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Vorsicht, Kultur: Cloud Atlas

29.07.2012

Von: Stadtmensch

Es gibt einen neuen Wachowski-Film: Cloud Atlas. Ungewöhnlich lang ist außerdem diesmal der zugehörige Trailer.

Die Wachwowski-Geschwister haben ja einige beachtliche Filmstreifen abgeliefert. Die meisten werden natürlich die »Matrix-Trilogie« kennen, ein paar weniger evt. noch den beeindruckenden Film »V for Vendetta«, aus dem die »Anonymus«-Bewegung ihre berühmte Guy-Fawkes-Maske abgeleitet hat.

 

Zu »Matrix« wäre noch kurz anzumerken, dass die Idee, die dem Film zugrunde liegt, bereits 1973 von Rainer Werner Fassbinder in »Welt am Draht« aufgegriffen wurde. Auch wenn die meisten sich heutzutage angesichts der Übersättigung mit CGI-Effekten in Filmen wahrscheinlich mit den unaufgeregten und gar nicht actionlastigen Bildern Fassbinders schwer tun, ist der Zweiteiler von damals ein beachtliches und spannendes Werk des exzentrischen Regisseurs.

 

Nun gibt es also neues von den Wachowski-Geschwistern - die als dritten Regisseur und Produzenten den Deutschen Tom Tykwer verpflichtet haben; gedreht wurde u.a. in Babelsberg. Dass die »Brüder Wachowski« übrigens seit einigen Jahren als »Geschwister Wachowski« firmieren, liegt daran, dass einer der Brüder inzwischen als Frau auftritt. Auch wenn die üblichen Verdächtigen über solche Petitessen vermutlich die Nase rümpfen werden, tut es der Arbeit der Wachowskis keinen Abbruch. Wie ich schon immer sagte: »Egal, ob Mann oder Frau, die Arschlöcher dieser Welt sind gerecht verteilt« - so wie die Guten gerecht verteilt sind.

 

Den Inhalt des Filmes zu beschreiben, ist allerdings nicht einfach. Die Grundlage des epischen Streifens bildet ein Buch namens »Der Wolkenatlas« von David Mitchell (2006). Die Wikipedia schreibt hierzu folgendes:

 

Wie bei David Mitchell üblich, wählt er eine unkonventionelle Erzählstruktur für »Der Wolkenatlas«. Der Roman ist ein literarisches Kaleidoskop, das eine Zeitspanne von beinahe 1000 Jahren Zeitgeschichte umspannt. Wie auch bei »Chaos« werden verschiedene Geschichten und Schicksale ineinander verwoben, um am Ende ein großes Ganzes zu bilden. In »Der Wolkenatlas« sind es sechs solcher Geschichten, die alle in einer verschiedenen Zeit handeln und in einem verschiedenen Stil geschrieben sind.

[...]

David Mitchell greift in seinem Roman »Der Wolkenatlas« mehrere Themen auf. Die hauptsächliche Intention ist es wohl, den von Nietzsche geprägten Begriff »Wille zur Macht« darzustellen und seine Auswirkungen auf die menschliche Natur durch die Jahrhunderte zu zeigen. In jedem Zeitalter existierten trotz mehr oder minder starken Bemühungen Unterdrücker und Unterdrückte, Ausbeuter und Sklaven. Wie Ewing gegen Ende des Buches feststellt (und dabei alle zukünftigen Ereignisse noch gar nicht erahnt) muss eine »gänzlich räuberische Welt sich eines Tages selbst auffressen«. Der Weg aus diesem Teufelskreis sei der kollektive Glaube an eine bessere Welt.

Ein weiteres Thema ist Reinkarnation: Sechs der Charaktere haben in unterschiedlichen Zeiten dasselbe Muttermal und Deja-Vus an vorherige Leben; hier wirkt der titelgebende »Wolkenatlas« als Metapher für die von Mensch zu Mensch wandernden Seelen. Die Wege und Routen der Seelen zu kartografieren entspräche einem Atlas der Wolken. Damit würde sich das Buch zwar als Geschichte mehrerer Menschen, aber nur einer Seele verstehen lassen. Mitchell legt es einem seiner Charaktere in den Mund:

»Die Seelen wandern über die Zeit wie die Wolken über den Himmel«.

 

Was mich sehr freut, ist die Tatsache, dass einer meiner Lieblingsschurken auch wieder mit an Bord ist: Hugo Weaving, der in »Matrix« als »Mr. Smith« beeindruckt hat und der auch die Hauptrolle in »V for Vendetta« spielte - dort übrigens permanent unter der oben erwähnten Guy-Fawkes-Maske.

Der Film soll im November erscheinen. Deutsche Informationen kann man bei Filmstarts.de nachlesen. Hier nun der Trailer (und nein, es ist schon wieder kein Film von kulturell total überlegenen Feministinnen, die ständig männliche Bastionen einreißen; sorry. Dazu fehlt ihnen einfach der männliche Spieltrieb):

 


Kategorie: Kultur

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