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»Ich kann mit dieser Frau nicht mehr arbeiten«

04.07.2018

Da ist Seehofer nicht der einzige.

Ich stelle fest: Die letzte Bundestagswahl ist nun etwa ein dreiviertel Jahr her und immer noch machen die Eingebildeten in Berlin den Eindruck, als müssten sie sich über Grundsätzliches und Fundamentales auseinandersetzen, als wäre der Berg an Arbeit, den sie gefälligst zu bewältigen haben, schlichtweg nicht existent: Mietpreise, Tagelöhnerei, Infrastrukturprobleme und vor allem eben eine dezidierte Einwanderungspolitik, die den Namen auch verdient – etwa nach kanadischem Vorbild. Das, was Seehofer und Merkel in den letzten Wochen aufgelegt haben, ist ja im Grunde keine Würdigung wert. In jeder halbwegs funktionierenden Firma hätte man sie schon längst wegen Unfähigkeit an die Luft gesetzt.

Die paar müden »Kompromisse« zur neuerlichen Flüchtlingsdiskussion, mit denen uns diese Blitzlichthelden medial sedieren wollen, funktionieren nach dem aktuellen Stand der Dinge lediglich auf dem Papier. Das, worauf sich Merkel momentan einen abfeiert und monströs was einbildet, existiert nur in ihrer Fantasie. Die gesamte Veranstaltung, angefangen von aufgekratzten Einzelinterviews bis hin zum grandiosen EU-Schnittchen-Gipfel kann man getrost unter Geschwafel verbuchen.

Ständig redet man von »Asylanten« und meint eigentlich »Wirtschaftsflüchtlinge«. Dazu mal folgendes kleines Beispiel: In einer Sendung (weiß nicht mehr wo) ging es um Nigeria. Nigeria ist eigentlich ein reiches Land, es hat vor allem Ölvorkommen. An der Ausbeutung der Ölfelder sind die üblichen Großkonzerne wie Shell, Exxon, Total usw. beteiligt. Die einheimische Bevölkerung wurde von diesem Boom völlig überrannt, ohne allerdings von dem wachsenden Profit in ihrem Land etwas zu haben. Nicht nur finden sie keine Jobs mehr dort, wo sich die Multis ausgebreitet haben. Ihre Umwelt ist durch die großen Industrien verseucht und sie können nicht mal mehr fischen gehen, so wie sie es seit Generationen gemacht haben. Die Folge ist, dass viele sich inzwischen der Piraterie verschrieben haben. Man entführt vorzugsweise westliche Personen, um anschließend hohe Lösegelder zu erpressen. Die Reportage vermeldete außerdem, dass die Multis für Sicherheitsmaßnahmen gegen Piraterie eine Million Euro ausgeben – pro Monat. Diese Summe stattdessen in lokale Strukturmaßnahmen zu investieren, ist scheinbar indiskutabel.

So geht das vielfach, etwa beim Überschwemmen der afrikanischen Bauernmärkte mit subventionierten europäischen Agrarprodukten oder den international operierenden Fischfangflotten vor Somalia.

Da Frau Merkel und ihr Hofstaat nicht erst seit gestern Regierungsluft schnuppern, dürfte das den Hochwohlgeborenen in Berlin und anderswo sehr wohl bekannt sein. Ansonsten wären sie noch sehr viel ignoranter, als sie sowieso schon daher kommen. Jeder versteht, dass Menschen, die in derart prekären Situationen leben, sich Ausweichmöglichkeiten wie eben eine riskante Überfahrt von Libyen nach Europa suchen. Man kann es ihnen nicht einmal verdenken, zumal wenn die hiesige Politik lauthals »Wir schaffen das« durch die Welt posaunt. Das alles hat allerdings nichts mit »Asyl« im ursprünglichen Sinn zu tun. Und auf die offensichtlichen Widersprüche dieser Zusammenhänge hinzuweisen, ist noch lange kein »Rassismus«.

