Header

Artikel Detailansicht

< Schöner Onanieren
   

Telepolis auf dem Holzweg

10.08.2010

Von: Stadtmensch

Von dummen Lesern und jammernden Vätern.

Vor einiger Zeit echauffierte sich das Online-Portal des Heise-Verlages in einem Artikel, der nichts mit Recherche aber viel mit Suggestivjournalismus und persönlicher Einfärbung zu tun hatte, über das jüngst ergangene Urteil des BVG, nach dem unverheirateten Vätern zukünftig ein gemeinsames Sorgerecht zugestanden wird. Um es kurz zu sagen: Der genannte Artikel war ein Affront gegenüber zigtausenden Vätern, die seit Jahrzehnten chancenlos um die Erziehung ihrer Kinder kämpfen. Selbst als das BVG die unverheirateten und damit rechtlosen Väter noch gar nicht auf dem Radar hatte, waren Diffamierungsversuche solchen Vätern gegenüber an der Tagesordnung. Die Sprüche, nach denen solchen Vätern nur an einem Druckmittel gegenüber den Kindsmüttern gelegen sei und sie die gemeinsamen Kinder als Waffe gegenüber ihren Ex-Partnerinnen benutzen könnten, sind Legende und wahrlich keine propagandistische Neuerfindung der Telepolis-Schreiberin. Undenkbar, dass vielleicht (ganz selten natürlich) Frauen die gemeinsamen Kinder als Druckmittel einsetzen könnten. Zigtausende drangsalierte Väter waren über viele Jahrzehnte die berühmten »Einzelfälle«.

Die Reaktionen auf diesen Artikel folgten prompt und sind - beschönigend ausgedrückt - eine Katastrophe für die o.g. Autorin. Insbesondere im angeschlossenen Telepolis-Forum wurde der Schrieb »Jammernde Väter« innerhalb kürzester Zeit in der Luft zerrissen. Nicht zu Unrecht, wie ich finde. Es war Deppenjournalismus der besonders peinlichen Art. Eine ähnliche Borniertheit zum Thema brachte nur noch die Vorsitzende des »Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter« (eher »...Mütter gegen Väter«), Edith Schwab, zustande.

Diese Reaktionen haben Telepolis scheinbar unerwartet getroffen, denn heute erschien ein weiterer Artikel zum gleichen Thema, der seine Verwunderung über die Heftigkeit der Kritik gegenüber dem ersten Pamphlet zum Thema hat. Erstaunlich, dieser Vorgang: Ein Online-Portal veröffentlicht einen saublöden Artikel, kassiert dafür eine Watsche und tritt beleidigt nach, indem es einen zweiten Artikel loslässt, der die Reaktionen seiner eigenen Leser auf den ersten Schrieb madig macht? So im Sinn von »ihr habt alle nicht das richtige Bewusstsein«?

Die Telepolis hat in ein Wespennest gestochen, würde ich mal sagen. Den Leuten, die sich seit Jahren mit der Geschlechterthematik beschäftigen, ist es indes ein vertrauter Vorgang, dass femizentrierte Schreiberlinge nichts auslassen, um Männer entweder als Deppen, als Primitivlinge, Nazis, auf jeden Fall als vollkommen entbehrlich in Familienangelegenheiten zu diskreditieren - außer als Zahlesel natürlich. Offensichtlich hat die Telepolis zudem das Entstehen einer kritischen Gegenbewegung von Vätern und Männern in den Online-Medien und in Internetforen komplett verschlafen. Dass sich Telepolis über die heftigen Gegenreaktionen wundert, das wundert einen, der die Entwicklungen schon länger verfolgt, mindestens ebenso sehr. Natürlich gibt es in dieser hoch emotionalisierten Debatte eine Menge grenzwertiger Meinungen, auch auf Männerseite. Doch das liegt einerseits in der Natur des Themas, andererseits folgt es exakt gewissen propagandistischen Traditionen, wie sie seit der Erstveröffentlichung solcher Killerphrasen wie »Männer sind potenzielle Vergewaltiger« gang und gäbe sind.

Mein lieber Heise-Verlag! Bisher seid ihr nicht damit aufgefallen, dass ihr eure Artikel vor der Veröffentlichung zuerst der Gleichstellungsbeauftragten vorlegen müsst. Als c't-Abonnent fand ich die wenigen Meldungen über das x-ste Förderungsprogramm in MINT-Berufen oder die fünftausendste Untersuchung darüber, warum solche Programme nichts bewirken, verschmerzbar. Ärgerlicher ist nur euer jährlicher Spiele-Überblick, in dem es von »Abenteurerinnen, Ego-Shooterinnen oder Erfinderinnen« nur so wimmelt, obwohl Spielerinnen höchstens mal bei den »Sims« zum Nudelholz, aber fast nie bei »Crysis« zum Granatwerfer greifen. Bin mal gespannt, wie ihr euch aus der Nummer rausmanövriert. Von wegen Sommerloch!

Stadtmensch, alleinerziehend.


Kategorie: Male, Female

<- Zurück zu: Beiträge

 

Nach oben

06.11.2019

Ein kleiner Zwischenbericht aus der Welt der Krankenhäuser, Pflegedienste und Krankenschwesterinnen.

Kat: Diverses