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Vorsicht Kultur: Über eine Rezension von Bernhard Lassahn

16.03.2012

Von: Narrowitsch

Bernhard Lassahn schrieb am 15.03.auf der »Achse des Guten« eine Rezension über Ralf Bönts Werk »Das entehrte Geschlecht: Ein notwendiges Manifest für den Mann«, ein Buch und das in den maingestreamten Medien auf harschen Widerspruch stieß, schon deshalb, weil es sich vorsichtig von feministischen Doktrinen entfernt.

Ganz anders Lassahn. Er schreibt, wie ich mir mehr Pressebeiträge geschrieben wünsche; er schreibt ohne sich irgendeiner Korrektheit, ohne sich üblichen Denkvorgaben unterzuordnen, aber auch ohne Reflexbeißerei, stattdessen überlegt und sachkundig. Dafür hat er die Mühe auf sich geladen, feministische Primärliteratur zu studieren – er weiß also, wovon er spricht. Das unterscheidet ihn von etlichen Autoren in Foren und Blogs aus der sogenannten Männerszene. Ich meine, besagte Rezension zählt stilistisch nicht zu Lassahns Meisterwerken, aber sie seziert gnadenloser, als alle anderen Rezensenten, die ich bislang las.

Aus welchen Gründen jedoch Gallionsfiguren und Vereinen der Männerrechtsszene ihren Wortmeldungen vergleichbare Sehschärfe fehlt, gibt mir Rätsel auf.

Mag sein, es liegt am inneren Zensor, der großzügig über Kleinigkeiten schaut, wenn die Grundrichtung stimmt, mag auch sein, dass manch einer sich während seines aktuellen Selbstfindungsprozesses zufrieden gibt, wenn Autoren, noch besser, Autorinnen überhaupt Kritik am Feminismus wagen. Zudem ist die »Szene« emsig damit beschäftigt, herauszufinden, wer als echter Maskulist, Männerrechtler oder was weiß ich gelten darf und wer nicht.

Bedauerlicherweise zählt Lassahn zu jenen Typen, die, nach einer weit verbreiteten männerechtelnden Auffassung, nicht wirklich wertvoll für die »Männerbewegung« agieren. Er schreibt nur für Zeitungen und im Blog ein paar Texte, auch Lieder und Bücher, die jedoch wohl nichts Männermanifestes beinhalten. So hat er beispielsweise noch nie, wenn ich es richtig sehe, Jungenarbeit geleistet und ist in keinem Männerrechtsverein beheimatet. Er wirkt also nur »im Kleinen«, einfach nur bürgerlich. Kleinkram zählt in den Augen etlicher »Männerrechtler« von echtem Schrot und Korn nicht viel.

Überdies muss die Leserschaft – hoffentlich – befremdet feststellen, erscheinen Artikel von Lassahn im rechtskonservativen Blatt »Freie Welt«. Ist also für die angekündigte männerrechtliche Revolution von Links vermutlich ungeeignet. Eher tiefsinnige Studien bestätigend, Feminismuskritiker seien meist immer Rechte. Ohne die Doppeldeutigkeit derartiger Sätze zu erahnen.

Vermutlich wird beides Herrn Lassahn am Gesäß vorbei ziehen.

Für bemerkenswert halte ich es allerdings, dass nun – gleichsam von außen her – einer, den man zu dem Kreis der Intellektuellen zählen muss oder kann, sehr gelassen ausspricht, was von dort her nur selten zu vernehmen ist: Feminismus in Gestalt der Stifterfigur Olympe de Gouges »ist durchdrungen von Aggressivität, durchdrungen von vorausflatternder Ungerechtigkeit, von einem absichtlichen Weh-tun-Wollen, von pauschalen Falschbeschuldigungen – von Sexismus eben.«

Wohltuend. Sollte es wahr sein, dass der Liberalismus jenseits von wirtschaftlichen Belangen in Deutschland noch immer lebt?

Nun bin ich allerdings gespannt, wann die Wiki – dank fleißiger schwarzer Federn – vermerkt, Lassahn vertrete antiemanzipatorische Standpunkte rechtsextremer Maskulisten.

Lassahn könnte sich ganz gewiss gegen solche ideologischen Boshaftigkeiten wehren. Ob er es tut, ist eine andere Frage. Mag sein, er behandelt solche Schmähungen so, wie er vermutlich Hunde behandelt, die irgendwo auf der Welt in eine Ecke scheißen.

 

Menschen wie er sind mehr als Gold wert. Nicht weil er einem unbedeutenden Antifeminsten aus der Seele schreibt, sondern weil er denkend für ein vernünftiges, demokratisches Deutschland steht.

 

 


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Kategorie: Male, Female, Kultur

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