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Arne Hoffmann über Matthias Stiegler

09.09.2010

Von: Stadtmensch

Arne Hoffmann bespricht in einem Beitrag für das »Eigentümlich Frei«-Magazin ein neues Buch des männerpolitischen Autors Matthias Stiegler.

Er schreibt u.a. über das neue Stiegler-Buch :

Zum Schluss seines Buches zieht Matthias Stiehler folgendes wegweisendes Fazit: »Eines der wesentlichsten Merkmale der derzeitigen Geschlechterdebatte ist die defensive Grundhaltung, mit der Männer auftreten. Einmal abgesehen davon, dass vergleichsweise wenige Männer einen Kampf gegen vermeintliche oder auch reale Benachteiligungen führen, zeichnen sich Männer vor allem dadurch aus, dass sie in öffentlichen Diskussionen sehr schnell bereit sind, den entschieden argumentierenden Frauen Recht zu geben. Als zentrales Ergebnis einer weite Teile der Gesellschaft umfassenden Männlichkeitsdebatte sollte daher eine offensivere männlichere Haltung stehen. Selbstbewusst die eigene Position zu vertreten, ohne sich auf Streitereien einzulassen, ist sicher ein schwierig zu erreichendes Ziel. Aber ohne eine selbstbewusste Männlichkeit kommen wir im gesellschaftlichen Geschlechterdialog nicht weiter.«

 

Etwas schmeckt mir persönlich ganz und gar nicht an dieser ganzen Debatte über devote Männer, die vorauseilend alles machen, was Mutti diktiert oder eben über »Männer, die Angst vor starken Frauen haben« - eine beliebte Killerphrase übrigens, die seit jeher von meist komplett reizlosen frauenbewegten FrauInnen in die Diskussion geworfen wird. Die meisten »Argumente«, die Femis den Männern nachsagen, bleiben komischerweise unbegründet: Gibt es irgendwelche seriösen Untersuchungen zu den herbeigeredeten Männerängsten? Gibt es - wie manchmal behauptet - psychologische Studien über vermeintliche »Kastrationsängste«? Gibt es belastbare Fakten zu solchen Wunderwaffen wie »emotionale Intelligenz«, die Frauen angeblich gleich literweise im Blut haben? Gibt es Beweise für die weibliche »Multitaskingfähigkeit«, der Männer immer nur hinterher hecheln können? Gibt es einen wissenschaftlichen Beleg über die evolutionäre Nutzlosigkeit des Y-Chromosoms, wie es seinerzeit der Spiegel so arrogant formulierte? Nö, gibt es nicht. All dieser Budenzauber, mit dem Femis in den Medien so aufdringlich (und teilweise peinlich) hausieren gehen, lässt Männer wie mich eher schwer genervt als ängstlich zurück. Und daraus folgt wiederum zwingend: Man kann einfach nicht über Bullshit diskutieren und ich glaube diesen feministischen WünschelrutenhalterInnen generell nichts; weniger als nichts sogar. Punkt. Ob die Weiber sich darüber nun aufregen mögen, ist komplett unspannend. Meine Antwort auf solche Komplimente wie »Männer sind potenzielle Vergewaltiger« lautet regelmäßig »...dann sind Frauen potenzielle Huren« - was denn sonst? Irgendwas plappern oder gackern kann jeder, newahr.

Ganz wegreden kann man natürlich nicht, dass es viele Männer gibt, die eine extrem devote Haltung gegenüber Frauen haben. Sonst wären viele Frauenbevorzugungsinstrumente überhaupt nicht in die Welt gesetzt worden. Das Phänomen, dass Männer gegenüber Frauen nur allzu leicht klein beigeben, beruht auf einer unheilvollen Verquickung von allgemeinpolitischen Forderungen nach umfassender Frauenförderung und der Diskreditierung von Männern im persönlichen Nahbereich und zwar meist so, dass Vorwürfe unter die männliche Gürtellinie zielen. Aus eigener Erfahrung ist mir bekannt, dass es eben sehr leicht ist, Männer gerade in den Bereichen, die die Intimität einer Beziehung berühren, die auch das sexuelle Selbstverständnis tangieren, mit solchen allgemein formulierten, männlich-defizitären Anklagen zu neurotisieren. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Angriffe bei vielen Männern eine ähnlich verheerende Wirkung erzeugen wie Äußerungen über die weibliche Figur, zu große oder zu kleine Busen oder verunglückte Haarfärbeaktionen.

Eine weitere Begründung, warum Männern - vor allem von anderen Männern - nicht zugestanden wird, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse zum Thema machen und sich weigern, z.B. in gefährlichen Jobs verheizt zu werden, in Afghanistan die alleinigen Todesopfer zu stellen u.ä., ist dieser: Schwache Männer wären eine gesellschaftliche Gefahr in Krisensituationen. Würde man Männern eine ähnliche Schutzbedürftigkeit wie den Frauen zugestehen, hätte die menschliche Gemeinschaft jede Gewissheit, dass eben diese Bevölkerungsgruppe im Ernstfall »Backup-Funktionen« übernimmt - und zwar potenziell auf Kosten des eigenen Überlebens - verloren. Platt gesprochen: Wenn der Russe hier einmarschiert (okay, anachronistisches Beispiel), kann man halt nicht argumentieren, dass Männer sich bei der Landesverteidigung möglicherweise den Fuß verstauchen oder Schlimmeres erleben könnten. Sie sind es auch, die nach wie vor dafür auserkoren sind, Schwerstarbeiten oder Bedrohungen durch Katastrophen zu meistern. Es gibt niemanden auf der ganzen Welt, der an diesem einseitigen Prinzip etwas zu ändern vermag oder auch nur darüber nachdenkt, es zu ändern. Ich übrigens auch nicht. Es gehört zum Wesen des Mannes, dass er mehr Risiken in der Gesellschaft übernimmt als die Masse der Frauen. Nur eines ist völlig indiskutabel, nämlich dass solche Funktionen so selbstverständlich hingenommen werden wie stets wiederkehrende Hochdruckgebiete oder dass Männer diesbezüglich derart respektlos behandelt werden, wie das seit gefühlten vier Jahrzehnten in den Medien der Fall ist.

So betrachtet, ist indertat jede Forderung, dass Männer sich zu ändern hätten, mit äußerster Vorsicht zu genießen. Angesichts des allseits virulenten Männerbashings sind es vielmehr die Frauen, die endlich kapieren müssen, dass die Mehrheit der Männer nicht ihre Feinde, sondern ihr Komplement sind. Tun sie das nicht, bedeutet das eine umfängliche Entsolidarisierung - und zwar aller Menschen, egal ob Männer oder Frauen. Denn, Hand auf's Herz: Glaubt da wer, dass die Frauen alleine mit anderen Frauen den Laden zusammenhalten können?


Kategorie: Male, Female

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