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Die öffentlich-rechtliche Kuppelmaschine

01.06.2011

Von: Stadtmensch

Drei schicksalhafte Schicksale von vergessenen Powerfrauen waren dem ZDF eine komplette Sendung wert.

Oh, ich kann mir das schon vorstellen: Weil alle Sehnsüchte bisher unerfüllt blieben, haben die drei selbstbewussten Damen beim ZDF um professionelle Partnervermittlung gebeten und erwarten nun waschkörbeweise Fanpost von männlichen Zuschauern, die sich diesen weinerlichen Käse im Zweiten angeguckt haben.

 

Alle drei sind beruflich top und müssen sich um ihr Auskommen keine Sorgen machen. Einen »Ernährer« suchen die jedenfalls nicht. Aber trotzdem finden die drei Grazien seit Jahren keinen Mann und bleiben mit ihren unerfüllten Sehnsüchten alleine. Dabei sind ihre Ansprüche doch ganz normal und üblich: Sie wollen zu ihrem zukünftigen Traummann »hochschauen« können. Er muss - zumindest bei einer - eine gewisse Mindestkörpergröße haben oder in einer sozial exponierten und privilegierten Stellung sein, also mindestens Akademiker, am besten Unternehmer oder irgendein wichtiger Schlipsträger in irgendeiner wichtigen Firma. Das Beuteschema dieser verschmähten Damen ist also ganz so, wie man es seit Urzeiten kennt: Frauen orientieren sich bei ihrer Partnerwahl nach oben, nie nach unten - auch dann, wenn diese Frauen selber schon »ganz oben« stehen. Das ist insofern ein ziemlich dusselig, weil es in ihrem Partnersegment wenig Auswahl an ebenso erfolgreichen Männern und genügend Konkurrentinnen gibt, die jünger als sie selber sind und die von den »mächtigen« Männern bevorzugt werden. Auch die Männer tragen also einen gehörigen Anteil an solchen Auffälligkeiten: Es wird niemand ernsthaft in Frage stellen, dass ein solches eindimensionales Partnerwahlverhalten von den meisten Männern mitgetragen und honoriert wird. Die Arzthelferin und der Arzt ist eine gesellschaftlich akzeptierte Konstellation, die Paarkombination mit vertauschten Rollen hat dagegen Exotenstatus.

 

Weibliches Partnerwahlverhalten ist dennoch oft ziemlich schrill. »Er muss mir etwas bieten können« oder »den erziehe ich mir« sind oft gehörte Standardfloskeln, die aus dem unerschütterlichen Glauben herrühren, die Frauen besäßen etwas, wofür Männer bereit sind, sich zu verausgaben, sich bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen und all ihre Ressourcen einzusetzen. Keine Frage: Viele Männer tun das sogar und bestätigen damit die oftmals sehr seelenlose, weibliche Sicht auf die Mechanismen der Paaranbahnungen. Denn, mal ehrlich: Ein solches Partnerwahlverhalten, das fast ausschließlich auf die Ingredienzien trivialer Attraktionen und Symbolik setzt, hat wenig mit den Persönlichkeiten und den Charakteren der Betroffenen zu tun, aber viel mit dem femininen Wunsch nach Kontrollierbarkeit und Berechenbarkeit einer Paarung. Mit anderen Worten: Wer sich einen Partner sucht, um ihn zu kontrollieren, zu dirigieren und schlimmstenfalls zu neurotisieren, erhält auch den genau passenden Partner, der auf ein solches Schema passt.

 

Nach feministischer Überzeugung sind geschlechtliche Dispositionen und Rollen jederzeit austauschbar. Angeblich ist es also unbedeutend, ob nun der Mann oder die Frau die wirtschaftlich stärkere Position in einer Paarbeziehung innehat. In der Realitiät (also auf dem natürlichen Feindgebiet des Feminismus) funktioniert das so aber nicht. Ein Beleg dafür sind solche TV-Sendungen wie die oben genannte. Ein anderer ist der, dass bei Sorgerechtsverfahren die Kinder fast immer den Müttern zugeschlagen werden und von Gerichten stets von einer männlichen Erwerbsobliegenheit ausgegangen wird, trotz all der »Karrierefrauen«, für die sich moderne Weltverbesserer wie Feministinnen so gerne ereifern.

 

Noch etwas fällt auf: Niemand interessiert sich dafür, wie Männer das alles sehen, oft genug nicht mal die Männer selbst. Stets ist die weibliche Befindlichkeit im Zentrum aller öffentlichen Aufmerksamkeit. Ich wette glatt mein Brusthaartoupet dagegen, dass es im gesamten TV-Archiv des ZDF keine einzige Sendung über gewöhnliche Handwerker gibt, die sich nach der Sicherheit mit gut verdienenden Powerfrauen sehnen, nach standfesten Frauen, die ihnen »was bieten« können. Jaja, die Männer wollen sowieso immer nur das Eine, gell? Aber »das Eine« ist weder anrüchig, noch ist es unwichtig - und nach meiner bescheidenen Einschätzung viel näher dran an dem, was die Menschen im Innersten ausmacht; viel mehr jedenfalls als der verstohlene Blick auf Kontoauszüge oder Designerklamotten. »Sex ist nur dann schmutzig, wenn man vorher nicht geduscht hat«, meinte einmal Madonna. Genauso isses.

 

Ein weiterer Trugschluss ist, dass es lediglich ein paar zentraler, formalistischer Zutaten bedarf, um zum ultimativen Traumpartner und zu einem langfristigen Lebensglück zu gelangen. Von solchen primitiven Heilsversprechen leben z.B. die meisten Frauengazetten wie »Feindin«, »Das Goldene Blah«, die Textwüsten der Partnerseiten, die Modeindustrie usw. usf. Die Wahrheit ist leider, dass in diesem Punkt die Frauen nach Strich und Faden belogen werden, denn es gibt keinen Automatismus dafür, den wahren und einzigen »Mr. Right« mittels ein paar erotisch eingefärbter Taschenspielertricks an sich zu binden und dann auch zu halten. Es mag die Frauenwelt erstaunen, aber die meisten Männer wollen auf Dauer um ihrer selbst willen geliebt und begehrt werden.

 

Die Unwilligkeit der Männer, ihr Herz für die mit Ansprüchen vollgestopften Frauen zu öffnen, wird inzwischen selbst von feministisch verblendeten Zeitgenossen immer seltener bestritten. Das war einmal anders. Lange Zeit wurde so getan, als läge es an der Verweigerung der Frauen, dass z.B. die Geburtenrate in unserem Land seit Ewigkeiten derart unterirdisch ist. Natürlich: Man wollte auf weiblicher Seite die Diskurshoheit darüber behalten, was »gute« und »schlechte« Partnerschaften ausmacht. Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass es überwiegend ein männliches Phänomen ist, an dem sich immer mehr Frauen die Zähne ausbeißen, sprich: in Einsamkeit verharren. Was die Frauen noch nicht verstanden haben: Je mehr den Männern klar wird, dass sie durch die Frauen unter Zuhilfenahme einseitiger Gesetze bei der Familienplanung (und späterer Scheidung) über den Tisch gezogen werden können, desto mehr stirbt auch das Grundvertrauen, das nötig ist, um sich etwaigen Beziehungswünschen öffnen zu können. Jeder neue Versuch wird mit Argwohn betrachtet, jede Verbindlichkeit wird gemieden seitens der Männer. Und soweit ich das überblicken kann (es gibt keine Untersuchungen dazu), ist der Wegfall jenes Grundvertrauens ein irreversibler Schaden.


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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