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GEZ-Pornos

06.06.2018

SPD will sog. »feministische Pornos« staatlich fördern.

»Berliner SPD will feministische Pornos fördern«, schrieb mir ein Leser. Ich gebe zu: Da musste ich erstmal schlucken. Aber nicht, weil diese Idee wie ein Donnerschlag aus heiterem Himmel kam, denn der notgeile Juso-Vorschlag irrlichtert ja schon eine ganze Weile durch die Presse. Meine Verwunderung ist auch kein Produkt irgendwelcher überstrapazierten Schamgrenzen, denn der moralinsaure Schmutz, den manche Zeitgenossen mit diesem sehr speziellen Thema assoziieren, spielt sich vor allem in deren eigenen Köpfen ab, weniger beim durchschnittlichen Pornokonsumenten. Meine Sorge ist folgende: Es reden wieder mal die, die vom Thema die geringste Ahnung haben, ganz der klassischen medialen Aufmerksamkeits- und Geltungsökonomie verpflichtet, am meisten und am lautesten darüber. Und das geht schon viel zu lange so, nicht nur beim Thema Sex.

What's the ugliest part of body? Some say your nose, some say your toes. But I think it's your mind. (FZ)


Solange die Forderung nach Förderung von »feminilistischen Pornos« nur das Produkt irgendwelcher überambitionierten Juso-Spacken war, konnte man ja noch sagen »Ja, auch wir hatten in unseren Jugendtagen so manche schräge Fantasie«. Doch die manchmal ernüchternden bzw. verletzenden Erfahrungen im Erwachsenenleben im Zusammenhang mit Intimität und Sex lassen einen mit den Jahren eine gewisse (und gesunde) Distanz zu all den aufgeregten Ambitionen jugendlicher Sturm- und Drangphasen entwickeln. So verstanden, war diese schlüpfrige Juso-Marotte als singuläres Momentum ertragbar, wenn auch nicht gerade besonders sinnstiftend, mit keinem besonderen Erkenntnisgewinn – und schon gar nicht aphrodisierend.

Und warum musste jezz die Erwachsenen-SPD in Berlin den Vorschlag ihrer Jugend-SPD plötzlich ins Rampenlicht zerren? Angeblich deshalb:

Nicht zuletzt prägt Pornografie – vor allem verbreitet über das Internet – heute als wesentlicher Teil sexueller Aufklärung maßgeblich das Bild, das junge Menschen von Sexualität haben, noch bevor es zu individuellen Erfahrungen kommt. Aus diesem Grund gehe es um ein Thema, das sowohl gesundheitspolitisch als auch aufgrund des vermittelten Frauenbildes gleichstellungspolitisch Relevanz habe, sagt die Berliner Juso-Landesvorsitzende Annika Klose.


Erstens:

»Feministische Pornos« gibt es längst; auch frei im Internet verfügbar. Da auch die »Wikipedia« schon lange unter feminilistischer Fuchtel steht, hätten ein paar wenige Mausklicks der Frau Klose ausgereicht, um sich eine umfangreiche Liste solcher Werke anzuschauen. Dort erfährt man außerdem, dass es sogar Pornfestivals und Filmpreise in diesem Sektor gibt. Eine Mangelerscheinung mit gesellschaftlicher Relevanz hinsichtlich solcher Produktionen gibt es also schlichtweg nicht. Dass sog. »frauenkompatible Pornos« lediglich ein kleines Segment innerhalb der überbordenden Menge an Sexfilmen ausmachen, ist kein Grund für eine staatliche Intervention in einem (noch) freien Markt. Der Markt für Femi-Porn ist offensichtlich überschaubar. Wären sie der Renner, hätten wir es als erstes erfahren, ganz sicher. Feminilistinnen gibt es im echten Leben übrigens auch sehr viel seltener, als uns Subjekte wie Frau Klose bzw. ihre Partei weismachen wollen.

Zweitens:

Das Ding mit der »falschen« Aufklärung, die Jugendliche heutzutage über »gewöhnliche« Pornofilme angeblich erfahren. Das erscheint zunächst wie ein unwiderlegbares Totschlagargument, mit dem man sich für eine aktive politische Einflussnahme in Sachen Pornografie ausspricht; ist es aber nicht. Kein Jugendlicher will zu diesem Thema auf die moralischen Einwände seiner Altvorderen hören. Keiner. Ein jeder möge sich einfach mal die Frage stellen, ob ihm die Vorstellung, wie seine Eltern ihn genau gezeugt haben, motivierend oder deprimierend erscheint.

Niemand mag sich seine Eltern »dabei« vorstellen, niemand. Und auch der Staat als moralische Aufsichtsinstanz oder als Ersatzeltern taugt nicht dazu, einen Jugendlichen bei diesem Thema zu begeistern. Im Gegenteil: Die eigene Sexualität auf eigene Faust zu entdecken, und zwar möglichst ohne Staats- oder Erwachsenenbelehrung, ist eines der stärksten Motive beim Erwachsenwerden. Das nannte man früher mal Emanzipation.

Im übrigen gab es zu allen Zeiten Versuche seitens ahnungsloser Moralisten, angebliche sexuelle Auswüchse der Heranwachsenden politisch einzufangen. Es gab Zeiten, da galt ein blankes Knie einer Frau schon als sexuelle Verdorbenheit. Es gab überhaupt zu allen Zeiten Versuche, knappe Mode oder eindeutige Songtexte (I can't get no satisfaction...) im Sinne einer »gesunden« Entwicklung zu zensieren oder zu reglementieren. Sie sind allesamt gescheitert. Versucht es also gar nicht erst. Sie werden euch auslachen.

