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Lisa Ortgies in der Süddeutschen

16.12.2010

Von: Stadtmensch

Kommentar zu einem Interview und andere grundsätzliche Überlegungen.

Formal ist es vorbei mit offenkundiger Diskriminierung, theoretisch ist die Gleichberechtigung da, aber sie wird nicht gelebt. Jetzt gilt es, innere Rollenbilder zu ändern und endlich eine echte Gleichstellung zu erreichen. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, Quotenfrau zu sein, bin aber keine. Und ich bin gern Feministin. Denn jetzt wird es erst richtig spannend.

 

...sagt Lisa Ortgies, Moderatorin der weltbekannten Einschlafsendung »FrauTV«.

Da schau her: Eine der größten feministischen Nervensägen Deutschlands behauptet in einem Streitgespräch mit Frauenministerin Köhler, dass formal die Gleichberechtigung erreicht ist. Bisher ging der Spruch doch immer so: »Es ist zwar schon viel in Sachen Gleichberechtigung erreicht worden, aber Frauen haben immer noch bzw. immer noch nicht (beliebige Benachteiligung einsetzen)...« Obacht: Ab sofort gilt für alle feministischen Luschen in unserem schönen Land die Parole der »nicht gelebten Gleichberechtigung«!

Es gibt so ein paar Standardstrategien, die feministisch erkrankte Menschen (beiderlei Geschlechts) mit Vorliebe abspulen. Eine ist die »Nimmersatt-Methode« und die geht so: Selbst wenn der Staat alle Femis (wie im Märchen über die SterntalerIn) mit Unmengen Gold überschüttet, so bleibt immer noch ein klitzekleines Nachteilchen bestehen. Und solange das nicht ausgeräumt ist, sorry, müssen die Femis eben regelmäßig neue Begrifflichkeiten erfinden, die ihre bedauernswerte Situation an den Fresströgen der Subventionsindustrie möglichst blumig umschreiben - wie eben die fehlende »gelebte Gleichberechtigung«. Das soll nämlich heißen: Gleichberechtigung ist zwar formal erreicht, aber eben noch nicht so, wie die Femis das gut finden. Nach der »gelebten Gleichberechtigung« kommt, sobald ein Gesetz das dann endlich zur allgemeinen Staatsbürgerpflicht erhoben hat, wahrscheinlich sogleich im Anschluss Lisas Forderung nach »gerechter Gleichberechtigung« oder noch viel besser nach »der gerechten und geschmirgelten Gleichberechtigung« oder nach der »der gerechten, geschmirgelten und lila gestrichenen Gleichberechtigung« - es ist wie mit Junkies, nie kriegen sie den Hals voll. Sollte frau keine grobe Benachteiligung hierzulande finden, weicht frau halt auf Drittweltländer aus, wo es noch ganz, ganz viel Ungerechtigkeiten gegen Frauen gibt - ganz ungeschmirgelt, versteht sich. Der deutsche Mann muss doch die Welt für die Frauen retten!

 

Hört mal, Frauen: Wollt ihr nicht lieber selber nach Afghanistan fahren, wo ihr doch so supi seid, dass wir armen, aussterbenden Männer ständig »Angst vor den starken Frauen« haben?

Man könnte viel Geld sparen, würde man jedes Frauenbevorzungsgesetz streichen und ein einziges Gesetz an ihrer Stelle einführen: Das Verbot der Benutzung des Teilsatzes »Ja, aber...« durch Frauen. Okay, das war jetzt ein patriarchalischer Tagtraum.

Eine andere Methode, unbeliebten, kritischen Fragen nach Sinn und Verstand des feministischen Lamentos den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist die persönliche Diskreditierung des kritisch Nachfragenden. Entweder hat der einen »zu Kleinen«, hat keine Frau abgekriegt, ist ein bedauernswerter Nerd oder neuerdings ein potenzieller Nazi. Letzteres ist sowieso ein Naturreflex der politisch Überkorrekten, wenn sie unliebsame Konkurrenten jedweder Couleur (antifeministisch oder nicht) an den Rand der Gesellschaft wegbeißen wollen: Nazi! Eine Auseinandersetzung mit Kritik ist bei Femis und deren Stiefellecker schlichtweg nicht vorgesehen. Man kann das auch an der Hilflosigkeit ihrer zentralen Sachargumente ablesen: Statt z.B. endlich eigene DAX-Vorstände aus der Taufe zu heben, denunziert man lieber die vorhandenen Vorstände (insbesondere die wirtschaftlich potenten) als grundsätzlich ineffektiv, weil es dort nach ihrem abstrusen Duktus kaum Menschen gibt, die Slipeinlagen und BHs gleichzeitig tragen. Natürlich bleibt die »bessere Effizienz der Quotenfrauen« in DAX-Vorständen ohne jeden Beleg und die Firma, die beweisbar all die imaginierten Zusatzgewinne aufgrund eines bestimmten Geschlechterverhältnisses zustande gebracht hat, muss erst noch gegründet werden.

