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Schon wieder Fußböller ausgeschieden

27.06.2012

Von: Stadtmensch

Moment mal: Einen ähnlichen Titel habe ich doch schon mal irgendwo gelesen? Stimmt: Da ging's um die vergurkte Fußballweltmeisterinnenschaft der Frauen in Deutschland.

Naja, wollen mer mal nich so kleinlich sein, denn zwischen dem diesjährigen Fiasko bei der EM - nämlich dem Ausscheiden der holländischen Voetbal-Diven - und dem seinerzeit etwas forschen Aufwachen der bundesdeutschen Fußballfrauschaft aus Meisterschaftsträumen gibt es nur marginale Unterschiede. Beide Teams waren so top-favorisiert, dass sie kaum geradeaus laufen konnten. Für beide Teams trommelte die vereinigte und gleichgeschaltete Presse wochenlang durch die Zeitungswelt und verkündete uns ihre Göttinnengleichheit auf dem Rasen. Um es kurz zu machen: Hochmut kommt vor dem Verfallsdatum und da waren sie plötzlich weg, die deutschen Fußböllerinnen und auch die holländischen Fußball-Diven. Tja. Mitten in der Blüte ihres Unvermögens aus dem Spiel gerissen.

Schade eigentlich: Ich hätte aber auch zu gerne ein paar sarkastische Bemerkungen zu Hollands Gurkentruppe abgelästert. Immerhin war ich über sechs Jahre in diesem tiefergelegten Land in Wohnhaft und kann mich noch lebhaft an die nicht wenigen, unschönen Ressentiments gegen alles Deutsche erinnern. Leute aus Surinam oder von den Molukken (ehem. niederländische Kolonien) hatten es einfacher, schien mir damals. Aber natuurlijk: Es waren nicht alle so eingestellt, das stimmt. Speziell beim Fußball war ich aber immer der doofe Deutsche, vor allem, wenn ich der gegnerischen Elftal mal wieder eins in den Kasten gezimmert hatte. Hehe.

Leider scheinen die Zeiten, in denen Niederländer und Deutsche mit Inbrunst ihre gegenseitige Hassliebe feierten, inzwischen vorbei zu sein. Zu solchen Großereignissen wie der EM lese ich nämlich immer die feindlichen niederländischen Zeitungen und musste zu meinem Erstaunen feststellen, dass viele Niederländer uns bzw. »de mannschaft« durchaus respektieren und vereinzelt sogar mögen. Eklig, gell? Sogar der fußballerische Begriff »Schwalbe« wurde schon vor einigen Jahren in den niederländischen Sprachschatz übernommen. Manche Forendiskutanten in den oranje Fußballorakeln verstiegen sich sogar zu der Aussage, Holland sei doch schon fast eine deutsche Provinz. Da musste ich aber erstmal schlucken. Das schöne Feindbild - einfach weg!

Ebenfalls sang- und klanglos untergegangen ist das politische Gezänk um die Haftbedingungen, die eine gewisse Frau Timoschenko im EM-Gastgeberland Ukraine derzeit auszuhalten hat. Unsere geliebte Bundeskanzlerin hat sich ja - obwohl sie (mutmaßlich) nur eine Frau ist - geradezu mannhaft geweigert, zu einem Fußballspiel in die Ukraine zu reisen, weil Frau T. angeblich zu Unrecht dort in einem Gefängnis einsitzt. Nun will ich mir kein Urteil darüber erlauben, ob Frau Julija T. zu Recht verurteilt wurde oder nicht. Mir gefällt nur diese scheinheilige Selbstgerechtigkeit der bundesdeutschen Prominenz nicht. Vor allem kann ich mich an handfeste Argumente der Frau Merkel bezüglich ihres Fernbleibens nicht so recht erinnern. Wenn Merkel belastbare Gründe für ihr Wegbleiben gehabt haben sollte, so hat sie die jedenfalls erfolgreich verborgen. Wenn man jedoch (könnte ja sein) die Ukraine als Schurkenstaat betrachtet, gibt es mit Sicherheit überzeugendere Mittel, seine politische Haltung auszudrücken. So weit reicht der Heldenmut unserer Kanzlerin dann aber doch nicht: Wurde der Handel mit der Ukraine ausgesetzt? Irgendwelche Konten eingefroren? Nö. Angesichts von soviel Scheinheiligkeit bleibt als Erklärungsversuch für den Boykott unserer spastisch zappelnden Fußballkanzlerin offensichtlich nur nackter, medialer Opportunismus übrig.

Apropos nackt: Unsere geliebte Kanzlerin hat ja ein Faible dafür, die bundesdeutschen Fußballer jedesmal dann heimzusuchen, wenn die nach ihrem Spiel gerade wild herum duschen. Irgendwie erwischt sie immer genau diesen Zeitpunkt. Komisch, nicht wahr? Man stelle sich mal vor, dass ein Herr Schäuble - oder noch schlimmer: Herr Donald Pofalla - sich damals uneingeladen in den verschwitzten Katakomben der Frauenfußböllerinnen während der Weltmeisterinnenschaft in Deutschland herumgetrieben hätte. Da hätte Alice Schwarzer aber einen Tobsuchtsanfall bekommen!

Die Ukraine macht nicht nur Schlagzeilen durch Fußballveranstaltungen. Denn pünktlich zur EM geisterte wieder das Schreckgespenst der Wanderhuren durch Europa. Wie schon 2006 in Deutschland, wurden auch dieses Mal wieder zigtausende Sexarbeiterinnen herbei fantasiert, die angeblich wie die Heuschrecken in die Fußball-Metropolen einfallen und dort aufs Übelste von den immergeilen, reichen Wessies (dazu zählen sogar unsere verarmten Zonen-Ossies) ausgebeutet werden. Wunder, oh Wunder blieben solche Anstürme bisher jedesmal aus. Hier findet man ein paar leidlich schlüpfrige Hintergrundinformationen.

Last but not least mal wieder ein Hinweis auf das ur-ukrainische Empörungskollektiv namens »Femen«, das uns seit längerem ein Prostitutions-Armageddon vor Augen hält. Sie meinen, dass die Ukraine das Hurenhaus Europas sei, dass alle Männer Schweine sind und dass man dagegen am besten mit dem Zeigen von nackten Brüsten protestieren sollte. Naja nicht ganz: Eine dieser Berufs-Exhibitionistinnen spult in einem Interview munter die bekannten, nervtötenden feministischen Mythen rauf und runter. So will sie die Matriarchats-Sharia einführen und sie will das am liebsten auf gewaltsame Weise tun: »Das Blut der Männer wird fließen«, meint sie. Hm. Ob sie richtig versteht, worauf sie sich da einlässt? Ich bezweifle es.

Übrigens ist dieser destruktive Pathos, dieser latente Hang zu Hass, Überheblichkeit und Gewalt keine wirkliche Neuigkeit. Die Bibliotheken sind voll mit solchen feministischen Allmachtsfantasien; mal mehr, mal weniger blutig, aber immer wieder berechenbar faschistoid (i.S.v. gegen einen missliebigen Bevölkerungsteil gerichtet). Wie so oft kann man den Verblödungsgrad solcher Aussagen zuverlässig einschätzen, wenn man in derartigen Sätzen die Rollen einmal vertauscht: »Das Blut der Frauen muss fließen«. Kämen Männer auf solche Ideen, würde über solchen Vollhonks (zurecht) ein Shitstorm losbrechen.

So, Schluss jezz. Es gibt schließlich wichtigere Themen als das Geltungsbedürfnis von Kanzlerinnen oder feministischen Jihadisten. Hup Duitsland!


Kategorie: Diverses

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