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Weiber!

28.12.2011

Von: Stadtmensch

Nie sind sie zufrieden. Immer nehmen sie von allen möglichen Alternativen ausgerechnet die dümmsten Varianten. Dauernd labern sie einem die Ohren voll mit vollkommen unwichtigen Sachen. Es folgt ein kleines Resümmee meiner schönsten Vorurteile aus 2011.

Da saß ich im Ausbilder-/Meisterkurs im November und hörte mir irgendeinen Scheiß vom »Gleichbehandlungsgesetz« an, als aus einer der hinteren Ecken des Unterrichtsraums der unvermeidliche Spruch erschallte: »Männer können nicht über Gefühle reden«. Ausgesprochen hatte ihn - natürlich - eine Frau. Zwar hatte ich dagegen protestiert mit »Ich kann es nicht mehr hören« und zwar so laut, dass es diese Tusse auch mitbekam, aber es war leider die falsche Antwort, fand ich im Nachhinein. Die richtige fiel mir mal wieder erst später ein, wie das oft so ist: »Männer wollen nicht dauernd über die Gefühle der Frauen reden«. Und so isses auch. Mitlesende Männer kennen das. Dieses kleingeistige Gelaber über die mannigfaltigen Regungen und Wallungen des weiblichen Geschlechts können einem wirklich den letzten Nerv rauben. Frauen komsumieren beim Erzählen über das, was sie erlebt haben, mindestens soviel Lebenszeit, wie das Erlebte selber schon verbraucht hat. Wenn man sich darauf einlässt, die Frauen verstehen zu wollen, hat man schon verloren. Also, Männer: Lasst lieber die Finger davon, es bringt nichts.

Einige Zeit später. In meiner Eigenschaft als Administrator saß ich mit zwei weiblichen Schwallkörpern vor deren Homepage und musste mir das ganze Klein-Klein ihrer inhaltlichen Bedenken anhören. Aber in dem Fall bin ich nur Techniker und für die inhaltlichen Winz-Probleme, die sie mit diversen Formulierungen hatten, so rein gar nicht zuständig. Nachdem mich eine der beiden (die übrigens immer ungewaschen zu unseren Meetings kommt; bestimmt findet sie das »natürlich«) mehrmals nach meiner werten Meinung über irgendein unbedeutendes Sätzchen im Text löcherte, teilte ich ihr mit, dass das nicht meine Aufgabe sei. Ich könne nur gewährleisten, dass die Website anständig läuft, mehr nicht. Darauf schmetterte sie mir ein sehr abwertendes »MÄNNER!« entgegen. Ich wies sie ruhig und sachlich darauf hin, dass sie sich solche dummen Sprüche sparen könne, ich würde ja auch nichts über »FRAUEN!« (schon gar nicht über ungewaschene) bei unseren Treffen schwadronieren. Sie merkte, dass ich es ernst meinte und versuchte es so hinzudrehen, als verstünde ich keinen Spaß; also von der allgemein-beleidigenden Ebene, auf der so gut wie die gesamte Weiberschaft nur zu gerne rumreitet, hinab zur persönlichen: Du verstehst keinen Spaß. Ein beliebter Trick, der auch zum Standardrepertoire der Medien gehört. Denn wo immer Ressentiments gegen Männer ausgesprochen werden und Männer dagegen aufmucken, heißt es, man solle doch nicht so eingeschnappt sein. Es gibt unzählige Variationen dieses Themas. Die »Cosmos«-Versicherung versuchte z.B. mal »lustig« zu sein, indem sie eine Familie in einem ihrer Werbespots darüber sinnieren ließ, was man wohl mit Papis Lebensversicherung machen soll, wenn er stirbt - der Vater saß dabei. Ob ein solcher Werbespot beleidigend oder herabsetzend ist, kann man herausfinden, wenn man einfach die Rollen einmal vertauscht.

Wieder Schnitt. Ein us-amerikanisches Magazin erlebte einen echten Auflagenschub wegen eines Artikels einer knapp 40-Jährigen, die mit einem bitteren Unterton das allgemeine Ende der Ehe postulierte. Dies hat ein schweizer Käseblatt mal wieder zum Anlass genommen, das Ende der gesamten Männlichkeit auszurufen:

 

Die Frauen sind nämlich gerade daran, jahrhundertealte gesellschaftliche Verträge zwischen den Geschlechtern aufzulösen oder neu zu definieren. Dank der Bildungsexpansion und dem wirtschaftlichen Einfluss [warum hier die zweite Genitivform falsch ist, verstehe ich nebenbei bemerkt auch nicht], den das schwache Geschlecht in den letzten Jahren gewonnen hat, dank des medizinischen Fortschritts und der Pille, sind die Frauen heute nicht nur in der Lage, sich selber zu ernähren, sie bestimmen auch, ob sie Kinder haben wollen oder nicht. Und wenn, ob allein oder lieber mit einem Mann. Das und nichts weniger hat sich Autorin Kate Bolick durch den Kopf gehen lassen, das Fazit, das sie vor ihrem 40. Geburtstag zieht: Lieber keine Kinder, lieber ein Leben ohne Mann.

