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Fieber

13.02.2017

Boah: 39,5 Fieber ist ja fast, als hätte man einen ganzen Kasten Bier auf einmal gekifft. Bitte nicht zu Hause nachmachen!

Menno, so angeschlagen war ich aber schon seit einigen Jahrhunderten nicht mehr. Übrigens hatte halb Stadtmenschhausen ähnliche Beschwerden – das eskalierte diesmal sehr fix. Außer rumliegen kriegt man dann nix auf die Reihe und selbst das wird natürlich irgendwann öde. Ich habe dann mit dem »Silmarillion« von Tolkien (Audiobook) versucht, die Zeit totzuschlagen. Das schien mir rein thematisch am besten zu dieser merkwürdig fiebrigen Schattenwelt in meinem Schädel zu passen. Beim sporadischen Blick in die Nachrichtenmeldungen stellte es sich allerdings in mancher Hinsicht als Vorteil heraus, wenn man alles nur noch wie in Watte verpackt wahrnimmt: Merkel, Chulz, Gina-Gina mit ihrem erneuten Gerichts-Fail, schon wieder Trump, immer noch Fake-News – das alles verliert dann schnell seinen (gewollten) hysterischen Spin und kommt rüber als das, was es in Wirklichkeit ist: Langweiliges, unbedeutendes Schmierentheater.

 

Coole Socke Kachelmann

Wirklich interessant war neulich nur der coole Auftritt von Jörg Kachelmann am Schluss einer Veranstaltung mit Alice Schwarzgeld. Wie überall zu lesen war, hatte sich der Wettermoderator bei einem Vortrag Schwarzgelds zum Thema Juristerei zu Wort gemeldet und sie richtigerweise als »einzige verurteilte Straftäterin hier im Raum« bezeichnet. Es ist doch herzallerliebst, wenn sich die größte Frauenführerin aller Zeiten mal wieder ein Loch in den Bauch ärgert. Aber immerhin war sie diesmal anscheinend schlau genug, zu diesem für sie peinlichen Vorgang in der Öffentlichkeit gepflegt die Klappe zu halten. Sie weiß natürlich ganz genau, dass sie sich mit jeder Bemerkung in diesem Zusammenhang auf extrem dünnem Eis bewegt. Bekanntlich hatte sie schon ein paar juristische Watschen für ihr loses Mundwerk in der Vergangenheit bekommen. Aus Sicht Kachelmanns ist es andererseits natürlich schon spannend zu klären, ob die Schwarzgeld weiterhin tendenziöse und verlogene Spitzen gegen ihren Intimfeind verbreitet. Dass sie sehr nachtragend ist und leidenschaftlich gerne nachtritt, hat sie oft genug bewiesen. Hoffentlich verbeißt sich Kachelmann nicht über Jahre und Jahrzehnte in diese Frau und macht sich auf Dauer deren Boshaftigkeit zu eigen.

Der eigentliche Skandal ist doch, weshalb zum Kuckuck jemand mit dieser Alten noch hausieren gehen sollte. Warum wird sie, eine offensichtliche Lügnerin und Demagogin, eine verurteilte Steuerbetrügerin und nicht zuletzt eine der Hauptverantwortlichen für einen veritablen, sinnlosen Geschlechterkrieg, immer noch in Talkshows rumgereicht und ausgerechnet bei juristischen Diskussionen als »Sachverständige« gehandelt? Das ist nicht vermittelbar. Es gibt kaum jemand anders in Deutschland, der so faktenresistent und rein bauchgefühlt seine subjektivistische Meinung verbreitet wie diese abgehalfterte Dampfplauderin. Gott erhalte Alice Schwarzgeld – und zwar bald.

 

Superhero Chulz

Nachdem Überflieger St. Martin Chulz von den Spezialdemokraten letzte Woche für frischen Wind im medialen Blätterwald sorgte, ist es am vergangenen Wochenende schon wieder ruhiger um ihn geworden. Das ist verständlich, denn bis zur Bundestagswahl im Herbst braucht Superheld Chulz noch einen langen Atem. Er darf sein PR-Pulver also nicht zu schnell verschießen. Doch ich bin sicher, dass bereits einige medienwirksame Aktionen in Planung sind, wie etwa »St. Martin Chulz rettet brennenden Hund aus Einkaufszentrum« oder »Chulz findet endlich die richtigen Klingenaufsätze für seinen Rasierapparat«. Übrigens: Falls das mit der Bundeskanzler-Karriere im Herbst nichts wird, soll er laut einer unbestätigten Meldung aus dem Willy-Brandtwein-Haus demnächst bei Marvel Comics als Superheld anheuern. Man ist sich nur noch nicht einig über den Arbeitstitel, denn »Dr. Strange« ist (zum Glück) schon vergeben.

