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Am gleichsten

11.05.2018

TV-Feministin klagt auf besserere Bezahlung und scheitert.

Neulich schrieb mir die Stadtmensch-Rechtsabteilung, dass entgegen meiner großspurigen Behauptung, es gäbe schon sehr lange keine Gerüchtsprozesse wegen ungleicher Bezahlung aufgrund des Geschlechts mehr, durchaus immer noch genau solche juristischen Balgereien stattfinden. Das stimmt latürnich grundsätzlich. Mir ging es um jene Prozesse, in denen außer dem Geschlecht kein anderes Kriterium für eine ungleiche Bezahlung existiert; wie z.B. Betriebszugehörigkeit, Zusatzausbildungen oder Mehrarbeit. Die gibt es tatsächlich schon lange nicht mehr. Immerhin generieren die Feministas aus dem Ignorieren eben solcher Detailaspekte wie Kinderwünsche, Teilzeitarbeit u.a.m. ihre ominöse »strukturelle Benachteiligung«, also eines der zugleich populärsten wie auch hohlsten Buzzwords der staatlich-feministischen Propaganda.

Jüngstes Beispiel für eine sexistisch motivierte ungleiche Bezahlung mit gerichtlicher Würdigung ist das schwere Los der ZDF-Reporterin Birte Meier (Frontal 21), über das mir mein Leser berichtet. Die Reporterin hatte festgestellt, dass sie als freie Mitarbeiterin des ZDF wesentlich schlechter entlohnt wurde als ein fest angestellter Mitarbeiter, obwohl beide eine »gleichwertige« Arbeit machten. Um ihren Argumenten gegen die Ungleichbehandlung das nötige gerichtliche Gewicht zu verleihen, ersann sie mit ihrem Anwaltsteam eine sagenhaft große, fünfhundert Seiten starke Klageschrift gegen die sexistischen Gehaltsstrukturen im ZDF (»Mit dem Zweiten schläft man besser«).

Leider stieß sie mit diesem feminilistischen Übereifer beim berliner Arbeitsrichter Michael Ernst auf einen ausgesprochen störrischen juristischen Erbsenzähler, der strikt nach den Buchstaben des Gesetzes bzw. nach den Vereinbarungen in offziellen Vertragstexten vorgeht und weniger nach dem momentanen Empörungsgrad der Klageführerin oder dem aktuellen Zeitgeist. Glücklicherweise ist das genau sein Job. Ernst befand u.a., dass eine »freie Mitarbeit« eben auch davon gekennzeichnet ist, dass die artgerechte Entlohnung frei verhandelt wird. Es hängt bei soviel Freiheit leider auch stark vom Verhandlungsgeschick ab, wie gut oder wie schlecht sich die Journalistin bei Gehaltsfragen verkauft. Einen Frauenbonus dafür zu verlangen, dass sich die werte Reporterin dummerweise bei den Gehaltsverhandlungen suboptimal entschieden hat, wäre sogar ein bisschen frauenfeindlich. Denn man müsste ja annehmen, dass ZDF-Reporterinnen vielleicht zu blöd sind, um sich bei solchen Feilschereien gewinnbringend in Szene zu setzen.

»Sind Frauen zu blöd für Verträge?« ist übrigens der Arbeitstitel einer neuen geplanten Reihe bei Frontal 21. Und auch die geliebte Bundesregierung überlegt, ob bei Vertragsabschlüssen von Frauen zukünftig immer der Ehemann (wahlweise Vater, Bruder oder Onkel) mit anwesend sein muss. Alles andere wäre ja sonst potenziell voll ungerecht und gemein den armen Frauen gegenüber!

