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Skandal: Frauenquote am realen Leben gescheitert!

02.03.2011

Von: Stadtmensch

Die Telekom hatte mit reichlich Tamtam letztes Jahr proklamiert, sie wolle endlich alle gläsernen Decken in ihrem Konzern abreißen, damit bis 2015 ein Mindestprozentsatz von 30 % weiblicher Führungskräfte neuen Schwung in die Führeretagen bringe. Gestern dann der Schock: Die erste Quotenfrau, die man dazu auserkoren hatte, wurde nach kurzer Zeit schon wieder gefeuert.

Spiegel-Online, neben der »Omma« eine der nativen Propaganda-Plattformen weiblicher Übermenschinnen, weinte uns daraufhin u.a. folgendes vor:

 

Bei Lauterbach dürfte es jedoch vor allem der markante Führungsstil gewesen sein, der zu ihrem Fall führte. Dahinter steckt ein strukturelles Problem: Frauen, die schon an der Spitze sind, mussten oft einen sehr harten Weg gehen - nicht selten unter Aneignung von Eigenschaften, die auf Kollegen unsympathisch wirken, wie so manche abfällige Aussagen zeigen.

 

Schuld sind also wie immer die anderen! Die gute Frau Lauterbach, um die es hier geht, ist also gescheitert, weil sie derart männlich auftreten musste, dass sie mit keinem anderen aus ihrer Abteilung konnte. Es sieht so aus, als könnten alle Softskills der Welt, die man Frauen seit Jahrzehnten andichtet, nichts ausrichten gegen verbohrte, patriarchalische Gewohnheiten, gegen ominöse »strukturelle« Gegebenheiten. Das Phänomen von der »strukturellen Benachteiligung« im Zusammenhang mit Frauen ist eine beliebte und oft bemühte Hohlphrase feministischer Dauerpropaganda. Der Slogan klingt griffig, kann überall angewendet werden, wo einer Frau etwas quersitzt - aber er sagt im Grunde überhaupt nichts aus. Sinnlos ist der Begriff dennoch nicht. Man kann Fördergelder daraus generieren, einseitige Gesetze und Verordnungen damit in die Wege leiten, sehr effiziente Lobbyarbeit damit betreiben und nicht zuletzt gegen die Gesamtheit der Männer zu Felde ziehen. Vor allem aber muss man ihn nicht großartig erklären, denn irgendeine »Benachteiligung« i.S. eines Synonyms für beliebige, unerfreuliche Lebenswidrigkeiten sowie allseits bekannte Stressfaktoren lassen sich natürlich bis auf ewige Zeiten finden oder konstruieren. Sogar tanken für Einsfuffzich pro Liter ist eine strukturelle Benachteiligung, jawoll.

»Strukturelle Benachteiligung« hat zudem immer das Flair eines patriarchalischen Voodoo-Zaubers, denn wann immer eine Frau Opfer (wichtiger feministischer Kampfbegriff) von irgendwas wurde, hat die strukturelle Benachteiligung zugeschlagen. Eigenes Unvermögen kommt jedenfalls nicht in Frage. Bin ich eigentlich der einzige auf dieser Welt, der sich über eine solch merkwürdige, als Lebenseinstellung freiwillig erwählte Disposition wie das hilflose Ausgeliefertsein gegenüber unerquicklichen Lebensumständen und das damit verwachsene Lamento heutiger Weiber wundert? Über diese fatalistische Sklavenmentalität á la »kannste nix machen«, die jedesmal wie ein Jack-in-the-box hervorschnellt, sobald eine Frau etwas in den Sand gesetzt hat? Wer arbeitet, macht nun mal auch Fehler, Ladies.

Es gibt an dieser Stelle einige befremdliche Logikbrüche. Angenommen, eine Frau wie die Lauterbach ist tatsächlich zu »markant aufgetreten« - eine Verklausulierung für »übertrieben männlich« - dann muss es einen doch sehr wundern, wieso die vielfach hochgelobten weiblichen Grundeigenschaften wie »emotionale Intelligenz« oder »Multitaskingfähigkeit«, die nur Frauen von der Natur mitbekommen haben sollen, in ihrem Fall nicht gegriffen haben. Immerhin war sie doch deshalb auf diesen Posten gehievt worden, weil der Konzern von der so oft bemühten weiblichen Überlegenheit unheilbar paralysiert war. So überlegen, wie Frauen heutzutage in den Medien präsentiert werden, hätte man doch eher erwartet, dass die Untergebenen der Lauterbach angesichts soviel weiblicher Omnipotenz nur noch Löcher in die Luft staunen und sich einer noch nie gekannten feministischen Arbeits- und Lebensqualität kampflos ergeben.

