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Eine dirigistische Nervensäge

17.06.2011

Von: Stadtmensch

Zensursula fordert mal wieder »Frauenquoten« und garniert dies mit Drohungen an die Privatwirtschaft.

Warum gründen Frauen eigentlich nicht selber Konzerne, um dort »Führungspositionen« einzunehmen? Welche sachliche Rechtfertigung gibt es eigentlich für die Forderung, Frauen per Gesetz in privat geführten Firmen leistungslos nach oben zu befördern bzw. ihre Karrieren zu vergolden? Welche zwingenden, wirtschaftlich überlebenswichtigen Gründe sollen das denn sein, weshalb alle paar Wochen nervige Oberlehrerinnen wie von der Leyen die Planwirtschafts-Keule auspacken? Und wenn schon, warum soll man dann nicht auch Quoten für Behinderte, Ältere, Blonde (nee, lieber nicht), Ungewaschene oder Kleinwüchsige einfordern? Schließlich ist ein jeder und eine jede in unserem Land irgendwie ein Stück weit benachteiligt, gelle.

 

Wenn es um andere Themen der Wirtschaft geht, wie beispielsweise die Tarifautonomie, halten sich unsere Staatslenker stets vornehm zurück, denn dort darf der Staat nicht eingreifen, wird immer behauptet - weil dies die freie Gestaltung der Märkte negativ beeinflussen könnte. Auch, wenn es darum geht, welche soziale Verantwortung Konzerne/Firmen haben, die sich der durch die Allgemeinheit bezahlten Infrastrukturen bedienen, wird immer zögerlich reagiert und jeder Dirigismus seitens des Staates brüsk abgewiesen. Unternehmer sind nämlich äußerst scheue Vögelein, die sofort ins Ausland wegflattern, wenn man ihnen zuviel aufbürdet.

 

Beim Thema »Frauenquote in Führungspositionen« dagegen geifert man mit staatlichen Eingriffen, Drohgebaren und Sanktionsszenarien, immer mit der Prämisse, dass es einzig an der Boshaftigkeit männlicher Karrieristen liegt, weshalb sich kaum Frauen in Führungsgremien finden. Kein Wort wird darüber verloren, dass solche Karrieren i.d.R. über lange Betriebszugehörigkeiten, unzählige Überstunden und gesundheitsschädliche Mehrleistung über lange Zeit erarbeitet werden müssen. Die Tatsache, dass die meisten Frauen zudem über ihr partnerschaftliches Selektionsverhalten karrierebewusste Männer bevorzugen, sei hier nur am Rande erwähnt.

 

Sobald man nach der Notwendigkeit von Frauenquoten fragt, wird davon gefaselt, dass die moderne Wirtschaft sich nicht leisten könne, auf die höchstqualifizierten Frauen zu verzichten. Aber hat das jemals jemand gefordert, qualifizierten Frauen das Karrierestreben zu verbieten? Haben wir Gesetze, die Frauen z.B. den Universitätszugang verwehren? Dürfen Frauen keine Firmen gründen und wirtschaftlichen Wohlstand generieren? In einem Land, das mit zig Frauenfördermaßnahmen an den Bildungschancen junger Frauen schraubt und dreht (und doch kaum greifbare Ergebnisse damit erzielt), ist der latente Vorwurf, Frauen seien per System benachteiligt oder tauchten im Fokus der staatlichen Fürsorgepflicht nicht auf, tatsächlich bizarr und infantil.

 

Es gab durchaus Situationen in unserem Land, in denen es aus Gründen wirtschaftlicher Überlebensfähigkeit notwendig war, Frauen in die Produktionsprozesse zu zwingen, z.B. während und nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg. Warum sich dann in den Zeiten des anschließenden »Wirtschaftswunders« die Verhältnisse erneut umkehrten, ist jedoch nicht allein mit der Herrschsucht der Männer oder ihrem psychologischen Zwang zur Dominanz zu erklären. Und genau diese Diskussionsebene ist es, die das Für und Wider bezüglich der Frauenquoten so unerträglich, ja sogar sinnlos macht: Wenn es schon nicht die Gesetzeslage ist, die Frauen von Karrieren fernhält, dann muss - wie oft suggeriert - männliche Boshaftigkeit der Grund für die geringe Repräsentanz der Frauen in der Wirtschaftsführung sein. Tatsächlich wird seitens der Befürworter von Frauenquoten auch ausschließlich auf dieser mystifizierten Ebene diskutiert: Immer sind es ominöse »männliche Seilschaften«, die Frauen behindern oder die »Old Boys«, deren Machogehabe die armen, machtlosen und grundguten Frauen von den lukrativen Fresströgen der Upper Class abhalten. Das hat viel mit Voodoo-Zauber, aber nichts mit der Versachlichung des Themas zu tun.

 

Fazit: Nennt mir einen einzigen, sachlichen - also zwingenden - Grund, weshalb Frauenquoten in Führungspositionen unabdingbar für das wirtschaftliche Wohlergehen unseres Landes sein sollen. Nein, »Selbstverwirklichung« ist kein solcher Grund, zumindest nicht, wenn ein demokratisch gewählter Staat sich bei diesem Thema so übereifert, wie es von der Leyen und Konsorten regelmäßig tun. Es ist nämlich unser Geld, das sie dafür verpulvern (wollen).


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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