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Überall Prinzessinnen...

22.01.2012

Von: Stadtmensch

...aber kein Prinz, der sie rettet? Seit ein paar Tagen lamentieren einige Weiber in verschiedenen Gazetten, sie fänden keine echten Männer mehr, sondern nur noch Weicheier. Na und?

Alsob die Unbefriedigtinnen sich untereinander abgesprochen hätten, gab es in der letzten Woche gleich an mehreren Stellen in der Onlinewelt bittere Klagen darüber, dass Männer keine Initiative mehr ergreifen, dass sie Pussys geworden seien, dass sie einen Bogen um langfristige »Beziehungen« machen, dass sie »keine Verantwortung übernehmen wollen« usw. Und ich dachte schon »die feministischen Weiber merken das nie«. Es ist ja bekannt, dass diese Trienen immer etwas auf der eigenen Leitung standen, wenn es um ein gewisses Feingefühl ging, das man benötigt, um andere Menschen zu verstehen. Endlich haben sie es nun trotz all ihrer Gesprächszirkel und noch mittenmang aus der Geborgenheit ihrer Menstruationshütten gemerkt, dass sie von der Männerwelt geschnitten werden. Zu dieser intellektuellen Leistung, trotz völliger Realitätsferne auch mal was geschnallt zu haben, muss man sie erstmal beglückwünschen. In diesem Sinne, Femis: Prost auf den neuen Mann!

Die moderne, feministische Frau fühlt sich also nicht mehr umworben. Dauernd versucht sie, mit ihrem Schlafzimmerblick den modernen Mann zu hypnotisieren, aber er will einfach nicht mehr reagieren. Er geht ihr aus dem Weg, verpasst den Moment, wo sie sich wünscht, dass er sie endlich küsst und er redet sogar über - psst - Gefühle! Der interessierte Leser wird sich natürlich gleich fragen, wie es sein kann, dass heutzutage ausgerechnet Männer von Gefühlen reden. Immerhin ging das Lied vom bösen Mann doch immer derart, dass dieser allein aufgrund seiner biologischen Determination gar nicht zu einer solch umfangreichen Gefühlsduselei wie die Frauen fähig sei. Der Mann, so ging das immer, war in der Femiwelt nur für grobe Dinge zuständig, die eigentlichen kulturellen Fortschritte waren allesamt weiblich, hieß es stets. Leider wurde aus dieser grundguten Weiberkultur eine Kultur allgemeinen Desinteresses.

Okay: Dass mir das - vor allem kinderlose - Schicksal der o.g. genannten Klageweiber etwas bedeuten würde, kann ich nicht behaupten. Dazu reicht mein emotionales Repertoire einfach nicht aus; wisst ihr doch, Femis. Schließlich habt ihr diesen emotionalen Authismus (nichts gegen die Authisten!) für uns Männer ja zweifelsfrei, nachprüfbar und faktensicher in euren »Gender Studies«-Palaverrunden herausgefühlt, oder etwa nicht?

Nein, meine ernsten Gedanken im Angsicht dieser zwischengeschlechtlichen Tragik gelten den armen Männern, die sich in den Diskussionsforen, vor denen ihr euer unbeflecktes Genöle auskippt, auch noch dazu bekennen, jahrelang »soft« gewesen zu sein. Ich muss sagen, diese Äußerungen haben mich ehrlich geschockt. Ich hatte ja keine Ahnung, dass es tatsächlich lebende Männer gibt, die versucht haben, über Jahre und Jahrzehnte Frauen gegenüber besonders sensibel zu sein, die sich anschmiegsam und zärtlich zeigten, die beim ersten Auftauchen von »gefühlsmäßigen Dingen« nah am Wasser gebaut sind usw. Wenigstens haben ein paar von ihnen trotzdem mitbekommen, dass ein Mann nicht zwanghaft mit einer Frau verkuppelt sein muss, um Spaß am Leben zu haben. Es ist sogar oft eher hinderlich, sich einen solchen hübschen Klotz ans Bein zu binden - und das, obwohl er vielleicht teuer frisiert ist! Was ist schon die Frisur der Frau an seiner Seite gegen das Frisieren des eigenen Mopeds? Sag ich doch.

Die traurige Nachricht für die Frauen ist, dass es leider kein Zurück mehr gibt zu den Zeiten, in denen die Männer den Röcken hinterher gelaufen sind, weil sie mal wissen wollten, wie's darunter aussieht. Das ist allerspätestens seit der Erfindung des Internets Allgemeingut geworden und nur noch in Weltgegenden mit einer weit restriktiveren Sexualpolitik als bei uns ein dominantes Thema. Oft will Mann auch gar nicht mehr so genau wissen, wie es bei bestimmten Frauen aussieht. Außerdem ist es auch so, dass der Investitionsaufwand für ein komplettes Balzprogramm angesichts der charakterlichen Verfassung heutiger Frauen in keinem Verhältnis zum emotionalen oder auch zum etwaigen familiären Gewinn steht. Hausdrachen oder aggressive und selbstgefällige Ekelpakete kann man heutzutage an jeder Ecke haben. Preiswerter ist (wenn Mann das denn braucht) der Besuch bestimmter Etablishments - die natürliche Feindschaft zwischen Femis und Prostituierten ist übrigens kein Zufall.

Selbst der große Mime Ralph Fiennes (Voldemort, Hades, KZ-Kommandant Göth in »Schindlers Liste«) hat ein typisch deutsches Sprichwort auswendig gelernt, von dem die feministischen Bessermenschinnen offenbar noch nie gehört haben: »Wer ficken will, muss freundlich sein«. Das möchte man den Femis auch mal ans Herz legen - wenn es denn eines bei ihnen gäbe. Aber leider verwechseln die meisten Weiber »ein großes Herz« mit einem »großen Busen« und legen sich dafür gleich scharenweise auf die OP-Tische der Schönheitschirurgen. Sicher ist das auch wieder nur ein Zeichen für die »strukturelle Benachteiligung der Rolle der Frau in unserer heteronormativ geprägten Gesellschaft«. Apropos, welche Rollen meinen die eigentlich immer? Die an der Hüfte oder die weiter oben? Egal.

Zusammenfassend ist es also durchaus als Fortschritt zu betrachten, wenn sogar feministisch konditionierte Weiber endlich einmal gemerkt haben, dass etwas zwischen Männern und Frauen nicht stimmt. Angesichts der knappen intellektuellen Bandbreite bzw. einer bislang unterentwickelten Empathie (Stichwort Nabelschau) kann man die geistige Leistung der o.g. Schreiberinnen gar nicht hoch genug bewerten. Sicherlich dauert es noch einmal schlappe vierzig Jahre, bis sie sich endlich mit ernstzunehmenden Lösungsvorschlägen an einer Dikussion für ihr selbstgemachtes Problem beteiligen.

Für die, die die entsprechenden Links noch nicht kennen, folgen unten ein paar. Wie immer sind die eigentlich interessanten Dinge den anschließenden Diskussionsforen zu entnehmen.

www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,810406,00.html
www.spiegel.de/spiegel/0,1518,809420,00.html
www.zeit.de/2012/02/Maenner


Kategorie: Male, Female

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