In der Summe betreibt also vor allem die linke Szene, die ja mit spastisch-geifernden Nazi-Vergleichen beim Flüchtlingsthema niemals spart, mit ihrem emotionsgetriebenen Asyl-Theater letztlich die PR-Arbeit der Großkonzerne. Nicht nur lenkt das wunderbar ab von den ganzen Elendsquartieren in anderen Teilen der Welt. Man spielt vielmehr den Global Playern hierzulande in die Hände, die sich nichts mehr wünschen als ein leicht handhabbares Lumpenproletariat, das beliebig eingesetzt werden kann und sei es nur als Angstfaktor für momentane Noch-Arbeitsplatzinhaber. Das hat System: Amazon errichtet z.B. seine Versandhäuser niemals in großen Ballungszentren, sondern immer nur dort, wo die Arbeitsmarktsituation angespannt ist und damit Lohndrückerei auf keine großen Widerstände stößt. Die lokale (provinzielle) Politik findet das natürlich wegen der Steuereinnahmen prima, auch wenn ihnen die örtlichen Einzelhändler wie die Fliegen wegsterben und die Kleinstädte und Gemeinden langfristig zu Geisterstädten werden. Man kann niemandem verbieten, bei Amazon zu kaufen, eine Zierde ist es aber ganz sicher nicht.

Wo sind eigentlich die ganzen Linken hin, die früher mal in größeren Zusammenhängen denken konnten? Man hat es heutzutage höchstens noch mit Salonrevoluzzern vom Schlage dieses nervtötenden Augsteins (Spülgel-Erbe und Berufssohn) oder einer infantilen Frau Göring-Göring zu tun, deren kleingeistige, selbstgerechte Spießigkeit einem schon aus zehn Kilometer entgegen müffelt. Oder, um es mit den Worten von Paul Joseph Watson auszudrücken: Progressivität ist inzwischen zur Kernmarke der vermeintlich »rechten« Bewegungen geworden – selbst wenn man die vielen offensichtlichen Irrtürmer ebendort mit einrechnet. Den ursprünglich mal so hippen und weltoffenen linken Gehirnen reicht inzwischen scheinbar die Knibbelfolie aus einem Versandkarton aus, um mit sich und der Welt im Reinen zu sein.

So betrachtet, klingt es geradezu wie ein Fanal, dass die SPD nach dem wochenlangen Seehofer-/Merkel-Geschacher auch noch ihren politischen Senf dazu geben will. Immerhin sind sie Koalitionspartner und ihre größte Sorge ist, dass sie sich bei diesen aufgepeitschten Fragen irgendwie übergangen fühlen. Na prima. Statt aufs Gas zu drücken und sich endlich, endlich, nach Jahren und Jahrzehnten, für eine tragfähige Migrationspolitik stark zu machen, die das Land tatsächlich weiterbringt, dürfen wir uns mal wieder über die mimosenhaften Empfindlichkeiten von Frau Nahles bzw. Olaf »Locke« Scholz wegen ihrer Bildschirmpräsenz Gedanken machen. Es ist kaum auszuhalten.

Einer lieben Kollegin, selbst ein Alt-Hippie und anfänglich voll im Refugees-Delirium gefangen, kamen neulich Zweifel. Sie wollte von mir wissen, was ich von Sarah Wagenknecht und ihrer Rede auf dem Linken-Parteitag halte. Offensichtlich dämmerte ihr, dass Frau Wagenknecht mit ihrer fundierten Meinung und ihrer Kritik an den hirnlosen »Asyl, Asyl«-Propagandisten in ihren eigenen Reihen den Finger in die Wunder gelegt hatte. Da meine Kollegin selber ungarischer Abstammung ist, kamen wir auch schnell auf Herrn Orban und dessen Demokratieverständnis, sowie auf einen gewissen Herrn Soros. Was ich sagen will: Sogar der selbstgerechteste Linke kann, wenn er fünf Minuten nachdenkt, geradezu gerichtsfest erkennen, dass die geliebte Regierung und ihre linksradikalen Fußtruppen uns alle nur verarschen: Die Hilfsbereiten, die Asylanten, die Lohnabhängigen, einfach alle. Aber, so klärte ich sie außerdem auf, es liegt auch daran, dass eine Bluse bei C&A oder H&M manchmal nur 9,99 Euro kostet. Das kann nicht fair sein. Natürlich kann man niemandem verbieten, so was zu kaufen. Natürlich. Aber sich dann über angeblichen Rassismus zu echauffieren, ist ziemlich hohl. Blusen für nicht mal zehn Euro sind Rassismus.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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