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Fluch des Barbossa

29.03.2018

Geoffrey Rush setzt sich gegen #metoo-Anschuldigungen zur Wehr.

Laterne

Geoffrey?

Von Geoffrey Rush heißt es, er sei ein so guter Schauspieler, dass er sogar eine Straßenlaterne überzeugend darstellen könnte. Das stimmt! Die meisten werden ihn aber als Captain Barbossa aus »Fluch der Karibik« oder als königlicher Sprachtherapeut mit Colin Firth in »The King's Speech« kennen.

Der australische Daily Telegraph in Sidney vom Rubert Murdoch Konzern hatte dem vielfach ausgezeichneten »Mimoplastiker« (Danke, Narrowitsch) vorgeworfen, in 2016 während einer Aufführung von »King Lear« in Sidney eine der Hauptdarstellerinnen »unangemessen berührt« zu haben. Das Lügenblatt behauptete außerdem, dass die Sydney Theatre Company (STC) sich daraufhin von Rush getrennt habe. Die »World Socialist Web Site« schreibt dazu:

Innerhalb weniger Tage wurde Rush dazu gedrängt, sein Amt als Präsident der Australian Academy of Cinema and Television Arts (AACTA) niederzulegen. Von der Eröffnung der Preisverleihung der AACTA wurde er kurzerhand ausgeschlossen.


Zum Glück sind sie bei Rush offensichtlich an den Falschen geraten, denn der hat den Telegraph kurzerhand wegen Rufschädigung verklagt. Harrharr. Die Ausrede des Telegraph zum Sachverhalt berief sich auf den sog. »Qualified Privilege«-Rechts­maß­stab, nachdem Journalisten für derartige Lügen nicht belangt werden können, solange sie eben (ganz ehrlich jezz) genau das glauben, was sie da gerade durch die Gegend lügen. Sachma, wer denkt sich denn so eine dämliche Bestimmung aus? So einen Persilschein hätte ich dann bitte auch gerne. Offensichtlich ist da bei einigen Leuten in Australien das Gehirn ausgetrocknet.

Herr Rush dürfte allerdings in dem Fall am längeren Hebel sitzen. Die von dem Schundblatt erhobenen Vorwürfe sind inzwischen von einem Richter bis auf einen Punkt allesamt als völlig gaga erklärt worden (natürlich in hübscher Juristen-Prosa formuliert). Der einzige strittige Punkt gegen Geoffrey Rush bestand in seiner Forderung, jeglichen Bericht über diese Posse zu unterbinden. Dem hat der Richter widersprochen, solange die Reportagen ausgewogen und ausreichend recherchiert sind. Das könnte übrigens für die Zeitung und insbesondere den Autor Jonathon Moran (sollte sich lieber in Jonathan Moron umtaufen lassen) am Ende teuer werden. Denn Rush dürfte aus seinen Einkünften mit Blockbustern inzwischen eine ordentliche Stange Geld angesammelt haben. Er ist also, was langwierige juristische Raufereien betrifft, gut vorbereitet. »Hängt sie höher!« hätte mein Kollege jezz bestimmt spontan gesagt.

 

Ware Nachricht

Was mich persönlich allerdings ziemlich verwirrt, ist z.B. die Frage, wer hier nun die Guten und wer die Bösen sind. Denn der erzkonservative Indoktrinator Rupert Murdoch mit seinem Daily Telegraph kann doch eigentlich gar kein Interesse daran haben, eine ursprünglich linke (weil feministische) Protestkampagne wie #metoo indirekt oder direkt zu unterstützen. Die »Old White Boys«, Machos und Patriarchen vermutet man doch traditionell eher in Murdochs Kreisen und nicht bei einem allseits beliebten Gaukler. Könnte möglicherweise die eigentliche Nachricht hinter der Nachricht »Aber die Auflagenzahlen!« lauten?

Und warum eigentlich veröffentlichen ausgerechnet die weltweiten Sozialisten einen solchen Artikel, der den profanen Fakten noch einiges an Galle über das gesamte #metoo-Geschnatter hinzufügt? Möglicherweise löste die drastische Degradierung ihrer Website in den Suchergebnisse bei Google vor einigen Wochen diesen Paradigmenwechsel aus (dazu haben sie dort auch einige Artikel). Das ist für eine sozialistische Website einigermaßen beachtlich, denn gerade die feministischen Dogmen galten den Linken doch bisher als sakrosant. Vielleicht hat sich seit #metoo auch bei vielen bisher blauäugigen Jasagern und Einzelfall-Predigern die Erkenntnis durchgesetzt, dass mit den vielen willkürlichen Falsch-, Viertel-, Halb- und Ganzbeschuldigungen die Büchse der Pandorra geöffnet wurde.

