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Frauen und Atomkraftwerke

24.03.2011

Von: Stadtmensch

Tja, liebe Leser, da fragt ihr bestimmt: Was haben Atomkraftwerke mit Frauen zu tun? Darauf weiß ich spontan auch nur eine Antwort: Der Fön! Aber der Reihe nach.

Atomkraftwerke sind genderpolitisch ein zweischneidiges Schwert. Solange sie nämlich die Föns oder die Solarbänke (auch bekannt als »Assi-Grills«) der holden Weiblichkeit antreiben, sind es gute Atomkraftwerke, also weiblich. Nur, wenn es mal Bumm macht, sind sie plötzlich männlich, weil gefährlich. Und damit ist klar, wer dafür zuständig ist, diese überkandidelten, havarierten, japanischen Wasserkocher zu entrümpeln, wenn sie mal wieder in die Luft fliegen, so wie jüngst in Futsidingens geschehen.

 

Überhaupt: »Made in Japan« hatte doch immer schon den Ruf, billig zu sein. Unsere deutschen Atomkraftwerke sind natürlich sicher - sagt die geliebte Bundesregierung, allen voran die Kanzlerin. »Deutsche Atome stellen natürlich erst einen Antrag, bevor sie die Umwelt verseuchen dürfen«, meinte meine Tochter neulich dazu.

 

Die gewöhnliche deutsche Tusse gibt es bezogen auf Atomkraft und Energieverbrauch in ganz unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Eine Ausprägung ist die Eierfon-bewehrte Schickse, die natürlich alle Bequemlichkeiten der modernen Industriegesellschaft in vollen Zügen genießen will - naja, »volle Züge« stimmt so nicht, denn eher fahren sie in ihren zweisitzigen Spielzeugautos wie Mini-Cooper, im neuen Fiat 500 oder im Smart durch die Gegend bzw. behindern den Verkehr. Eindeutiges Erkennungsmerkmal dieser Spezies ist eine strangulierte Diddl-Maus am Schmink-, äh Rückspiegel. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die umweltbewusste, vom Sendungsbewusstsein durchdrungene Gesundheitsfanatikerin, die ihr Hightech-Elektro-Damenfahrrad nur mit Dinkelstangen aus biologischem Anbau betreibt. Beiden ist allerdings die Überzeugung gemein, dass immer dann, wenn es für eine Gesellschaft brenzlig wird, ausschließlich Männer für die Beseitigung eines jeden Restrisikos zuständig sind. Plötzlich sind »FrauInnen in Führungspositionen« - wie z.B. als Vorarbeiterin einer japanischen Dekontaminations-Truppe - ein Diskussionsthema, das von selbsternannten Weltenretterinnen und feministischen Übermenschinnen großzügig ignoriert wird. Dabei hätten diese Frauen (ich denke da besonders an einen Freiwilligeneinsatz bestimmter deutscher FührungswilligInnen) in Japan die außerordentliche Chance, endlich mal mit der 23 %-Lohnungleichheit gegenüber den Männern aufzuräumen. Natürlich hätten sie nicht lange etwas von ihrer Gefahrenzulage, zugegeben. Aber ist es nicht rein aus Prinzip toll, als Heldin der Menschheit gefeiert zu werden? Da bekäme das Wort »Heroin« eine völlig neue Bedeutung! Stellt euch nur mal vor, Femis, wenn es in Japan eine Künast-Gedächtnis-Straße gäbe oder eine Claudia-Roth-Grundschule. Na gut, eine Einschränkung kann man nicht übersehen: Solange die Frauen immer derart umständlich ihre Pullover ausziehen, mit all diesen überkreuzten Verrenkungen, solange wird das nichts mit effektiven Arbeitseinsätzen. (Hatte man nicht dagegen ursprünglich mal die Latzhosen erfunden?)

 

Fakt ist also, dass immer dann, wenn es um bequem zu erreichende Vorteile geht, die Femis lautstark nach weiblicher Teilhabe schreien. Geht es aber um Lebensgefahr und berufliche Risiken, taucht schwuppdiwupp das Zauberwort »Frauen und Kinder« aus den geistigen Untiefen empor. Tri-Tra-Trullala.

 

So liebe Leser, ihr seid wahrscheinlich schon längst in die gedankliche Falle getappt und meint »der Stadtmensch will, dass Frauen bei existenziellen Bedrohungen an die Front geschickt werden«. Nein! Never! Ehrlich gesagt, ich würde vielmehr nervös werden, wenn plötzlich selbsternannte Powerfrauen in die rauen Randgefilde unserer Produktionsstätten eindringen, sobald es um Existenzfragen geht. Oder wenn sie - um das mal krass zu sagen - bei Naturkatastrophen nicht heulend in der Gegend rumstehen, sondern mit maßgeblichem Anteil anpacken. Zum Glück sind die Femis, die sich sonst in Führungsfragen so gerne aufplustern, nicht so dumm, dass sie die damit verbundenen Konsequenzen nicht erahnen würden. »Lasst das mal lieber einen Mann machen«, gell.

 

Es ist jedoch nur partiell eine Sauerei, dass immer nur Männer an gefährliche Orte geschickt werden, es ist überwiegend und aus grundsätzlichen Erwägungen heraus Selbstschutz. Das soll nicht bedeuten, dass solche selbstaufopfernden Männer keinen tiefen Respekt für ihren Aktionismus verdienten; ein Respekt, der ihnen übrigens im Laufe der vergangenen Jahrzehnte von einem frauen-benebelten System all over the world regelmäßig versagt wurde.

