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Das glaub ich jezz nicht

29.05.2013

Von: Stadtmensch

Was ist nur auf einmal mit den Medien los? Immer wieder liest man in den letzten Tagen männerfreundliche Artikel. Wie soll man das nun nach Jahrzehnten einseitiger feministischer Propaganda einordnen? Und was ist mit meinem liebevoll gepflegten Feindbild?

Im Spiegel-Online gab es zuletzt einige Artikel zum Thema häusliche Gewalt mit der unglaublichen Aussage, dass Frauen mindestens ebenso häufig in Beziehungen ausrasten wie Männer und teilweise sogar führend im Austeilen sind. Das hörte sich bisher in den Medien immer ganz anders an. Fast sieht es so aus, als wären die Ergebnisse von hunderten Untersuchungen, die vor allem im angelsächsischen Raum zu diesem leidvollen Thema existieren, nun endlich auch bei der deutschen Presse angekommen.

Die Verteilung der häuslichen Gewalt ist als politisches Thema nicht eben trivial. Immerhin generieren aus der (unwahren) Behauptung, dass Männer immer nur Täter und Frauen immer nur Opfer sind, sehr viele Berufsgruppen ihre Legitimation, sprich ihre Existenzberechtigung - und nicht zuletzt ihr Einkommen: Die feministische Helferindustrie. Gerade bei diesem Sujet sprudeln Fördergelder, werden mit öffentlichen Mitteln Beratungsstellen aus dem Boden gestampft oder millionenschwere Kampagnen losgetreten. Beachtlich ist dabei außerdem, wie totalitär bei diesem heiklen Thema bisher vorgegangen wurde - insbesondere von staatlichen Stellen. Es führte z.B. zu solchen unsäglichen Propagandaschlachten wie »Gewalt kommt mir nicht in die Tüte«: Bäckereien sollten diesen Spruch auf ihren Brötchentüten verbreiten, um das vollkommen einseitig besetzte Thema »häusliche Gewalt« prominent in die Familien zu tragen. Flankiert wurden diese Kampagnen dadurch, dass jedweder Widerspruch oder auch nur das leiseste Bemühen um Objektivität derart abgewürgt wurden, dass man den Kritikern sofort Rechtsradikalismus - ein speziell deutsches Totschlagargument - unterstellte.

Von einem demokratischen Staat, der diesen Namen auch verdient, sollte man eigentlich erwarten können, dass er die Themen Gleichberechtigung und Gleichbehandlung nicht durch einseitige Gesetze und/oder PR-Kampagnen konterkariert. Doch genau das ist geschehen und es geschieht noch immer. Insbesondere die politisch links verorteten Parteien wie SPD oder Grüne haben sich in diesem Punkt noch nie mit Fairness bekleckert. Im SPD-Wahlprogramm steht seit Jahren »Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden« - eine Schande für eine Partei, die sich so gerne »sozial« nennt. Aber auch das sog. »Frauenstatut« der Grünen liest sich wie ein Machwerk übelster, als faschistoid zu benennende Meinungsmache. Insofern ist das feministische Infiltrationsbollwerk eben genau kein »Betriebsunfall« - es steckt System dahinter und wie so oft spielen Geld und das Streben nach Privilegierung/Macht dabei die größte Rolle. Diese unentschuldbare Blindheit auf dem geschlechterpolitischen Auge betrifft jedoch auch die anderen Parteien. Denn auch unter Helmut Kohl und seiner angeblich tradionell »patriarchalisch« aufgestellten CDU gab und gibt es endlos viele Regularien und Gesetze, die aus einem sehr einseitigen Blickwinkel auf das Geschlechterthema heraus operierten. Und auch aktuelle Politikdarstellerinnen wie z.B. Zensursula arbeiten fleißig und unbeirrt weiter an dieser als unerträglich dumm zu bezeichnenden Sichtweise.

