogar eine Strafarbeit. Denn bekanntlich wackeln und zappeln die Motive in diesen feuchten Erzeugnissen quasi aus Prinzip ständig rum und der verpixelnde Layer muss dauernd nachgeführt werden. Der arme japanische Cutter!

Übrigens meint Google neuerdings, dass man die beiden Interviews nur noch mit einem erwachsenen Benutzerkonto ansehen darf. Von mir aus.

 

Dicke Luft in Hamburg

Diesmal aber ganz dieselfrei: In HH hängt momentan bei den Strafverfolgern der Haussegen schief, weil die Justizbehörde bei der Suche nach dringend benötigtem Nachwuchs »männliche Bewerber bei gleicher Eignung bevorzugen will« (kein Schreibfehler). In der Hamburger Justiz arbeiten nach vielen Jahren der Frauenbevorzugung inzwischen anscheinend immer weniger Männer. Die Juristen und die Personaler dort sind der ungewohnten Meinung, die gesetzlichen Gleichstellungsvorgaben bei entsprechender Sachlage eben auch andersrum – geschlechtsunabhängig – anwenden zu müssen. Klingt irgendwie plausibel, doch. Aber der berüchtigte »Juristinnenbund (djb)« hat natürlich dazu ein völlig andere Meinung und unterstellt den hamburger Kollegen sofort einen groben Verstoß gegen das geliebte Grundgesetz. Alarm!

Denn selbst wenn die Tüpen in bestimmten Bereichen mal ausnahmsweise unterrepräsentiert sind, so die djb-Vollzeitfeministin Maria Werdig sinngemäß, sind die Frauen immer noch weitaus benachteiligter als die Männer! Das liegt an der sog. »strukturellen Benachteiligung«, die aber nur für Frauen erhältlich ist. Für die Kerle gibt es das nicht. Dr. Martin Heidebach von der Uni München ist sogar der Auffassung, dass immer dort, wo es weniger Frauen gibt, ganz automatisch von dieser »strukturellen Benachteiligung« ausgegangen werden muss, während die Tüpen erstmal lang und breit beweisen müssen, dass auch sie von einer »strukturellen Benachteiligung« befallen sind. Das klingt jezz allerdings nicht besonders plausibel, eher dämlich.

Aufgekratzt disputiert man nun vor allem zweierlei hin und her (siehe dazu auch die lebhaften Leserkommentare). Erstens: Was soll überhaupt »strukturelle Benachteiligung« sein und darf man sie zweitens einfach als nachträgliches, stilprägendes Prinzip den grundgesetzlichen Vorgaben zur Gleichstellung unterschieben? Denn von »struktureller Benachteiligung« steht leider bisher rein gar nix im geliebten Grundgesetz. Niemand weiß auch so recht, was sie denn nun bedeuten soll – und wenn ihr bei »struktureller Benachteiligung« spontan an eine falsch verklebte Raufasertapete denkt, dann habt ihr wahrscheinlich ungefähr denselben Kenntnisstand wie Frau Werdig, Dr. Heidebach oder ich. Denn es gibt ja bekanntlich nichts in unserem schönen Land, das Frauen nicht genauso wie Männer anstreben könnten. Außer beim akuten Mutterschutz wüsste ich keine Gesetze, die den Frauen bestimmte (schwere) Tätigkeiten untersagen.

Manchmal bedeutet »strukturelle Benachteiligung« (glaube ich), dass Frauen dauernd von der Gesellschaft zum Kinderkriegen gezwungen werden und deshalb im Beruf nicht vorwärts kommen. So was in der Art. Strukturelle Benachteiligung! Nicht, dass es im feminilistischen Diskurs noch nie künstlich aufgeladene Buzzwords gegeben hätte, ach was. Typische »Herrschaftssprache«! Gibt es eigentlich kein Spray dagegen?

Abgesehen von der albernen Frage, ob denn nun die männliche »strukturelle Benachteiligung« grundgesetzwidrig ist, die weibliche aber grundgesetzkonform, unterstellt Heidebach der hamburger Justizbehörde, dass sie nur deshalb soviel Wind machen, weil sie einfach keine Männer finden, die bei ihnen arbeiten wollen – also aus küchenpsychologischen Gründen. Eigentlich wäre das aber eine durchaus spannende Frage, ob die Männers vielleicht solche »grundschulisierten« Quotenhöllen wie die hamburger Justiz instinktiv lieber meiden. An den Grundschulen ist der Trend zu einer vollständigen Verweiblichung des Lehrpersonals scheinbar nicht umkehrbar. Komischerweise will kaum ein Mann dort der berühmte »Hahn im Korb« sein.

 


Kategorie: Male, Female

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20.09.2018

Das stimmt nicht. Es sind vor allem die Feminilistinnen selbst, die sich in einer österreichischen...

Kat: Male, Female, Kultur, Politik, Gesellschaft
12.09.2018

Flintenuschi bläst wegen eines Noch-Nichtereignisses schon mal die Backen auf.

Kat: Politik, Gesellschaft
05.09.2018

Ein offensichtlicher Trugschluss: Die AfD hat die SPD schon mal auf den dritten Platz verdrängt.

Kat: Male, Female, Politik, Gesellschaft
28.08.2018

Die Politik ist ganz doll betroffen von der Randale in Chemnitz. Ach was.

Kat: Politik, Gesellschaft
21.08.2018

Die Initiatorin der #metoo-Kampagne Asia Argento hat sich selber als Vergewaltigerin bloßgestellt.

Kat: Male, Female