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Sommerlöcher

04.09.2013

Von: Stadtmensch

Jaja, ich schreibe etwas wenig in letzter Zeit. Das kommt daher, weil diesen Sommer das berüchtigte »Sommerloch« besonders düster ausfiel. Es nannte sich übrigens »Wahlkampf«. Dieses und andere abgestandene Themen hier ganz aktuell.

Mein Kumpel Narrowitsch meint ja immer, der Steinbrück wäre eigentlich gar nicht so verkehrt. Zwar wäre er jetzt auch keine große Leuchte, aber intellektuell wäre er seiner Kontrahentin (Merkel, Merkel - hab ich doch schon mal gehört?) um einiges voraus. Ich kann das nicht beurteilen. Denn das historische »Streitgespräch« zwischen diesen beiden selbstgefälligen Astlöchern habe ich nicht mal für fünf Sekunden ausgehalten. Und es ist ja auch so, dass man am nächsten Tag nur ein paar aufgekratzte Artikelchen überfliegen muss, um festzustellen, dass man tatsächlich nichts verpasst hat. Trotzdem wollte ich meine politische Ignoranz einmal testen, landete bei einer Umfrage des unvermeidlichen Florian Rötzer von Telepolis und stellte fest, dass ich mit vielen anderen politischen Ignoranten plötzlich die Mehrheit stellte! Dabei hatte ich gedacht, dass meine kleine Totalverweigerung gegenüber dieser provinziellen Politik in Berlin hoffentlich keinen anderen ansteckt. Aber leider sind doch eine riesige Menge Menschen wie ich »not convinced«, selbst dann nicht, wenn die Sonnenkönige uns so etwas wie Disput vorspielen. Hat da jemand »große Koalition« gerufen? Och nö, nicht schon wieder.

Es ist natürlich viel lustiger, sich über die eigentlichen All-Time-Troublemaker zu amüsieren (statt über berechenbare Politapparatschiks), die wie so oft in der Verpackung »Feminismus und andere Irrtümer« durch die Gazetten gereicht werden. Just heute beleerte uns ein pudeliger Professor in der FAZ darüber, dass das Schicksal der Menschheit in den Händen der Frauen liegt. Echt wahr! Wir als gestandene Mannsbilder sind es ja gewohnt, dass uns gerade die feministisch infizierten Zeitgenossen öfter mal unglaubliche Binsenweisheiten als evolutionären Durchbruch erklären wollen. Das liest sich dann u.a. wie folgt:

 

Nun ist Denken für alle das Leben steuernden Schritte das wichtigste Instrument. Will man die begonnene gesellschaftliche Umstrukturierung zum Erfolg führen, muss umgedacht werden. Alle Bereiche des täglichen Lebens müssen von der Frau aus gedacht werden, denn sie hat es maßgeblich in der Hand, ob unsere Gesellschaft sich weiter entwickelt, weiter besteht. Sie hat es in der Hand, ob Kinder geboren werden.

 

»Denken als das für alle das Leben steuernden Schritte wichtigste Instrument« ist leider nicht die Stärke dieses akademischen Parforceritts durch die Menschheitsgeschichte. Denn dem Prof zufolge waren in grauer Vorzeit die Frauen immer nur schwanger, während die Männer - angetrieben durch das »Aggressivitätshormon« Testosteron - dauernd aufs Rammeln aus waren; wenn sie nicht gerade mit ihren anderen aggressiven Kumpels in den vorzeitlichen Nationalparks lustwandelten, um ein paar Mammuts zu ärgern. So stellt sich der Prof die menschliche Evolution und - noch viel schlimmer - die Ursache für alles Böse in der Welt vor: Es sind die hormonbenebelten Männer. Es muss wirklich angenehm sein, wenn man sich derart schlichten Weltbildern hingeben kann. Immerhin ist der Prof konsequent: Er erklärt die Männer mal wieder als überflüssig und meint, das was Männer bisher in ihren amüsanten Berufen so fabriziert haben, würden in Zukunft die Maschinen erledigen. Wahrscheinlich meint er Maschinen, die dann die Frauen erfinden werden. Weil die nämlich zukünftig nicht mehr dauernd schwanger werden müssen, haben sie natürlich auch viel mehr Zeit, technische Neuerungen zu entwickeln, diese zu warten und zu optimieren. Das schaffen die locker! So wie sie schon in der Vergangenheit viele nützliche Erfindungen... mir fällt grad nur der Scheibenwischer ein. Aber immerhin!

Meine eigene bescheidene evolutionäre Erkenntnis, dass Frauen - vor allem die feministischen - immer nur Sex im Kopf haben, lässt sich am besten durch solche allgegenwärtigen Nervensägen wie Femen, Pussy Riot und andere Nacktthematikerinnen ausführlich belegen. Nun ist eine weitere Komponente hinzugekommen, nämlich die Aussies (nicht zu verwechseln mit den Ösis, die die feministische Landplage aber auch hart getroffen hat). Im verbrannten Australien hat nämlich ein kollektiver Hitzeschlag dazu geführt, dass man auf der Titelseite einer Studentenzeitschrift lauter nackte Vaginas veröffentlichte. Daraufhin haben sich etliche Leute so erschrocken, dass das Titelblatt gleich wieder einkassiert wurde. Dabei waren die Absichten doch so edel gemeint gewesen:

 

Die Hausgeberin Hannah Ryan sagt in einem Interview, die »Honi Soit« [das ist die betreffende Zeitschrift mit den Mumus] habe etwas zugunsten von Frauen tun wollen. Im britischen Guardian schreiben die Studentinnen: »Wir wollen uns normal fühlen; wir wollen keine Furcht vor der ersten sexuellen Begegnung mit einem Partner haben, der uns wegen unserer Vaginas beurteilt.«

 

Jeder Mann kennt das: Bevor es im Bett zur Sache geht, wird erstmal das Geschlechtsteil der Partnerin ausgiebig vermessen, katalogisiert, verglichen und bei Nichtgefallen sofort von der Bettkante geschubst. Gerüchten zufolge soll es sogar eine iPhone-App geben, mit der man die begutachteten Muschis im internationalen Vergleich abchecken kann. Hab ich in einem Forum gelesen!

Das wirklich Traurige dabei ist allerdings, dass Mann diese Menschinnen, die tatsächlich an solchen Beurteilungs-Schwachfug glauben, auf keinen Fall in die Wohnung lassen sollte. Oft weiß Mann das aber erst nachher. Für all die von Zweifeln über die ästhetischen Aspekte ihres Lochs verunsicherten Frauen habe ich einen heißen Tipp für befriedigenden Sex: Einfach mal das Gehirn ausschalten, wenn man rollig ist. Sex ist nichts Böses, Sex ist nichts Ekliges und sogar das, was man gemeinhin als »schmutzigen Sex« ansieht, hat gewisse Reize, die einem die Schuhe ausziehen können. Okay, schlechter Vergleich, Sex mit Schuhen an. Ihr wisst schon, wie ich das meine. Obwohl, angesichts einiger Affinitäten von Frauen gegenüber Schuhen, ist das vielleicht doch nicht so weit her geholt. Aber wie die meisten Männer weigere ich mich selbstverständlich, von Schuherotik etwas zu verstehen.

Jenseits von Schmuddelkram gab es sogar mal etwas tiefer Gehendes, das einst Männlein und Weiblein verband. Es hieß damals »Liebe« und die meisten der älteren Leser mögen sich vielleicht vage daran erinnern. Ist wirklich schon etwas her, aber es gab so was. Taschentücher bereit halten!

 

 


Kategorie: Diverses

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