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Uns Ursel mal wieder..

19.01.2011

Von: Stadtmensch

Von der Leyen hat heute einen neuen Befehl in die Medien gebellt: Die Frauenquote für Führungspositionen in Unternehmen muss her! Aber zackig!

Schon oft wurde ja in den Medien das Trommelfeuer dafür eröffnet, dass Frauen allein aufgrund ihres Frauseins in allen möglichen Dingen soviel besser sind. Von der Leyen ist eine der markantesten und zugleich peinlichsten Vertreterinnen dieser kleinkarierten Sichtweise. Selber wurde sie über Protektion durch den Dunstkreis ihres Vaters (ehem. MP von Niedersachsen) in die Logen der Politikerkaste geschubst. Befähigung zu irgendeinem Amt oder gar fachliche Autorität in ihren bisherigen ministerialen Tätigkeiten waren ebenfalls nicht die Kriterien, mit denen sie sich in Szene setzte. Sie ist der lebende Beweis dafür, dass bei der Vergabe von Leitungsfunktionen fast ausschließlich Erbfolge und kaum eine Abwägung nach fachlicher Kompetenz betrieben wird. Insofern hat die überwiegende Mehrzahl der Männer natürlich genauso wenig Chancen auf eine Karriere in diesen Gutsherrenriegen.

Von der Leyen ist allein schon wegen ihres quengeligen Tonfalls eine einzige Zumutung. Natürlich will sie wie alle feministisch verkalkten Überzeugungstäterinnen nur die Spitzenpositionen in der Wirtschaft für Frauen einstreichen. Die typischen Männerberufe, die gefährlich, dreckig und extrem zeitaufwendig sind, sollen natürlich wie eh und je bei den Männern verbleiben. Die Flipcharts und die Powerpoint-Meetings (also all das überflüssige Geschwafel) sollen nach ihrer Meinung also die Frauen dominieren, aber für die üblen Jobs sollen weiterhin lieber die Männer einstehen. Oder hat sie etwa von einer Frauenquote bei der Müllabfuhr gesprochen? Nein, das tut sie nämlich nie.

Es ist die Frage zu stellen, was der Staat eigentlich bei der personellen Zusammensetzung von privaten Firmen zu suchen hat. Wie kann es sein, dass der Staat in die Personalpolitik von Firmen einzugreifen versucht, die nicht in seinem Besitz sind? Es mag ja sein, dass es dafür irgendwelche wachsweichen Paragrafen gibt, die ein solches Vorgehen in salbungsvolle Worte fassen, aber das sagt nichts über die Legitimität aus, mit der hier versucht wird, nichtstaatliche Körperschaften unter die Fuchtel des Staates zu stellen. Es wäre so, als würde eine Behörde versuchen, Privatleuten vorzuschreiben, welche TV-Programme sie zu gucken haben bzw. mit wem sie diese ansehen dürfen. Von dem Verwaltungsaufwand, den eine solche Kontrollwut zwangsläufig mit sich bringt, will ich hier gar nicht reden.

Der Staat kann lediglich für gleiche Startbedingungen sorgen, wenn es darum geht, wie oder wo Menschen (egal welchen Geschlechts) in Firmen arbeiten möchten. Gäbe es Gesetze, die explizit festlegen, dass insbesondere Frauen von bestimmten beruflichen Werdegängen ausgeschlossen sind, kann und muss er eingreifen. Das ist aber nicht Gegenstand der öffentlichen Diskussion, denn es gibt keine Gesetzeslage, die es Frauen verbietet, bestimmte berufliche Laufbahnen anzustreben. Die konstruierten Begrifflichkeiten wie »strukturelle Benachteiligung von Frauen« oder die unsichtbaren »gläsernen Decken« sind allesamt sinnfreie Wortschöpfungen auf dem Niveau von Kaffeesatzleserei. Wenn schon in solche abstrusen Richtungen gedeutelt wird, wäre doch mal interessant zu wissen, warum Männer in den sog. Todesberufen überproportional »strukturell benachteiligt« sind. Aber solche Fragen prallen an einer Zensursula natürlich vollkommen ab.