Alles in allem findet man in der bundesdeutschen Geschichte kaum ein anderes Thema, das ähnlich pervertiert wurde wie das Geschlechterthema. Abgesehen von politisch relevanten Aspekten, bei denen man vielleicht noch an regulative Korrekturmechanismen glauben mag (den Willen zur Objektivität bzw. Demokratie vorausgesetzt), ist der Schaden, der sich auf persönlicher Ebene zwischen den Geschlechtern inzwischen etabliert hat, kaum noch zu bekämpfen. Auch hier muss man leider konstatieren, dass sich das allgegenwärtige Misstrauen zwischen den Geschlechtern inzwischen zu einem systemischen Problem entwickelt hat. Einer der markantesten Auswüchse ist natürlich die bundesdeutsche Geburtenrate. Aber die propagandistische Ausschlachtung des Geschlechterthemas hat weitaus desaströsere Folgen. Denn natürlich haben solche Zwangsmaßnahmen wie Girl's Day oder Frauenquote bzw. die frauenzentrierte Familienpolitik der bisherigen Regierungen unmittelbare Auswirkungen auf allen Ebenen. Umfangreiche Frauenförderung in Betrieben hat z.B. oftmals die »innere Kündigung« der männlichen Beschäftigten zur Folge. Zudem wählen die meisten Frauen - trotz einseitig lancierter Propaganda - in der Regel einen wirtschaftlich potenten Partner und sind eben nicht bereit, Themen wie Innovationsfreude, Unternehmergeist oder Karrierestreben vollumfänglich zu besetzen. Es sind daher u.a. solche Maßnahmen, die dazu führen, dass sich auch auf zwischenmenschlicher Ebene das Geschlechterthema lediglich auf die gegenseitige, disponable Verfügbarkeit und den persönlichen Profitgedanken reduziert. Nicht zuletzt - aber nicht quantifizierbar - sind zentrale zwischenmenschliche Themen wie Grundvertrauen oder die Neugier aufs andere Geschlecht inzwischen massiv beschädigt. Wie sehr sich dies auf die Bindungen, nicht zuletzt auf das Thema Familienplanung auswirkt, mag sich jeder selbst ausmalen. Auch darf man modernistischen Propheten, die sich vollkommen neue Familienkonstellationen, gespeist aus nebulösen und wissenschaftlich kaum haltbaren Theoriegebilden zusammenbasteln, durchaus misstrauen. Das Versprechen, dass sich aus derartigen Fantasien stabile zwischenmenschliche (zwischengeschlechtliche) Beziehungen ergeben könnten, haben sie bisher noch an keiner Stelle eingelöst. So betrachtet, handelt es sich mehr um ein massenpsychologisches Großexperiment als um einen überprüfbaren gesellschaftlichen Fortschritt.

Anderes Thema, aber doch verwandt. Es war der Spiegel, der seinerzeit mit einem stolz vorgetragenen Leitartikel das »Ende des Mannes« prophezeite. Insbesondere wurde das Y-Chromosom, das eben den Mann zum Mann macht, als »verkümmertes Chromosom« bezeichnet, das zudem vom Aussterben bedroht sei. Von einem »verkümmerten« Chromosom zum »verkümmerten« Mann war es natürlich in den simplifizierten Gedankengängen feministischer Prägung dann nur noch ein kleiner Schritt. Mit viel Häme und Spott wurde damit das »Frauenzeitalter« angeblich wissenschaftlich untermauert und als Beweis für die evolutionäre Überlegenheit der Frauen zitiert. Doch auch hier scheint sich inzwischen eine Trendwende abzuzeichnen. In der gestrigen Sendung »Abenteuer Forschung/ZDF« widmete sich der beliebte Physiker Harald Lesch diesem Thema in seiner sehr ausgewogenen Art und Weise. Mitnichten ist das berüchtigte Y-Chromosom »verkümmert«. Es ist ein hochspezialisiertes Chromosom, das sogar in der Lage ist, bestimmte Erbinformationen auf X-Chromosomen zu übertragen und so genetischen Ballast zu entsorgen.

Interessant waren auch die Berichte zum angeblich »aggressiven« Hormon Testosteron. In einer Untersuchung stellte man z.B. fest, dass der Testosteronanteil bei jugendlichen Straftätern nichts darüber aussagt, ob sie deshalb vermehrt Gewaltdelikte verüben. Testosteron ist also demnach nicht automatisch (neben vielen anderen, nicht unbedeutenden Eigenschaften) der Auslöser für männliche Kampfbereitschaft oder aggressives Verhalten. Verblüffend war ebenfalls, dass Singlemänner gegenüber Familienvätern oder periodischen Vätern (die nur sporadisch Familienbesuche absolvierten) einen sehr viel höheren Testosteronanteil aufwiesen. Es ist also nicht so, dass Männer Marionetten ihres wichtigsten Hormons sind. Je nach persönlicher Situation ändert sich ihr Hormonhaushalt - und dieses Phänomen ist eben bewusst steuerbar und genau keine fatalistisch-hormonelle Zwangshandlung.

Insgesamt gesehen muss man die hier angesprochenen Tendenzen zu einer faireren Berichterstattung begrüßen. Man sollte sich allerdings keinen Illusionen hingeben. Der feministisch geprägte Propagandaapparat ist bestens geschmiert (nämlich mit Geld) und wird auch angesichts neuer Erkenntnisse nicht einfach klein beigeben. Zudem sollte sich die sog. »Männerbewegung« nicht darauf versteifen, zusätzlich zur unberechtigten (weil nicht begründbaren) finanziellen Bevorteilung in der Frauenpolitik nun auch Fördergelder für männlich orientierte Projekte einzufordern. Es geht nämlich um etwas anderes: Die Wiedereinführung des Respektes gegenüber männlichen Leistungen in der Gesellschaft. Es geht nicht um erweiterte Profitmöglichkeiten, es geht um nichts weniger als um Humanismus.

Sorry für die Überlänge.


Kategorie: Diverses

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