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Von Anglern, Quoten, Alternativen

07.09.2013

Von: Narrowitsch

Angler haben von Natur aus einen hohen Nerd-Faktor. Nun kommt noch ein weiterer hinzu: Die Frauenquote für den Angelsport. Narrowitsch berichtet.

Der Stadtmensch pflegte mir in vertraulichen Gesprächen etwas anzuvertrauen: Seiner Ansicht nach seien Angler schlimme Leute. Nun erhält er Zuspruch von unerwarteter Seite. Laut Harald Martenstein in der Zeit von der SPD.

 

»Die Abgeordnete Hannelore Monegel, SPD, verwies auf eine Studie zum Angelsport, nach der 94 Prozent der organisierten Angler männlich seien. Dabei hätten Erfahrungen aus der Arbeit mit Kindern ergeben, dass Jungen und Mädchen bis zu neun Jahren gleichermaßen Interesse am Angelsport hätten. Untaugliche Rollenbilder könne sich die Gesellschaft aber nicht leisten.«

 

Da tun sich vor meinem inneren Auge entsetzliche Abgründe auf; ich sehe ganze Männer-Divisionen auf der Flucht vor gerechter Teilung von Hausarbeit und Kindererziehung, schlimmer noch: Auf der Flucht vor konstruktiven Beziehungsgesprächen und noch ganz schlimmer: Bei der Verweigerung von intensiver Arbeit an geschlechtergerechten Verhältnissen. Darf das so bleiben?

Überhaupt: Martenstein spricht in typisch sexistischer Sprache vom Zackenbarsch. Als gebe es keine Zackenbarschin. Und was ist mit Aalen, Welsen, Zandern, Karpfen, Plötzen? Nicht mal von Rotfederin habe ich je reden hören, obwohl rote Federn nun wirklich auf ausgeprägte Weiblichkeit deuten könnten.

Mecklenburg, das seen- und fischreiche Bundesland, muss da voranschreiten. Finde ich. Und sein fast bedeutender Sozen-Landesverband verfügt für solche Aktionen über die richtigen Führerinnen. Frau Schwesig, MdB,  beispielsweise.

Ich empfehle ihnen, also den sozialdemokratischen Frauinnen, einen Blick auf die Piratenpartei. Das war auch mal so ein Männerverein, allerdings nur, bis FeminstInnnen das Ruder übernahmen und die Prateaten-Nerds auf Vordermann brachten. Mit großartigem Erfolg, jetzt kennen zahlreiche PiratInnen augenscheinlich den Gründungszweck ihrer Partei nicht mehr, dafür aber, wie Mann feministisch zu denken und zu handeln hat. Auftrag erfüllt, weibliche Kapazitäten sind wieder frei. Also auf zum Anglerverband!

Denn der braucht dringend eine Quote von mindestens 40% Frauen/Transgender/Lesben und Schwule in den Bundes-, Landes- und  Ortsvorständen. Immerhin sind in ihm 170.000 Angler und Anglerinnen organisiert, davon 94% - Männer! Und niemand weiß, wie viele Schwule sich das Outing nicht trauen...

Darf frau diese macho-männliche Bastion unzerschossen und unerobert lassen? Sollen Angler völlig rückwärtsgewandt einfach an einsamen Gewässern hocken dürfen, immer auf der Jagd nach dem großen Fisch? In feminismusfreiem Raum, absolut ungegendert? Mann stelle sich vor: Angler, denen das Geschlecht ihres Fanges gänzlich am Gesäß vorbei gehen dürfte. Dürfen die das? Nicht zu vergessen, dass Angler-Machos klammheimlich einer typisch männliche Eigenschaft frönen: frei von jeder Empathie töten sie skrupellos Fische, Regen-, Tau- und Mehlwürmer und was weiß ich noch! Da werden - völlig unkontrolliert - schlimme Rollenbilder reproduziert. Das des einsamen Jägers beispielsweise. Mädchen in eine solche Welt locken zu wollen, ist von Frau monEGEL wohl nicht ganz zu Ende gedacht. Mädchen gehören einfach nicht in eine Welt, die dem Todeskult an Fischen huldigt.

Darum: Wenn ich es mir nämlich recht überlege, sind Anglerinnen-Quoten falsch; sie dürfen bestenfalls nur vorübergehend als Mittel dem heiligen Zweck dienen:

Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die der Angler überwinden!


Ich wette, die Grünen machen mit!

 

 


Kategorie: Diverses

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