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Feminismus für Dummies • Heute: Multitasking

30.03.2011

Erst im 21. Jahrhundert (also sozusagen vorgestern) entdeckte man, dass Frauen alles Mögliche gleichzeitig denken und auch erledigen können. Diese nobelpreisverdächtige Entdeckung hat die alte Männerwelt geradezu aufgeschreckt. Eine Bestandsaufnahme.

Huch! Das hätten die Männer nie erwartet, dass Frauen auch mal in etwas besser sind als sie selber. Dabei hätten die ausschließlich linear denkenden Mannsbilder doch darauf kommen können: Weil das weibliche Hirn kleiner ist als das männliche, sind natürlich die Informationswege viel kürzer und die Gedanken brauchen viel weniger Zeit für ihren Weg durch das Gehirn. Wenn Frauen also aufgrund ihrer viel höheren Gedankendichte ihre Ideen quasi in Lichtgeschwindigkeit über ihr Oralinterface mit der Außenwelt kommunizieren, ist das nicht das von Männern vermutete Chaos. Von wegen »Ein Mann - ein Wort. Eine Frau - ein Wörterbuch« - hahaha. Vielmehr sind die Männer einfach nicht in der Lage, die ihnen entgegen schwappende, weibliche Reizüberflutung adäquat einzuordnen.

Männer im 21. Jahrhundert müssen also lernen, mit dieser über Jahrtausende unterdrückten weiblichen Fähigkeit umzugehen, sonst finden sie keine passenden Partnerinnen mehr (auch bekannt als die Ursel-Doktrin) in unser immer komplizierter werdenden Welt.

Der einzige Mann, der dieses weibliche Prinzip »Multitasking« vorweg genommen hatte, obwohl er sich dessen erwartungsgemäß gar nicht mal bewusst war, war der von allen geschätzte Herr Einstein (und natürlich Herrn Einstein seine Frau, also Frau Einstein). Herr Einstein hatte nämlich heraus getüftelt, dass auf atomarer Ebene physikalische Zustände nicht immer eindeutig zu benennen sind. Mit der Brille seines sehschwachen Kumpels Heisenberg und einem Geodreieck konnte er in der Küche seiner Frau das Folgende beobachten: Ein kleines Teilchen - das hat jetzt mal nichts mit den ebenso beliebten Backwaren zu tun - kann sowohl dieses, aber auch jenes verkörpern; also »an und aus«, »hier und da« oder »rein und raus« (nee, das war jetzt ein schlechtes Beispiel; nur, damit die männlichen Leser das auch verstehen). Auch im Gehirn der Frau befinden sich ja bekanntlich Atome und die können nach Einstein (und seiner Frau) ebenso viele gleichzeitige Zustände annehmen: Schön und reich z.B. oder dick und doof.

Ausgehend von diesen fundamentalen Basics kann man nun hochrechnen, dass es für Frauen problemlos möglich ist, mehrere Dinge gleichzeitig zu denken und demnach auch gleichzeitig zu tun. Sofern kein Mann in der Nähe ist und die Frau endlich mal all diese bisher unentdeckten Fähigkeiten ausleben kann, laufen Frauen zu intellektuellen Überfliegern auf - etwa bei einer Tupperparty, bei der in Wahrheit durch Frauen in einer gemeinschaftlichen Glanzleistung hochkomplexe mathematische Preisberechnungen (inklusive einer Spektralfarbenanalüse) in Blitzgeschwindigkeit durchgeführt werden, während sie miteinander gleichzeitig über Gott und die Welt und sogar über das TV-Programm palavern können.

Aber: Komplexität ist nicht die Sache der Männer. Das wissen die Frauen nur zu gut und deshalb verstecken sie ihre zutiefst femininen Fähigkeiten lieber vor diesen überlauten, testosterongesteuerten Grobmotorikern. Das kann man durchaus verstehen, denn immer dann, wenn Männer in der Nähe sind, haben natürlich die sehr fragilen, weil komplexen Gedankengänge der Frauen keine Chance. Es gibt neben den klassischen Tupperpartys auch nur wenige Orte, wo Frauen so dermaßen unter sich sind, dass sie keine Angst vor den Anfeindungen der Männer und deren Minderwertigkeitskomplexen haben brauchen. Das ist z.B. der Grund, weshalb Frauen so gerne gemeinsam auf's Klo gehen. Nur in solchen männerfreien Zonen ergeben sich dann intellektuelle Diskussionen von historischer Tragweite. Deshalb hat ja auch der wissenschaftliche Feminismus schon vor langer Zeit erweiterte männerfreie Zonen gefordert wie Frauenbibliotheken, Frauenhäuser oder Frauenfriedhöfe.

