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Feminismus für Dummies • Heute: Gläserne Decken

20.10.2010

Von: Stadtmensch

Was hat eine Decke aus Glas mit Männern und Frauen zu tun?

Gläserne Decke

Abb. einer gläsernen Decke (nach Feierabend).

Da fangen wir mal ganz einfach an: Gläserne Decken sind in praktisch jeder Firma vorhanden und hindern Frauen daran, sich beruflich durchzusetzen. Die Frauen müssen also quasi immer von einer unteren Etage neidisch durch die gläserne Decke hindurch auf die verbesserungsdienenden Männer über ihnen blicken. Daran kann man allerdings auch sofort das Dilemma von gläsernen Decken erkennen: Wären Frauen ebenfalls in den oberen Etagen, könnten die Mitarbeiter weiter unten diesen armen Frauen unter die Röcke gucken - auch wieder eine Diskrimination! Womöglich würde die Sekretärin Frau Müller bei der Vorstandsvorsitzenden Frau Meier-Schmidt einen teuren Schlüpfer erkennen und neidisch werden. Oder sie würde gar keinen Schlüpfer erkennen und noch neidischer werden! Die Beseitigung der gläsernen Decken ist also gar nicht so einfach und könnte so manchen Betriebsfrieden stören.

 

Es gibt natürlich abgebrühte Frauen, die sich an gläsernen Decken gar nicht stören, z.B. Beate Uhu (oder wie die hieß). Frau Uhu hat bekanntlich dereinst in grauer Vorzeit (als es noch keine Farben gab) einen der größten »Ehehygieneartikel«-Konzerne aufgebaut. Soweit nicht schlecht. Aber beim Uhu-Konzern war es ja auch relativ egal, wer hier wem durch die gläserne Decke unter den Rock schauen kann. Schließlich ging es bei den Uhus sowieso immer darum, was unter den Röcken passiert (falls mal was passiert). Nein, die Uhus sind eher die Ausnahme von der Regel. Es geht hier nur um Firmen, die Frauen nicht selber gegründet haben und über die Frauen dennoch mitbestimmen wollen; sozusagen um fast alle erfolgreichen Firmen.

 

Lassen wir einmal eine Expertin aus der Wikipedia zu Wort kommen:

 

Glass ceiling lässt sich als wirkmächtige Karriererestriktion beschreiben, die subtil und kaum messbar den Weg von Frauen in das gehobene Management verhindert. Die Angst vor einer geringeren Durchschnittsproduktivität von Frauen und vor höheren weiblichen Fluktuationsraten konnte jedoch durch zahlreiche nationale und internationale Studien eindeutig widerlegt werden. Stattdessen sorgen Stereotypisierungen und Homogenitätserwartungen bei der Einstellungs- und Beförderungspolitik in den karriererelevanten Netzwerken für Schließungsprozesse gegenüber Frauen.

– Christiane Funken

 

Da haben wir's aus berufenem Munde: Obwohl es kaum messbar ist, erwarten Männer einfach zuviel Homogenität und hängen Stereotypen nach, wenn sie darüber nachdenken, ob sie auch mal eine Frau in ihre Netzwerke reinlassen. Außerdem haben sie »Angst vor einer geringeren Durchschnittsproduktivität« der Frauen. Wahrscheinlich denken sie, dass Frauen immer noch lieber in ihren Handtaschen kramen oder sich die Fingernägel lackieren als bis zu 70 Stunden pro Woche Gedanken über erfolgreiche Produkte zu denken. Das ist aber ein Trugschluss! Frauen können viel mehr denken, als die Männer wiederum denken. Und sie denken auch noch alles gleichzeitig! Das sieht man an so erfolgreichen Frauen wie Angela Merkel, Verona Pooth oder Guido Westerwelle. Was haben diese Frauen nicht schon für unser Land geleistet! Männer, so wissen wir, können immer nur an die eine Sache denken.

 

Die einzigen, die das frühzeitig erkannt haben, sind mal wieder die Grünen bzw. ihre schmuddeligen Halbschwestern »Die Linke«. Grüne Männchen wollen keine Machos mehr sein, heißt es zum Beispiel. Außerdem darf bei grünen Parteiversammlungen kein Mann sprechen, wenn nicht vorher eine Frau was gesagt hat. Eigentlich logisch, wenn man weiß, wieviel Frauen den lieben langen Tag so zu sagen haben.

 

Gläserne Decken gibt es praktisch überall. Besonders krass fällt das in solchen Branchen wie dem Bergbau oder im Straßenbau auf. Und auch die Müllfahrer halten die Reihen noch fest geschlossen. Keiner einzigen Frau ist es bisher gelungen, in solche ausschließlich männlich geprägten Domänen einzubrechen und diesen Primitivlingen mal was über die optimale Nutzung von Humankapital zu erzählen. Das ist die reinste gesellschaftliche Verschwendung von Frauenpower. Nicht mal in Afghanistan, wo es u.a. um die Errichtung von Mädchenschulen und Frauenbüros - also um vordergründigste weibliche Ziele - geht, dürfen Frauen ran. Ständig wollen die Männer sich vordrängeln, um dann später zu Hause wieder als Helden im Mittelpunkt zu stehen, wenn der Verteidigungsminister diese schönen, staatstragenden Reden hält und die vielen Deutschlandfahnen wehen. Sogar totgeschossen geben sie also den Frauen nichts vom Kuchen ab. Gemein!

 

Die Grünen sagen es ganz klar: Die Quote muss her. Sogar die CSU sagt das. Und weil die ganzen männlichen Firmenlenker eh zuviel verdienen, kann das unser Land auch locker aushalten, wenn der Staat mal eben an ein paar Stellschrauben in privat geführten Firmen dreht. Dort, wo der Staat sowieso den Daumen drauf hat - in Grundschulen und Kindergärten z.B. - hat sich das mit den Quoten ja durchaus bewährt; okay man müsste sagen »für die Frauen bewährt«, denn über die Kinder denkt man dabei eigentlich weniger nach. Nun fordern zwar so ein paar Rückständige wie ich, dass man dort auch mal eine Männerquote einführen könnte. Aber das ist natürlich Quatsch, denn Frauen werden immer benachteiligt. Nicht nur das: Sie haben Kompensation verdient für die ganzen Jahrtausende zuvor, in denen sie gar nix zu melden hatten und deshalb müssen alle Männer in Sippenhaft genommen werden. Dass es ein paarmal Königinnen und Kaiserinnen gab, das war doch nur, weil die alten Säcke ein schlechtes Gewissen hatten. Pseudo-Quote sozusagen.


Natürlich funktioniert das nicht immer optimal mit der Quote. Zum Beispiel gibt es durchaus mehr studierte Tierärztinnen als Tierärzte. Aber aufgrund der Tatsache, dass Frauen über Jahrtausende keinerlei Muskeln entwickeln durften, behandeln Tierärztinnen halt lieber Kleintiere in der Stadt statt diese dummen Rindviecher auf dem Land. So haben wir eine Tierarztschwemme und doch wieder keine Tierärzte, dort wo sie gebraucht werden. Aber egal, Meerschweinchen-Steak soll auch lecker sein. Für die Frauen tun wir doch fast alles, was Männer? Mann muss solchen Randgruppen wie den Frauen eben ein bisschen unter die Arme greifen, denn alles andere ist doch frauenfeindlich.

 

 

 


Kategorie: Male, Female

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