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Skandal: Frauen haben »Porno« gesagt!

24.11.2011

Von: Stadtmensch

Heute beschäftigen wir uns sozusagen mit dem »Materie vs. Antimaterie«-Theorem des Feminismus: Feminismus vs. Sex.

Die bisherige Charakterisierung des Verhältnisses der Feministinnen zum Sex lautete der bekennenden Feministin Camille Paglia zufolge:

 

»Die Sexualität den Feministinnen zu überlassen ist wie seinen Hund, wenn man in Urlaub fährt, dem Tierpräparator anzuvertrauen.«

 

Angeblich soll sich das aber jetzt ändern.

 

Es gibt ein paar verlässliche Konstanten in unserer aufgeregten Medienwelt. Eine davon ist die Gewissheit, dass Femis sich auffallend eloquent zu Wort melden, wenn es mal wieder um das Thema Sex geht. Wo immer das Trigger-Word aus den drei Buchstaben fällt, werden feministische Prinzessinnen plötzlich aus ihrem Dornröschenschlaf wach gerüttelt und fühlen sich aufgefordert, Kommentare abzugeben, Theorien zu schwingen oder sonstwie die Nervenkostüme friedliebender Zeitgenossen zu malträtieren.

Es ist leider so, dass beim Thema »Feminismus und Sex« eine gewisse glaubensbesoffene Szene klar definierte, unumstößliche Deutungshoheiten okkupiert hat, mit denen eine sinnvolle Diskussion gar nicht möglich ist (eine prickelnde gleich gar nicht). Mit ein paar »Shock and Awe«-Glaubensgrundsätzen wie »alle Männer Vergewaltiger« oder »Heteronormativität tötet« und ähnlichem Zeugs, das uns auch noch als »wissenschaftlich« (aua!) angepriesen wird, wird suggeriert, dass alles, was es jemals an Ungerechtigkeiten, an Fehlverhalten oder an Missverständnissen zwischen den Geschlechtern gegeben hat, erklärbar wäre. Von wegen! Es ist uns Menschen leider angeboren, permanent nach leicht verständlichen Mustern zu suchen, mit denen wir uns die Welt erklären können. Zum Glück funktioniert das bei allem, was mit Sex zu tun hat, nicht besonders gut.

Einer der schönsten Trigger, mit dem man Femis zuverlässig aus ihren omnipotenten Tagträumen aufschrecken kann, ist das kleine Wort »Porno«. Bildlich gesprochen, reicht es vollkommen aus, ein Fähnchen mit dem bösen Wort im medialen Blätterwald hochzuhalten, um ein massives Artilleriefeuer an mehr oder weniger kompetenten Protesten auszulösen. Femis schreiben Romane darüber - warum eigentlich? Egal, wie männerverachtend und langweilig bestimmte Flintenweiber sonst so dahin vegetieren, sie melden sich verlässlich und berechenbar zu Wort, sobald es um das Schmuddelthema unserer Zeit geht: »Porno ist die Theorie, Vergewaltigung die Praxis«, war einer der größten und gleichzeitig dämlichsten Aufreißer der »Omma«. Diese Nummer geht nunmal nicht kleiner bei solchen Leuten, schon klar.

In den letzten Jahren gab es zaghafte - nein, eigentlich mehr prollige - Ansätze von Seiten einiger bereits vollständig selbstverwirklichter Frauen, das Thema Porno/Sex (als eine der am schwersten einzunehmenden »männlichen Bastionen«) für die weibliche Seite zu vereinnahmen. Wir erinnern uns: Eine unscheinbare Moderatorin entging der üblichen Durchlauferhitzung bzw. Vergesslichkeit unserer Show- und TV-Welt, weil sie uns in akribischer Fixierung auf bestimmte unappetitliche Körperregionen ihre persönliche Analphase vor Augen führte (Charlotte Roche). Das mag für Menschen aus dem Feuilleton interessant sein, die bekanntermaßen eher selten mit pikanten Themen beschäftigt sind oder denen es ihre Hausdrachen grundsätzlich verboten haben, auch nur an Sex oder gar an Porno zu denken.

