Header

Artikel Detailansicht

< Forderungen!
   

Feuchte grüne Träume

15.10.2018

Wieso haben eigentlich die Grünen bei der bayerischen Landtagswahl so abgesahnt?

Das Wahlergebnis von gestern hatte ja durchaus ein paar Knaller: Neben der völligen Marginalisierung der Nahles-SPD und dem verlorenen CSU-Ewigkeitsanspruch in bayerischen Amtsstuben haben vor allem die Grünen hinzu gewonnen. Das bringt so einige Kommentatoren in der Presse dazu, dieser Partei nun aber endlich das Attribut »Volkspartei« anzudichten.

Außerdem, so findet z.B. Oneliner Jakob Augstein bei Spülgel-Online, sei jezz sofort das Ende des Migrationsproblems auszurufen: Es geht nicht um die Migration, ihr Trottel, schwadroniert er einmal mehr in seiner geerbten Kolumne. Derlei beleidigende »Komplimente« an die Adresse aller Bedenkenträger außerhalb des grünen Singsangs klingen überaus vertraut, denn außer wüsten Beschimpfungen hatte man auch bisher schon nichts Substanzielles vernommen. Zwar hat sich die CSU mit ihren Unsympathen Seehofer und Söder ein paar Lackschäden eingefahren, aber für eine grüne oder gar eine linke Revolution reicht es in Bayern dann noch nicht. Für den Berufssohn Augstein ist das alles irrelevant. Er möchte lediglich die AfD zum Schweigen verdammen, die – auch das ignoriert er großzügig – aus dem Stand auf ca. 10 % der bayerischen Wählerstimmen kommt. Soviel Anlauf wie seine geliebten Grünen hatten die nicht.

Was politische Integrität betrifft, muss man leider eher solche Figuren wie Augstein zu den »Trotteln« zählen. Denn das Migrationsproblem ist mitnichten gelöst, sondern läuft sich vielmehr gerade warm. Die allwissende UNO höchstselbst findet nämlich, dass Flüchtlinge ein ganz gewöhnliches Alltagsphänomen sind, welches nur deshalb noch nicht optimal als gesellschaftliches Steuerungselement funktioniert, weil es ungünstig von den Herrschenden kommuniziert wird. Das sähe man gerne als Alltagspolitik in den UNO-Mitgliedsstaaten etabliert.

Aber genau wie die Grünen besteht die UNO aus besserverdienenden Schaumschlägern, die dem Problem der Massenmigration gewöhnlich per Scheckbuch aus dem Weg gehen. Ihre Kinder schicken sie ab einem gewissen Migrantenanteil lieber auf Privatschulen und auf wundersame Weise bleiben ihre Spießerviertel von Wohncontainern stets verschont. Zur Not zieht man eben um, denn Mietpreisprobleme kennt man in diesen Kreisen sowieso nur aus der Zeitung. »Ihr schafft das schon«, ist hier die Devise.

Dass das Flüchtlingsthema inzwischen als Trottel-Thema nicht mehr ganz so dominant im Fokus steht, liegt nicht etwa an der unglaublichen Überzeugungsarbeit unseres linken Messiahs Jakob Augstein oder an den naiven, gutmenschelnden Grünen. Nein, die Gründe sind viel profaner; sie heißen Salvini (Italien) und Kurz (Österreich), mit einer Prise Seehofer und Orban (Ungarn).

Man orakelt sogar, dass es bei weniger Flüchtlingen auch interessanterweise weniger Tote im Mittelmeer gibt. In der Hochzeit der mediterranen »Rettungen« gab es jedenfalls mehr Tote zu beklagen als heute. Dass es Flüchtlingen in den Herkunftsländern dabei nicht gut geht, das wird schon so sein. Aber vielleicht sollte unsere geliebte Regierung einfach mal ihre Waffenexporte einfrieren, damit möglichst wenige Menschen aus solchen Konfliktgebieten überhaupt flüchten müssen. Nur so ein laienhafter Gedanke!

Grüne sind Kriegstreiber: Es gehört schon eine riesige Portion Ignoranz und Arroganz dazu, den ersten völkerrechtswidrigen deutschen Angriffskrieg seit 1945 anzuleiern, wie es 1999 in Jugoslawien ausgerechnet unter Schröder/Fischer passiert ist. Und das ist kein Ausrutscher, wie man den höchst emotionalisierten grünen Äußerungen zu den Themen Syrien, Ukraine und/oder Russland entnehmen kann. Es besteht kein Zweifel: Würde die NATO den Bündnisfall ausrufen, die Grünen wären an vorderster Stelle bei dessen Befürwortern. Natürlich können sie dabei nicht selber ins Feld ziehen, denn Grüne sind bekanntermaßen viel zu wichtig.

Grüne sind (wie die SPD) Sozialdarwinisten: Auch das geht auf das Konto der damaligen rotgrünen Bundesregierung. Der Umstand, weshalb es gewissen Kreisen in unserem Land so gut geht, ergibt sich aus der dauernden Drohkulisse »HartzIV« gegenüber einfachen Lohnabhängigen, aber nicht nur. Das Arbeitsaufkommen in Deutschland ist mitnichten in den letzten Jahren explodiert, sondern wurde lediglich extrem segmentiert. Aus Berufen, von denen man bis dahin »gut und gerne leben konnte« wurden unter der SPD-/Grünen-Fuchtel Minijobs, Werk- und Zeitverträge (teils mit unendlicher »Verlängerungsoption«) sowie Belegschafts-Ausgliederungen in Tochterfirmen mit gravierenden Einkommensverlusten für die Arbeitnehmer. Man schwadroniert vom »Fachkräftemangel«, möchte aber solche Fachkräfte am liebsten wie Tagelöhner bezahlen. Die so penetrant gelobte »Offenheit und Vielfalt« bei der Flüchtlingsfrage ist lediglich ein weiterer Hebel in diesem Zusammenhang.

