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Frauenquote: Jezz aber zackich!

22.12.2011

Von: Stadtmensch

In dem schönen Dorf Berlin haben sich ein paar parteiübergreifende Frauen zu einer Kampftruppe für leistungslose Beförderung von Frauen in Vorstandsetagen zusammengefunden - zum x-sten Mal. Herausgekommen ist nun: Eine neue Homepage!

Man kann es aus der Sicht diese Dauerbetroffenen durchaus verstehen. Sie nerven seit Jahren wegen fehlender weiblicher Repräsentanz in überteuerten Vorstandsbüros, aber nichts passiert, keiner hört auf sie und alle fassen das Thema mit spitzen Fingern an. Da wäre ich auch frustriert. Trotzig haben sie deshalb eine parteienübergreifende Allianz gebildet und fordern zum Unterzeichnen einer Unterstützerliste auf. Ist es schon wieder soweit?

Das Thema selbst ist derart abgestanden, dass es bereits intellektuellen Schimmel angesetzt hat. Denn man muss sich vor Augen halten, worum es eigentlich geht und warum dieser seelige vorweihnachtliche Wunschtraum auch dieses Mal keine neuen Aspekte bringt. In der Summe geht es nur um ein paar wenige überbezahlte Repräsentanzpöstchen, die für die Masse der Arbeitnehmerinnen vollkommen irrelevant sind; selbst wenn man an solche Märchen wie »Firmen mit vielen Frauen in den Vorständen erwirtschaften per se mehr Gewinn« glaubt. Von wegen »Studien haben gezeigt, dass...« - Pah! Solange es keine Studie über die Glaubwürdigkeit von Studien gibt, glaube ich sowieso nichts mehr.

Was diese geplagten Bessermenschinnen geschenkt haben wollen, müssen sich Manager aus der mittleren Ebene über Jahre und Jahrzehnte hart erarbeiten. Nicht zuletzt ist es die allgegenwärtige weibliche Sehnsucht nach dem solventen Karrieristen, die Manager-Männer (und nicht nur die) zu Workaholics und Besserverdienenden werden lässt. Frauen, das weiß Mann, heiraten selten nach unten, sondern lieber nach oben. Im Hinblick auf eine Familiengründung ist das auch kein schlechter Gedanke, denn natürlich ist es besser, wenn die Familie vollumfänglich existentiell abgesichert ist. Blöderweise ist so ein Abenteuer wie eine Familie aber kein austauschbares Accessoire. In Zeiten von immer häufigeren Fristverträgen und prekärer Bezahlung in der Arbeitswelt (vor allem auf den unteren Rängen) dematerialisiert sich die Option »dann heirate ich eben« sowieso mit exponentieller Dynamik. Dies hat allerdings nicht zur Folge, dass Frauen auf breiter Front den Posten der Alleinernährerin anstreben. Ehen, die den kompletten Rollentausch praktizieren, haben - sowas aber auch - die höchsten Scheidungsraten.

Diese parteienübergreifenden Frauen meinen also, ihnen stünden leistungslose Karrieresprünge per Geschlecht zu. Bizarr ist daran, dass diese Möglichkeit in keinem Gesetz (das was auf sich hält) und auch nicht im durchschnittlichen Realitätsverständnis festgeschrieben werden kann, und dass es aus Prinzip keine sich selbst genügenden »Ansprüche« dieser Art an unseren geliebten Staat geben kann. Niemand, der noch bei Trost ist, geht davon aus, dass Papa Staat für jedes staatsbürgerliche Unwohlsein automatisch eine gesetzliche Lösung aus dem Hut zaubert - die Quotenfrauen tun dies aber. Sie tun es jedoch nur an den Stellen, wo es ihnen nützt. Dort, wo es ihnen Nachteile bringt, nach Quoten zu fragen, sind sie seltsam still. Oder habe ich die intensiven Diskussionen über Frauenquoten beim Straßenbau, bei der Energieerzeugung, bei Risikoberufen verpasst? Nicht zuletzt gewähren sie anderen Konkurrenten und insbesondere -innen eher selten eine solch joviale Geste, so wie sie sie von Jan und Allemann einfordern.