Dass es mit einem einsamen Superhelden an der Spitze nicht getan ist, hat die SPD als Partei allerdings noch nicht vollständig kapiert. Denn nachdem ihr größter Langeweiler Steinmeier aus unerfindlichen Gründen das Amt des bundesdeutschen Grüßaugusts ergattert hat, bestückt die SPD die frei gewordenen Restposten in Staat und Regierung mit denselben Versagern, die bereits in der Vergangenheit die SPD-Reputation in die Grütze geritten haben. Ich wusste außerdem gar nicht, dass Kühlschrank-Zypries (auch bekannt als »Madame Zynisch«) immer noch im Berliner Reichstag rumgeistert. Warum nicht mal die eloquente Putzfrau Susanne Neumann, mit der sich Siechmar Gabriel seinerzeit eine Podiumsdiskussion geliefert hatte als Wirtschaftsministerin? Das meine ich ernst. Schlechter als Zynisch wäre die wahrscheinlich auch nicht, im Gegenteil.

Es ist sowieso immer wieder erstaunlich, wie universell unsere Politiker anscheinend einsetzbar sind. Sie sind offensichtlich Experten für alle Lebenslagen, egal ob Wirtschaft, Justiz, Außenpolitik usw. Einzig und allein dass Waffenschieber Gabriel auf einmal auch Außenminister kann, könnte man dem Fußvolk so gerade als »konsequent« andrehen. Ansonsten lässt sich die SPD aber eher vom CDU-Grundsatz »Keine Experimente!« leiten. Damit ist die Frage, was Superhero Chulz denn nun mit der Spezialdemokratie nach seiner möglichen Wahl anders machen wird, ziemlich obsolet. Es gibt in der SPD schlichtweg niemanden, mit dem er was Neues machen könnte – falls er denn überhaupt will, denn das ist ja auch noch völlig nebulös. Okay, dieses Dilemma hat Merkel aber auch. Alle versuchen sie, das »weiter so wie bisher« als epochalen Neuanfang aufzuhübschen – und das ist genau der Grund, warum sie sich in 2017 besser auf massive Wahlverluste einstellen sollten.

 

Und sonst noch

Nix Neues also unter der politischen Sonne. Nun kann man natürlich leichtfertig behaupten, dass ständiges Poltern und permanentes Misstrauen gegenüber unseren grundguten Sonnenkönigen (und -königinInnen) auch niemandem weiterhilft. Das stimmt zwar theoretisch, praktisch gesehen isses allerdings trotzdem egal. Denn wenn man z.B. einer Interviewreihe auf Russia Today glauben soll, dann übertrifft die politische Wirklichkeit mit ihren sinistren Hinterzimmer-Entscheidungen jede schicke Verschwörungstheorie um Längen. In verschiedenen Interviews erzählt ein Ex-Banker im RT-Interview von illustren Zirkeln, in denen Gesetze diktiert und Politik von grauen Eminenzen vorgeschrieben wird. Der Whistleblower erzählt auch, wie große Konzerne in Luxemburg mit einer Voraberklärung zu Anfang eines Steuerjahres den Behörden sagen durften, wie viele Steuern sie denn zu zahlen gedenken. Nachgerechnet wurde das von den Behörden nie. Und wer war in diesem Zusammenhang die treibende Kraft in Luxemburg? Na klar, Juncker. Als es dann unglücklicherweise öffentlich wurde, was dort passierte, hätte das EU-Palaverment durchaus mal auf den Tisch hauen können, um die Sauereien aufzuklären. Doch irgendwer wollte das dann doch nicht so genau wissen. Es war – oh Wunder – EU-Präsident Martin Chulz.

Es gibt mehrere Teile dieses Interviews; wahrscheinlich müsst ihr euch die Einzelfolgen bei Youtube zusammenklicken. 

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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