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Altes aus der Anstalt

26.09.2018

»Studien haben gezeigt, dass...« taucht für Satiresendungen irgendwie nix.

Hm. Lustig war die gestrige Satiresendung »Die Anstalt« nicht. Aber ich gebe zu, dass ich da voreingenommen bin. Sobald das One-Trick-Pony der rheinischen Comedy-Szene, diese Carotin Taubenuss (oder wie die heißt) aufpoppt, gehen nicht nur Esprit und Inhalt einer Sendung regelmäßig in den Keller, sondern auch meine Laune. Es ist aber auch schwer, an der selbsterklärten Terror-Pussy etwas Geistreiches zu entdecken, denn meistens hangelt sie sich von einem faden männerverachtenden »Witz« zum nächsten.

Zum Beispiel wurden die so skandalträchtigen Chemnitz-Eskapaden von ihr damit wegerklärt, dass in Ostdeutschland leider »die intelligenten Frauen wegziehen« und damit nur die »Männer mit Samenstau« dort übrig bleiben. Ah, die allmächtige Mumu mal wieder! Um die dreht sich offenbar alles, was in der hohen Politik von Bedeutung ist. Wie konnte ich das nur vergessen? Mann kann nur hoffen, dass die Taubenuss persönlich mal gen Osten fährt und das endlich regelt, das mit den »dummen Männern im Osten« und ihrem angeblichen »Samenstau«.

Vielleicht sind die Sachsen ja ganz froh, dass bestimmte Pullertruden weg sind, wer weiß. Es geht das Gerücht, dass die Plage Feminilismus auch bei den vernünftigsten Weibern recht schnell zu allerlei kognitiven Dissonanzen führt. Nur ein ostdeutsches Gerücht!

Ansonsten gibt es aber keine Probleme mit »ungehinderter Immigration« laut der »Anstalt«. Taubenuss und ihre Kollegen behaupteten zum Beispiel, dass sich die unkontrollierte Masseneinwanderung nur zu 0,2 % ungünstig beim Thema Arbeitslosigkeit auswirkt – aber auch nur ganz, ganz, ganz kurzfristig, sagten ihre kabarettistischen »Studien«. Das wird sogar stimmen, wenn man – wie in der »Anstalt« – diese komplett unbedeutenden Randthemen wie Leiharbeit, Mindestlohn, Werkverträge, Mieten, Wohnungsnot, marode Infrastruktur usw. außen vor lässt. Ach ja, eine Wirtschaftskrise sollte man vielleicht ebenfalls vermeiden. Bankenkrise wäre jezz auch etwas blöd. Doch keine Sorge, dafür sorgt ja unsere geliebte Bundesregierung, newahr. Außerdem sollte man auch nicht drauf guggen, wer denn solche »Studien haben gezeigt, dass...«-Studien finanziert bzw. aus welcher Quelle sie stammen. Erst neulich meinte beispielsweise »Die Welt« anhand einer Studie, wir Bürgerleins wären doch so »stolz auf unsere Politiker«. Das tat weh. Überhaupt: Solange es keine Studie zur Aussagekraft von Studien gibt, glaube ich sowieso nix mehr.

Für meine Verhältnisse habe ich die Sendung sogar relativ lange ausgehalten. Als dann allerdings etwa in der Mitte ein paar Schrammelbarden ihre Minoritätenfolklore zum Besten geben wollten, habe ich abgeschaltet. Mit echten singenden Wandergitarren! Was zuviel ist, ist einfach zuviel. Aber was will man auch erwarten von einer Sendung, die sogar Konstantin Wecker schon mal öffentlich hat klimpern lassen? Braucht kein Mensch.

Nein, was Originalität betrifft, so hat mein ostdeutscher Redaktionsleiter Narrowitsch die Lage einmal viel treffender zusammengefasst: »Die Sachsen waren schon immer ein zänkisches Bergvolk« – ich liebe so was! Und es stimmt ja auch historisch, denn von der breiten Verankerung in der ostdeutschen Arbeiterschaft vor dem Zweiten Weltkrieg kann die heutige SPD nur träumen.