 

Es ist bizarr, Menschen so reden zu hören, denn sie attestieren sich selber damit eine völlig eindimensionale und undifferenzierte Weltanschauung, also Dämlichkeit. Noch viel mehr ist es mir ein Rätsel, weshalb im menschlichen Miteinander ausschließlich auf die Karte der Geschlechterkonfrontation gesetzt wird, statt all die künstlich aufgeblasenen »social skills« der holden Weiblichkeit zu betonen. Damit wird man doch sonst an jedem Zeitungsstand zugeschissen. Sei's drum. Der gedankliche Fehler beginnt schon damit, dass der weibliche Romantizismus bei Männern so nicht vorkommt, zumindest nicht als die »zentrale Kompassnadel für's Lebensglück«. Somit haben die Themen Heirat, Liebe, Familie bwz. sentimentales Glück bei den meisten Männern, die ich kenne, eine vollkommen andere Gewichtung. Geistige Schöpfung, Kreativität, Lösungsfähigkeit, Kameradschaft und viele andere Dinge mehr, bei denen Frauen leider mal nicht zwangsläufig die Hauptrolle spielen, haben in männlichen Biografien einen ebenso festen Platz wie ihr temporärer Wunsch nach Familie oder Nachkommenschaft. Diese »geschlechtlichen und gesellschaftlichen Revolutionen«, die verschiedene Frauen meinen erblickt zu haben, zeugen also eher von einer allgemeinen Allmachts-Verblendung als von der Eigenschaft, heutige Entwicklungen belastbar einschätzen zu können. Sie sind ein Produkt tiefster Verunsicherung und/oder selbstgewählter Vereinsamung.

Die Zukunftsfantasien enden nämlich meist schon an der nächsten Klotür dieser allwissenden Sitzpinklerinnen: Wer nämlich die Abschaffung der Männer fordert oder sich ähnliches erträumt, sollte sich schon mal damit anfreunden, dass dann in einigen Jahrzehnten Menschen in unseren Breitengraden wieder in der freien Natur Löcher buddeln werden, um ihre Notdurft zu verrichten. Achja, Heizungen wird es dann auch nicht mehr geben, weil es keine Wärmeversorgung mehr gibt. Und Strom - schaun mer mal. Oh, ich würde es durchaus mal drauf ankommen lassen, wie die so vollkommen unabhängigen Weiber eine gesamte Industriegesellschaft wuppen werden. Aber vielleicht kann frau sich tatsächlich einmal in ferner Zukunft davon ernähren, sich gegenseitig Blumengestecke oder handgeblasene Mantras zu verkaufen (Allheilmittel »Dienstleistungsgesellschaft«). Täte mich interessieren, doch.

Gut ist, dass Männer sich nicht aufdrängen lassen, wie sie der ach so virulenten Geschlechterdiskussion begegnen sollen. Denn Frauen erwarten ganz zwangsläufig und wie immer ichbezogen, dass die heilige feministische Frauenbewegung nun aber doch auch endlich mal bei den Männern zur Katharsis führen möge; also derart, dass Männer nun endlich einmal über Gefühle palavern, dass sie sich von irgendwelchen Rollen emanzipieren, dass sie ihre weiblichen Seiten entdecken und so'n Scheißdreck mehr.

Das geht an Männer und Frauen: Es wird keine Frauenbewegung 2.0 bei den Männern geben. Denn Männer ticken in dem Punkt entschieden anders. Während Frauen noch mitten in den Diskussionen stecken, wie das Geschlechterverhältnis zukünftig auszusehen hat, haben viele Männer längst gehandelt. Von daher ist es reichlich zu spät, den Männern weiblicherseits »die Ehe aufzukündigen«. Denn die Männer haben sich bereits entschieden. Es wird für Frauen immer schwieriger, Partner zu finden, mit denen sie belastbare Verhältnisse im Hinblick auf eine familiäre Existenz aufbauen können. Die staatliche Ersatzalimentierung für das Heer der Alleinerziehenden ist auf Dauer auch kein rechter Trost, denn ihr fehlt der alles entscheidende Rosamunde-Pilcher-Faktor. Für die Männer bleibt indes die Aufgabe, die jüngeren in regelmäßigen Abständen vor dem existentiellen Desaster zu warnen, das eine Ehe in frauenbewegten Zeiten mit sich bringt. Aber viele von ihnen kennen das bereits aus der Verwandtschaft oder sind selbst Scheidungskind.

Nein, auch in 2011 hat mich die überlaute Weiberschaft nicht »verunsichert« oder »mir Angst gemacht«. Auch die devoten Frauenversteher, die sich in diversen Medien redlich abmühen, goldene feministische Zeiten herauf zu beschwören, sind keine wirklichen Gegner; sie lösen eher mein Mitgefühl und meine besten Wünsche für eine baldige Genesung aus.

 

Welche Empfehlung könnte man also für 2012 aussprechen? Vielleicht die, die bisher auch schon gut funktioniert hat: Wann immer eine Frau mit ihrem revolutionären/evolutionären Temperament auf die versammelte Männerschaft zu rast, lassen wir ihnen gentlemenlike den Vortritt und machen einen kleinen Schritt zur Seite - Problem gelöst.

Feiert schön, aber vögelt nicht besoffen in der Gegend rum an Silvester!


Kategorie: Male, Female

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