Aber diese Analyse von der »strukturierten Benachteiligungsdingsbums« verrät noch mehr. Denn wenn schon nicht die eigene Unfähigkeit, sondern nebulöse, männliche Strukturen die Karriere der Lauterbach beendet haben, muss es ja bedeuten, dass die angeblich so männlich geprägte Arbeitswelt einen Großteil ihrer Schaffenskraft darauf verschwendet, sich Frauen in Betrieben/Firmen vom Leib zu halten, denn Kündigungsverfahren sind ja kein Spaziergang. Damit suggeriert die SPON-Autorin, dass hinter jedem Karrierehemmnis eine konzertierte Aktion patriarchalischer Strukturen steht, sozusagen eine verschworene Klan-Mentalität, die nichts weiter im Sinn hat, als unter ihresgleichen zu bleiben. Das ist bizarr und ein klarer Fall von kompletter Selbstüberschätzung bzw. Prinzessinnendenken.

Wie entfremdet muss man eigentlich gegenüber dem anderen Geschlecht sein, um sich solche kruden Theorien wie die SPON-Autorin aus den Fingern zu saugen? Es ist ja nicht so, dass die Causa Lauterbach völlig neue Einsichten in das Geschlechterverhältnis liefert. Die Unterstellung, dass Männer nichts anderes im Sinn haben, als sich permanent über Frauen zu erheben, ist in vielen Bereichen - bis ins Private - überaus virulent. Es gehört schon eine erhebliche Portion Narzissmus dazu, sich ständig als Zentrum männlicher Handlungen und Absichten zu betrachten. Besonders empathisch ist das jedenfalls nicht. Dass Frauen die Männer im allgemeinen sehr viel misstrauischer betrachten als z.B. bestimmte Männer aus ihrem Nahbereich (Verwandte, Liebhaber, Ehemänner), ist schon lange bekannt. Eine sachliche, an Fakten orientierte Geschlechterdiskussion, die allein die Vorbedingung für einen fairen Interessensausgleich sein kann, ist jedoch ohne die weibliche Emanzipation von solch simplifizierenden Verallgemeinerungen wie »alle Männer sind Schweine (nur meiner nicht)« undenkbar.

Ich muss sagen, soviel Hilflosigkeit, wie die feministische Propaganda uns bei den Frauen weismachen will, wünscht man nicht mal seinem ärgsten Feind. Aber ganz so ist das natürlich auch wieder nicht: Diese angetäuschte - und manchmal tatsächliche - Hilflosigkeit ist in Wahrheit eine sehr weibliche Masche und jeder Mann, der schon mal intensiver mit einer Frau zu tun hatte, weiß das auch. Das Apellieren an den männlichen Beschützerinstinkt ist so alt wie die Menschheit selbst. Nicht zuletzt deshalb setzen Frauen gerne die Kindchenschema-Maskerade auf: Überproportional betonte Augen gehen mit dem Delegieren von Verantwortung Hand in Hand. Daran hat sich auch im »Jahrhundert der Frauen« nichts geändert.

Falls die Feministinnen geglaubt haben, die Männer würden sich aufgrund allseitiger Diffamierungen nun endlich intensiv mit feministischem Genöhle auseinandersetzen, so haben sie sich allerdings getäuscht. Nur die besonders dummen Männer finden es prima, sich für ein paar pseudo-erotische Versprechungen gegenüber Frauen bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen. Nein, die meisten Männer - eh geprägt von eigenen Scheidungserfahrungen oder von Männerschicksalen aus ihrer näheren Umgebung - entziehen sich solchen permanenten Anklagen, von denen sie wissen, dass sie niemals aufhören, sondern umso lauter erschallen, je mehr sie versuchen, es ihren Frauen rechtzumachen. Geistige Tiefe und Verbundenheit ist mit einem Kumpel wesentlich unkomplizierter zu haben. Und die Frauen, mit denen man sich in ähnlicher Weise verbunden fühlen kann, sind rar geworden.


Kategorie: Male, Female

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