Grüne sind ausgesprochen männerfeindlich. Sie verbieten Männern in ihrer Partei die Kandidatur, wenn nicht eine Frau konkurrenzlos vor ihnen gesetzt ist. Sie verbieten auf ihren diversen Treffen die freie Rede, wenn nicht genügend Frauen vor den Männern zu Wort kommen, auch wenn diese Frauen den viel geringeren Mitgliederanteil in ihrer Partei ausmachen. Und natürlich ist auch die grüne Spitzenkandidatin in Bayern von dem Mythos der »weißen Männer« als Feindbild vollkommen elektrisiert. Dabei hätte sie nicht mal etwas anzuziehen, gäbe es keine »weißen Männer«, die für sie Häuser und Straßen bauen oder ihr sonstwie das feminine Wohlstandsdasein versüßen.

Wenn es eine faschistische Bedrohung von Rang in unserem Land gibt, dann sind es solche angedachten Regularien und geschlechterrassistischen Äußerungen, die einmal etabliert, unweigerlich in die Diktatur führen; Eigendynamik und so. Wir hatten diese Perfidie »Sündenbock-Politik« schon einmal in ähnlicher Form (länger her, aber unvergessbar). Es hat jedenfalls ein ganz anderes Gewicht, wenn man (wie einige ihrer Schwesterinnen im Geiste, z.B. Barley/SPD) eine Änderung des Wahlrechts zugunsten von Frauen und unter Ausschluss von Männern verlangt, als wenn irgendein zweitrangiger Dummbeutel der AfD als humoristischer »rechter« Lückenbüßer bei der »heute show« vorgeführt werden kann. Faschismus erkennt man nicht, weil Oliver Welke das so sagt. Eine Änderung des Wahlrechts ist da ein ganz anderes Kaliber.

 

Und die SPD?

Verloren, vermurkst, unwählbar – das ist im Wesentlichen die Beurteilung der Presse nach den Bayernwahlen. Und es stimmt ja auch: Nach jeder vergeigten Wahl der letzten Jahre verspricht die SPD jezz aber endlich eine vollständige Aufklärung der Umstände, man möchte »jezz aba würglich« Konsequenzen ziehen und verspricht eine komplette Rundumerneuerung der alten, aber nicht mehr ganz so ehrwürdigen Partei. Bisher ist von dieser Erneuerung leider nichts zu spüren. Die Verursacher der SPD-Misere sind ja nach wie vor zahlreich im Amt und erbrechen ihre abgestandenen Sprechblasen in die Mikrofone. Es ist wie so oft in der Politik: Es soll alles besser werden, aber es darf sich auf keinen Fall etwas ändern – schon gar nicht bei der Postenverteilung.

Nein, dieser aufgeblasene, von sich selbst am meisten überzeugte Juso-Heini Kühnert hat einfach zu wenig Haare am Sack, um jezz schon zum SPD-Höchstmarshall befördert zu werden. Das wäre vielleicht mit Frauenbonus gegangen, aber doch nicht so. Also muss er noch ein paar Jahre auf die Juso-Weide, um sich rundschleifen zu lassen. Vielleicht kann er es ja nochmal mit dem Megathema »feministische Pornos« versuchen, um sich im Gespräch zu halten. Für ein paar fette Schlagzeilen ist das immer gut!

Dass Frau Nahles keinen Bock auf Neuwahlen hat, kann man sogar nachvollziehen. Es wäre der endgültige Untergang der Sozen. Gut, man kann ihr nicht alleine die Schuld für den exorbitanten Mitglieder- und Bedeutungsverlust der letzten Jahrzehnte anlasten. Die SPD hat so einige männliche Pfeifen und Loser ins Rennen geschickt; offensichtlich muss es bei denen ein Nest geben. Jedoch bleibt von der feminilistischen Nahles-Parole »Wenn es [der Parteivorsitz] einfach wäre, könnte es ja auch ein Mann machen« selbst bei wohlwollender Betrachtung inzwischen nichts mehr übrig. Soviel zum revolutionären Potenzial der frauenbesoffenen Apparatchiks. Wie so viele andere mit ihrer Sozialisation findet sie selbstverständlich nichts an ihren faden Parolen verachtenswert oder unanständig. Für die meisten Weiber in der Politik gilt dieses fantasielose Männerbashing sowieso als unabdingbare Berufskompetenz.

Lassen wir also die Grünen mit ihrer Siegerpose erstmal an der langen Leine laufen. Dann sind sie hübsch beisammen und leichter zu beobachten. Absolut gesehen machen sie lediglich der SPD das Leben schwer, und nachdem wir die roten Socken mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit zerwählt haben, ist jezz erstmal die CDU und ihre unerträgliche Merkel an der Reihe. Spaß muss sein! Nur noch 13 Nächte schlafen, dann geht's in Hessen weiter!

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

<- Zurück zu: Beiträge

 

Nach oben

07.11.2018

Was man sich als Tüp manchmal alles so anhören muss.

Kat: Male, Female
30.10.2018

Wieso löst Merkels Salamitaktik soviel Aufregung in der Presse aus?

Kat: Politik, Gesellschaft
26.10.2018

Wie die feminilistische Welt das Patriarchat bekämpft.

Kat: Male, Female, Politik, Gesellschaft
15.10.2018

Wieso haben eigentlich die Grünen bei der bayerischen Landtagswahl so abgesahnt?

Kat: Politik, Gesellschaft
08.10.2018

Spülgel-Online feiert ein Jahr #metoo.

Kat: Male, Female, Politik, Gesellschaft