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Die armen Frauen...

07.07.2010

Von: Stadtmensch

Das ist wieder so ein Thema, in dem die üblichen Floskeln wie »...Frauen immer noch...« oder »...Frauen noch lange nicht...« bestens greifen: Der weibliche Durchschnittsverdienst.

Doch halt: Diesmal sind es keine finsteren Männerbünde, die die gottgleichen HerrenmenschInnen vom Schlaraffenland des 13. Monatsgehaltes oder sonstiger Boni abhalten, nein. Diesmal sind es die Frauen selber, die sich angeblich einen geringeren Verdienst zusprechen - und das auch noch gerecht finden.

 

Aber klar doch: Trotz aller Kampagnen, Beschwörungsformeln und feministischer Voodoo-Rituale muss man Frauen, die von sich aus die Rolle der Alleinernährerin einnehmen, mit dem Rasterelektronenmikroskop suchen; eine verschwindend geringe Menge. Natürlich geht die moderne Frau heutzutage »immer noch« davon aus, dass im Rahmen der Familienplanung dem Mann die Rolle des Predators zukommt. Es soll Menschen geben, die - inspiriert von sinnlosen Theoriekonstrukten à la Judith Butler und Konsorten - darin eine Todsünde erkennen. Aber diese armen Menschen sind nicht einmal das zentrale Problem. Das Problem ist die Krake Staat, die solche gedanklichen Sackgassen in eine direkte Einmischung in die privaten Entscheidungen ummünzt.

 

Das Zauberwort - oder sagen wir lieber der Fluch - hat einen Namen: Gender Mainstreaming. Bedeutet, dass alle Bereiche der Politik auf ihren geschlechtlichen Aspekt hin überprüft werden; angeblich, um »Geschlechtergerechtigkeit« zu institutionalisieren. Jedes Gesetz, jede Verordnung und selbst der allgemeine Sprachgebrauch sollen derart gestaltet werden, dass diskriminierende Elemente in geschlechtlicher Hinsicht unterbunden werden. Ausgedacht hat sich diesen Quatsch irgendeine ominöse Frauenkonferenz der UN in China. Die EU hat das anschließend wie ein Schwamm aufgesogen und nun soll es nationale Richtschnur werden. Sie fragen nach dem Gesetzgebungsverfahren oder gar nach einer öffentlichen Diskussion im Bundestag oder Bundesrat dazu? Wie naiv sind Sie? Sie sollten doch wissen, dass »Frauenrechte Menschenrechte sind«, was natürlich bedeuten soll: Wer gegen Frauenrechte ist oder wer nicht jeden Mist aus dieser Ecke kritiklos schluckt, ist ein Menschenfeind. Oder ein ungewaschener Nazi, der einen zu kleinen Pimmel hat und keine abkriegt. So einfach ist das.

 

Selbst das Familienministerium musste seinerzeit (noch unter der Knute von Zensursula) die Behauptung, Frauen verdienten pauschal 23 %  weniger als Männer, von seiner Homepage nehmen. Diese Zahl geistert seit Jahren durch die Gazetten, hält aber keiner seriösen Überprüfung stand. Für die, die es nicht so mit dem Studium langer Zahlenreihen haben, genügt aber schon der gesunde Menschenverstand. Denn stimmte diese 23-%-Tirade, so hätte es niemals eine Finanzkrise geben dürfen und die Männer wären größtenteils arbeitslos. Welcher Unternehmer sollte die Männer dann noch einstellen, wenn er Arbeitsleistung viel, viel billiger haben kann? Ach, übrigens fand der letzte Prozess wegen ungleicher Bezahlung aufgrund des Geschlechtes etwa Mitte der 1970er Jahre statt. Es wäre ein Armutszeugnis der gesamten Anwälteschaft, hätten sie sich in all den Jahrzehnten, in denen unserem Land eine solche Ungerechtigkeit attestiert wurde, zurückgehalten. Wo sind also die ganzen Arbeitsgerichtsprozesse, die gegen diesen Entlohnungs-Frevel anrennen? Könnte es vielleicht sein, dass es schlicht kein belastbares Material gibt, um solche Prozesse zu gewinnen?

 

Eine rethorische Frage, zugegeben.


Kategorie: Male, Female

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