Auch der Verweis auf Länder wie Norwegen oder Schweden, die bereits Frauenquoten für bestimmte Firmen eingeführt haben, nervt nur. Denn in Norwegen haben etliche Firmen aufgrund dieser gesetzlichen Quotenregelung einfach ihre Wirtschaftsform geändert, um eben dieses Gesetz auszuhebeln. Und in Schweden sind die meisten Frauen im Öffentlichen Dienst beschäftigt, wie Holger das in seinem Beitrag auf dieser Seite schon sehr bildhaft dargelegt hatte. Man mag einen aufgeblasenen öffentlichen Sektor für einen ökonomischen Fortschritt halten, man muss es aber nicht. Dass Frankreich demnächst solche Quoten einführen will, sagt ebenfalls überhaupt nichts über die Sinnhaftigkeit solcher Bestrebungen aus. Vielleicht sind die französischen Politiker in diesem Punkt ja genauso dämlich wie unsere bundesdeutsche Politikerkaste?

Die beiden zentralen Fragen sind also

  • Hindert die Gesetzeslage unseres Landes Frauen daran, eine Führungsposition anzustreben und
  • sind Frauen tatsächlich nur aufgrund ihres Geschlechtes - aber nicht unbedingt aufgrund fachlicher Qualifikation - ein wirtschaftlicher Gewinn für jede Firmenführung?


Diese beiden zentralen Fragen sind keineswegs tendenziös, sie sind elementar. Sie mit dem Hirnriss »frauenfeindlich« abzubügeln, ist zwar ein allseits beliebter Psychotrick, eine Killerphrase, aber keinesfalls ein diskutables Sachargument. Es geht mitnichten darum, Frauen grundsätzlich von irgendetwas fernzuhalten. Im Gegenteil: Der Gedanke, dass Frauen insbesondere beim Thema Alleinversorgung der Familien mit gutsituierten Jobs in der ersten Reihe stehen, könnte auch für viele Männer sympathisch erscheinen. Leider sind jedoch Männer, die sich um »Familienmanagement« kümmern wollen und die stattdessen ihre Frauen in die raue Welt der Überstunden und der Bücklinge schicken, gerade für Frauen extrem unattraktiv.

Das Traurige ist nicht einmal, dass eine unsympathische Ministerin mit Null-Durchblick mit diesem Thema unbedingt mal wieder vor die Kameras wollte (so wie das meiste, was diese Frau bisher abgeliefert hat, im wesentlichen ihrer medialen Selbstinszenierung diente). Weltfremdes Geschwafel ist nun wahrlich kein Alleinstellungsmerkmal von Frau von der Fönen. Wirklich unerträglich ist die Tatsache, wie der Staat sich zum Universalregulator für alle Lebensbereiche aufspielen möchte; Lebensbereiche, die allein durch die Selbstorganisation der Menschen, die sie direkt betreffen, geregelt werden können.

Wenn das, was ein Mensch in seiner Unterhose verbirgt, so bedeutend für die Wirtschaftsführung unseres Landes ist, warum sind dann frauengeführte Managements nicht ganz von selber markttüchtig? Wozu brauchen strebsame Frauen noch großzügige Vorstands-Männer, die angeblich sowieso nicht zukunftsfähig sind? Wo sind denn die Firmenlenkerinnen, die durch Innovationsgeist und Risikobereitschaft Unternehmen aus dem Boden zaubern und dabei - weil sie Frauen sind - ganz automatisch astronomische Gewinne erzielen? Denn all diese fabelhaften und überlegenen weiblichen Eigenschaften, ohne die scheinbar demnächst die Welt zusammenbrechen würde, werden einem ja tagtäglich unaufgefordert um die Ohren gehauen.

Und dann wundert man sich über Politikverdrossenheit? Gehfort!


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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