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Wie Sauerbier

07.03.2012

Von: Stadtmensch

Man kann ja fast Mitleid mit dieser merkwürdigen Sekte, die sich FeministInnen nennen, bekommen. Rein marketingtechnisch betrachtet, ist das blöde F-Wort bzw. der mediale Overkill, der damit einher geht, ein beherzter Griff in die Kloschüssel. Denn um ein Produkt unter die Leute zu bringen, sollte man es wenigstens in Teilen positiv besetzen. Das ist beim Feminismus jedoch unmöglich.

Außer Unsinn kommt eigentlich nichts dabei rum, wenn man sich mit den feministischen Beglückungsthesen auseinandersetzt. Gerade erst wieder hat dieser Pausenclown der Grünen-Stiftung namens Rosenbock seinen infantilen Stuss über die angebliche Rechtslastigkeit der Antifeministen in der Zeit verbreitet und man merkt: der Junge weiß nicht nur nicht, worüber er da schwadroniert, er ist auch noch komplett diskussions- und lernunfähig, also das klassische Gegenteil eines »Wissenschaftlers«. Ständig fliegt ihm seine »Studie«, die er mit ein paar hastigen Internetklicks zusammengewürfelt hat, um die Ohren, wird sein Büchlein über böse Männerrechtler in der Luft zerrissen, und Rosenbrock kann sich nicht im Diskurs behaupten. Er braucht den Gesinnungs-Hochsicherheitstrakt der Böllstiftung oder eine sowieso schon immer von einseitigen Parolen indoktrinierte Redaktöse der »Zeit«, um seinen wackligen Subjektivismus aufrecht zu erhalten. Man könnte das auch »das Verhalten einer Memme« nennen, die sich in freier Maskulisten-Wildbahn nicht behaupten kann.

Das Ganze gipfelt dann darin, dass die Zensurknute in den überwältigend negativen Leserkommentaren bei diesem Zeit-Interview diesmal besonders hoch ist, übrigens auch bei Lesern, die bisher gar keine Ahnung von Antifeministen hatten. Soviel zu Meinungspluralismus, Diskursvielfalt und den ganzen anderen medialen Psychosubstanzen, die uns die gleichgeschaltete BRD-Demokratie vorgauckelt. So behütet zu agieren, ist nicht gerade ehrenhaft; es bringt einem nicht mal Respekt bei Frauen ein: Rosenbrock und seine kruden Thesen sind ungefähr so spannend wie eine Christian-Wulff-Actionfigur.

Schau mal, Hinrich, ich schreibe auch ab und zu Stuss, sehr gerne sogar. Insbesondere liegt es mir nicht, lange zu recherchieren, weil es so langweilig ist - wodurch sich öfter mal rein faktische Fehler einschleichen. Aber wenn jemand daher kommt, der mir aufgrund einer belegbaren Argumentationskette das Gegenteil von dem beweist, worüber ich mich - vielleicht aus einem Bauchgefühl heraus - aufgeregt habe, dann erkenne ich das in der Regel an. Oft genug ist das - aufgepasst - sogar meine eigene Frau, die im Nachschlagen, Recherchieren, Faktensammeln um Längen besser ist als ich. Reschpekt! Wenn man aber so dumpf ist wie du und jeder Kritik ausweicht, dann ist das nicht nur dusselig, sondern geradezu verachtenswert. Es ist eigentlich gar nichts, was man irgendwie achten kann. Also ich meine, es macht deine »Argumente«, die ja sowieso schon keine sind, weil sie methodisch unsauber und nicht objektivierbar sind, nochmal um etliche Grade lächerlicher: Weil du sie nicht einmal selber als diskussionswürdig anerkennst, denn es gibt ja faktisch keine Diskussion, sondern nur die feministische Blümchenwiese derer, die dich für ihre abstrusen Ideen benutzen. Dass du mit Antifeministen nicht diskutieren willst, kann ich ja noch halbwegs nachvollziehen. Wenn man nämlich nichts auf der Pfanne hat, ist es immer klüger, einen Bogen um die bösen Jungs zu machen. Aber was soll dann der ganze Quatsch? Du hast doch nicht wirklich geglaubt, dass jetzt eine Konterrevolution anbricht, nur weil du auf ein paar Seiten rumgekläfft hast? Die paar tragischen Existenzinnen, die dich in den Pulverdampf geschickt haben, brauchst du nicht zu überzeugen. Auch nicht die Heerscharen rückgratloser Zeilenschinder, die diese Propaganda seit Jahren zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht haben. Nein, die bösen Antifeministen sollten sich eher für die Werbung bedanken, die dein feministisches Poesiealbum mit den blumigen Ansichten auslöst. Vor allem werden sie nicht wegen dir in Ehrfurcht erstarren und das Feld räumen. Dummerle!

Aber das war ja gar nicht das eigentliche Thema. Denn: Morgen, ja morgen schon, ist Welttrauertag, also im Klartext Weltfrauentag. Offensichtlich hat EU-Hauptkommissarin Viviane Reding im Datum geirrt, denn sie hat schon vor einigen Tagen endlich mal wieder das Thema Frauenquote in die Medien gebracht, das wir Männer schon so lange vermisst haben. Wundersamerweise will Reding nun sogar EU-Bürger zu diesem Jahrhundertthema befragen. Uiuiui, ob das so ein guter Gedanke ist? Die EU-Bürger sind doch überhaupt nicht daran gewöhnt, dass sie auch mal gefragt werden, wie sie denn dieses oder jenes finden, was die EU-Kommissare den lieben langen Tag so umtreibt. Vielleicht fragen die unwissenden Bürgerlein plötzlich in bestem Denglisch »what is it good for?« oder - die bebilderten unter ihnen - »cui bono?«

Damit hätten wir gleich wieder das Problem mit dem guten und ansprechenden Produktdesign. Feminismus bzw. Frauenbevorteilung sollte doch was sein, was alle als überzeugendes Produkt, spontan äh überzeugt. Wie ein iPhone etwa. Aber einzig auf einer windigen McKinsey-Studie rumzureiten, die besagt, dass Firmen größere Profite mit mehr Frauen (samt ihrer leistungslosen Karrieresprünge) machen könnten, ist arg dünn. Das wäre beim iPhone etwa wie »Man könnte vielleicht damit telefonieren«. Es ist also mehr so eine Art Kaffeesatzleserei. Kommt mir jezz nicht mit dieser mäßig erfolgreichen Quote in Norwegen, denn die schwimmen in Geld und können sich jeden Blödsinn leisten. Jedenfalls fehlt dem Produkt Frauenquote ein überzeugendes Testat oder optimistische Kundenrezensionen wie z.B. so: »Kunden, die Frauenquote gekauft haben, haben auch die folgenden Produkte gekauft: Zickenkrieg 2.0, Männerbashing leicht gemacht, Egomanie für Fortgeschrittene usw.«

Eines ist mal sicher: Je mehr dieses Produkt dem gemeinen Fußvolk unter die Nase gerieben wird, desto abgenervter wendet es sich ab. Sogar die allseits überlegenen Durchschnittsfrauen kriegen das inzwischen mit. Nur Herr Reding und Frau Rosenbrock merken es nicht. Tja, da fällt mir jezz auch nix mehr ein und darum mache ich für heute Schluss. Aber nur für heute, versprochen. Es gibt ja noch ein Leben vor dem Feminismus, gelle.


Kategorie: Male, Female

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