Drittens:

Die angebliche Gefahr, dass Jugendliche das, was sie in Pornos sehen, 1:1 in ihren Beziehungsalltag übertragen. So kann nur argumentieren, wer in Sachen Beziehung, Erotik und Intimität noch nicht vom Leben rundgeschliffen wurde: Es funktioniert nur äußerst selten und schon gleich gar nicht mit verstockten feminilistischen Klemmschwestern, die seit gefühlten fünf Millionen Jahren treudoof auf ihre sexuelle Erleuchtung warten. Es verhält sich vielmehr so wie mit der leidigen Diskussion, ob Ballerspiele die Hauptursache für Schulattentate sind. Sind sie nämlich nicht, selbst wenn etliche dieser Massenmörder de facto Ballerspielfans waren. Die übergroße Mehrheit der Gamer begeht eben doch keine Morde, nur weil sie das auch virtuell in ihrer Fantasiewelt tut.

Viertens:

Diese ewige Leier, dass in Pornos »Objekte zu Frauen gemacht werden« (oder war's andersum?). Auch das kann man nur behaupten, wenn man in der Thematik Porno völlig ahnungslos unterwegs ist. In vielen Schmuddelfilmen kann man noch nicht einmal die Gesichter der rammelnden Männer erkennen. Vielmehr steht die Frau im Mittelpunkt. Wer wird hier also komplett auf sein Geschlecht reduziert und zur Funktionsdrohne objektiviert? Hm?

Natürlich ist das Gerammel und Gerutsche nicht echt! Natürlich wird in diesen Machwerken Sex nur gespielt. Es gibt auch einen handfesten Grund dafür: Geld, Kohle, Ocken, Schotter. So einen Job kann man völlig ausbildungsfrei machen, aber es ist eben auch genau das: Ein Job. Dass solche Arbeitsplätze korrekt bezahlt werden, die Darsteller nicht überbeansprucht werden, für ein einigermaßen angenehmes Arbeitsklima geworben wird – geschenkt. Hierzu empfehle ich nochmal das Interview mit einer japanischen Pornodarstellerin, die sachlich und unaufgeregt aus ihrem Arbeitsalltag berichtet (englische Untertitel). Sehr interessant ist übrigens, wie sich die Einkommensunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Schauspielern darstellen – sie sind eklatant. Komischerweise hört man aber von den hibbeligen Femis zu dieser Branche nie etwas über einen »Porno Pay Gap«.

Man möchte sich eine derartige feminilistische Fürsorge, wie sie immer für bestimmte pornografische Berufsgruppen dramatisiert werden, auch mal für andere Arbeitsbereiche wünschen, als da wären: Industriereiniger, Straßenbauer, Monteure, Bauarbeiter, LKW-Fahrer usw. usf. Auch die werden viel zu oft mies bezahlt, müssen Gesundheitsgefährdungen in Kauf nehmen oder kommen gleich ganz um bei ihrer Berufsausübung. Fragt hier die ach so empathische Feminilistin nach den schlechten Arbeitsbedingungen? Nö. Solange der dumme, gestresste LKW-Fahrer pünktlich die heiß geliebten Beauty-Produkte in den Drogeriemarkt liefert, geht das für die Feminilistin schon in Ordnung.

Fünftens:

Nachdem nun die fachlichen Aspekte aus dem Weg geräumt sind, bleibt noch die Frage, warum ausgerechnet die Öffentlich-Rechtlichen aktiv in die Pornoproduktion nach feminilistischen Geschmacksvorgaben einsteigen sollen. Ach, ich vergaß: Schweden! Im Musterland der feuchten Femi-Träume ist dieses Konzept der öffentlichen Förderung von Schmuddelfilmen anscheinend schon mal praktiziert worden. Deshalb ist das gut, sagen die Feministas. Was daran gut war, weiß man allerdings nicht so genau. Aber Schweden! Schweden!

Sextens:

Es sind solche (angeblich) frauenfixierten Scheinaktionismen, die in den letzten Jahrzehnten für den überaus schlechten Ruf dieser einst so stolzen Partei SPD gesorgt haben. Wenn solche schrägen politischen Vorschläge nun plötzlich in namhaften Landesverbänden zirkulieren, lässt das unmittelbare Rückschlüsse auf genau die Entfremdung von tatsächlichen Alltagssorgen zu, für die die SPD bei der letzten Wahl so eine Watsche kassiert hat. Dabei gäbe es wahrhaftig genügend andere Themen, die den Spezialdemokraten helfen könnten, verloren gegangenes Vertrauen bei ihren Wählern zurückzugewinnen. Wie abgehoben muss man sein, um solche Forderungen als wichtige gesellschaftliche Beiträge durch die Medien zu reichen? Für den Normalbürger sind derartige Ambitionen einer Loser-Partei nicht gerade eine vertrauensbildende Maßnahme, sondern das Gegenteil davon.

Nein, liebe dumme SPD: Wer zu blöd ist, seinen Browserverlauf zu löschen, hat kein automatisches Anrecht darauf, dass ihn der Staatsfunk sanktionsfrei mit Schmuddelfilmchen versorgt.


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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