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Jubiläum: Frauen sind schon hundert Jahre alt!

08.03.2011

Das sind aber reichlich viele Kerzen zum Ausblasen: Die Frauenbewegung feiert sich zum hundertsten Mal. Wenn ihnen da mal nicht die Luft ausgeht - obwohl soviel heiße Luft traut man den Gallionsfiguren der Frauenbewegung immer zu.

Die Onlineportale waren heute morgen zugemüllt mit dem Thema »100 Jahre Frauentag«. Man muss also nur irgendwo hinklicken, wenn man sich über diesen hysterischen, äh historischen Tag umfassend informieren will; weshalb ich an dieser Stelle auf spezielle Link-Hinweise verzichte.

Natürlich fehlen die üblichen Jammerarien auch dieses Jahr nicht. »Frauen haben zwar schon viel erreicht, aber...« oder »Frauen haben noch immer nicht...« liest man am heutigen Tag in jedem zweiten Satz der Gazetten. Die Frau als Parade-Opfer ist eine feste Größe in den bundesdeutschen Redaktionsstuben und das beileibe nicht nur am 8. März.

Aber ich will heute mal nicht schon wieder gegen ausgelutschte Lügen zu Felde ziehen, wie z.B. die der bewussten Unterdrückung in Gehaltsfragen oder die absichtliche Verhinderung von weiblichen Karrieren durch die Männer. Mit Argumenten ist diesem Mumuschanz resp. den Feministen (bestimmte Männer ausdrücklich eingeschlossen) nämlich nicht beizukommen. Auch wenn das Statistische Bundesamt von einer realen achtprozentigen Lohndifferenz (verursacht in der Hauptsache durch private Lebensentscheidungen der Frauen) spricht, so ist das kein Argument, das Journalisten, die etwas auf ihren Beruf geben, auch so aufschreiben, selbst wenn es der Wahrheit entspricht. Aber wahrscheinlich bin ich zu naiv, was das Verhältnis Wahrheit und Journalismus angeht. Es geht den Mainstream-Journalisten gar nicht um nachprüfbare Behauptungen oder gar um eine mühevolle Recherche der Fakten. Und überhaupt: Worüber sollten sie sonst am 8. März eines jeden Jahres schreiben?

Besonders dummdreist hat sich dieses Jahr das ZDF präsentiert. In einem Beitrag von sagenhaften 2:28 min wird das Geschlechterproblem ganz einfach dadurch gelöst, dass die Frauen die Männer »auf den Mond schießen«. Sicher, das ist natürlich »humorvoll« vom ZDF in die Welt gesetzt und Männer, die sich über so etwas aufregen, gelten als humorlos - auch diese Masche kennen wir Männer seit Jahrzehnten und sie ist ein oft bemühtes Ritual der feministischen Medien. Aber wehe, wenn die Rollen mal vertauscht werden, dann kann man die Uhr danach stellen, wann die Flintenweiber des Staatsfunks ihrer Empörung und ihrem permanenten Weltschmerz Luft machen.

 

(Hier mal ein Witz für die Femis: »Nur eine tote Frau ist eine gute Frau«, der neue Bestseller von Gabriel Hauptmann. Was hamwer gelacht.)

 

In besagtem Beitrag durfte natürlich auch eine der Amazonen nicht fehlen, die sich schon in der Vergangenheit durch die vollkommene Abwesenheit jeglicher Intelligenz und dem Nachplappern von gefühlten Binsenweisheiten in Szene gesetzt hat: Lisa Ortgies. Diese Ikone der Bauchwahrheiten wurde gefragt, welche Männer denn zukünftig überhaupt noch gebraucht würden. Ihre esoterische Antwort: »Männer, die sich gar keine Gedanken darüber machen, ob sie nun Männer oder Frauen sind, die einfach Mensch sind.« Aha. Sind also Männer, die sich - womöglich gerne und aus freien Stücken - männlich fühlen, keine Menschen? So wie die SPD das in ihrem Parteiprogramm stehen hat? Sowas wie »sprechende Tiere«? Aber gut, ich will die Ortgies nicht mit Logik in Zusammenhang bringen, das kann die nämlich so rein gar nicht.