Dass ein Bonus verdient werden will, ist ihnen im Binnenverhältnis mit ihren Mitmenschen durchaus nicht fremd. Die Devise »Geben und Nehmen« ist eine Maxime im menschlichen Miteinander, die sich seit Bestehen menschlicher Gemeinschaften bewährt hat. Protektion oder ungerechtfertigte Vorteilsnahme verdient aber mit Recht Ächtung, da sie für ein anzustrebendes Gemeinschaftswohl kontraproduktiv ist.

Sobald der Staat eine gesellschaftliche Gruppe unverdient bevorteilt, hat er sich zur Tyrannei bekannt. Wenn wir als Gesellschaft noch irgendwas auf einen gewissen demokratischen Geist geben (was immer schwerer fällt), dann kann ein demokratisch organisierter Staat lediglich für gleiche Startbedingungen sorgen. Doch das ist schon lange der Fall: Niemand verbietet den Frauen, selber ihre Karrieren zu planen. Niemand verweigert ihnen einen Gewerbeschein, mit dem sie innovative Unternehmen gründen können. Pimp yourselves, ladies!

Natürlich kommt in solchen Diskussion irgendwann das unvermeidliche Argument von den Frauen »aber wir müssen doch die Kinder kriegen«. Nein, müsst ihr nicht. Niemand verlangt das von euch und immer mehr Männer haben dieses Thema inzwischen sowieso von sich weg geschoben. Dazu trägt bei, dass die Hälfte der Familien vor dem Scheidungsrichter landet, woran die ach so fortschrittlichen Frauen einen erheblichen Anteil haben und sei es auch nur deshalb, weil ihnen windige Anwälte unter Mithilfe eines femizentrierten Scheidungsrecht die lebenslängliche Absicherung versprechen.

Erst neulich kam ich an einem Amtsgericht vorbei, an dem einer dieser unförmigen VW-Beetle parkte. Auf dem Heck prangte ein Aufkleber mit einer neutralen Internetadresse und dem Hinweis »...für alles in Fragen von Scheidung und Unterhaltsansprüchen«. Ich frage jetzt mal nicht, ob dieses Auto nun einem männlichen oder einem weiblichen Anwalt gehörte. Die Lebenseinstellung, die sich aus solch einem schnöden Aufkleber generieren lässt, ist also die, wie man maximalen Profit aus einer Familienkrise erzielen kann. Es ist mir ein Rätsel, wie man solches Gebaren nicht als Affront verstehen kann.

Die Vehemenz, mit der sich dieses infantile Geplärre der Quotenfrauen in unsere Gehirnwindungen schraubt, ist leider nicht als ein ernstgemeinter Einsatz zur Steigerung der allgemeinen Lebensqualität oder des wirtschaftlichen Erfolges unseres Landes verstehbar - das ist weder Absicht noch Ziel solcher Aktionen. Vielmehr ist es ihre einzige Taktik, solange zu nölen und zu nerven, bis man sagt »ihr habt Recht und ich hab meine Ruhe« - und sie für'n Moment die egomanische Klappe halten. Doch das ist fatal, denn fehlender Widerstand wird unweigerlich mit noch größerem Genörgel in der Zukunft bestraft. Leider sind die Zeiten vorbei, in denen man derlei archaisch geprägte Nöligkeit mit einer gewissen loriot'schen Eleganz aus dem Blickwinkel der Realsatire betrachten konnte. Dazu ist das ganze Thema viel zu penetrant und zudem sind seine heutigen Protagonistinnen schlichtweg zu unsympathisch. Kurz gesagt: Männer (und eine wenige übrig gebliebene weibliche Perlen) haben eben doch Gefühle, hehe. Jedenfalls lässt sich das Ganze nur als eine einzige, unverzeihlich egozentrische Dummheit und Verbohrtheit von beachtlichem Ausmaß charakterisieren; ohne irgendein motivierendes Element.

Mein persönliches Fazit daraus lautet also logischerweise: Mit Frauenquoten kann man keine Autos bauen.

 


Kategorie: Male, Female, Politik, Gesellschaft

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