Bauchgefühlt gibt es viel mehr Männer als Frauen, die ein durchaus entspanntes bis egales Verhältnis zu sexuellen, erotischen oder pornografischen Themen haben. Für die meisten Frauen dagegen stellen Schmuddelerzeugnisse aber offensichtlich eine Bedrohung dar, auch wenn die Kausalität zwischen Porno und Vergewaltigung genauso »stichhaltig« ist wie die zwischen Ballerspielen und Amokläufen: Kein beweisbarer Zusammenhang; gehört mehr in die Kategorie Science Fiction. Aber gut, ich habe auch schon mal eine Datensicherung für den Bekannten eines Bekannten gemacht, der endlos »Meisterwerke der Kunst aus verschiedenen Jahrhunderten« sammelte - natürlich nur Aktbilder. Ich fand das eine putzige Art und Weise, Nackedeis innerhalb eines gesellschaftlich tolerierten Moralknigges anzuguggen. Was ich damit sagen will: Man erlebt wirklich die verrücktesten Dinge, wenn Menschen - und nicht nur Frauen - sich mit Sex oder Pornografie beschäftigen. Und es stellt ein Juwel an satirischer Unterhaltung dar, wenn sich insbesondere Femis mit dem Thema Pornografie beschäftigen, also mit einer Welt, die sie nur vom Hörensagen kennen.

Anderen Autorinnen dämmert die Erkenntnis, dass der Bohei, den insbesondere feministisch erzogene Dumpfbacken um Pornografie in den vergangenen Jahrzehnten machten, vielleicht ein bisschen zuuu simpel ist. Aber die Rettung naht: Es gibt nun »feministisch geprüfte Filme«, also dasselbe Gezappel wie sonst in den Pornos, nur dass die Akteure angeblich Spaß bei der Arbeit haben. Das wünschen wir uns doch für jeden Arbeitsplatz, gell. Warum auch nicht, hätte was. Es ist ja tatsächlich so, dass die Masse der industriellen Schmuddelfilme nicht der Rede wert ist. Ich frage mich nur gerade, wo bei den feministisch geprüften Feuchtstreifen der Haken ist, denn eines ist undenkbar: Dass die meisten Frauen für gewisse Freizügigkeiten keine handfeste Gegenleistung erwarten.

Feministische Pornos sind inzwischen eine große Nummer: Auf dem »Pornfilmfestival« in Berlin wurden sogar eigens Preise für besonders gelungene und natürlich äußerst frauenfreundliche Frauenfilme verliehen. Herzlichen Glückwunsch dazu! Ob die Ehrung ein goldener Dildo in lila war, weiß ich leider nicht. Immerhin: »Frauen stellen sich und ihre Lust aktiv in den Mittelpunkt« und eine Kurzfilmreihe namens »Dirty Diaries« wurde kompetent von der schwedischen Regierung unterstützt. Hm, hoffentlich hatte dieser treulose Carl Gustav nicht seine Finger dabei im Spiel. Das Thema »Schweden und Sex« ist sowieso seit Jahrzehnten eine etwas bizarre Angelegenheit. Apropos: Was macht eigentlich Julian Assange im Moment?

Wie oben schon mal angedeutet, wird die altehrwürdige »Feministische Internationale« schreckensbleich angesichts solch frivoler Fantasien, wie sie die jüngeren Femis inzwischen hegen. Vor allem der Schwarzerismus in Deutschland war bislang dominiert von der Vorstellung, dass jeder Sex zwischen Männern und Frauen eine einseitige Bedrohung darstellt. Die heilige feministische Inquisition hat den Sex zwischen Männern und Frauen zur Geißel der Weltgeschichte degradiert, zu einem lebensbedrohlichen Szenario, zu einer einseitigen Gewaltandrohung von Männern gegenüber Frauen. BTW: Wie kommt man eigentlich auf solche Dinger? Gibt es nicht eine Salbe oder Tabletten gegen so was?

Ohne dieses Axiom »Frauen immer Opfa!« wäre jedenfalls der Großteil der bundesdeutschen feministischen Errungenschaften überhaupt nicht denkbar, und die bekannte Entwicklung einer raffgierigen, feministischen Lobbyindustrie mit Helfer- und Beschützerinstitutionen nach diesem kruden Täter-Opferinnen-Schema wäre nicht vorstellbar. Dieses System lebt davon, dass Männer immer und ausnahmslos die Schuldigen und Frauen die Leidtragenden sind. Für ein solches Konzept stellen feministische Bekenntnisse zu angeblicher Freizügigkeit beim Sex natürlich eine ernsthafte Bedrohung dar. Die neumodischen Frauen kopulieren womöglich mit dem natürlichen Feind! So gesehen, findet das eigentlich große Kino weniger in den feministischen Pornofilmen statt, sondern vielmehr darin, wie dieser Zickenkrieg zwischen den puritanisch orientierten Altfemis und den jüngeren, etwas feuchteren Vertreterinnen letztendlich ausgehen wird. Sequel-Garantie!

So, nachdem ich mich nun ganz wuschig geschrieben habe, muss ich unbedingt zwecks Klärung einiger wichtiger Detailaspekte mal verschiedene Informationsquellen sichten. Ob man »Dirty Diaries« bei Rapidshare downloaden kann?

 

 


Kategorie: Male, Female, Politik, Gesellschaft

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