Männer faseln immer was von wegen »Logik, Beweisbarkeit und Nachprüfbarkeit«. Pah, kann ich da nur sagen! Dieser uralte und verstaubte Glaube an die Logik ist nichts weiter als ein aufgeblasener patriarchalischer Popanz, der lediglich ablenken soll von der männlichen Unfähigkeit, alle Zustände dieser Welt gleichzeitig geistig zu erfassen. Aber eine ausgesprochen weibliche Wissenschaftssicht holt seit einigen Jahrzehnten unaufhaltsam auf. Auf dem noch jungen Gebiet des wissenschaftlichen Feminismus werden nämlich alle Erkenntnisse der Welt zusammengeführt - nur er allein kann das Überleben der Menschheit in der Zukunft garantieren. Weibliches Multitasking ist nämlich ein Feuerwerk der Sinne: Für den Verstand und für das Herz! Für den Wohlstand und die Natur! Alles auf einmal! Warum sollte denn z.B. nur die String-Theorie Gültigkeit besitzen? String-Theorie oder String-Tanga-Theorie - alles hängt mit allem zusammen, das wussten schon die matriarchalischen Hippie-Indianer!

Ich gebe zu, für einen Mann ist eine derart vielschichtig-verschachtelte Erkenntniswelt ein harter Brocken und mit einem handelsüblichen, männlichen Gehirn (wie meinem z.B.) kaum zu erfassen. Seufz! Selbst dieser berühmte Astrologie-Professor, Herr Hawkings von der Hogwarts-Universität auf den kritischen Inseln, der quasi nur aus Gehirn besteht, schafft das nicht.

Historische Beispiele für die weibliche Komplexität und Parallelität finden sich leider wenige. Das kommt wiederum von der dauernden Unterdrückung weiblicher Multi-Gedanken. Zur Entschuldigung der Männer muss man aber auch sagen, dass sie gar nicht in der Lage wären, alle Gedanken der Frauen in praktische Ergebnisse umzusetzen. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Für Frauen ist das jedoch kein Problem und je mehr Erkenntnisse der wissenschaftliche Feminismus ans Tageslicht bringt, desto öfter begegnen wir auch selbstbewussten Vertreterinnen dieser neuen Wissenschaften:

  • Angela Merkel - für Atomenergie, aber doch auch ein Stück weit dagegen
  • Andrea Ypsilanti - ehem. Ministerpräsidentin in spe ohne »die Linke« in einer Koaliton, aber auch mit ihnen
  • Guido Schwesterwelle - für einen Militäreinsatz in Libyen, aber auch irgendwie ohne Militär
  • Michelle Hunziker - blond, aber auch blond
  • usw.


Tja, liebe Männer, ich fürchte, die alten Sofa-und-Pantoffel-Zeiten sind vorbei. Die Gedanken der Frauen und die extreme Parallelisierung des modernen Alltags durch die Frauen sind sozusagen »Evolution live und in Farbe«. Den Männern wird es so gehen wie den Dinosauriern, wenn sie sich nicht hinfortentwickeln. Allein die matriarchalische Energieübertragung wird z.B. Kraftwerke in Zukunft überflüssig machen. Wo heute noch DSL und Router die Informationsströme steuern, werden zukünftig weibliche Gefühle schon lange im voraus adaptieren, was jemals gedacht werden kann. Somit braucht auch niemand mehr Palavermente - frau weiß eh schon alles.

Es werden blühende Landschaften entstehen, nicht nur zum Mutter- oder Frauentag.

 


Hier geht's zu einem amüsanten Artikel zum Thema bei der FAZ.


Kategorie: Male, Female

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