Weiterhin bemerkenswert war ihre Behauptung, man bräuchte zukünftig auch keine Männer mehr, um Dinge zu reparieren, denn z.B. in Staubsaugern säßen ja lauter Mikrochips, die kein Mensch mehr reparieren könne, also auch die Männer nicht. Mal abgesehen von der Tatsache, dass die Anzahl der Mikrochips gerade in Staubsaugern überschaubar ist (falls überhaupt welche drin stecken), so vergisst diese Konifere des modernen Ingenieurwesens, dass Mikrochips nicht im Bergbau abgebaut oder von Chip-Sträuchern geerntet werden, sondern in technisch sehr anspruchsvollen Produktionsprozessen hergestellt werden müssen. Das heißt, man muss etwas in die Chips hinein tun, damit sie am Ende im Ortgies'schen Saugstauber auch ihren Dienst tun. Vor allem muss JEMAND den einen oder anderen Gedanken daran verschwenden, was denn in so ein dummes Stück Silizium hinein gehört, damit der Sauger auch saugt oder der Vibrator surrt. Wir ahnen bereits: Das kann nicht die Ortgies sein und auch keine sonst so göttinnengleiche Plaudertasche. Derweil befinden wir uns immer noch auf einer sehr primitiven Ebene moderner Technik. Von den TV-Kameras und ihren Mikrochips, die dazu nötig sind, das Ortgies'sche Blahfasel in die Welt zu posaunen, will ich hier gar nicht reden. Nur soviel: Auch diese Chips werden nicht von Bäumen gepflückt. Es ist sogar noch viel komplizierter, beste Frau Ortgies: Jeder Chip macht etwas anderes! Das heißt, Sie können nicht einfach ihren Fernseher mit den vielen Chips als Ersatzteillager auseinandernehmen, wenn der Staubsauger (oder der Vibrator) mal nicht läuft. Falls Sie also glauben, irgendwer hätte sich irgendwann mal eine Art Allround-Chip ausgedacht und dieses Modell von anno tobak täte in allen elektrischen Geräten bis in alle Ewigkeiten seinen Dienst - das ist, naja, etwas unterbelichtet.

Ganz ähnlich unbeleckt von jeglichen Sachzusammenhängen hat das übrigens unsere geliebte Kanzlerdarstellerin vor Jahren gemacht. Als man ihr nämlich einmal anlässlich der CeBit-Eröffnung verklickerte, dass die Hauptprozessoren in Notebooks schon wieder kleiner geworden seien, konterte sie fachfrauisch damit, dass das eine gute Sache sei, weil die Notebooks dadurch viel leichter würden. Immerhin soll diese Frau dereinst in Grau-Deutschland (die sog. DDR) Physik studiert haben. Nichts gegen Ossies! Ich hab sie gerne, ehrlich.

Eigentlich ist es putzig: Frauen, die an solchen Trauertagen wie dem 8. März gleich tonnenweise Provokationen und Affronts gegen Männer in den Medien auskippen, die mit einem solchen Verbalmüll versuchen, »witzig« zu wirken, überschätzen ihre geschlechterpolitische Wirkung auf Männer um ein Vielfaches. Wahrscheinlich meinen sie, damit die gesamte Männerschaft auf die Palme und schließlich zum Reden bringen zu können; also dazu, dass Mann sich mit ihnen und ihren abgestandenen Phrasen auseinandersetzt. Leider, leider ist alles viel, viel schlimmer, liebe Femi-Weiber: Den meisten Männern ist das scheißegal, was ihr redet. Um es genauer zu sagen: Vor allem beim Mann-Frau-Thema ist der Erkenntnisgewinn aus dem, was ihr über Männer und ihre Reaktionsschemata zu wissen glaubt, höflich ausgedrückt »verbesserungsfähig«.

Aber gut, lassen wir es doch mal auf einen Wettstreit ankommen. Die Frauen, die meinen, dass Männer überflüssig sind, könnten sich doch eigentlich schon seit Jahrzehnten auf breiter Front in der Arbeitswelt beweisen - und zwar auch an den üblen Orten, wo zwecks Steigerung der Wirtschaftsstatistiken unseres schönen Landes sonst nur Männer hingeschickt werden: Straßenbau, Ölplattformen (auch ein Ford KA muss schließlich mal tanken), Müllabfuhr, Militär usw. So überlegen, wie sich Ortgies und Konsorten immer präsentieren, dürfte das überhaupt kein Problem sein. Dank der vielen Chips erledigt sich das dann ja quasi von selber. Und wenn's keine Chips mehr gibt oder alle kaputt gegangen sind, fragt ihr einfach die Chinesen, newahr.

Das Problem ist nicht, dass Frauen grundsätzlich keine großartigen Wirtschaftsgüter zustande brächten. Einzelne Frauen tun das sehr wohl und es verdient Respekt, ohne dass daraus gleich eine Ersatzreligion fabriziert wird. Das Problem - zumindest für mich - ist diese nervtötende »Wir sind die besseren Menschen«-Tour, die nur deshalb an Volumen gewinnt, weil sie mit unendlich viel heißer Luft, mit erspürten Halbwahrheiten, handfesten Lügen, Verdrehungen und nicht zuletzt mit Diffamierungen faschistoiden Charakters aufgeblasen wird. Das Resultat aus solchen Diffamierungsversuchen wird langfristig sein, dass Männer gegenüber den Frauen immer weniger Respekt entwickeln und sie ihre Ressourcen und ihre Kreativität, die sie zweifellos haben, nach Lust und Laune rationieren werden. Somit erreichen derartig substanzlose Kampagnen exakt das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigt hatten. In absehbarer Zeit wird es also nicht mehr ausreichen, Männer z.B. beim Möbelumzug wie zu Kavalierszeiten mit einem aufgepimpten Schlafzimmerblick zu »belohnen«. Die Zukunft wird heißen »Cash or nothing«. Willkommen in der Macha-Welt.


Kategorie: Male, Female

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