Unterdessen springt die Anwaltskanzlei von Frau Meier im Dreieck vor Entrüstung angesichts des ergangenen Urteils. Ihren Befangenheitsantrag haben sie zwar zurückgezogen, aber dennoch listen sie auf ihrer Internetseite akribisch auf, was für ein schlimmer Finger Richter Ernst in dieser Angelegenheit doch ist. Nun will man bis zum Jüngsten Gerücht klagen, um diesen patriarchalen Affront endlich niederzuringen. Gleichzeitig soll eine Beschwerde an das Oberkommando der Sternenflotte rausgehen. Man darf also gespannt sein.

Auch die Presse ist von dem Urteil hellauf begeistert und freut sich auf klickzahlenstarke Schlagzeilen. Um dem Vorgang noch ein wenig moralinsauren Drall mitzugeben, zitiert z.B. die BZ Richter Ernst beim Anblick der romanartigen Klageschrift mit dem sarkastischen Satz: »Mein Freund, der Baum, ist tot« – damit auch jeder BZ-Konsument sofort weiß, wie ignorant ein deutscher Richter gegenüber dem grundguten Feminilismus tickt.

Immerhin erfährt man in dem BZ-Artikel, dass Prozesse um eine ungleiche Bezahlung aufgrund des Geschlechts eher zu den exotischen Anlässen bei deutschen Gerichten zählen. Hm. Nach all den Jahrzehnten, in denen uns der sagenumwobene 21-%-Lohnunterschied als unausrottbarer sexistischer Skandal höchster Güte vorgehalten wurde, gibt es also kaum Klagen gegen diese Geißel? Das spricht jezz allerdings nicht gerade für eine gute Öffentlichkeitsarbeit des Feminilismus, eher im Gegenteil. PR können sie demnach auch nicht. Entweder sind die magischen »21 Prozent« oder aber die (einklagbare) Relevanz für die Mehrzahl der Arbeitsverhältnisse erlogen. Ich tippe auf beides.

Wer mag, kann sich die akribische Urteilsbegründung hier noch einmal ansehen. Die Länge von 26 Seiten in bestem Jura-Slang wird wohl für die meisten Leser eher abschreckend sein. Aber Judge Ernest hat diese Groteske und damit auch die Klägerin eben ernstgenommen, so wie es sein Arbeitsvertrag und seine Integrität als wahrer Gentleman und Richter im Namen des Volkes halt verlangen. Seid froh, dass ich hier nicht die redundanten 500 Seiten der Klageschrift verlinke! Aber keine Angst, es heißt ja nicht »Unmensch-Chronicles.de«. Obwohl, manchmal...

Danke an meinen Infogeber!

 

Ach du liebe Zeit

Manchmal führt mich mein Newsreader unabsichtlich auf Webseiten, die ich eigentlich nie mehr lesen wollte; z.B. auf das stramm feministische Online-Angebot der »Zeit«. Dieses Mal blamierten sie sich mit dem martialischen Artikel »Die Sünde der Frau • Wer eigenwillig ist, wird bestraft«. Darin geht es um ein ziemlich dünnes, sage und schreibe 90 Seiten schwaches Büchlein der Autorin Connie Palmen, die behauptet, dass »Frauen, die sich Konventionen verweigern«, von der Gesellschaft »zerstört werden«. Boah, schlimm!

Ganze vier (angeblich geniale) Frauen (Marilyn Monroe, Patricia Highsmith, Marguerite Duras und Jane Bowles), die allesamt irgendwann in ihrem Leben grandios gescheitert sind, reichen Palmen, um daraus die Weltformel fürs Frausein abzuleiten. Die Zeit-Autorin Eva Biringer formuliert das so: »In einer patriarchalen Welt ist kein Platz für weibliche Genies«.

Aber halt, nach dieser Formel wäre doch z.B. unsere geliebte Bundeskanzlerin... nicht so genial. Überhaupt: Sofern das tragische (physische) Scheitern einer Frau das Hauptkriterium für ihre unerkannte Genialität darstellt, ist Genialität unter Frauen doch eher in überschaubaren Mengen vorhanden. Was desaströse Lebensentwürfe sowie ihr episches Scheitern anbelangt, drängeln sich vielmehr die Männer mal wieder frech in den Vordergrund, z.B. bei den Selbstmordraten. Aber es besteht Hoffnung für die Femis: Nach meiner Erinnerung nehmen Phänomene wie Komasaufen und Drogenexzesse gerade bei Frauen exorbitant zu.

