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Der Held - es gibt ihn noch

10.02.2012

Von: Donna Amaretta

Gerade habe ich Michael Klonovskys »Der Held - ein Nachruf« gelesen und bin drauf und dran, etwas über das Buch zuschreiben. Ja, ja, ja! habe ich beim Lesen gerufen, mit der Hand auf den Tisch geschlagen und laut gesagt »So isses, genauso!« in diesen heldenlosen Zeiten, für deren Verschwinden die Gründe in Mengen vorhanden und Seite für Seite erläutert werden, in bitter humorigem Ton wie von Klonovsky gewohnt - es ist ja nicht das einzige Buch, das ich von ihm habe ;-) - betrübt klappte ich also die letzte Seite zu und dachte seufzend, wie furchtbar, furchtbar recht der Mann doch hat.

Alles ist hinüber...ein Freund sagte angesichts meiner jammervollen Traurigkeit, ihm sei das Buch zu schwarzmalend. Und siehe da: Er hatte Recht. Ich weiß, ich weiß, man soll nicht jedes noch so harmlose Thema zu »Geschlechterkampfzwecken« verwursten, aber ich habe so hoffnungsfroh gestrahlt, als ich diese Nachricht fand, das ich es doch einmal tun muss.

Ein kleiner Junge zog seinen ins Eis eingebrochenen Freund aus dem Wasser.

 

Man weiß es ja aus einer Unzahl von feministischen Studien: Jungen haben kein Sozialverhalten, oder wenn, dann nur ein minderwertiges. das Sozialverhalten der Mädels ist ja sooo viel besser...MUT und TAPFERKEIT wurden aus dem Beschreibungskatalog solchen Verhaltens leider längst gestrichen. In welche Rubrik würden Feministinnen das Verhalten von Lebensrettern einordnen? In welche Schublade gehören die Männer der Berufsfeuerwehr, der freiwilligen Feuerwehr, der Rettungssanitäter, der Bergrettung und der Flutbekämpfung, Männer, die für andere ihr Leben riskieren? Das ist eindeutig Sozialverhalten, und dazu noch eines, das sich nicht im gefahrlosen Raum eines Krankenhauses erleben und beobachten lässt. Diese Art von sozialem Verhalten gebiert in manchen Situationen Helden, und jemand, der für einen anderen Menschen sein Leben riskiert ist eben genau das: Ein HELD.


Also genau das, was Thomas Pinkal tat. Der Junge wird darüber in dem Moment nicht nachgedacht haben, er tat, was er fühlte für seinen Freund tun zu müssen.

Ich wünsche Thomas und Ali, das ihre Freundschaft ein Leben lang dauert und sie sich als alte Männer noch an diesen Tag erinnern werden. Ach ja, und das Buch... Klonovskys »Held«, das wird natürlich noch hier auftauchen. Versprochen.

Der zehnjährige Thomas Pinkal zögert nicht lange, als das Eis bricht und sein Freund Ali im eiskalten Wasser versinkt. Er rettet Ali aus dem Teich. Ein »heldisches« Gefühl.



Stand: 07.02.2012 23:04 Uhr

Zehnjähriger rettet seinen Freund aus dem Eis
»Ich habe ihm gesagt, er soll da nicht hingehen, weil das Eis so geknackt hat«, sagte der zehnjährige Thomas Pinkal im Gespräch mit NDR.de. Aber sein Schulfreund Ali wollte unbedingt zu den Enten. Und tatsächlich: Das Eis auf dem Feuerlöschteich in Hannover-Bemerode gab nach und der elfjährige Ali versank bis zum Kinn im frostigen Wasser. Mit klammen Fingern hielt er sich am Rand der Eisfläche fest. Thomas zögerte nicht lang, rannte zu seinem Kumpel und zog ihn zurück aufs Eis. Dank seiner mutigen Hilfe kam Ali mit dem Schrecken davon: Er wurde zwar mit einer Unterkühlung, aber ansonsten verletzungsfrei vorsorglich in ein Krankenhaus in Hannover gebracht und durfte noch am selben Tag wieder nach Hause gehen.

Beherzter Griff rettet Kumpel Ali
Der zehnjährige Thomas Pinkal zögert nicht lange, als das Eis bricht und sein Freund Ali im eiskalten Wasser versinkt. Er rettet Ali aus dem Teich. Ein »heldisches« Gefühl. »Ich hatte ein wenig Angst«

»Zuerst hatte ich einen Schock«, sagte der Fünftklässler im Gespräch mit NDR.de. »Nur ganz kurz, fünf Sekunden, dann bin ich losgelaufen und habe Ali herausgezogen.« An der Jacke und am Arm habe er ihn dabei festgehalten. Von hinten habe ein dritter Junge auch Thomas an der Jacke gezogen, damit er bei seinem Rettungsversuch nicht selbst in das Wasser fällt. Als alle wieder auf dem Eis standen, war der Schreck aber noch nicht vorbei. »Ich hatte ein wenig Angst, das Eis auf dem wir stehen, könnte auch einbrechen«, erinnert sich Thomas. Erst an Land hätten sich alle wieder sicher gefühlt. Katja Pinkal ist stolz auf ihren Sohn Thomas, auch wenn sie zuerst besorgt war, weil ihr Junge viel zu spät aus der Schule nach Hause kam. Aber »das war mutig«, sagt sie jetzt, wo sie weiß, was passiert war.

Die meisten Eisflächen dürfen nicht betreten werden.


P.S.: Ein beherzter Klick auf die Überschrift mit der gelben Linie oben im Text führt zum Videobeitrag beim NDR.


Kategorie: Male, Female

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