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Wider den Zeitgeist

06.08.2010

Von: Stadtmensch

Ein paar lose Gedanken zu jüngsten Entwicklungen.

Zum Fall Kachelmann ist nun schon einiges geschrieben worden und aufgrund der Fülle der Informationen, Meinungen und Analysen will ich hier Wiederholungen vermeiden.

 

Die Palette der veröffentlichten Meinungen geht dabei von Kritik an der Justiz bis hin zu öffentlichen Verrissen über Kachelmanns Sexualleben im allgemeinen. Natürlich hat die Staatsanwaltschaft, die die Untersuchungshaft von Kachelmann angezettelt hat, übereifrig und dem feministischen Zeitgeist gegenüber äußerst devot agiert. Natürlich schmeißt auch Omma-Chefredakteuse Schwarzer ihr gesamtes seniles Übergewicht in die Diskussion und findet, dass wenn Kachelmann schon nicht juristisch aufgrund eindeutiger Beweise belangt werden kann, er zumindest ein kleiner Sado-Perversling ist und allein deshalb ins Zuchthaus gehört.

 

Schauen wir auf andere Themen wie die rechtliche Besserstellung unverheirateter Väter, die »erst« seit zehn Jahren vor dem Europäischem Gerüchtshof bzw. dem Bundesverfassungsgerücht Bitte-Bitte machen, stellen wir auch hier  seltsam nervöse Reaktionen der bisher maßgeblichen Vorturner in Fragen des Geschlechterverhältnisses fest. Der deutsche Juristinnenbund z.B. findet das Urteil, nach dem unverheiratete Väter nun auch ein Sorgerecht für die eigenen Kindern bekommen sollen, »fatal«. Ähnlich trötet es aus den Reihen des Vereines für alleinerziehende Mütter und Väter.

 

Das Problem ist keineswegs, dass jemand, der sich bisher berufen fühlte, in Geschlechterfragen etwas zu sagen zu haben, möglicherweise falschen Überzeugungen oder unlauteren Argumenten aufgesessen ist. Dies ließe sich ja - ein Mindestmaß an Kooperationsbereitschaft vorausgesetzt - durch Austausch von Argumenten und praktikablen Lösungsvorschlägen zur Zufriedenheit aller entschärfen - so wie man etwa in Fragen des Straßenverkehrsrechtes Pros und Contras abzuwägen hat.

 

Aber die Debatte in Geschlechterfragen ist i.d.R. emotional derart aufgeladen, dass Lösungen auf lange Sicht nicht erreichbar sind. Die Weigerung, sich sachlichen Argumenten zu stellen, ist bis in höchste Gesetzgebungsgremien hinein ein zentraler Aspekt. Nicht zu vergessen ist die umfassende Meinungsbildung der Mainstreammedien, die sich in dieser Hinsicht ebenfalls seit Jahrzehnten nicht mit Ruhm bekleckern. Da wird von »emotionaler Intelligenz« fabuliert oder davon, dass moderne Frauen irgendwelche »männliche Bastionen erobern«, dass das »Jahrhundert der Frau« ausgebrochen sei, dass Männer überflüssig oder sogar eine Krankheit seien usw.usf. Aufgrund solcher Überzeugungen entstehen Gesetze und Vorschriften, teils mit aus demokratischer Sicht höchst zweifelhaften Methoden. »Gender Mainstreaming« z.B. ist eine solche Richtlinie, die nie eine parlamentarische Diskussion überstehen musste und sich dennoch wie Mehltau auf alle Verwaltungen und Behörden legte. Man fragt sich: »Hat die Politik eigentlich keine wichtigeren Aufgaben, als anderen Leuten dauernd in die Unterhose zu gucken?« Und: »Wer hat denen den Auftrag dazu gegeben?«.

 

Was neben der Substanzlosigkeit der zugrundliegenden Ideologie »Feminismus« am meisten auffällt, ist die Entmenschlichung des gegnerischen Diskussionspartners. Omma Schwarzer hat diese Art der Verunglimpfung, der Diskreditierung, der Suggestivbehauptungen in den letzten Jahrzehnten perfektioniert. Es geht ihr z.B. nicht darum, ob ein Kachelmann mit juristisch sauberen Methoden zur Verantwortung gezogen wird. Ihr Ziel ist ein anderes, nämlich die Verächtlichmachung einer missliebigen Person und die Implementierung ihrer eigenen meinungspolitischen Willkür. Die Ironie des Schicksals will es, dass gerade Kachelmann sich zuvor bereitwillig vor den Karren »häusliche Gewalt ist immer männlich« hatte spannen lassen. Das wird er sich noch einmal überlegen müssen in Zukunft.

 

Es ist längst an der Zeit, aktiven Widerstand zu leisten - das ist meine persönliche Konklusion aus dem hier Gesagten. Denn die Auswirkungen des oben Skizzierten stellen elementare Grundsätze unserer Gesellschaft in Frage. Wenn Unschuldsvermutungen gegenüber Angeklagten, denen man nichts beweisen kann, über Bord gekippt werden, ist auf die Justiz kein Verlass mehr. Wenn Falschbeschuldigungen - es sind nicht wenige - männliche Existenzen vernichten können, ohne dass die Verursacherinnen zur Rechenschaft gezogen werden können, muss man von Willkürjustiz sprechen. Wenn ganze Bevölkerungsgruppen (Männer) diskrediert oder andere vernachlässigt werden (Jungs in der Schule z.B.), muss man von Geschlechterrassismus bzw. -apartheid sprechen.

 

Es ist an der Zeit, zu zivilem Ungehorsam gegenüber solchen Entwicklungen aufzurufen.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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Kat: Diverses