Ich will mich aber gar lange damit aufhalten, dass längst nicht jede Kabarettsendung geistreiche Geniestreiche hervorbringt, denn das liegt latürnich immer auch im Auge des Betrachters bzw. in seiner politischen Prädisposition. Aber bei einigen Tüpen kann ich grundsätzlich nicht lachen. Neben der erwähnten Pussy-Nervensäge Taubenuss (und ihren diversen mumufixierten Kolleginnen, die ich z.T. livehaftig von Kleinkunstbühnen kenne) fällt mir spontan dieser eingebildete Jan Böhmermann ein – auch so ein linkspopulistischer Langeweiler mit einem höchst einseitigen, repetitiven Meinungsstakkato. Der versucht schon seit einigen Jahren, sich beim ZDF in eine höhere Gehaltsstufe zu polemisieren, aber niemand will ihn so recht haben. Und das liegt nicht nur an seinem uninspirierten »Gedicht« gegen Erdogan!

 

Kauderwelsch be gone

Ob's nun die unwitzige Propaganda der öffentlich-rechtlichen Hofnarren oder die schwergewichtigen »Spezialsendungen und Brennpunkte« zu momentanen Affären in Berlin sind: Die Nomenklatura sowie ihre willfährigen Wasserträger und Zuflüsterer haben momentan ein massives Glaubwürdigkeitsproblem, das inzwischen auch bei den subalternen Strippenziehern in Berlin für Irritationen sorgt. Immerhin hat man heute endlich diesen minderbegabten CDU-Fraktionsheini Kauder vom Hof gejagt – gut so. Frau Merkel war sichtlich irritiert, denn sie ahnt natürlich, dass ihre einschläfernde Allmacht jeden Tag mehr schwindet. Immerhin war Kauder, der übrigens das Wort »Fraktionsvorsitzender« immer nur wie »Fraktionsvotzn« aussprechen konnte, ihr Lieblings-Lakai. Jezz hat sie nur noch ihre Jasager Altmaier und Schäuble – und die sind nun auch keine Zierde für die höhere Politik.

So oft entschuldigt wie in den letzten Tagen hat sich »das alte CDU-Schlachtross« Merkel noch nie: Für das Desaster um die Aufsichtsperson Maaßen, gegenüber den deutschen Wirtschaftslenkern bei einer Tagung des BDI und für die allgemeine Arbeitsunlust bzw. Selbstbeschäftigung ihrer geliebten Koalition.

Erstaunlich ist bei der angeschlagenen Selbstvermarktung unserer geliebten Bundesregierung, dass ihre Politik oft nur als misslungenes Kommunikations­problem, also wie ein schlecht formuliertes Verkaufsargument zur Sprache kommt, selten wegen ihres Inhalts, wegen der gesellschaftlichen Auswirkungen und insbesondere nicht wegen immanenter Logik- und Systemfehler. Nein, laut Regierung und deren Hofberichtbestatter man muss einfach nur dran glauben, was die geliebte Regierung so sagt, dann versteht man auch ihre Vorgehensweise. Glauben muss man das! Das entspricht ungefähr der Haltung unseres ebenfalls längst entsorgten Bundesgaucklers, der seinerzeit behauptete, nicht die Eliten seien das Problem, sondern das blöde Volk. Okay, »blöd« hab ich hinzugefügt; tut aber nichts zur Sache.

Von daher betrachte ich die gut gemeinten Empfehlungen wie »Man muss endlich mal mit den Menschen da draußen im Lande über ihre Sorgen und Nöte sprechen« mit allergrößtem Argwohn, denn inhaltlich bewegt sich das leider immer noch auf dem Niveau von bloßen Verkaufsgesprächen. Das ist ein bisschen wenig Substanz, um den Tanker »Deutschland AG« zu manövrieren. Dass Merkel in einigen wenigen Punkten Fehler eingesteht, wirkt wie ein durchaus sympathisches erstes Schrittchen (oberflächlich betrachtet), aber das kann natürlich auch wieder nur eine dieser teuer (von der Allgemeinheit) bezahlten McKinsey-Empfehlungen sein. Die gehen ja bekanntlich bei unseren Sonnenkönigen ein und aus und kassieren schon fürs Händeschütteln Millionen. So sind sie. Alles wichtige Leute, schon klar!

 


Kategorie: Kultur, Politik, Gesellschaft

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