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Ein Märchen von heute

14.12.2013

Von: Donna Amaretta

Passend zur Jahreszeit schreibt Donna Amaretta ein Märchen, das eigentlich keins ist. Es ist eine Geschichte über einen typisch feministisch inspirierten Verwaltungsvorgang, wie er hierzulande inzwischen gang und gäbe ist. Insofern ist das Märchen eher eine Moritat zum Thema »Tod einer Leistungsgesellschaft«.

Es war einmal ein junger Mann, der lebte in einem Reich namens Grünlandia, in dem es viel Wasser und saftig grüne Pflanzen gab, nach denen das Land genannt wurde. In Grünlandia musste niemand mehr verhungern wie in den alten Zeiten oft geschehen, und wer viel und fleißig lernte, konnte eine gute Arbeit finden und es sich in Grünlandia wohlergehen lassen. Das wünschte sich auch der junge Mann, und so ging er zur Schule, machte Abitur und studierte. Da er recht viel Geld verdienen wollte, wählte er ein recht schwieriges Wissensgebiet, für das man in Mathematik begabt sein musste, studierte sehr fleißig und schloss sein Studium als Bester ab.

Er war nun ein richtiger Ingenieur geworden und konnte fantastische Maschinen ersinnen. Er freute sich auf seine Zukunft und malte sich aus, wie er in Grünlandia ein Haus bauen, eine nette Frau suchen und eine Familie mit ihr gründen würde, denn all das würde möglich werden mit dem Geld, dass er als kluger Ingenieur verdienen könnte. Da wurde eine Stellung angeboten, für die er perfekt geeignet war, und so ging er hin und bewarb sich. Er wurde abgelehnt. Er wunderte sich, war er doch der einzige Bewerber gewesen. Er ging hin und fragte: »Warum gebt ihr mir die Stellung nicht, wo ich doch der Einzige bin und nützlich sein kann?«

Da schickte man ihn zu einer Frau, die saß in einem Büro, an dessen Tür geschrieben stand *Frau Gleichstellungsbeauftragte*. Diese Frau sah den jungen Mann kühl an und erklärte ihm, sie könne die Stelle erst vergeben, wenn sich auch eine Frau darauf beworben hätte. Er wunderte sich und sagte, er habe an der hohen Schule keine Frau gesehen, die sein Fach studiert habe, und darum könne man ihm die Stelle doch getrost geben. Die Antwort war nein. Der junge Mann ging traurig nach Hause. Einige Monate vergingen, da wurde die gleiche Stelle wieder angeboten, und wieder bewarb er sich. Wieder wurde er abgelehnt, und als er nach Hause ging, war er nicht nur traurig, sondern er ergrimmte.

Wieder verging die Zeit, und als die Stelle ein drittes Mal angeboten wurde, bewarb er sich ein weiteres Mal, auch diesmal erfolglos. Er ging zornig in das Büro der *Frau Gleichstellungsbeauftragte* und rief empört: »Es wird keine Frau kommen, seht ihr es denn nicht? Gebt mir doch bitte die Stelle!« Aber die Frau sagte wieder »Nein« und erklärte, das sei ein neues Gesetz, damit auch Frauen die gute Arbeit und hohes Gehalt bekommen können und nicht immer nur die Männer. Der junge Mann rief verzweifelt, er verstünde das neue Gesetz nicht, es sei sinnlos und unklug, wo doch offensichtlich keine geeigneten Frauen kämen, und ihn würde es seine Zukunft kosten. Die Frau wurde böse, zeigte ein wütendes Gesicht und wies ihm die Tür. Voller Zorn ging er heim und fragte sich verbittert, was nun aus ihm werden solle.

Da beschloss er, sein Glück anderswo in der Welt zu suchen. Er kaufte eine Zeitung und las, in einem Land namens Floralandia gäbe es eine Arbeit für einen klugen Mann für ihn. Er schickte einen Brief mit seiner Bewerbung und siehe da, man lud ihn ein zu kommen. So stieg er in eine Flugmaschine und flog in das fremde unbekannte Floralandia. Er nahm seine Arbeit auf und verdiente gutes Geld, wie er es sich gewünscht hatte, so dass er sehr schnell ein schönes Haus kaufen konnte. Das Leben war angenehm in Floralandia, denn die Sonne lachte vom Himmel und brachte riesige bunte Blumen zum blühen, und die Luft war warm und das rauschende grünlichblaue Meer, gesäumt von köstlich feinen Stränden, lud zum Schwimmen ein.

Und egal wohin er ging, begegnete er hübschen Frauen, die sehr weiblich gekleidet gingen, und anstatt böse und wütend zu gucken, viel lächelten. Er beschloss, nie mehr nach Grünlandia zurückzukehren. Und wenn er nicht gestorben ist, lebt er noch heute glücklich in Floralandia.

 


Kategorie: Kultur, Diverses

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