Aber wenden wir uns nochmal kurz der Frau zu, die soviel Herz für DauerwellenspezialistInnen hat: Mit dieser intellektuellen Blindgängerin Ortgies sind nämlich zwei Dinge untrennbar verbunden. Zum einen ist das ihre Empfehlung, zeugungsunwilligen Männern doch einfach ein Kind unterzuschieben und zum anderen war es das seinerzeit oberpeinliche Geeier um ihren Posten als neue Chefredakteuse der »Omma«, dem Nörgel-Blatt der Alice Schwarzer. »Ein Kind unterschieben« oder »die Pille mit Absicht vergessen« ist eigentlich nichts, womit sich eine Frau schmücken sollte. Für Ortgies und ähnliche allmachtsbesoffene Figuren gibt es eine solche Schamgrenze nicht. Was sie in ihrer selbstverliebten Nabelschau außer Acht lassen, ist die allgemeine Erosion jeglicher Schamgrenzen. Es ist ja nicht so, dass Männer angesichts derartiger elementarer Obszönitäten einfach kuschen, nur weil die Frau Ortgies das so wünscht.

Man kann mit solchen Figuren wie Ortgies, Schwarzer, Roche und wie sie alle in den Medien rumgereicht werden, einfach kein vernünftiges Wort reden. Es ist diese aggressive Dumpfheit, dieses permanente Genöle auf Trivialniveau, die unglaubliche Faktenresistenz und der Hang zur Lüge, es sind diese instinkthaften, bauchgesteuerten Anklagen, die einen perplex zurücklassen. Feministische Nörgeleien haben die einzigartige Eigenschaft, dass sie gar nicht beantwortbar oder lösbar sind, sondern lediglich eine Vorstufe zu immer neuen Nörgeleien darstellen. Das ist ungewöhnlich und abstoßend zugleich; es eliminiert jeden Rest an allgemeinem, menschlichem Respekt oder auch nur Höflichkeit.

Im Grunde ist alles an feministischem Gedankengut so bizarr, dass man sich vor den Archäologen, die unsere vergilbten Knochen eines Tages ausgraben werden, schon heute schämen muss. Was werden die bloß von unserer Epoche halten? Dass da Millionen Menschen in ihren Single-Karnickelställen wortlos nebeneinander her leben mussten? Dass im feministischen Zeitalter Weiber wie Schwarzer mit höchsten Orden ausgezeichnet wurden, obwohl sie nachweislich Gewalt gegen Männer befürworteten? Die Archäologen werden uns doch für ungebildete Wilde halten, so wie wir heute die Mayas oder die Hunnen! Archäologen werden eine epidemische Geburtenschwäche feststellen, die ohne Beispiel ist. Vielleicht werden sie erforschen, dass es Männern bei Strafe verboten war, in Konsumtempel zu gehen. Oder dass Männer in bestimmten Fällen keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen durften. Möglich, dass sie in den schriftlichen Hinterlassenschaften unserer Ära Hinweise auf eine Männersteuer finden. Wer weíß, was diesen dauerbenachteiligten Femis noch alles an Maßnahmen gegen das böse Geschlecht noch einfällt! Es könnte sein, dass man sich in ferner Zukunft darüber wundert, weshalb Männer bei Scheidungen bis auf's Hemd ruiniert wurden, aber trotzdem ihre Kinder nur unter behördlicher Aufsicht sehen durften. Schlimmstenfalls fördern zukünftige Grabungen zutage, dass wir eine Frau als Häuptling hatten. Ups, das ham wer sogar schon.

Es ist keine funktionierende Industrienation vorstellbar, die die »soziale Konstruktion des Menschen« als Motiv ihres Handelns proklamiert und fortan alle gesellschaftlichen Bereiche - insbesondere deren wirtschaftlichen Kernbereiche - danach ausrichtet. Nicht der Feminismus oder irgendeine andere Ideologie sind der Motor für die Entwicklung prosperierender Gesellschaftsstrukturen, sondern es sind die bisher angehäuften industriellen Ressourcen, die ein Heranwachsen derartig abstrakter Ideologien erst ermöglicht haben. Der Feminismus, der sich anmaßt, eine bedeutende Steuerungsfunktion in Staat, Medien und Gerichtsbarkeit auszufüllen, ist nichts weiter als ein Luxusproblem einer übersatten und sinnentleerten Kultur. Es steht demnach allerdings zu befürchten, dass diese »feministische Leitkultur« erst dann in die Schranken der Elfenbeintürme zurückverwiesen wird, aus der sie kommt, wenn wirtschaftliche Zwänge es verlangen.

Wohlstand entsteht nicht durch besonders weltfremde Ideen, sondern einzig durch Arbeit: Die »gelebte Gleichberechtigung« als Handlungsmaxime macht niemanden satt, insbesondere, wenn die Definitionshoheit darüber, was »gerecht« ist, in der Hand einiger weniger Phantasten bleibt.


Kategorie: Male, Female, Politik, Gesellschaft

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