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Dieses und jenes

06.04.2013

Von: Stadtmensch

In lockerer Folge folgen heute mal wieder ein paar bemerkenswerte Links von den Kollegen an der DSL-Leitung.

Hatte ich nicht neulich erst gesagt, das Internet sei für die Herrschenden ein langfristiges Ärgernis? Nun ja, manchmal ist es nicht angenehm, Recht zu behalten. Eines der umstrittensten Themen in diesem Zusammenhang ist sicherlich das Projekt DEFCAD. Das Projekt verbreitet Waffenteile als Open-Source-Software, ist aber anders als die pathetischen Kameraden mit den notorisch kalten Händen von der NRA-Front/USA (National Rifle Association) nicht unbedingt assoziiert mit Waffenherstellern. Die Initiatoren von DEFCAD stellen schlicht und ergreifend die Machtfrage im Zusammenhang mit dem staatlichen Gewaltmonopol. Und so lautet auch ein Kommentar des Projektverantwortlichen an die Herrschenden sinngemäß: »Wenn sich jeder Waffen selbst herstellen kann, wem wollt ihr dann drohen?« Der Schritt, Waffendruckpläne als frei verfügbare Software unters Volk zu bringen, wurde jedenfalls schon vollzogen, lange bevor irgendein Gesetzgeber diese Technologie überhaupt thematisiert hat. Mit Sicherheit ist dies ein sehr kontroverses Thema; schließlich geht es hier um einen Paradigmenwechsel im Verhältnis zwischen Bürger und Staat - man muss nur mal fünf Minuten länger drüber nachdenken. »Is it good for us or bad for us?« - das wäre sicherlich eine längere Diskussion wert; wenn nicht sogar zwingend notwendig.

 

Ebenfalls in die Rubrik »Ärger für die Großkopferten« gehören die Leaks zu den kuscheligen, weltweiten Steueroasen (Offshore Leaks), den Spielhöllen des Casino-Kapitalismus. Wie so oft, waschen die Banken natürlich ihre Hände in Unschuld und lehnen jede Verantwortung für die hunderttausenden Steuerhinterzieher, mit denen sie Geschäfte betreiben, kategorisch ab. Nun sind ja die, die solche Mauscheleien durchführen und die, die diese Mauscheleien von Gesetz wegen kontrollieren müssten, personell und ideell bis in feinste Verästelungen verwoben. Deshalb ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass die einen Krähen den anderen Krähen... ihr wisst schon. Aber vielleicht ist das akut gar nicht so entscheidend. Vielmehr ist die Offenlegung solcher Informationen ein Beweis dafür, dass es neben einer gleichgeschalteten Medienlandschaft im Dienst der Herrschenden noch Journalisten gibt, die ihre gesellschaftliche Aufgabe ernstnehmen. Chapeau! In diesem Sinne ist die Veröffentlichung der Finanzmachenschaften nichts, was die entlarvten Geldparasiten langfristig auf die leichte Schulter nehmen können. Sehenswerte Zusatzinfo: Der Bericht »Flucht in die Karibik« beim ZDF.

 

Schluss mit dem Schmutz, wenden wir uns erbaulichen und kultivierten Dingen zu. Hübsch anzusehen ist die Fotoreihe, die neulich in der Zeit-Online vorgestellt wurde: Verfallene Theater. Als jemand, der lange mit Gauklern durch die Lande gezogen ist, haben solche Bilder für mich einen ganz besonderen Reiz. Andere Leute würden am liebsten in Festungen hausen (was macht eigentlich Narrowitsch?), ich schwärme halt für Theater und Bühnen. Hier ist der Link.

 

Nachdem es tragischerweise nun schon wieder kein europaweites Pornoverbot gibt, hat die Telepolis eine verschämte Imagekamagne des Familienministeriums gegen die Gefahren von Sex im Rahmen ihrer wöchentlichen Videosammlung vorgestellt. Titel: Sex ist mies. Genauso ist das!

 

Superzeitlupenaufnahmen (wassn Wort) sind doch immer wieder faszinierend. Von verspielten Männern ausgedacht, was denn sonst.

 

Wo ich gerade bei sympathischen Männern bin: Bei BoingBoing.net findet man u.a. einen Film über einen alten Mann, der Flaschenschiffe baut. Es ist faszinierend, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Na gut, Arbeit ist es eigentlich nicht. Es ist seine Passion. So einen Großvater wünscht man allen Kindern dieser Welt.

 

Und noch mehr Kultur: Es folgt eine der interessantesten Interpretationen von Jimi Hendrix' »Voodoo Chile«. Die Drums wirken zwar stellenweise etwas daneben, aber die Koreanerin Luna, die hier den Hendrix-Song auf einem traditionellen Instrument namens Gayageum abrockt, macht einen sehr guten Job. Aber Moment mal, das ist ja eine Frau? Also hört mal, ihr feministischen Schwanzlutscher (metaphorisch gemeint): Es ging nie darum, Frauen von irgendwelchen Künsten abzuhalten bzw. »unsichtbar zu machen«. Euer nervtötendes Gequassel über die bösen Männer, die die armen unterdrückten Frauen von allem abhalten, bringt offensichtlich auch keine Heerscharen von kunstbegabten Kreativ_Innen hervor. Die Frage ist also nicht, ob Frauen respektable Künstlerinnen (oder Musikerinnen, whatever) sein können. Ihre Anzahl ist nur geringer und dieses Problem umgeht frau am besten dadurch, dass sie einfach ihr Ding macht, so wie jeder andere Künstler eben auch. Mit »den Männern« hat das nur am Rande zu tun. Amy Whinehouse, Janis Joplin z.B. waren außerordentlich begabte Kolleginnen. Okay, sie sind vielleicht schon ein bisschen tot, aber trotzdem. Tot sein ist ja kein Hindernis, um respektiert zu werden, und es gibt etliche weitere, sogar noch lebendige Musikerinnen wie Ruth Underwood (Zappa), Flora Purim (Chick Corea Band) und, und, und. Let's rock:

 

 


Kategorie: Diverses

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