Wenn man sich jedenfalls mal nicht vom typisch bedeutungsschwangeren Sozen-Vokabular blenden lässt, dann ist an ihren Vorwürfen, #metoo sei »reaktionär« und »eine Spaltung der Arbeiterklasse« sogar durchaus was dran. Na also, geht doch! Ich freue mich über jedes noch so kleine Licht, dass den ganzen Kleingeistern, Dogmatikern, Spaßverderbern und Selbsthassern aufgeht. Ehrlich!

Aus dem Artikel könnte sogar unsere Linke (also die Partei) einiges an Gründen heraus lesen, warum »Die Linke« u.a. nicht wählbar ist. Es liegt noch nicht mal ausschließlich am Thema »Feminismus« selbst, sondern vielmehr am faschistoiden Geist, der solche Plagen wie den Feminismus antreibt und desaströse Schneisen in die Diskursfähigkeit einer jeden Partei schneidet: Der Fanatismus. Das Dumme ist nur, man kann mit Fanatikern nicht großartig diskutieren. Funktioniert nicht, denn sonst wären sie ja nicht fanatisch. Fanatismus ist das Königreich der Dummen.

 

Pornhub Premium Places

Irgendwie ist Pornhub ein knuffiger Haufen. Nicht nur veröffentlichen sie einmal im Jahr (um Weihnachten rum, meine ich) ausführliche Statistiken über die Besucher ihrer Website und deren Interessen. Das ist sehr unterhaltsam, wie ich finde. Außerdem bildet es: Wo sonst kann man lernen, welche Sexgewohnheiten die Menschen in Europa oder in Polynesien haben? Vielleicht ist dieses Wissen sogar irgendwann einmal lebensrettend, wer weiß. Auch die Werbeanzeigen von Pornhub sind meistens pfiffig aufgezogen. Man kann sie auf Youtube meistens nur mit einem erwachsenen Konto angucken (wie auch das unten verlinkte Video).

In ihrer neuesten Kampagne geht es um Ortsnamen, die im Englischen einen schmuddeligen Sound haben, etwa »Cocking (England)«, »Pussy (Frankreich)«, »Petting (Bayern)« oder »Fucking (Österreich)«. Als symbolischer Ausgleich für die genervten Eingeborenen der schlüpfrigen Gemeinden, die den Spott ihrer giggelnden Zeitgenossen ertragen müssen oder mit ständig abmontierten Ortsschildern zu kämpfen haben, hat Pornhub diese Ortschaften nun zu »Pornhub Premium Places« geadelt. Ob's den Leutchen hilft? Wahrscheinlich nicht. Eines muss man aber zugeben: Pornhub hat die richtige Werbeagentur.

 

Pornostudie

Jaja, ich weiß: Immer diese Trash-Themen, aber einen muss ich noch loswerden, sozusagen ein Service-Tipp für unsere armen Studenten im Ruhrgebiet. An der Uni Duisburg/Essen kann man sich nämlich ab sofort auf Pornosucht untersuchen lassen (impfen auch?). Aber nur heterosexuelle Männer über 18 Jahre dürfen sich für die Teilnahme an der wissenschaftlichen Pornostudie bewerben, sonst niemand. Das hört sich jezz aber leicht frauen-, schwulen-, trans-, bi- und möglicherweise behindertenfeindlich an, muss ich sagen! Näheres zu der Studie berichtet »Der Westen«. Einweghandschuhe und Kosmetiktücher bereithalten!

Hm. Also, die Aufwandsentschädigung reicht leider nicht mal für den Besuch einer Nachtbar oder für ein anständiges Doppelbettzimmer, muss ich feststellen.

Die Untersuchung ist in mehrere Phasen gegliedert, die letzte beinhaltet sogar eine Untersuchung der Gehirnaktivität (fMRT-Analyse). Wie muss man sich denn das plastisch vorstellen? Keine Ahnung: Das Prozedere ist anscheinend so geheim, dass Studienleiter Prof. Brand nichts davon vorab verraten will. Vielleicht ist es sogar »nicht jugendfrei«? Och nö, das will ich dann doch lieber nicht wissen. Komisch, Pornostudien sind für mich persönlich ganz spontan und plötzlich ein Stück weit uninteressanter geworden, merke ich gerade.

Geruhsame Ostertage!

 


Kategorie: Male, Female

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