 

Die wirkliche Sauerei bei solchen epochalen Einschnitten liegt vielmehr darin, dass offensichtlich mal wieder Männer für gefährliche Jobs verheizt wurden, deren soziale Position mit dem Phänomen »üblicher Kollateralschaden, Kanonenfutter für Reiche (die Tepco-Manager z.B.)« umschrieben werden kann. Darüber redet aber fast niemand. So war es in Tschernobyl, so ist es in Fukushima. Wenn das auch nur einen Randaspekt darstellt, so muss man sich trotzdem fragen: »Hat man je davon gehört, dass Frauen sich darüber beschwert hätten, wenn die Männer zu unserer aller Rettung in ihren eigenen Untergang abkommandiert wurden?«

 

Hierzu ein Zitat von tagesschau.de:

 

Hetkämper: Wir haben ehemalige Kernkraftwerksmitarbeiter gefunden, die darüber geklagt haben, dass sie mehr oder weniger in früheren Jahren verheizt worden sind und ihnen nie gesagt wurde, wie hoch die Strahlung tatsächlich ist. Sie wurden über die wirklichen Gefahren nicht aufgeklärt. Wenn sie erkrankten, zahlte ihnen niemand Kompensation.

Dann haben wir einen Arzt in Osaka gefunden. Er sagte, es sei Usus, in der Kernkraftwerksbranche Obdachlose oder Arbeitslose, Gastarbeiter oder sogar Minderjährige anzuheuern. Wir selber als ARD-Studio Tokio hatten vor vielen Jahren schon mal über Obdachlose in den Straßen von Tokio berichtet. Die hatten uns erzählt, dass sie in Kernkraftwerken eingesetzt wurden. Die Leute sind zu ihnen in den Park gekommen, wo sie lagerten, und haben sie dann für gutes Geld angeheuert, Kernkraftwerke zu reinigen. Da sind offenbar auch viele erkrankt. Das wussten wir.

Wofür wir am Ende keine Bestätigung bekommen haben, ist, dass bei Tepco in diesem Kernkraftwerk in Fukushima tatsächlich Arbeitslose oder Obdachlose beschäftigt waren zu dem Zeitpunkt.

 

Oh, ich weiß: Mit Frauen an den Schalthebeln der Macht wären natürlich nie Atomkraftwerke entstanden. Das sieht man u.a. an Frau Dr. Merkel, die sich ja auch »nie« von der Atomlobby hat bequatschen lassen. (Dass sie auf einmal versucht, die altersschwächsten Atommeiler per Order de Mutti abzuschalten, ohne das Palaverment überhaupt einzubeziehen, macht es nicht besser. Eine lupenreine Anti-Demokratin in dem Fall, natürlich. Wo sie diese Selbstherrlichkeit der Apparatschiks bloß her hat?)

 

Vielleicht haben diejenigen sogar Recht, die großkotzig behaupten, dass es unter weiblicher Fuchtel keine Atommeiler gegeben hätte. Es hätte allerdings dann auch keine Bügeleisen, Kühlschränke und kein sonstiges »Easy Living« gegeben. »Sex in the city« hätte es auch nicht gegeben, weil es keine Cities gegeben hätte, sondern nur marode Langhäuser und als einzigen kulturellen Höhepunkt vielleicht noch Menstruationshütten.

Aber das ist längst nicht das Ende der Heuchelei. Es gibt keine andere Gruppe, die mit Ressourcen so verschwenderisch umgeht, die Bequemlichkeit als Naturgesetz betrachtet und die für jene, die ihnen den Wohlstand bis über die Türschwelle tragen, nur Verachtung übrig hat wie die Gruppe der feministisch indoktinierten Erbsenprinzessinnen - und zwar ganz egal, ob sie sich »Emanzen« nennen oder nicht. Es hat indertat nur eine graduelle Bedeutung, ob man sich von Vater Staat oder von einem beliebigen Lebensabschnittsgefährten mit geplantem Ablaufdatum aushalten lässt. Diese feministisch verblödeten Weiber, denen man über Jahrzehnte eine vollkommen virtuelle Überlegenheit angedichtet hat, plus ihre männlichen Claqueure und metrosexuellen Speichellecker, haben dasselbe Flair wie der übersatte und nutzlose Adel in früheren Epochen: Ein durch und durch sinnentleertes und selbstverliebtes Pack, das sich das Attribut »asozial« als einzig realen Verdienst auf die Fahnen schreiben kann.

Zum Beweis dürfen wir uns an Folgendes erinnern: Es war die jetzige Kanzlerdarstellerin, die vor Jahren, als George W. Bush gegen den Irak in den Krieg zog, ohne mit der Wimper zu zucken, deutsche Soldaten hinterher geschickt hätte - wenn sie damals schon die Macht dazu gehabt hätte. Wo nimmt sie die Gewissheit her, dass Männer sich nur allzu gerne und selbstverständlich für fremde »Frauen und Kinder« in irgendeine Hölle stürzen, obwohl fast jedes Käseblatt und jeder TV-Schund von der Überflüssigkeit der Männer faselt? Dieser Konsens, diese geschlechtliche Solidarität hat sich durch und mit dem bewussten Willen aller selbsterklärten Bessermenschinnen, dank ihrer Ignoranz und Überheblichkeit, schon längst vaporisiert. Diese Solidarität existiert nicht mehr. Um weiterhin Aufopferungsbereitschaft und Selbstaufgabe zu erzwingen, wird zukünftig ein monströser Verordnungsapparat vonnöten sein - und dessen Halbwertzeit wird nicht solange vorhalten wie die von Plutonium; das sollten sich die Wohlstandsgewinnlerinnen mal hinter die Ohren schreiben.


Kategorie: Male, Female

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