Natürlich spielt die Situation des schwächelnden Geschlechts namens »Männer« in dem Artikel keine große Rolle; wir sind hier schließlich bei der »Zeit«, da müssen Artikel immer »Safe Space«-kompatibel sein. Außerdem zitiert Referentin Biringer die Buchautorin Palmen aus Versehen für ihre Verhältnisse sogar einigermaßen männerfreundlich:

Für Männer ist Einsamkeit von Heroik und Souveränität umgeben – the lone ranger, der Rebell, der Säulenheilige, Jesus Christus. Wenn aber eine Frau der Gemeinschaft den Rücken kehrt und die Einsamkeit sucht, ist von Heldentum, Aufstand oder Autonomie keine Rede. Eine Frau, die sich nicht an ihre natürliche Bestimmung hält, verrät die Gebote der Erhaltung des Lebens und der Sicherung des Fortbestands der Menschheit.


Daran erkennt man: Männer lieben männliche Vorbilder, Frauen aber auch. Die ganze Welt liebt sie, egal was die Systemmedien schreiben. Helden sind übrigens die, die anderen Mitmenschen für gewöhnlich den Arsch retten; Männern wie Frauen. Die »natürliche Bestimmung der Frau« aka Kinderkriegen ist dagegen weltweit gesehen momentan eher kontraproduktiv für emanzipatorische Entwicklungsschübe. Die »Sicherung des Fortbestands der Menschheit« als Alleinstellungsmerkmal im antipatriarchalen Kampf zu heroisieren, könnte sich als Trugschluss erweisen. Männer finden positive Schwangerschaftstests oft eher beängstigend als euphorisierend. Als meta-emotionales Druckmittel ist davon abzuraten.

Es könnte womöglich sogar gute Gründe für diese komische Menschheit geben, die Verweigerung der Mutterschaft für eine ganze Weile stillschweigend zu akzeptieren. Das passiert ja auch derzeit vor allem in westlich geprägten Wohl­stands­gesell­schaften. Was die Frauen mit ihren gewonnenen Ressourcen letztendlich anstellen, kann und darf nicht das Problem der Männer sein. Das wäre ja frauenfeindlich.

Aber danke, dass ihr uns mit Jesus Christus, Lone Ranger, James Dean usw. in einer »heroischen und souveränen« Reihe nennt. Da wolln wir normalen Tüpen mal nicht widersprechen, was?

Amüsant ist auch mal wieder der angeschlossene Kommentarbereich unter dem Artikel. Ich muss schon sagen, der Job als Forenadmin bei der »Zeit« ist echte Akkordarbeit. Fast jeder dritte Kommentar scheitert an den feminismusfesten Zensoren der »Zeit«. Seit meinem vorletzten Besuch vor einigen Monden hat sich bei der Floskeldichte, mit der die »Zeit« feminilismuskritische Kommentare eliminiert, sogar ein bisschen was getan. Die Phrasen, mit denen man unliebsamen Meinungen entgegen tritt, sind etwas zahlreicher als noch vor einiger Zeit. »Sie haben sich vor dem Kommentieren den Mund nicht mit Seife ausgewaschen. Bitte verzichten Sie auf feminismuskritische Polemik« fehlt da allerdings noch. Man kann aber ohne Übertreibung sagen, dass das Moderieren der Kommentarfunktion inzwischen sehr viel mehr Ressourcen und damit Betriebsmittel verschlingt als das reine Schreiben der Artikel. Also, wenn ich Wirtschaftsprüfer wäre...


Kategorie: Male, Female

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